Knauer afroamerikanische geschichte v2 de 2022

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Ohne afroamerikanische Geschichte kann die amerikanische Geschichte und Gegenwart nicht verstanden werden. Christine Knauer zeichnet in ihrem Beitrag die Genese der afroamerikanischen Geschichtsschreibung nach und verweist auf die enge Verknüpfung von Geschichtsschreibung, Freiheitskampf und Bürgerrechtsbewegung im 19. und besonders im 20. Jahrhundert. Sie beschreibt die derzeitigen Forschungsansätze und -trends in der afroamerikanischen Historiografie, die auch in der europäischen sowie deutschen Amerikaforschung zunehmend bearbeitet werden.
Afroamerikanische Geschichte / African American History

von Christine Knauer


In der amerikanischen Historiografie wird der afroamerikanischen Geschichte nunmehr ein wichtiger Platz eingeräumt. Sie beschäftigt sich mit den Lebens- und Erfahrungswelten von aus Afrika stammenden Menschen von der amerikanischen Kolonialzeit bis heute. Versklavt, segregiert und zu Bürgern zweiter Klasse degradiert, kämpften Afroamerikaner*innen zuerst für ihre Freiheit und dann für Integration und Gleichberechtigung. Seit der Ankunft der ersten Afrikaner*innen in Amerika im 17. Jahrhundert bestand eine massive soziale Ungleichheit zwischen der Schwarzen Minderheit und der weißen Mehrheitsgesellschaft, die Schwarze als minderwertig verstand und zum eigenen Vorteil zu unterdrücken und auszunutzen suchte. Ihr Status spiegelt sich auch in ihrer Marginalisierung in der amerikanischen Geschichtsschreibung wider.

Viele Afroamerikaner*innen waren sich der Bedeutung von Geschichte für die Nation und ihr Selbstbild, aber auch für die Stellung und Einbindung des Einzelnen und seiner race sehr wohl bewusst. Schon im 18., besonders aber im 19. Jahrhundert setzten sich Schwarze auch für eine angemessene Repräsentanz in der amerikanischen Geschichtsschreibung ein – lange Zeit ohne Erfolg. Doch begannen sie parallel damit, ihre eigene Geschichte zu erzählen und niederzuschreiben, um ihr Schicksal und besonders ihre Bedeutung für die amerikanische Nation festzuhalten. Afroamerikanische Geschichtsschreibung war und ist noch immer auch der Versuch der Selbstfindung und der Verortung in einer Nation, in der Schwarze zwar fast von Beginn an lebten, jedoch mehrheitlich keine voll akzeptierten Mitglieder der Gesellschaft und Subjekte der Geschichtsschreibung waren.[1]

Insofern ist afroamerikanische Geschichtsschreibung Teil des Kampfes um Freiheit und Gleichberechtigung, für das Ende des Rassismus sowie um politischen und sozialen Einfluss. Ihre Ausrichtung und Forschungsschwerpunkte sind daher stark geprägt von den gesellschaftlichen und politischen Konjunkturen der Zeit. Bis in die 1960er-Jahre wurde sie unter dem Namen Negro History gefasst, erst im Zuge der gesellschaftlichen Aufbruchs- und Protestbewegungen der 1960er- und 1970er-Jahre wurde diese Bezeichnung sukzessive durch die Termini Black History, Afro-American und heute African American History ersetzt.[2] Die Debatten über Identität und die Benennung und Schreibung von Begriffen gehen weiter. 2020 beschlossen führende Zeitungen in den USA, die Großschreibung von „Black“ einzuführen, während „white“ weiter kleingeschrieben wird, um nicht Ideen von weißer[3] Vorherrschaft zu bedienen.[4] Der großgeschriebene Begriff soll nicht für Hautfarbe stehen, sondern für eine Kultur und einen gemeinsamen Erfahrungshorizont. Auch wird vermehrt diskutiert, ob der Begriff African American zu undifferenziert sei.[5]

Der vorliegende Beitrag ist in fünf Kapitel unterteilt. Er geht zuerst auf race ein, um ihre Konstruiertheit darzulegen. In einem nächsten Schritt zeichnet er die Position von Afrikaner*innen und Afroamerikaner*innen in der amerikanischen Geschichtsschreibung und die Genese der afroamerikanischen Geschichtsschreibung nach. Der Beitrag weist dabei auf die enge Verknüpfung von Geschichtsschreibung, dem Freiheitskampf und der Bürgerrechtsbewegung im 19. und besonders im 20. Jahrhundert hin. Darauf folgt eine Darstellung der derzeitigen Forschungsansätze und -schwerpunkte in der afroamerikanischen Geschichtsschreibung. Der Artikel schließt mit einem Ausblick auf die Zukunft der afroamerikanischen Geschichte.


Race

Allgemein herrscht auch in der historischen Forschung Übereinstimmung darüber, dass race[6] ein soziales Konstrukt darstellt und als Ordnungskategorie hinterfragt und historisiert werden muss. Auch wenn race als Konstrukt verstanden wird, kommt die Forschung bei der Analyse der Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft allgemein und der afroamerikanischen Erfahrung im Besonderen nicht ohne dessen konstante Einbeziehung aus. Race und Fragen der racial identity, besonders auch als Mittel des empowerment, spielen in der afroamerikanischen Geschichte und Geschichtsschreibung noch immer eine zentrale Rolle.

Race ist ein relationales Konstrukt, das auf eine gemachte Differenz und Dichotomie (z.B. weiß versus Schwarz) aufbaut. Die Hautfarbe wurde dabei besonders in der westlichen Wissenschaft zum Hauptmerkmal, an dem körperliche, mentale und kulturelle Differenzen festgemacht und verstanden wurden. Auch Blackness („Schwarzsein“) und Whiteness[7] („Weißsein“) sind also Konstrukte; sie wurden und werden immer wieder neu definiert, mit Bedeutung gefüllt und hierarchisiert. Die Analyse, wie „Schwarz“ und „weiß“ in den USA konstruiert wurden, gibt einen Einblick, wie race funktioniert(e), funktionalisiert wird/wurde und die soziale Ordnung formte.[8]

Kurz gesagt wurde race von der weißen Mehrheit der Bevölkerung genutzt, um die amerikanische Gesellschaft zu ordnen, Hierarchien zwischen verschiedenen Phänotypen und „Hautfarben“ aufzubauen und zu perpetuieren sowie die Versklavung, den Ausschluss oder die Segregation von Bevölkerungsgruppen zu begründen. In seinem weit rezipierten Buch „Stamped from the Beginning“ dreht Ibram X. Kendi jedoch die Abfolge der Entstehung von race und Rassismus um. Er argumentiert, dass rassistische Ideen entwickelt wurden und werden, um unterdrückende Entscheidungen und Handlungen in allen Bereichen des Lebens zu rechtfertigen. Im Falle Amerikas bedeutet die Umkehrung der Kausalität, dass Weiße vor allem aus ökonomischen Interessen die Idee der Minderwertigkeit Schwarzer erfanden. So konnte ihre rücksichtslose Versklavung und Ausbeutung legitimiert werden.[9]


Fotograf: Arthur S. Siegel, Februar 1942, Detroit, Michigan. „Riot at the Sojourner Truth homes, a new U.Sn federal housing project, caused by white neighbors’ attempt to prevent Negro tenants from moving in. Sign with American flag ‚We want white tenants in our white community‘, directly opposite the housing project. U.S. Farm Security Administration / Office of War Information Black & White Photographs, Quelle: [http://loc.gov/pictures/resource/fsa.8d13572/ Library of Congress Prints and Photographs Division Washington] / [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:We_want_white_tenants.jpg?uselang=de Wikimedia Commons] ([http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain?uselang=de public domain])
Fotograf: Arthur S. Siegel, Februar 1942, Detroit, Michigan. „Riot at the Sojourner Truth homes, a new U.Sn federal housing project, caused by white neighbors’ attempt to prevent Negro tenants from moving in. Sign with American flag ‚We want white tenants in our white community‘, directly opposite the housing project. U.S. Farm Security Administration / Office of War Information Black & White Photographs, Quelle: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington / Wikimedia Commons (public domain)


In der deutschsprachigen Forschung wird der Begriff „Rasse“ sehr kritisch betrachtet. Viele sehen in seiner Anwendung die Gefahr der „Normalisierung dieser Kategorie im deutschen Sprachraum“, die aber „nach wie vor auf Auschwitz“ verweise.[10] Der Nationalsozialismus macht die Verwendung des Begriffs für viele Wissenschaftler*innen nicht mehr tragbar. Daher wird race oft im englischen Original belassen oder „Rasse“ in Anführungszeichen gesetzt, um eine gewisse Abgrenzung zum Nationalsozialismus[11] und eine Unterscheidung zwischen dem amerikanischen Konzept race und dem deutschen Konzept „Rasse“ aufzuzeigen. Dennoch stellt sich die Frage,[12] ob wirklich klare Unterschiede zwischen diesen beiden Konzepten in der Legitimierung, dem Verständnis oder der Verwendung im amerikanischen und deutschsprachigen Kontext existieren. Die Anführungszeichen verdeutlichen die Konstruiertheit der Kategorie, da die Idee der race als soziokulturelles Konstrukt im englischen Sprachraum noch immer stärker verhaftet ist als im deutschsprachigen Raum.[13]


Zwischen Sklaverei und Segregation

Seit der Besiedlung der Kolonien im 17. Jahrhundert kamen Schwarze auf vielerlei Wegen in die Neue Welt, mehrheitlich jedoch verschleppt zur Versklavung. Weder die Unabhängigkeitserklärung von 1776 noch die amerikanische Verfassung von 1787, die im Geist der Aufklärung unveräußerliche Rechte und die Gleichheit aller Menschen proklamierte, änderten daran etwas.[14] Auch in Gebieten, in denen Sklaverei nicht so stark verbreitet war,[15] sahen Weiße Schwarze mehrheitlich als minderwertig an, als Kinder, die einer „starken weißen Hand“ bedurften. Über Jahrhunderte hinweg begründeten und rechtfertigten Weiße die Unterdrückung und Ausbeutung Schwarzer mit der Bibel, später durch race-basierte Wissenschaft wie dem Sozialdarwinismus oder der Eugenik.[16]

Nach der rechtlichen Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1865 durch den 13. Zusatzartikel zur Verfassung blieben Schwarze aber wirtschaftlich und sozial ähnlich abhängig und kontrolliert wie zuvor. Vor allem erlaubte der Verfassungszusatz weiterhin die Versklavung und Zwangsarbeit im Falle einer Verurteilung für ein Verbrechen. Die weiße Mehrheitsgesellschaft nutzte diese Einschränkung, um insbesondere im Süden der USA die massenhafte Zwangsarbeit von Schwarzen, die vermehrt einer oft willkürlichen Strafverfolgung zum Opfer fielen und inhaftiert wurden, für staatliche oder private Institutionen zu etablieren.[17] Sukzessive wurden Afroamerikaner*innen die mit dem 14. Zusatzartikel neu verliehenen Bürgerrechte sowie das mit dem 15. Verfassungszusatz 1870 erhaltene Wahlrecht sogar wieder genommen. Lesetests, Wahlsteuern und andere Verordnungen beschnitten den Zugang zum Wahlrecht.

Zunehmend regelte Segregation das Verhältnis; Beziehungen oder gar Heirat zwischen Schwarzen und Weißen waren in vielen Staaten noch bis in die 1960er-Jahre hinein verboten. Mit der Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten im Fall Plessy v. Ferguson im Jahr 1896 in Bezug auf die Bereitstellung von getrennten Einrichtungen für Weiße und Schwarze – es ging hier um die Zulässigkeit von getrennten Abteilen in Eisenbahnzügen – wurde die Segregation auf dem Papier nach dem Prinzip „separate but equal“, „getrennt aber gleich“, in den Südstaaten etabliert.[18] Was folgte, war jedoch weder eine Gleichbehandlung noch eine vergleichbare Ausgestaltung der getrennten Einrichtungen für Schwarze.

In Bussen und Straßenbahnen gab es fortan für Weiße und Schwarze getrennte Abteile, oder Afroamerikaner*innen mussten im hinteren Teil sitzen. Auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens ging das errichtete System der Segregation mit der Benachteiligung für die Schwarze Bevölkerung einher. Separate Toiletten und Eingänge wurden ausgewiesen. Getrennte Schulen mit schlechterer Ausstattung und Finanzierung wurden eingerichtet, um die Segregation aufrechtzuerhalten. So wurden Schwarze aufgrund ihrer race zu Bürgern zweiter Klasse degradiert, die zudem ständig der Willkür Weißer ausgesetzt waren. Gewaltandrohungen und Gewalt gegen Schwarze, die in Lynchmorden ihren Höhepunkt fanden, waren im späten 19. und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein omnipräsent.[19]


Fotograf: Jack Delano, At the Bus Station in Durham, North Carolina, Mai 1940. U.S. Farm Security Administration / Office of War Information Black & White Photographs], Quelle: [http://www.loc.gov/pictures/resource/fsa.8a33837/ Library of Congress Prints and Photographs Division Washington] / [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:JimCrowInDurhamNC.jpg?uselang=de Wikimedia Commons] ([http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain?uselang=de public domain])
Fotograf: Jack Delano, At the Bus Station in Durham, North Carolina, Mai 1940. U.S. Farm Security Administration / Office of War Information Black & White Photographs], Quelle: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington / Wikimedia Commons (public domain)


Diese Behandlung blieb nicht ohne Gegenwehr. Seit der Sklaverei kämpften Schwarze direkt oder indirekt zuerst für ihre Freiheit und später für ihre Gleichberechtigung und ein Leben in Frieden und Prosperität. Sie versuchten, ihren Handlungsraum auszudehnen und ihre Bürgerrechte durchzusetzen, kämpften gegen Lynchmorde und forderten das Ende der Segregation in allen gesellschaftlichen Bereichen.[20] Inmitten der steten Exklusions- und Unterdrückungserfahrungen bauten sie eine „Parallelgesellschaft“[21] mit eigenen Zeitungen, Schulen, Universitäten, Geschäften und Kirchen auf. Auch die Entdeckung und Aufzeichnung der eigenen Geschichte gehörten dazu.


Die Genese der afroamerikanischen Geschichtsschreibung

Aufgrund ihrer afrikanischen Wurzeln, einer vornehmlich mündlichen Tradition (oral culture) mit einer Vielzahl von Sprachen, dominierten auch in der Neuen Welt unter Menschen afrikanischer Herkunft mündliche Überlieferungen der eigenen Kultur und Geschichte.[22] Zudem waren die meisten Afrikaner*innen in der Diaspora in Amerika Analphabeten, da es verboten war, Versklavten Lesen und Schreiben beizubringen. Gebildete Schwarze waren eine Gefahr für das existierende System der Unterdrückung und Ausbeutung.[23] Afroamerikanische „Geschichtsschreibung“ basierte daher zu Beginn meist auf mündlicher Überlieferung.[24]

In ihrer Vorstellung der eigenen Überlegenheit ignorierte die weiße Mehrheitsgesellschaft Schwarze in der Nationalgeschichtsschreibung und -erinnerung sowie allgemein im öffentlichen Diskurs lange Zeit vorsätzlich oder stellte sie in stereotypisierender Manier dar. Schwarze Männer wurden entweder als devote Sklaven oder lüsterne Bestien abgebildet, denen es unmöglich sei, in einer modernen Gesellschaft ohne Kontrolle weißer Männer zu leben und zu funktionieren. Auch Schwarze Frauen wurden durch stereotype Darstellungen z.B. als asexuelle Mammy oder hypersexuelle Jezebel auf untergeordnete Rollen reduziert.[25] Ihre Leistungen für die Entwicklung der USA fanden keinen Platz – weder in Geschichtsbüchern noch im allgemeinen öffentlichen Diskurs.

Der Ausschluss oder die verzerrte Darstellung von Afroamerikaner*innen in Geschichtsschreibung und kollektivem Gedächtnis war eine weitere wirkmächtige Strategie der Unterdrückung und Diskriminierung Schwarzer in der amerikanischen Gesellschaft.[26] Im Kampf gegen Sklaverei und später Segregation strebten daher Afroamerikaner*innen früh danach, der weißen Bevölkerung und auch sich selbst klar zu machen, welche Bedeutung sie für die amerikanische Nation und Kultur hatten. So versuchten schon im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entlaufene Versklavte wie Boston King, Frederick Douglass oder Harriet Ann Jacobs, ihren Stimmen Gehör zu verleihen und ihre Erfahrungen schriftlich festzuhalten.[27] Mit ihren Memoiren wollten sie Schwarze als Akteur*innen in die amerikanische Geschichte einschreiben, um damit die Anerkennung des eigenen Beitrags zur US-amerikanischen Nation einzufordern.

In seinem 1986 erschienenen und noch heute oft zitierten Artikel zur Entwicklung der afroamerikanischen Geschichtsschreibung unterteilt der Historiker John Hope Franklin diese in vier Generationen, innerhalb derer über Jahrzehnte Ausrichtung und Schwerpunkte entstanden, sich erweiterten und ihren Platz in der akademischen Welt einforderten. Die erste Phase begann Ende des 19. Jahrhunderts und führte zu einem Anstieg der Zahl der afroamerikanischen Historiker*innen.[28] Während die erste Generation vornehmlich aus Laienhistorikern bestand, war die zweite meist an Universitäten ausgebildet worden. Besonders einflussreich in diesem Prozess der Professionalisierung der afroamerikanischen Geschichtsschreibung waren W. E. B. Du Bois und Carter G. Woodson.[29]

Woodson gründete 1915 die Association for the Study of Negro Life and History (ASNLH – heute ASALH), um die Geschichte Schwarzer und die Geschichtsschreibung von Schwarzen zu fördern. Im Jahr 1922 baute er mit dem „Journal of Negro History“,[30] das von Beginn an eine integrierte Herausgeberschaft hatte, die erste wissenschaftliche Zeitschrift zur afroamerikanischen Geschichte auf. 1926 etablierte er auch die „Negro History Week“,[31] die 1976 als „Black History Month“[32] von der amerikanischen Regierung offiziell anerkannt wurde. Dabei ging es Woodson nicht nur um die Zelebrierung und Sichtbarmachung Schwarzer Geschichte, sondern auch um die Sammlung von Dokumenten und Oral Histories.[33] Denn auch Bibliotheken und Archive waren tief geprägt von und involviert in die Perpetuierung von Rassismus und Segregation.[34]

Das Ziel dieser Historiker*innen war es vor allem, ihr öffentliches Bild zu rehabilitieren und ihre Leistungen und Agency für die amerikanische Nation und ihren Aufstieg aufzuzeigen.[35] Auf diese Weise suchten Afroamerikaner*innen die Kontrolle über ihre Repräsentation in der Geschichte und in der kollektiven Erinnerung zu gewinnen. Die Sichtbarmachung der Schwarzen Erfahrung sollte eine Form von race pride aufbauen und das „black image in the white mind“ verändern.[36] Beginnend mit den 1930er-Jahren beschäftigte sich nun eine neue Generation von Historiker*innen vor allem mit dem Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß, denn noch immer litten sie nicht nur im Süden der USA, sondern landesweit unter eingeschränkten Ausbildungs- und Publikationsmöglichkeiten.[37]

Mit dem weiteren Erstarken der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung nach 1945, die sich für Gleichberechtigung und Gleichbehandlung einsetzte, und der steigenden Zahl afroamerikanischer Collegestudenten wuchs auch allgemein das Interesse an der Erforschung der afroamerikanischen Geschichte. Mit ihrer Hilfe sollten die Marginalisierung afroamerikanischer Erfahrungen und der prägende Einfluss des Rassismus in der amerikanischen Geschichte und Gegenwart aufgezeigt werden, um so auch die aktuelle Lage zu verbessern. Seit den 1960er-Jahren wurden an zahlreichen Universitäten und Colleges, wenn auch oft nur zögerlich, eigene Professuren, Institute oder zumindest Kursangebote zur afroamerikanischen Geschichte und Kultur eingerichtet. Diese Neugründungen führten auch zu einem enormen Wachstum der afroamerikanischen Geschichtsforschung.[38]

Durch ihre Nähe zu African American und Africana Studies[39] zeigt sich die afroamerikanische Geschichte häufig offen für interdisziplinäres Arbeiten und neue Strömungen in der Geschichtswissenschaft. So sind kulturwissenschaftlich geprägte Herangehensweisen nicht selten. Der deutsche Historiker Manfred Berg bezeichnete den Bereich einmal als eines der „wichtigsten und innovativsten Forschungsfelder“.[40] Kategorien und Konzepte wie Geschlecht, Klasse, Sexualität, Transnationalität oder Diaspora und deren Verschränkungen wurden schnell aufgegriffen, oft mit ins Zentrum der historischen Forschung gestellt und weiterentwickelt.

Doch trotz aller Profilierung des Themengebiets waren die Publikationsmöglichkeiten noch bis in die 1980er-Jahre hinein begrenzt. Lange Zeit war das „Journal of Negro History“, das erst 2002 seinen Namen in „Journal of African American History“ änderte, die einzige Zeitschrift, die fundierte Artikel zur afroamerikanischen Geschichte herausbrachte.[41] Vor allem Schwarzen Wissenschaftler*innen gelang es nur selten, Artikel zur afroamerikanischen Geschichte in den führenden historischen Zeitschriften wie dem „Journal of American History“[42] oder dem „Journal of Southern History“ zu publizieren.[43] Schritt für Schritt erkämpften sie sich jedoch ihren Platz in der amerikanischen Geschichtswissenschaft und deren Zeitschriften.

Auch das Verlagswesen stellte sich langsam auf die wachsende Anzahl an Studien zur afroamerikanischen Geschichte ein und etablierte eigene Reihen. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die „John Hope Franklin Series in African American History and Culture“ der University of North Carolina Press, die seit Jahren herausragende Arbeiten zur afroamerikanischen Geschichte vorlegt.[44] Mit John Hope Franklin trägt sie den Namen eines der bedeutendsten afroamerikanischen Historiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.[45] Allgemein stehen die US-amerikanische Verlagsbranche, auch die Universitätsverlage, im Hinblick auf die fehlende Präsenz von People of Color seit längerem in der Kritik.[46] Auch spielen Historically Black Colleges and Universities (HBCU) auf dem akademischen Verlagsmarkt bislang keine größere Rolle.[47]

Während sich zu Beginn vor allem Schwarze in der afroamerikanischen Historiografie mit diesem weiten Themenfeld auseinandersetzten, beschäftigen sich seit längerem auch Historiker*innen anderer Ethnien und außerhalb der USA intensiv mit afroamerikanischer Geschichte. Auch in Europa besteht seit Jahren großes Interesse.[48] Vor allem in Großbritannien erfreut sich das Themenfeld wachsender Beliebtheit.[49] Aufgrund der Parallelen und Verbindungen von Großbritannien und den USA sprechen Robin D.G. Kelley und Stephen Tuck von „the other special relationship“.[50] Auch Historiker*innen aus Deutschland tragen seit längerem wichtige und international rezipierte Arbeiten zur afroamerikanischen Geschichte bei.[51] Besonders die transnationalen Beziehungen und der Austausch zwischen Deutschland und afroamerikanischen Soldaten[52] während und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die Verbindungen zwischen Bürgerrechtler*innen und Künstler*innen sind von Interesse.[53] Auch bei deutschen Forschenden spielen interdisziplinäre Ansätze eine Rolle. So analysiert Silvan Niedermeier mithilfe von Visibility und Postcolonial Studies kritisch Polizeifolter an Afroamerikaner*innen im Süden der USA.[54]


Schwerpunkte der afroamerikanischen Zeitgeschichtsforschung

Bürgerrechtsbewegung(en)

Im Zentrum der afroamerikanischen Geschichtswissenschaft stehen seit langem die Unterdrückungserfahrung, der Freiheitskampf und das „Community-Building“ der Schwarzen Minderheit in den USA. In der Zeitgeschichte liegt das Augenmerk besonders auf der Bürgerrechtsbewegung, ihrer Genese und Ausdifferenzierung seit 1945. Der Kampf für Integration/Desegregation in allen Lebensbereichen, die Herausbildung verschiedener Taktiken von Klagen, über zivilen bis zum bewaffneten Widerstand werden in einer Vielzahl von wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Publikationen abgehandelt und analysiert.[55] Biografien über Martin Luther King und Malcolm X standen nicht nur im Zentrum des zeitgenössischen medialen Interesses, sondern fanden von Beginn an auch in der akademischen Welt großen Anklang.[56]

Auch wenn die afroamerikanische Zeitgeschichtsforschung besonders auf nationaler Ebene die politischen Entscheidungen und Entscheidungsträger*innen nie aus den Augen verloren hatte und ihre zentrale Rolle nie in Frage gestellt wurde und wird, erweiterte die Sozial- und Alltagsgeschichte besonders in Regionalstudien den Blick ab Ende der 1970er-Jahre mit ihrem bottom-up approach. Nun wurden auch „gewöhnliche“ Menschen, oft auf lokaler Ebene, in den Fokus genommen.[57] Diese Herangehensweise stellte zahlreiche Grundannahmen der bisherigen Forschung zur nationalen Bürgerrechtsbewegung in Frage und führte zu einer Neubewertung zugunsten lokaler Gruppen, deren Arbeit nicht zwingend immer im Einklang mit den im Medienfokus stehenden Bürgerrechtlern stand. Für viele Historiker*innen waren vor allem lokale Aktivist*innen wie die Schwarzen Kirchen und die NAACP mit ihren zahlreichen landesweiten Untergruppen die treibenden Kräfte des gewaltlosen Umbruchs.[58] Auch Veränderungen und Konstanten in Gedankengut, Taktik und Personal können besonders auch auf lokaler Ebene eingehend untersucht werden. Gerade auch diese Studien machen die komplexen Überschneidungen von race, class und gender im Kontext des Bürgerrechtsaktivismus deutlich.[59] Des Weiteren zeigt eine wachsende Zahl an Studien auf, wie es Weißen, die landesweit in Opposition zu den multiplen afroamerikanischen Bestrebungen standen, bis heute gelungen ist, umfangreiche Privilegien und hierarchische Strukturen der weißen Mehrheitsgesellschaft zu erhalten.[60]


Zeitrahmen

Lange Zeit lag der Schwerpunkt auf der klassischen Hochphase der Bürgerrechtsbewegung im Süden der USA. Datiert wurde sie zumeist auf die Zeit zwischen der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Fall Brown v. Board of Education of Topeka im Jahr 1954, die der Segregation an öffentlichen Schulen landesweit ein Ende setzen sollte,[61] und dem Tod Martin Luther Kings 1968. Besonders seit den 1990er-Jahren stellt eine wachsende Anzahl von Historiker*innen die „traditionelle Periodisierung“[62] der Bürgerrechtsbewegung in Frage und dehnt ihren zeitlichen Rahmen aus.[63]

Die Diskussion um die zeitliche Ausweitung der Bürgerrechtsbewegung wurde im Jahr 2005 besonders von Jacquelyn Dowd Hall mit ihrem weit über die Disziplin hinaus rezipierten Aufsatz „The Long Civil Rights Movement and the Political Uses of the Past“ intensiviert.[64] Verankert in einer tiefgehenden Kapitalismuskritik forderte sie eine Neu- und Aufwertung der linken und kommunistischen Kräfte, die die Bürgerrechtsbewegung und die Forderung nach Gleichheit seit den 1930er-Jahren maßgeblich getragen hätten. Dowd Halls Einwurf verstärkte die seit Mitte der 1990er-Jahre lebhaft geführte Diskussion über die Auswirkungen des Kalten Kriegs und des Kommunismus/Antikommunismus auf die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, auf ihre Strategie und ihre gesellschaftliche Durchschlagskraft.[65]

Auch wenn vor allem Dowd Halls Aufruf zur zeitlichen Verschiebung großen Anklang fand und findet, gibt es vielfältige kritische Stimmen. Die Bedeutung der Arbeiterbewegung und die enge Verknüpfung von race und class wird in der Forschung kaum angezweifelt.[66] Manche Kritiker*innen sehen in dieser sehr positiven Bewertung der linken Kräfte, vor allem der Kommunistischen Partei in den USA, allerdings eine nicht fundierte Romantisierung der kommunistischen Linken sowie eine Überbetonung ihrer Rolle.[67] Sie weisen auch auf die Sonderstellung der Bürgerrechtsbewegung nach 1954 (Brown v. Board of Education of Topeka, Civil Rights Act 1964/68, Voting Rights Act 1965) hin, auch wegen ihres Charakters als Massenbewegung, und halten an einer Aufteilung in Phasen fest, selbst wenn ideologische, personelle und strategische Kontinuitäten über diese hinaus festgestellt werden können. Steven Lawson, eigentlich einer der frühen Verfechter*innen der Ausdehnung des zeitlichen Betrachtungsrahmens, spricht sich für eine Unterscheidung zwischen „black freedom struggle“ und „civil rights movement“ aus, die über eine rein semantische Trennung hinausgehen sollte. Historiker*innen müssten, so Lawson, die Unterschiede und Brüche deutlicher herausarbeiten und somit ein differenzierteres Bild des afroamerikanischen Kampfs und Widerstands gegen die weiße Unterdrückung vermitteln.[68] Auch eine klarere Definition von civil rights wird von Kritiker*innen eingefordert.[69]

Des Weiteren wird auch gefordert, das Augenmerk eher auf Kontinuitäten und Veränderungen im afroamerikanischen Kampf für Gleichberechtigung nach 1968 als auf die „vermeintlich verborgenen Wurzeln der Bürgerrechtsbewegung“ zu richten.[70] In der traditionellen Interpretation wurden ihre Aktionen als fundamentaler Bruch mit der King’schen Bürgerrechtsbewegung und dem gewaltfreien, zivilen Widerstand (non-violent civil disobedience)[71] angesehen. Andere Stimmen in der historischen Forschung weisen dagegen auf die Verknüpfungen zwischen der „traditionellen“ Bürgerrechtsbewegung und der Black Power-Ära bzw. auf die lange Geschichte des bewaffneten Widerstands im afroamerikanischen Freiheitskampf hin. Sie sehen darin weniger klare Gegensätze, sondern ein „komplexes Mosaik“.[72] Eine lineare Geschichtsschreibung, in der Entwicklungen und Bewegungen aufeinanderfolgen und sich weiterentwickeln, wird hier in Frage gestellt.[73]


Fotograf: unbekannt, March on Washington for Jobs and Freedom, Martin Luther King Jr. und Joachim Prinz in der Bildmitte vorne, Washington 1963. Quelle: [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:March_on_Washington_for_Jobs_and_Freedom,_Martin_Luther_King,_Jr._and_Joachim_Prinz_1963.jpg Wikimedia Commons] ([http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain?uselang=de public domain])
Fotograf: unbekannt, March on Washington for Jobs and Freedom, Martin Luther King Jr. und Joachim Prinz in der Bildmitte vorne, Washington 1963. Quelle: Wikimedia Commons (public domain)


Orte

Daneben hat sich eine örtliche Verlagerung in der Analyse von Segregation und Diskriminierung, bei der Bewertung des afroamerikanischen Widerstands und vor allem der Bürgerrechtsbewegung nach 1945 vollzogen. Nachdem sich die Forschung jahrelang hauptsächlich mit den Südstaaten, den dortigen Gleichstellungskämpfen beschäftigt hat, präsentieren Historiker*innen seit den 2000er-Jahren Untersuchungen, die ihren Schwerpunkt auf Diskriminierung und Bürgerrechtskämpfe im Norden und Westen der USA legen. Nur dann, so das Argument, könne man die Bürgerrechtsbewegung und ihre Auswirkungen auf das amerikanische Leben wirklich umfassend verstehen.[74] Rassismus und Diskriminierung seien niemals nur ein Problem des U.S.-amerikanischen Südens gewesen, sondern ein landesweites.[75]

Die Ausweitung des Blicks auf den Norden und Westen und damit die Behandlung der race problems als nationales Problem mit internationalen Auswirkungen ist elementar für das Verständnis der afroamerikanischen Lebens- und Erfahrungswelten und der Fortdauer des racial divide in den USA. Keine Region des Landes, so zeigt die Forschung, war und ist frei von Rassismus und Ungleichheit, sei es auf struktureller oder individueller Ebene. Erst seit kurzem wird Martin Luther Kings Aktivismus im Norden der USA daraufhin näher betrachtet.[76] Die Black Panther Party hatte ihren Anfang in Oakland, Kalifornien, und bekämpfte dort u.a. Polizeigewalt, Wohnungsknappheit, und soziale Ungleichheit.[77] Manche Untersuchungen gehen davon aus, dass die Unterschiede zwischen den Südstaaten und dem Rest des Landes „differences of degree“ und nicht „differences of kind“ gewesen seien. Auch wird vielfach die Trennung zwischen de jure-Segregation aufgrund von Gesetzen und de facto-Segregation aufgrund von Präferenz oder Gewohnheit aufgehoben.[78] Eine völlige Nivellierung der Unterschiede und die Forderung nach einem „end of Southern history“ sind allerdings weder sachdienlich noch historisch zutreffend.[79]


Frauen, Männer, Geschlecht und Sexualität

Schwarze Frauen und ihre Rolle werden in der Zwischenzeit in allen Feldern der afroamerikanischen Geschichte erforscht. Diese Entwicklung bekam durch die in den 1970er-Jahren erstarkende Frauenbewegung neue und wichtige Impulse. Der Black Feminism, der auch die historische Forschung beeinflusste, wies auf die doppelte Diskriminierung von afroamerikanischen Frauen hin, die von beiden Bewegungen kaum berücksichtigt wurde.[80] Schwarze Historikerinnen griffen dies auf und wiesen darauf hin, dass die Geschichte afroamerikanischer Frauen weder innerhalb der Grenzen der afroamerikanischen Geschichte noch in der Frauengeschichte hinreichend analysiert würde.[81]

Forschende begannen mit der neuen Frauengeschichte besonders regional detailliert die vielfältigen und -schichtigen Rollen und Positionen von Frauen im Freiheitskampf und in der Bürgerrechtsbewegung herauszuarbeiten.[82] Ihre zentrale Stellung u.a. in Kirchengemeinden und der afroamerikanischen Community machte sie besonders auch auf lokaler Ebene zu wirkmächtigen Akteurinnen im Kampf um Gleichberechtigung.[83] Vor allem ohne Arbeiterfrauen und ihren langwährenden Aktivismus wäre der Montgomery Bus Boycott 1955/56 so nie zustande gekommen und nicht erfolgreich gewesen.[84] Auch in der Black Power-Bewegung spielten Frauen über Angela Davis hinaus trotz aller männlichen Bravade eine zentrale Rolle.[85]

Eine wachsende Zahl von Studien setzt sich mit der multiplen Vulnerabilität Schwarzer Frauen innerhalb des Systems der weißen Vorherrschaft, aber auch der Schwarzen Community und der Bürgerrechtsbewegung selbst auseinander. Auch die Stigmatisierung von Schwarzen Frauen als welfare queens und Schwarzen Familien als dysfunktional sowie vaterlos mit Folgen in der Sozialgesetzgebung wird erforscht.[86] Hier ist ein analytisches Bewusstsein der Verschränkung von race, gender und sexuality, aber auch class besonders fruchtbar. Untersuchungen zeigen, welche wichtige Rolle sexuelle Gewalt gegen Schwarze Frauen bis hin zur Vergewaltigung beim Erhalt der weißen Vorherrschaft sowie patriarchaler und rassistischer Machtstrukturen spielte.[87] Dabei werden Frauen nicht auf die Opferrolle reduziert. Vielmehr wird auch erforscht, wie sich Schwarze Frauen gegen die jeweils herrschenden dominanten Strukturen zur Wehr setzten, Forderungen stellten sowie Handlungs- und Freiheitsräume erkämpften.[88] Auch die Ausnutzung durch weiße Frauen sowie die Organisation Schwarzer Frauen gegen Ausbeutung werden herausgearbeitet.[89]

Im Gefolge der Geschlechtergeschichte hielt die Kategorie „Geschlecht“ Einzug in die afroamerikanische Geschichte. Die Erforschung von Konzepten von Weiblichkeit, aber auch von Männlichkeit wurde zu einem zentralen Thema. Eine wachsende Zahl von Studien geht der Bedeutung von Männlichkeit und hypermaskuliner Rhetorik in der afroamerikanischen Community und der Bürgerrechtsbewegung nach.[90] Afroamerikaner erfuhren Sklaverei, Segregation und Diskriminierung als Entmännlichung und suchten ihre Maskulinität auf verschiedene Art zu beweisen und zu manifestieren.[91] Dies ging oft auch mit Sexismus, Unterdrückung von Frauen und Homophobie einher. Wie sich die verschiedenen Bürgerrechtsbewegungen und ihre Führung gegenüber starken Frauen, dem Feminismus, der Frauenbewegung, vor allem der Schwarzen Frauenbewegung, und damit der Verschiebung der Geschlechterrollen positionierten, ist ein wichtiges Untersuchungsfeld.[92]

In der letzten Zeit haben sich Historiker*innen verstärkt der Geschichte der Homosexualität in der afroamerikanischen Community insbesondere in der Phase der Bürgerrechtsbewegung gewidmet. Eine der ersten Studien über einen Schwarzen Homosexuellen war John D’Emilios Biografie über Bayard Rustin, der eng mit A. Philip Randolph sowie Martin Luther King Jr. zusammenarbeitete und eine zentrale, wenn auch oft ignorierte Rolle in der Organisation des Marsches auf Washington im Jahr 1963 spielte.[93] Im Jahr 2020 erschien die erste umfassende Biografie zu Pauli Murray, deren gay/trans-Identität von großer Bedeutung war und ist. Als Schwarze Juristin setzte sie sich für die Gleichstellung von People of Color und Geschlechtergleichheit ein.[94]

Im Jahr 2016 veröffentlichte Kevin J. Mumford sein wegweisendes Buch „Not Straight, Not White“, das sich mit Lebensentwürfen, -realitäten und Protestbewegungen schwuler Afroamerikaner in der Zeit zwischen dem Marsch auf Washington und der Aids-Krise beschäftigt.[95] Mit ihm als Herausgeber erschien 2019 ein Sonderheft zu „LGBT Themes in African American History“ im „Journal of African American History“.[96] Jedoch bedarf Homosexualität/Transsexualität/Queerness in der afroamerikanischen Community und das Verhältnis zur Bürgerrechtsbewegung weiterer Erforschung. Untersuchungen sollten sich dabei auch mit der Geschichte von Homophobie bzw. homophober Rhetorik in der Bürgerrechtsbewegung und in der afroamerikanischen Community näher beschäftigen. Ebenso gilt es, das von dem Historiker Allan Bérubé identifizierte „investment in whiteness and middle-class identification“ der Schwulenbewegung tiefergehender zu untersuchen.[97] Hier können Lokalstudien, die über die Zentren von Aktivismus und Protest wie New York und San Francisco hinausgehen, ein differenziertes Bild hervorbringen.


Schwarzer Internationalismus/Black Internationalism

Die in der Geschichtswissenschaft der letzten Jahre zunehmend verbreitete inter- und vor allem transnationale Perspektive spielt auch in der afroamerikanischen (Zeit-)Geschichte eine wichtige Rolle.[98] Eine wachsende Zahl an Forschenden betrachtet die Bürgerrechtsbewegung und die Ausbildung einer Schwarzen und nationalen Identität in einem größeren transracial und inter-/transnationalen Rahmen. Afroamerikaner*innen waren nicht in einem Vakuum aktiv. Sie dachten oft inter/transnational und suchten vor allem mit Afrikaner*innen Verbindungen zu knüpfen, aber auch national mit Latinx und Asian Americans.[99]

Vor allem im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg[100] gehen immer mehr Forscher*innen der Frage nach, wie sich die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung in all ihrer Vielfalt zur amerikanischen Außenpolitik und vor allem zu den weltweiten antikolonialen Bewegungen und politischen Entwicklungen in Asien und vor allem in Afrika positionierte und verhielt.[101] Zahlreiche Afroamerikaner*innen, so zeigen Studien, waren stark in diese Freiheitskämpfe involviert und brachten sich auf vielerlei Ebenen und auf verschiedene Arten ein. Aktivist*innen wie W. E. B. Du Bois, Walter White, Mary McLeod Bethune, Martin Luther King Jr., Malcolm X oder Angela Davis[102] verfolgten in verschiedenen Ausprägungen antikoloniale Aktivitäten und strebten einen transnationalen Erfahrungsaustausch mit People of Color vor allem in Afrika an.

Ebenso sieht sich die 2013 entstandene Black Lives Matter-Bewegung in Verbindung und Zusammenarbeit mit People of Color in der ganzen Welt.[103] In diesem Zusammenhang spielt auch die Kapitalismuskritik eine prominente Rolle.[104] Hervorgehoben werden in jüngeren Forschungsarbeiten, auch Dowd Hall folgend, linke und kommunistische Aktivist*innen, die sich sowohl gegen Kolonialismus, den amerikanischen Kapitalismus und den Kalten Krieg auflehnten. Liberalere Stimmen der Bürgerrechtsbewegung kommen in dieser von allgemeiner Kapitalismuskritik geprägten Forschung schlechter weg.[105] Mit ihrem Buch zur NAACP hat Carol Anderson die Diskussion über die Rolle liberaler, nicht-linker Kräfte im Kampf gegen Kolonialismus in den USA wieder angestoßen.[106]

Vor allem die Bedeutung von Afrika als Referenz- und Imaginationspunkt sowie die Assoziation und Zusammenarbeit mit antikolonialen Gruppierungen und Bürgerrechtsbewegungen in afrikanischen, aber auch asiatischen Ländern werden weiter erforscht. Vor allem Südafrika unter der Apartheid und die Parallelen zu Jim Crow in den USA beschäftigen Forscher*innen vermehrt.[107] Jedoch herrschte und herrscht in der afroamerikanischen Community keineswegs Einigkeit über das Verhältnis zu Afrika als Kontinent der Ahnen. Auch stellt sich das vielschichtige Bild Afrikas unter Afroamerikaner*innen oft als ähnlich problematisch und verzerrend wie das weißer Amerikaner*innen dar.[108] Neuere Untersuchungen nehmen verstärkt auch das komplexe und oft komplizierte Verhältnis zwischen Afroamerikaner*innen und Asiat*innen auf nationaler wie transnationaler Ebene in den Blick.[109]


(Polizei-)Gewalt und Strafvollzug

Die Zahl der Insassen in amerikanischen Gefängnissen ist seit 1980 von einer halben Million auf zwei Millionen im Jahr 2000 gestiegen.[110] Diese weltweit einzigartige Entwicklung ließ auch den sogenannten prison-industrial complex massiv wachsen: Industriesparten, die z.B. durch Privatisierung, Lieferung von Essen, die Herstellung von Überwachungssystemen oder von der billigen Arbeit der Gefangenen profitieren.[111] Gefängnisse und die damit verbundenen Bereiche sind zu einem milliardenschweren Geschäft geworden. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Afroamerikaner: Im Jahr 2006 saß einer von 14 Schwarzen Männern in den USA im Gefängnis, während sich das Verhältnis bei Weißen auf 1:106 belief.[112] Die Juristin Michelle Alexander beschrieb dies in ihrer wegweisenden Monografie zur Masseninhaftierung von Schwarzen als eine Fortführung der rassistischen Exklusion und Diskriminierung unter Jim Crow.[113]

Nach anfänglich geringem Interesse in der Geschichtswissenschaft[114] ist in den letzten zehn Jahren eine Vielzahl von Büchern und Aufsätzen erschienen, die sich kritisch damit sowie mit angrenzenden Themenfeldern wie Polizeiüberwachung und -gewalt, Kriminalisierung und Protestbewegungen inner- und außerhalb der Gefängnisse auseinandersetzen und diese auch als formative Elemente für die (afro)amerikanische Geschichte nach 1945 herausarbeiten. Studien zur Geschichte der Polizei, zum Strafvollzug und zu amerikanischen Gefängnissen geben weitere Einblicke in das Fortdauern der Entrechtung und Unterdrückung Schwarzer sowie der Privilegierung weißer Amerikaner*innen. Seit ihrer Ankunft in Nordamerika im 17. Jahrhundert sind Afroamerikaner*innen nicht nur im Süden der USA kriminalisiert, übermäßig von der Polizei überwacht und gleichzeitig kaum von ihr be- und vor ihr geschützt.[115] Hinzukommen die zahllosen, oft tödlich endenden Übergriffe auf Afroamerikaner*innen durch weiße Polizisten und Zivilisten, die sich oftmals als Bürgerwehr verstanden, sowie die darauffolgenden Proteste und damit verbundenen Forderungen u.a. nach der Reduzierung oder gar Abschaffung der Polizei[116] und der Gefängnisse.[117]

Seit längerem beschäftigt sich die Geschichtswissenschaft in diesem Kontext mit Lynchmorden (lynching). Auch bei heutiger Polizeigewalt wird der Begriff Lynching in Bezug auf den Fall von Trayvon Martin (2012), Breonna Taylor[118] oder George Floyd (2020) von der Black Lives Matter-Bewegung und in der Presse gebraucht. Da diese Taten meist ungesühnt und die Täter, wenn es überhaupt zu einer Anklage kam, ähnlich wie bei Lynchings freigesprochen wurden, sind Rückblicke auf ähnliche oder vergleichbare Ereignisse in der Vergangenheit Teil des Diskurses in Wissenschaft und Öffentlichkeit.[119] Einzelstudien zu Lynchmorden und deren Bedeutung und Trauma besonders für die afroamerikanische Community sind in den letzten Jahren vermehrt erschienen.[120]

Allgemein wird in der Forschung Richard Nixon und sein 1971 ins Leben gerufener „War on Drugs“[121] sowie die ihm folgenden Gesetzesverschärfungen als Beginn der sich weiter verstärkenden Überwachung und massenhaften Inhaftierung (mass incarceration) vor allem von Schwarzen identifiziert. Jedoch weisen Historiker*innen wie Elizabeth Hinton und Naomi Murakawa darauf hin, dass Masseninhaftierung und Polizeigewalt nicht nur auf die regressive Politik konservativer Politiker*innen zurückgeführt werden können, sondern auch durch liberale Entscheidungsträger*innen, besonders Lyndon B. Johnson, forciert wurden.[122] Nicht die steigende Zahl an Straftaten, sondern eher Schwarze Forderungen nach Gleichberechtigung und sozialem Aufstieg sowie der Kampf gegen die Rassentrennung hätten sukzessive Kriminalisierung und die Entrechtung von Menschen, die meist Minderheiten und unteren Schichten angehörten, zur Folge gehabt.[123] Der Historiker Dan Berger verdeutlicht, wie Inhaftierung und das Verhängen von Gefängnisstrafen im Süden wie im Norden die Bürgerrechtsbewegung und die Black Power-Bewegung drosseln sollten. Jedoch legt er auch dar, dass race-bedingte Haftstrafen und Gefängnisaufenthalte auch der Ausgangspunkt für neue Protestbewegungen waren. Schwarze Freiheitskämpfer nutzten das Gefängnis und ihre Inhaftierung für ihr Ziel, die Missstände im Gefängniswesen, die People of Color besonders hart trafen, lokal, national und global öffentlich zu machen.[124]

Mit Büchern wie „Black Silent Majority“ versuchen Michael Javen Fortner und andere Autor*innen, den umfassenden Konsens bezüglich der Masseninhaftierung in Frage zu stellen. Denn zum Teil waren es Afroamerikaner*innen, die mehr Polizeipräsenz und härtere Strafen für Straftäter*innen eingefordert hatten und damit zur Masseninhaftierung beitrugen.[125] Die Studien machen deutlich, wie wichtig eine tiefergehende Beschäftigung mit den diversen Interessen, Beweggründen und Handlungsrahmen von Afroamerikaner*innen sowie besonders mit dem Einfluss von „Klasse“ ist.[126]


Erinnerungsgeschichte

Im Jahr 2016 wurde das National Museum of African American History and Culture auf der National Mall von Washington D.C., dem Zentrum der nationalen Erinnerungskultur, eröffnet.[127] Im April 2018 folgte die Einweihung des National Memorial for Peace and Justice in Montgomery, Alabama, zur Erinnerung an den rassistischen Terror durch Weiße, der Tausenden Schwarzen das Leben gekostet hatte.[128] Während afroamerikanisches Leid und ihr Widerstand Teil der amerikanischen kollektiven Erinnerung werden sollen, entbrannte in den letzten Jahren anhand der Statuen und Denkmäler von Konföderierten erneut ein teilweise gewaltsamer Streit über Geschichte und Erinnerung des Amerikanischen Bürgerkriegs und die Frage, was amerikanische Geschichte und Identität ausmachen sollte.[129]

Im Jahr 2019, in Erinnerung an die Ankunft der ersten versklavten Menschen in Virginia 400 Jahre zuvor, veröffentlichte das „New York Times Magazine“ The 1619 Project mit dem Ziel, die tiefe Verwurzelung der USA und ihren Aufstieg zur Weltmacht durch Sklaverei, die Unterdrückung von People of Color und durch Rassismus deutlich zu machen. „No aspect of the country that would be formed here has been untouched by the years of slavery that followed. In the 400th anniversary of this fateful moment, it is finally time to tell our story truthfully.“[130] Das journalistische Projekt erntete viel Aufmerksamkeit und Lob, wurde aber auch vor allem von konservativen Kräften, allen voran Präsident Donald Trump, aufs heftigste angegangen.[131] Doch auch etablierte Historiker*innen kritisierten vor allem die überspitzten und verkürzten Darstellungen.[132]

In den letzten Jahren rückte die afroamerikanische Erinnerungsgeschichte verstärkt ins Zentrum des öffentlichen Interesses.[133] Es geht dabei vorrangig um Fragen, wie an Ereignisse, Schickale und Aktivist*innen vergangener Zeiten erinnert und gedacht wurde/wird und werden soll. Wer erinnert(e) was, wie und weshalb? Welche Aspekte der (afro)amerikanischen Geschichte, eben auch der Bürgerrechtsbewegung und ihrer Folgen, werden erinnert, kollektiv oder individuell – und welche sollen (nicht) erinnert werden? Wer sind die Handelnden bei Projekten, aber auch in den produzierten Narrativen? Wie wurden und werden sie für welche (politischen) Zwecke verwendet? Was sagt die Erinnerungskultur in der Vergangenheit und heute über die amerikanische Nation und den Status von Afroamerikaner*innen aus?[134]

Der 50. Jahrestag der Supreme Court-Entscheidung von 1954 zur Aufhebung der Segregation an öffentlichen Schulen Brown v. Board of Education of Topeka, der Tod von Rosa Parks im Jahr 2005 oder auch die Einweihung des Martin Luther King Memorials im Jahr 2011 stellen die Bedeutung von Erinnerung heraus – aber auch von Vergessen.[135] Vor allem Rosa Parks, Esther Brown und Martin Luther King stehen als Symbolfiguren des gewaltlosen Widerstands und der Integration für moralische Erfolge nicht nur der Afroamerikaner*innen, sondern der gesamten Nation. Jedoch wird ihre Geschichte häufig verkürzt und beschnitten, um sie einfacher verwertbar zu machen und mit ihr die nationale Meistererzählung von unaufhaltbarem Fortschritt, demokratischen Werten sowie der amerikanischen Einzigartigkeit (American exceptionalism) und Überlegenheit weiterzuerzählen.[136]


Martin Luther King, Jr. National Memorial, Washington, D.C., 2011. Bildhauer: Lei Yixin. Foto: Christine Knauer [https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/ CC BY 3.0 DE]
Martin Luther King, Jr. National Memorial, Washington, D.C., 2011. Bildhauer: Lei Yixin. Foto: Christine Knauer CC BY 3.0 DE


In ihrem schon oben erwähnten Aufsatz „The Long Civil Rights Movement and the Political Uses of the Past“ beklagt Jacquelyn Dowd Hall eine Funktionalisierung und den Missbrauch vor allem der Bürgerrechtsbewegung besonders durch konservative Kräfte. „I want to make civil rights harder. Harder to celebrate as a natural progression of American values. Harder to cast as satisfying morality tale. Most of all, harder to simplify, appropriate, and contain.“[137] Auch die Politikwissenschaftlerin Jeanne Theoharis entlarvt in ihrer Biografie zu Rosa Parks die Erzählung von der müden Schneiderin, die spontan ihren Sitzplatz im Bus nicht aufgeben wollte, als „nationale Fabel“.[138] Weitere Mythen und Politisierungen von afroamerikanischer Geschichte und Schwarzen Akteur*innen sollten daher untersucht werden. Allgemein geht es Historiker*innen darum, die afroamerikanische Geschichte und vor allem die Bürgerrechtsbewegung und ihre Auswirkungen zu problematisieren und auch im kollektiven Gedächtnis komplexer darzustellen.


Ausblick

Das politische und soziale Erbe der Sklaverei und der Segregation lastet weiter schwer auf der amerikanischen Gesellschaft. Diese ist weit entfernt von einem post-racial-Status, von dem vor allem während Barack Obamas Präsidentschaft mit all ihren Höhen und Tiefen auch für Afroamerikaner*innen immer wieder gesprochen wurde.[139] Nach acht Jahren unter dem ersten Schwarzen Präsidenten war die Wahl von Donald Trump ein schwerer Schlag für Liberale, vor allem aber für Afroamerikaner*innen und Minderheiten allgemein.

Schon im Jahr 2013 machte die Aushöhlung des Voting Rights Act von 1965 durch den Supreme Court die fortdauernde Privilegierung des weißen Bevölkerungsteils und die Vulnerabilität von Minderheitenrechten besonders sichtbar.[140] Die Einsetzung von drei konservativen Richter*innen durch Präsident Trump rückte den Obersten Gerichtshof für Generationen weit nach rechts. Am 1. Juli 2021 bekräftigte der Oberste Gerichtshof die Entscheidungsfreiheit der Einzelstaaten und Distrikte bei der Gestaltung des Wahlrechts. Nicht nur Schwarze Wähler*innen, sondern auch Schwarze Politiker*innen leiden, wie George Derek Musgrove zeigt, unter den Einschränkungen und der Unterdrückung aufgrund ihrer Hautfarbe.[141] Die anhaltende Polizeigewalt gegen Schwarze und ihr Umgang mit Protesten z.B. in Ferguson, Baltimore oder Milwaukee machen deutlich, wie wichtig eine intensive Erforschung der afroamerikanischen Geschichte ist. Ohne diese kann die amerikanische Geschichte und Gegenwart nicht verstanden werden.

Historiker*innen untersuchen weiter in allen Bereichen des Lebens die Folgen des strukturellen Rassismus, der Chancenungleichheit sowie den Widerstand und Handlungsrahmen, den Afroamerikaner*innen sich erkämpften. Spezialstudien zur Bürgerrechtsbewegung werden weiterhin der Vielfalt und Radikalität der verschiedenen Aktivist*innen nachgehen.[142] Es gibt noch viele weitere Bereiche in der (afro)amerikanischen Zeitgeschichte, die der Erforschung bedürfen und die viel über race, Politik,[143] Wirtschaft und/oder Aktivismus erzählen können.[144] Etablierte Forschungsfelder wie Arbeiter-, Wirtschafts- oder neuere wie die Militärgeschichte[145] sind weiterhin wichtig. Innovative Arbeiten entstehen zu Themen wie Raum/Architektur,[146] aber auch zum Versicherungswesen,[147] zu Essen/Nahrung[148] und Reisen/Freizeit/Tourismus[149]. Einen neuen Blick auf die afroamerikanische Geschichte kann auch die Emotionsgeschichte liefern.[150]

Auch die Zeitgeschichte seit den 1970er-Jahren ist ein Feld, in dem noch viele Fragen offen sind. Was wurde aus den Erfolgen der Bürgerrechtsbewegung? Wie und auf welchen Ebenen arbeitete die Bürgerrechtsbewegung(en) weiter? Welche neuen Protestformen entwickelten sich im konservativer werdenden politischen, sozialen und kulturellen Klima in den USA der 1980er-Jahre und danach? Ronald Reagans und auch Bill Clintons Verhältnis zu und ihre Politik gegenüber der Schwarzen Community und vice versa sind dabei fruchtbare Forschungsfelder für Historiker*innen.[151]

Noch immer ist auch die Geschichte von Krankheit und Behinderung unter Afroamerikaner*innen nicht ausreichend erforscht. Die Corona-Pandemie hat schmerzhaft sichtbar gemacht, wie tief verwurzelt und eng verknüpft Ungleichheit nicht nur in der Medizin, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt entlang von race und class ist. Die Desegregation in der Medizin und der anhaltende Rassismus eben dort[152] sowie die Gegenwehr[153] Schwarzer werden ebenso untersucht und mit anderen Forschungsfeldern verknüpft. Eine wachsende Zahl von Arbeiten geht z.B. auch auf die medizinische Versorgung im Gefängnissystem ein.[154]

Eng damit verbunden ist auch die historische Forschung zur Umweltgeschichte, die noch viel Potenzial hat. Die Wasserkrise in Flint, Michigan, ist nur ein Beispiel, das die multiplen Vulnerabilitäten von Afroamerikaner*innen durch systemischen Rassismus und Ungleichheit im Wohnungswesen,[155] bei der Versorgung und im Umweltschutz aufzeigt. Auch Hurrikan Katrina hat deutlich gemacht, dass Schwarze in besonderer Weise von Umwelteinflüssen und -ereignissen betroffen sind.[156] Ebenso spielt race beim Klimawandel eine zentrale Rolle. Hier gilt es, politische Entscheidungen sowie afroamerikanische Erfahrungen und den Aktivismus auf lokaler, einzel- und bundesstaatlicher Ebene intensiver zu erforschen. Wie veränderte sich das Verhältnis zur Natur entlang von race, class und gender? Welche Rolle spielen Schwarze in der Umweltbewegung?[157]

Sportgeschichte ist ein weiteres Feld, das schon lange die vermeintlich reine Zelebration von Schwarzen Athlet*innen hinter sich gelassen hat.[158] Studien beschäftigen sich u.a. mit der Intersektion von race, Politik sowie Kapitalismus im Feld des Sports. Ein im Frühjahr 2021 erschienenes Sonderheft des „Journal of African American History“ zeigt auf, wie die afroamerikanische Sportgeschichte mit innovativen Ansätzen und Untersuchungsgegenständen die (afroamerikanische) Geschichtsschreibung voranbringt und herausfordert.[159]

Andere Themen, große und kleine, werden folgen und die amerikanische Geschichte und ihre Narrative herausfordern und bereichern. Die vielfältigen Forschungsfelder der afroamerikanischen Geschichte, ihre Themen und Fragestellungen könnten so mit dazu beitragen, auch in Deutschland die Verschränkung von race, Unterdrückung und Freiheitskampf eingehender als bisher in der Zeitgeschichte in den Fokus zu nehmen.


Empfohlene Literatur zum Thema

Daniel W. Aldridge, Becoming American. The African American Quest for Civil Rights, 1861-1976, Wheeling III. 2011

John Hope Franklin/Evelyn Higginbotham, From Slavery to Freedom. A History of African Americans, New York 2020

Gary Gerstle, American Crucible. Race and Nation in the Twentieth Century, Princeton 2001

Jonathan Scott Holloway, The Cause of Freedom. A Concise History of African Americans, New York 2021

Thomas C. Holt, Children of Fire. A History of African Americans, New York 2010

Ibram X. Kendi, Stamped from the Beginning. The Definitive History of Racist Ideas in America, New York 2016

Manning Marable, Race, Reform and Rebellion. The Second Reconstruction in Black America, 1945-1982, London 1984

Nell Irvin Painter, The History of White People, New York 2010

Harvard Sitkoff, The Struggle for Black Equality, 1954-1992, New York 1993

Stephen G.N. Tuck, We Ain’t What We Ought to Be: The Black Freedom Struggle from Emancipation to Obama, Cambridge (Mass.) 2010

Zitation
Christine Knauer, Afroamerikanische Geschichte / African American History, Version: 2.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 5.1.2022, URL: http://docupedia.de/zg/Knauer_afroamerikanische_geschichte_v2_de_2022

Versionen: 2.0 1.0

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  1. Vgl. Robert L. Harris Jr., Dilemmas in Teaching African American History, in: Perspectives on History, November 1998, http://www.historians.org/publications-and-directories/perspectives-on-history/november-1998/dilemmas-in-teaching-african-american-history [20.12.2021].
  2. Vgl. Jane H. Hill, The Everyday Language of White Racism, Malden, MA, 2008.
  3. In diesem Text wird „Schwarz“ durchgängig großgeschrieben, während weiß kursiv gesetzt wird, um die Konstruiertheit zu unterstreichen.
  4. Siehe z.B. Nancy Coleman, Why We’re Capitalizing Black, in: New York Times, 05.07.2020, https://www.nytimes.com/2020/07/05/insider/capitalized-black.html [20.12.2021]; „The Washington Post Announces Writing Style Changes for Racial and Ethnic Identifiers“, in: Washington Post, 29.07.2020, https://www.washingtonpost.com/pr/2020/07/29/washington-post-announces-writing-style-changes-racial-ethnic-identifiers/ [20.12.2021].
  5. Siehe z.B. Cydney Adams, Not all Black People Are African Americans. Here’s the Difference, in: CBS News, 18.06.2020, https://www.cbsnews.com/news/not-all-black-people-are-african-american-what-is-the-difference/ [20.12.2021]; S. Ali, Black or African American: Which Term you Should be Using, in: Reader’s Digest, 02.04.2021, https://www.rd.com/article/black-or-african-american-which-term-you-should-be-using/ [20.12.2021].
  6. Forscher*innen diskutieren seit längerem über die Entstehung bzw. Erfindung von race und racism. Oft wird der Beginn in der Neuzeit verortet. Historiker*innen wie Geraldine Heng sehen die Anfänge jedoch im Mittelalter, andere gar in der Antike verortet. Vgl. Geraldine Heng, The Invention of Race in the European Middle Ages, Cambridge 2018; Benjamin Isaac, The Invention of Racism in Classical Antiquity, Princeton 2004; Denise Eileen McCoskey, Race: Antiquity & its Legacy, Oxford/New York 2013.
  7. Während Blackness schon seit langem als Konstrukt verstanden und analysiert wird, beschäftigen sich erst seit etwa fünfundzwanzig Jahren die Whiteness Studies mit der Analysekategorie des Weißseins: „Wie kamen verschiedene Gruppen in den USA dazu, sich als weiß zu identifizieren und von anderen als weiß identifiziert zu werden? Was bedeutete dies für die soziale Ordnung?“ Zitat frei übersetzt von der Autorin aus: Peter Kolchin, Whiteness Studies: The New History of Race in America, in: Journal of American History 89 (2002), H. 1, S. 154-173, hier S. 155, online unter http://www.cwu.edu/diversity/sites/cts.cwu.edu.diversity/files/documents/whiteness.pdf [20.12.2021]. Gary Gerstle, American Crucible: Race and Nation in the Twentieth Century, Princeton 2001. Eine Auswahl führender Arbeiten in den „Whiteness Studies“: Noel Ignatiev, How the Irish Became White, New York 1995; Grace Elizabeth Hale, Making Whiteness: The Culture of Segregation in the South, 1890-1940, New York 1998; David R. Roediger, Working toward Whiteness: How America’s Immigrants Became White – The Strange Journey from Ellis Island to the Suburbs, New York 2005; Nell Irvin Painter, The History of White People, New York 2010.
  8. Zur Geschichte von race siehe z.B. Michael James, „Race“, in: Edward N. Zalta (Hrsg.), Stanford Encyclopedia of Philosophy 2012, http://plato.stanford.edu/archives/win2012/entries/race/ [20.12.2021]; C. Loring Brace, „Race“ Is a Four-Letter Word: The Genesis of the Concept, New York 2005. Einen transnationalen Blick auf Rassismus liefert Wendt, Transnational Perspectives on the History of Racism in North America.
  9. Vgl. Ibram X. Kendi, Stamped from the Beginning: The Definitive History of Racist Ideas in America, New York 2016. Den Begriff der „Freiheit“ im Westen als eine Idee von und für Weiße behandelt: Tyler Stovall, White Freedom: The Racial History of an Idea, Princeton 2021.
  10. AG Queer Studies (Hrsg.), Einleitung, in: Verqueerte Verhältnisse: Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen, Hamburg 2009, S. 15.
  11. James Q. Whitman konstatiert, dass die nationalsozialistischen „Rassengesetze“ auf denen der USA basierten: James Q. Whitman, Hitler’s American Model: The United States and the Making of Nazi Race Law, Princeton 2017.
  12. Siehe z.B. Norbert Finzsch, Wissenschaftlicher Rassismus in den Vereinigten Staaten – 1850 bis 1930, in: Heidrun Kaupen-Haas/Christian Saller (Hrsg.), Wissenschaftlicher Rassismus: Analysen einer Kontinuität in den Human- und Naturwissenschaften, Frankfurt a.M. 1999, S. 84-110, hier S. 84-86; Helga Amesberger/Brigitte Halbmayr, Race/„Rasse“ und Whiteness – Adäquate Begriffe zur Analyse gesellschaftlicher Ungleichheit?, in: L’Homme: Europäische Zeitschrift für feministische Geisteswissenschaften 16 (2005), H. 2, S. 135-143, online unter https://lhomme-archiv.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_lhomme_archiv/PDFs_Digitalisate/16-2-2005/lhomme.2005.16.2.135.pdf [20.12.2021].
  13. Die historische Forschung beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit dem deutschen Kolonialismus und Fragen von „Rasse“. Kontrovers werden Thesen zur Verbindung zwischen Holocaust und kolonialem Rassismus und Gewalt diskutiert. Vgl. Jürgen Zimmerer, Von Windhuk nach Auschwitz. Beiträge zum Verhältnis von Kolonialismus und Holocaust, Münster 2011; Benjamin Madley, From Africa to Auschwitz: How German South West Africa Included Ideas and Methods Adopted and Developed by the Nazis in Eastern Europe, in: European History Quarterly 33 (2005), S. 429-464.
  14. Vgl. dazu: Paul Finkelman, Slavery and the Founders: Race and Liberty in the Age of Jefferson, Armonk, NY 1996; Lawrence Goldstone, Dark Bargain: Slavery, Profits, and the Struggle for the Constitution, New York 2005.
  15. Vgl. u.a. Leslie M. Harris, In the Shadow of Slavery: African Americans in New York City, 1626-1863, Chicago 2003. Auch profitierten „sklavenfreie“ Regionen von Sklavenhandel und Sklaverei, z.B. durch die Weiterverarbeitung von Baumwolle in der Textilindustrie, siehe u.a. Leonardo Marques, The United States and the Transatlantic Slave Trade to the Americas, 1776-1867, New Haven 2016; zur Verquickung von Sklaverei, Ausbeutung und Kapitalismus siehe Sven Beckert/Seth Rockman (Hrsg.), Slavery’s Capitalism: A New History of American Economic Development, Philadelphia 2016; Sven Beckert, Empire of Cotton: A Global History, New York 2015.
  16. Zu den Anfängen der Sklaverei in den Kolonien und den Vereinigten Staaten siehe u.a. Ira Berlin, Many Thousands Gone: The First Two Centuries of Slavery in North America, Cambridge 1998; ders., Generations of Captivity: A History of African-American Slaves, Cambridge 2003; Deborah Gray White, Ar’n’t I a Woman? Female Slaves in the Plantation South, New York 1999; Stephen R. Haynes, Noah’s Curse: The Biblical Justification of American Slavery, New York 2002; zum Kampf für Bürgerrechte vor dem Bürgerkrieg: Kate Masur, Until Justice Be Done: America’s First Civil Rights Movement from the Revolution to Reconstruction, New York 2021.
  17. Siehe z.B. Henry Kamerling, Capital and Convict: Race, Region, and Punishment in Post-Civil War America, Charlottesville 2019; Douglas A. Blackmon, Slavery by Another Name: The Re-Enslavement of Black Americans from the Civil War to World War II, New York 2008.
  18. Vgl. Michael J. Klarman, From Jim Crow to Civil Rights: The Supreme Court and the Struggle for Racial Equality, New York 2004; Blair L. M. Kelley, Right to Ride: Streetcar Boycotts and African American Citizenship in the Era of Plessy v. Ferguson, Chapel Hill 2010; Barbara Y. Welke, When All the Women Were White, and All the Blacks Were Men: Gender, Class, Race, and the Road to Plessy. 1855-1914, in: Law and History Review 13 (1995), Nr. 2, S. 261-316; Charles A. Lofgren, The Plessy Case: A Legal-Historical Interpretation, New York 1987.
  19. Zum „Lynching“ siehe u.a.: W. Fitzhugh Brundage, Lynching in the New South: Georgia and Virginia, 1880-1930, Chicago 1993; William D. Carrigan, ed., Lynching Reconsidered: New Perspectives in the Study of Mob Violence, New York 2007; Michael J. Pfeifer, Rough Justice: Lynching and American Society, 1874-1947, Chicago 2004; ders., The Roots of Rough Justice: Origins of American Lynching, Chicago 2011; Manfred Berg, Lynchjustiz in den USA, Hamburg 2014.
  20. Für einen Überblick über die Situation von Afroamerikaner*innen nach dem Bürgerkrieg siehe u.a.: Gail Bederman, Manliness and Civilization: A Cultural History of Gender and Race in the United States, 1880-1917, Chicago 1995; Leon F. Litwack, Trouble in Mind: Black Southerners in the Age of Jim Crow, New York 1999; Joel Williamson, The Crucible of Race: Black-White Relations in the American South since Emancipation, New York 1984. Ein Beispiel für die Gegenwehr: W. Fitzhugh Brundage, The Roar on the other Side of Silence: Black Resistance and White Violence in the American South, 1880-1940, in: ders. (Hrsg.), Under the Sentence of Death: Lynching in the South, Chapel Hill 1997, S. 271-291.
  21. Vgl. Jeffrey Aaron Snyder, Making Black History: The Color Line, Culture, and Race in the Age of Jim Crow, Athens 2018, S. 3.
  22. Zur afrikanischen Geschichtsschreibung und dem Schreiben afrikanischer Geschichte siehe John Edward Philips (Hrsg.), Writing African History, Rochester 2005.
  23. Vgl. Heather Andrea Williams, Self-Taught: African American Education in Slavery and Freedom, Chapel Hill 2005.
  24. Vgl. Daniel J. Crowley (Hrsg.), African Folklore in the New World, Austin 1977; Lawrence W. Levine, Black Culture and Black Consciousness: Afro-American Folk Thought from Slavery to Freedom, New York 1977. Zur afroamerikanischen Geschichtsschreibung siehe Pero Gaglo Dagbovie, African American History Reconsidered, Urbana 2010; ders., What Is African American History?, Malden, MA, 2015; John Ernest, Liberation Historiography: African-American Writers and the Challenge of History, Chapel Hill 2004; Stephen G. Hall, A Faithful Account of the Race: African American Historical Writing in Nineteenth Century America, Chapel Hill 2009; William D. Wright, Black History and Black Identity: A Call for a New Historiography, Westport 2002.
  25. Vgl. Patricia Morton, Disfigured Images: The Historical Assault on Afro-American Women, New York 1991.
  26. Vgl. Geneviève Fabre/Robert O’Meally (Hrsg.), History and Memory in African-American Culture, Cary, NC, 1994; bell hooks, Black Looks: Race and Representation, Boston 1992; W. Fitzhugh Brundage, The Southern Past: A Clash of Race and Memory, Cambridge 2005.
  27. Vgl. Sterling Lecater Bland, Jr., African American Slave Narratives: An Anthology Volume I, Westport 2001.
  28. Zu frühen afroamerikanischen Historikerinnen und ihren Erfahrungen mit Sexismus und Rassismus siehe Kapitel 4 „Ample Proof of this May Be Found: Early Black Women Historians“, in: Dagbovie, African American History Reconsidered, S. 99-127. Eine Sammlung von Geschichten zeitgenössischer Historikerinnen findet sich bei Deborah Gray White, Telling Histories: Black Women Historians in the Ivory Tower, Chapel Hill 2008.
  29. Du Bois wurde als erster Schwarzer an der Harvard University promoviert. Seine Karriere, die soziologisch als auch historisch ausgerichtet war, überdauerte drei der von Franklin identifizierten Generationen von Historiker*innen. Vgl. W. E. B. Du Bois, The Souls of Black Folk: Essays and Sketches, Chicago 1903; ders., Black Reconstruction: An Essay toward a History of the Part which Black Folk Played in the Attempt to Reconstruct Democracy in America, 1860-1880, New York 1935. Auch Woodson hatte sich an der Harvard University promoviert.
  30. 1937 wurde das „Negro History Bulletin“, heute „Black History Bulletin“, gegründet. Er richtet sich vor allem an Pädagog*innen der Elementar- und Sekundarstufen, https://asalh.org/document/the-black-history-bulletin/ [20.12.2021].
  31. Siehe zu Woodson: Pero Gaglo Dagbovie, Carter G. Woodson in Washington D.C., Charleston 2014; Brenda E. Stevenson, „Out of the Mouths of Ex-Slaves“: Carter G. Woodson’s Journal of Negro History „Invents“ the Study of Slavery, in: Journal of African American History 100 (2015), H. 4, S. 698-720; Jarvis R. Givens, „There Would Be No Lynching If It Did Not Start in the Schoolroom“: Carter G. Woodson and the Occasion of Negro History Week, 1926-1950, in: American Educational Research Journal 56 (2019), H. 4, S. 1457-1494.
  32. Auch der „Black History Month“ steht schon seit längerem in der Kritik. Teile der Black Power-Bewegung in den 1970er-Jahren organisierten eine „Black Liberation Week“, andere einen „African Heritage Month“. Vgl. Dagbovie, Reclaiming the Black Past, S. 54. Auch die Kommerzialisierung wird zunehmend kritisiert. Die eigentliche Intention wie auch die andauernde Unterdrückung Schwarzer Menschen in den USA seien in Vergessenheit geraten. Vgl. z.B.: „The Commercialization of Black History Month“, Black Youth Project, 08.02.2012, online unter http://blackyouthproject.com/the-commercialization-of-black-history-month/ [20.12.2021]; Doreen St. Félix, The Farce, and the Grandeur, of Black History Month under Trump, in: New Yorker, 02.02.2018, online unter https://www.newyorker.com/culture/culture-desk/the-farce-and-the-grandeur-of-black-history-month-under-trump [20.12.2021].
  33. Vgl. Dagbovie, Carter G. Woodson in Washington, D.C., S. 31; Snyder, Making Black History.
  34. Siehe z.B.: Wayne A. and Shirley A. Wiegand, The Desegregation of Public Libraries in the Jim Crow South: Civil Rights and Local Activism, Baton Rouge 2018; Alex H. Poole, The Strange Career of Jim Crow in the Archives. Race, Space, and History in the Twentieth-Century American South, in: American Archivist 77 (2014), H. 1, S. 23-63; Rabia Gibbs, The Heart of the Matter: The Developmental History of African American Archives, in: American Archivist 75 (2012), H. 1, S. 195-204. Von besonderer Bedeutung sind das Schomburg Center for Research in Black Culture in Harlem, New York City (Teil des New York Public Library Systems), die National Archives in Washington, D.C., die u.a. die Dokumente der NAACP archiviert haben, das Moorland-Spingarn Research Center an der Howard University (Washington, D.C.) und das Archiv der Emory University in Atlanta, Georgia.
  35. V. P. Franklin, der ehemalige Herausgeber des „Journal of African American History“, bezeichnet dies als „contributionism“. Ders., Introduction: Symposium on African American Historiography, in: Journal of African American Life and History 92 (2007), H. 2, S. 214-17, hier S. 214. Neuer Herausgeber des „Journal of African American History“ ist seit Januar 2019 Pero Dagbovie, der sich intensiv mit Schwarzer Geschichtsschreibung beschäftigt; s.o. und ders., Reclaiming the Black Past: The Use and Misuse of African American History in the Twenty-First Century, New York 2018.
  36. So der Titel des Buches von George M. Fredrickson, The Black Image in the White Mind. The Debate on Afro-American Character and Destiny, 1817-1914, New York 1971.
  37. John Hope Franklin, On the Evolution of Scholarship in Afro-American History, in: Evelyn Brooks Higginbotham (Hrsg.), The Harvard Guide to African-American History, Cambridge 2001, S. XXI- XXX. W.D. Wright identifiziert nur drei Generationen von afroamerikanischen Historiker*innen: W. D. Wright, Black History and Black Identity: A Call for a New Historiography, Westport 2002, S. 33. John Ernest verweist im Gegensatz zu Franklin und Wright auf afroamerikanische Historiker*innen, die schon vor Ende des Bürgerkriegs tätig gewesen seien und „liberation historiography“ verfasst hätten: John Ernest, Liberation Historiography: African-American Historians before the Civil War, in: American Literary History 14 (2002), H. 3, S. 413-443.
  38. Zur Entwicklung der Institute siehe: Martin Kilson, From the Birth to a Mature Afro-American Studies at Harvard, 1969-2002, in: Lewis R. Gordon/Jane Anna Gordon (Hrsg.), A Companion to African-American Studies, Malden, MA, 2006, S. 59-75. Lara Leigh Kelland zeigt die Wichtigkeit von Grassroots-Bewegungen im Aufbau von Archiven und der Public History auf: Lara Leigh Kelland, Clio’s Foot Soldiers: Twentieth-Century US Social Movements and Collective Memory, Amherst 2018.
  39. In den African American Studies liegt der Schwerpunkt auf der Geschichte und Kultur der afrikanischen Diaspora in Amerika. Africana Studies beschäftigen sich mit afrikanischer Kultur und der Kultur der afrikanischen Diaspora von der Antike bis heute. Vgl. Roquinaldo Ferreira, The Institutionalization of African Studies in the United States: Origin, Consolidation and Transformation, in: Revista Brasileira de História 30 (2010), H. 59, S. 71-88, online unter http://www.scielo.br/pdf/rbh/v30n59/en_v30n59a05.pdf [20.12.2021].
  40. Manfred Berg, Geschichte der USA, München 2013, S. 141.
  41. Es gibt heute weitere Zeitschriften, die sich mit African American/Black Studies beschäftigen: z.B. „Journal of African American Studies“, „Journal of Black Studies“, „Western Journal of Black Studies“, „Afro-Americans in New York Life and History“, „Souls“. Folgende historische Zeitschriften enthalten besonders viele Artikel und Rezensionen zur afroamerikanischen Geschichte: „Journal of American History“, „Journal of Southern History“, „Journal of Civil and Human Rights“. Auch die deutsche Zeitschrift „Amerikastudien/American Studies“ publiziert zahlreiche Artikel und Rezensionen zur afroamerikanischen Geschichte und Kultur.
  42. Benjamin Quarles war der erste afroamerikanische Historiker, der 1945 in der 1914 gegründeten Zeitschrift „Mississippi Valley Historical Review“, dem heutigen „Journal of American History“, veröffentlichen durfte.
  43. Zur Genese des „Journal of African American History“ siehe Jacqueline Goggin, Countering White Racist Scholarship: Carter G. Woodson and The Journal of Negro History, in: Journal of Negro History 68 (1983), S. 355-375.
  44. Auch andere Verlage haben spezielle Serien zu „Black Studies“, wie z.B. „The New Black Studies Series“ der University of Illinois Press, die von Darlene Clark Hine und Dwight A. McBride herausgegeben wird, https://www.press.uillinois.edu/books/find_books.php?type=series&search=NBS [20.12.2021]. New York University Press hat seit kurzem eine „Black Power Series“, herausgegeben von Ashley D. Farmer und Ibram X. Kendi, https://www.blackpowerseries.com/ [20.12.2021].
  45. Der 2009 im Alter von 94 Jahren verstorbene Franklin verband Zeit seines Lebens seine historischen Forschungen mit seinem Bürgerrechtsaktivismus. Sein 1947 veröffentlichtes Buch „From Slavery to Freedom“ zählt noch heute zu den zentralen Werken und befindet sich inzwischen in der zehnten überarbeiteten Auflage. John Hope Franklin, From Slavery to Freedom: A History of African Americans, 1st ed. New York 1947. Seine 2005 veröffentlichte Autobiografie gibt Einblicke in die Entwicklung der afroamerikanischen Geschichtsschreibung und Bürgerrechtsbewegung. Ders., Mirror to America: The Autobiography of John Hope Franklin, New York 2005. Noch immer von Bedeutung: C. Vann Woodward, The Strange Career of Jim Crow, New York 1955.
  46. Vgl. Lee and Low Books, Where is the Diversity in Publishing? The 2019 Diversity Baseline Survey Results, https://blog.leeandlow.com/2020/01/28/2019diversitybaselinesurvey/ [20.12.2021]; vgl. „A Conflicted Cultural Force“: What It’s Like to Be Black in Publishing, in: New York Times, 01.07.2020; Association of University Presses, Statement on Equity and Anti-Racism, March 2020, https://aupresses.org/about-aupresses/equity-and-antiracism/ [20.12.2021].
  47. Im März 2021 hat die Howard University, die von 1972 bis 2011 einen eigenen Verlag hatte, eine Zusammenarbeit mit Columbia University Press angekündigt. Die Kooperation und die neue Serie „Black Lives in the Diaspora: Past / Present / Future“ sollen die Forschung bereichern, aber auch Graduierten der HBCU im Verlagswesen eine faire Chance geben. Vgl. Howard University Partners with Columbia University Press to Advance Black Studies and Diversify Academic Publishing, in: Newsroom Howard University, 03.03.2021, https://newsroom.howard.edu/newsroom/article/13956/howard-university-partners-columbia-university-press-advance-black-studies-and [20.12.2021].
  48. Zum internationalen Interesse an amerikanischer und afroamerikanischer Geschichte vgl.: Nicolas Barreyre/Michael Heale/Stephen Tuck/Cécile Vidal (Hrsg.), Historians across Borders: Writing American History in a Global Age, Berkeley 2014; Simon Wendt, Transnational Perspectives on the History of Racism in North America, in: Amerikastudien/American Studies 54 (2009), H. 3, S. 473-498.
  49. Exemplarisch für die britische Forschung zur afroamerikanischen Zeitgeschichte und zu Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen im Süden seien die Arbeiten von Stephen Tuck, Ben Houston und Clive Webb genannt: Stephen Tuck, The Night Malcolm X Spoke at the Oxford Union. A Transatlantic Story of Antiracist Protest, Berkeley 2014; Benjamin Houston, The Nashville Way: Racial Etiquette and the Struggle for Social Justice in a Southern City, Athens, GA 2012; Clive Webb, Fight Against Fear: Southern Jews and Black Civil Rights, Athens 2001.
  50. Robin D. Kelley/Stephen Tuck (Hrsg.), The Other Special Relationship: Race, Rights, and Riots in Britain and the USA, New York 2015.
  51. Vgl. Eva Boesenberg, Reconstructing „America“: The Development of African American Studies in the Federal Republic of Germany, in: Larry A. Greene/Anke Ortlepp (Hrsg.), Germans and African Americans: Two Centuries of Exchange, Jackson 2011, S. 218-230. Forschungen zur afroamerikanischen Geschichte in Deutschland siehe z.B.: Manfred Berg, The Ticket to Freedom: Die NAACP und das Wahlrecht der Afro-Amerikaner, Frankfurt a.M. 2000; Simon Wendt, The Spirit and the Shotgun: Armed Resistance and the Struggle for Civil Rights, Gainesville 2007; Norbert Finzsch/James Oliver Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore: Die Geschichte der African Americans, Hamburg 1999; Britta Waldschmidt-Nelson, GegenSpieler: Martin Luther King – Malcolm X, Frankfurt a.M. 2000; Jürgen Martschukat, „Little Short of Judicial Murder“: Todesstrafe und Afro-Amerikaner, 1930-1972, in: Geschichte und Gesellschaft 30 (2004), H. 3, S. 490-526; Anke Ortlepp, Jim Crow Terminals: The Desegregation of American Airports, Athens 2017. Besonders stark in afroamerikanischer Geschichte aufgestellt sind aktuell im Jahr 2021 folgende deutsche Universitäten (in alphabetischer Reihenfolge): Augsburg (Britta Waldschmidt-Nelson), FU Berlin, Bochum (Rebecca Brückmann), Erfurt (Jürgen Martschukat und Silvan Niedermeier), Frankfurt a.M. (Simon Wendt), Heidelberg (Manfred Berg), Köln (Anke Ortlepp).
  52. Maria Höhn/Martin Klimke, A Breath of Freedom: The Civil Rights Struggle, African American GIs, and Germany, New York 2010.
  53. Maria Schubert, „We Shall Overcome“: Die DDR und die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, Paderborn 2018; Sophie Lorenz, „Schwarze Schwester Angela“ – Die DDR und Angela Davis: Kalter Krieg, Rassismus und Black Power 1965-1975, Bielefeld 2020.
  54. Vgl. Silvan Niedermeier, Violence, Visibility, and the Investigation of Police Torture in the American South, 1940-1955, in: Jürgen Martschukat/Silvan Niedermeier (Hrsg.), Violence and Visibility in Modern History, New York 2013, S. 91-111; ders., Rassissmus und Bürgerrechte: Polizeifolter im Süden der USA 1930-1955, Hamburg 2014; engl. Übersetzung: The Color of the Third Degree: Racism, Police Torture, and Civil Rights in the American South, 1930-1955, Chapel Hill 2019; Philipp Dorestal, Style Politics: Mode, Geschlecht und Schwarzsein in den USA, 1943-1975, Bielefeld 2012.
  55. Einen Überblick über den Stand der Forschung liefert: Kevin Gaines, African-American History, in: Eric Foner/Lisa McGirr, American History Now, Philadelphia 2011, S. 400-420. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Enzyklopädien herausgebracht: Siehe u.a. Paul Finkelman (Hrsg.), Encyclopedia of African American History 1896 to the Present, New York 2009; Colin A. Palmer (Hrsg.), Encyclopedia of African-American Culture and History: The Black Experience in the Americas, New York 2005; Robert L. Harris Jr./Rosalyn Terborg-Penn (Hrsg.), The Columbia Guide to African American History since 1939, New York 2006; Überblicksdarstellungen zur afroamerikanischen Zeitgeschichte mit verschiedenen Wertungen zum Verlauf und zu den Handelnden: Stephen Tuck, We Ain’t What We Ought to Be: The Black Freedom Struggle from Emancipation to Obama, Cambridge 2010; Thomas C. Holt, Children of Fire: A History of African Americans, New York 2001; Manning Marable, Race, Reform and Rebellion: The Second Reconstruction in Black America, 1945-1982, Jackson 1984; Harvard Sitkoff, The Struggle for Black Equality, 1954-1992, New York 1993; Philip A. Klinkner/Rogers M. Smith, The Unsteady March: The Rise and Decline of Racial Equality in America, Chicago 1999; Jonathan Holloway, The Cause of Freedom: A Concise History of African Americans, Oxford 2021.
  56. Vgl. David L. Lewis, King: A Critical Biography, New York 1970. Eine Vielzahl von Biografien und Forschungen zu King und Malcolm X sind seither erschienen, darunter eine mehrbändige Biografie und Gesellschaftsstudie zu King: Taylor Branch, America in the King Years, 3 Bde., New York 1988/1998/2006. Besonders kontrovers diskutiert wurde Manning Marables 2011 erschienenes Werk zu Malcolm X: Manning Marable, Malcolm X: A Life of Reinvention, New York 2011. Einen Blick auf die internationale Bedeutung von Malcolm X gibt: Tuck, The Night Malcolm X Spoke at the Oxford Union. Britta Waldschmidt-Nelson veröffentlichte 2000 eine Studie zu King und Malcolm X und 2015 eine Biografie zu Malcolm X in deutscher Sprache: Waldschmidt-Nelson, GegenSpieler; dies., Malcolm X: Der schwarze Revolutionär, München 2015. Eine Vielzahl von neueren Studien geht auf Aspekte des Aktivismus und des Lebens der bekannten Bürgerrechtler ein, z.B. Gary Dorrien, Breaking White Supremacy. Martin Luther King Jr. and the Black Social Gospel, New Haven 2018.
  57. Vgl. Steven F. Lawson, Freedom Then, Freedom Now: The Historiography of the Civil Rights Movement, in: American Historical Review 96 (1991), H. 2, S. 456-471, hier S. 457.
  58. Siehe v.a. John Dittmer, Local People: The Struggle for Civil Rights in Mississippi, Champaign, Ill., 1995; Charles M. Payne, I’ve Got the Light of Freedom: The Organizing Tradition and the Mississippi Freedom Struggle, Berkeley 1995.
  59. Vgl. Thomas J. Sugrue, The Origins of the Urban Crisis: Race and Inequality in Postwar Detroit, Princeton 1996; Bryant Simon, A Fabric of Defeat: The Politics of South Carolina Millhands, 1910-1948, Chapel Hill 1998; Stephen Tuck, Beyond Atlanta: The Struggle for Racial Equality in Georgia, 1940-1980, Athens 2001.
  60. Clive Webb (Hrsg.), Massive Resistance: Southern Opposition to the Second Reconstruction, New York 2005; Jason Morgan Ward, Defending White Democracy: The Making of a Segregationist Movement and the Remaking of Racial Politics, 1936-1965, Chapel Hill 2011; Carol Anderson, White Rage: The Unspoken Truth of our Racial Divide, New York 2016. Zur Rolle von Frauen: Elizabeth Gillespie McRae, Mothers of Massive Resistance: White Women and the Politics of White Supremacy, Oxford 2018; Rebecca Brückmann, Massive Resistance and Southern Womanhood: White Women, Class, and Segregation, Athens 2021. Siehe auch: Stephanie Jones-Rogers, They Were Her Property: White Women as Slave Owners in the American South, New Haven 2019.
  61. Siehe z. B.: Michael J. Klarman, Brown v. Board of Education and the Civil Rights Movement, New York 2007; James T. Patterson, Brown v. Board of Education: A Civil Rights Milestone and Its Troubled Legacy, New York 2001; Anders Walker, The Ghost of Jim Crow: How Southern Moderates Used Brown v. Board of Education to Stall Civil Rights, New York 2009; Sonderhefte zu Brown v. Board of Education of Topeka: Journal of American History 9 (2004), H. 3; Fifty Years of Educational Change in the United States, 1954-2004: Journal of African American History 90 (2005), H. 1/2; Joseph Bagley, The Politics of White Rights: Race, Justice, and Integrating Alabama’s Schools, Athens 2018.
  62. Glenn Feldman (Hrsg.), Before Brown: Civil Rights and White Backlash in the Modern South, Tuscaloosa 2004, S. 1. Schon 1968 bezeichnete der Historiker Richard M. Dalfiume die Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Brown-Entscheidung als „the forgotten years of the Negro Revolution“. Richard M. Dalfiume, The „Forgotten Years“ of the Negro Revolution, in: Journal of American History 55 (1968), H. 1, S. 90-106, online unter http://hutchinscenter.fas.harvard.edu/sites/all/files/Dalfiume%20-%20Forgotten%20Years%20of%20the%20Negro%20Revolution.pdf [20.12.2021].
  63. Leon F. Litwack, „Fight the Power!“ The Legacy of the Civil Rights Movement, in: Journal of Southern History 75 (2009), H. 1, S. 3-28, hier S. 3; vgl. Vincent Harding, There Is a River: The Black Struggle for Freedom in America, New York 1981.
  64. Jacquelyn Dowd Hall, The Long Civil Rights Movement and the Political Uses of the Past, in: Journal of American History 91 (2005), H. 4, S. 1233-1263, online unter http://nationalhumanitiescenter.org/ows/seminars/tcentury/movinglr/longcivilrights.pdf [20.12.2021]. Zu ähnlichen Schlüssen kommen: Glenda Elizabeth Gilmore, Defying Dixie: The Radical Roots of Civil Rights, 1919-1950, New York 2008; Robin D. G. Kelley, Hammer and Hoe: Alabama Communists during the Great Depression, Chapel Hill 1990; Robert Rodgers Korstad, Civil Rights Unionism: Tobacco Workers and the Struggle for Democracy in the Mid-Twentieth-Century South, Chapel Hill 2003; Thomas J. Sugrue, Sweet Land of Liberty: The Forgotten Struggle for Civil Rights in the North, New York 2008; Martha Biondi, To Stand and Fight: The Struggle for Civil Rights in Postwar New York City, Cambridge 2003.
  65. Vgl. zum Verhältnis von Kaltem Krieg und Bürgerrechtsbewegung: Brenda Gayle Plummer, Rising Wind: Black Americans and U.S. Foreign Affairs, 1935-1960, Chapel Hill 1996; John David Skrentny, The Effect of the Cold War on African-American Civil Rights: America and the World Audience, 1945-1968, in: Theory and Society 27 (1998), S. 237-285; Mary L. Dudziak, Cold War Civil Rights: Race and the Image of American Democracy, Princeton 2000; Berg, The Ticket to Freedom.
  66. Vgl. Kevin Boyle, Labor, the Left and the Long Civil Rights Movement, in: Social History 30 (2005), H. 3, S. 366-372.
  67. Kritiker*innen weisen darauf hin, dass sich die CPUSA zum Ende der 1930er-Jahre der sowjetischen KP untergeordnet habe und ihren Anordnungen gefolgt wäre. Vgl. Eric Arnesen, Reconsidering the „Long Civil Rights Movement”, in: Historically Speaking 10 (2009), H. 2, S. 31-34; ders., No „Grave Danger“: Black Anticommunism, the Communist Party, and the Race Question, in: Labor: Studies in Working-Class History of the Americas 3 (2006), H. 4, S. 13-52; ders., Civil Rights and the Cold War at Home. Postwar Activism, Anticommunism, and the Decline of the Left, in: American Communist History 11 (2012), H. 1, S. 5-44.
  68. Steven F. Lawson, Long Origins of the Short Civil Rights Movement, 1954-1968, in: Danielle L. McGuire/John Dittmer (Hrsg.), Freedom Rights: New Perspectives on the Civil Rights Movement, Lexington 2011, S. 9-38, bes. S. 25-27; Berg, Geschichte der USA, S. 145.
  69. Vgl. Sundiata K. Cha-Jua/Clarence E. Lang, The „Long Movement“ as Vampire: Temporal and Spatial Fallacies in Recent Black Freedom Studies, in: Journal of African American History 92 (2007), H. 2, S. 265-288. In neueren Publikationen wird ein detaillierterer Blick auf die sich ändernden rechtlichen Bedeutungen und auf das Verständnis von „civil rights“ gefordert. Siehe z.B.: Christopher W. Schmidt, Legal History and the Problem of the Long Civil Rights Movement, in: Law and Social Inquiry 41 (Fall 2016), S. 1081-1107, hier S. 1082; Dylan C. Penningroth, Everyday Use: A History of Civil Rights in Black Churches, in: Journal of American History 107 (March 2021), S. 871-898.
  70. Berg, Geschichte der USA, S. 145.
  71. Zur langen Vorgeschichte des zivilen Widerstands siehe aktuell: Anthony C. Siracusa, Nonviolence before King: The Politics of Being and the Black Freedom Struggle, Chapel Hill 2021. Zur kritischen Neubewertung und Neueinordnung von civil disobedience: Erin R. Pineda, Seeing like an Activist: Civil Disobedience and the Civil Rights Movement, Oxford 2021.
  72. Vgl. Peniel E. Joseph, An Emerging Mosaic: Rewriting Postwar African-American History, in: Jane Anna Gordon/Lewis Gordon (Hrsg.), A Companion in African-American Studies, Malden 2006, S. 400-416, hier S. 400; Peniel E. Joseph (Hrsg.), The Black Power Movement: Rethinking the Civil Rights-Black Power Era, New York 2006; Donna Jean Murch, Living for the City: Migration, Education, and the Rise of the Black Panther Party in Oakland, California, Chapel Hill 2010; Peniel E. Joseph, The Sword and the Shield: The Revolutionary Lives of Malcolm X and Martin Luther King Jr., New York 2020.
  73. Vgl. Navid Farnia, Williams, Rhonda Y., Concrete Demands: The Search for Black Power in the 20th Century, New York 2015, in: Journal of African American Studies 21 (2017), S. 282-286.
  74. „The focus on the South and the decade between the Montgomery Bus Boycott and the passage of the Voting Rights Act in 1965 severely truncates our understanding of the civil rights movement and its impact on American life.“ Zitat: Matthew J. Countryman, Up South: Civil Rights and Black Power in Philadelphia, Philadelphia 2006, S. 4.
  75. Vgl. Jeanne F. Theoharis/Komozi Woodard (Hrsg.), Freedom North: Black Freedom Struggles Outside the South, 1940-1980, New York 2003; Sugrue, Sweet Land of Liberty; Patrick Jones, The Selma of the North: Civil Rights Insurgency in Milwaukee, Cambridge 2009; Ronald P. Formisano, Boston against Busing: Race, Class, and Ethnicity in the 1960s and 1970s, Chapel Hill 2012; Lynn M. Hudson, West of Jim Crow: The Fight against California’s Color Line, Urbana 2020.
  76. Vgl. Jeanne Theoharis, „The Thin Veneer of the North’s Racial Self-Righteousness.“ Martin Luther King Jr.’s Challenge to Northern Racism, in: Journal of Civil and Human Rights 7 (2021), H. 1, S. 35-70; Mary Lou Finley/Bernard LaFayette Jr./James R. Ralph Jr./Pam Smith, The Chicago Freedom Movement: Martin Luther King Jr. and Civil Rights Activism in the North, Lexington 2016.
  77. Murch, Living for the City.
  78. Vgl. Joseph Crespino/Matthew D. Lassiter (Hrsg.), The Myth of Southern Exceptionalism, New York 2010, S. 12; Biondi, To Stand and Fight. Einen Mittelweg zeigt auf: Jason Sokol, All Eyes are Upon Us: Race and Politics from Boston to Brooklyn, New York 2014.
  79. Eine kritische Diskussion der Thematik z.B. anhand von Sugrues Buch bieten z.B.: Alex Lichtenstein, The Other Civil Rights Movement and the Problem of Southern Exceptionalism, in: Journal of the Historical Society 11 (2011), H. 3, S. 351-376; Glenn Feldman, Review: The Myth of Southern Exceptionalism, in: Journal of Southern History 77 (2011), H. 3, S. 783-786.
  80. Vgl. Gloria T. Hull/Patricia Bell Scott/Barbara Smith (Hrsg.), All the Women Are White, all the Blacks Are Men, but Some of Us Are Brave: Black Women’s Studies, Old Westbury 1982. 1990 prägte die Juristin Kimberlé W. Crenshaw im Hinblick auf das Zusammenwirken dieser verwobenen Benachteiligungen den Begriff intersectionality, der auch in der Geschichtswissenschaft aufgegriffen wurde. Kimberlé Crenshaw, Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory, and Antiracist Politics, in: University of Chicago Legal Forum (1989), S. 139-167, online unter https://chicagounbound.uchicago.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1052&context=uclf [20.12.2021].
  81. Vgl. Rosalyn Terborg-Penn, Teaching the History of Black Women: A Bibliographic Essay, in: The History Teacher 13 (1980), H. 2, S. 245-250, hier S. 245. Zu weiteren Überblicken zum Verhältnis von race, gender und sexuality in der afroamerikanischen Geschichte siehe u.a.: Evelyn Brooks Higginbotham, Beyond the Sound of Silence: Afro-American Women in History, in: Gender & History 1 (1989), S. 50-67, online unter https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/j.1468-0424.1989.tb00234.x [20.12.2021]; Michele Mitchell, Silences Broken, Silences Kept: Gender and Sexuality in African-American History, in: Gender & History 11 (1999), H. 3, S. 433-444.
  82. Forschungsüberblick und Sammelbände z. B.: Mary Ellen Curtin, Strong People and Strong Leaders: African American Women and the Modern Black Freedom Struggle, in: S. Jay Kleinberg/Eileen Boris/Vicki L. Ruiz, The Practice of U.S. Women’s History: Narratives, Intersections, and Dialogues, New Brunswick 2007, S. 311-328; Vicki L. Crawford/Jacqueline Anne Rouse/Barbara Woods (Hrsg.), Women in the Civil Rights Movement: Trailblazers and Torchbearers, 1941-1965, Bloomington 1993; Bettye Collier-Thomas, V. P. Thomas (Hrsg.), Sisters in the Struggle: African American Women in the Civil Rights-Black Power Movement, New York 2001; Dayo F. Gore/Jeanne Theoharis/Komozi Woodard (Hrsg.), Want to Start a Revolution: Radical Women in the Black Freedom Struggle, New York 2009. Biografien z.B.: Jeanne Theoharis, The Rebellious Life of Mrs. Rosa Parks, Boston ²2015; Barbara Ransby, Ella Baker and the Black Freedom Movement. A Radical Democratic Vision, Chapel Hill 2003; Jennifer Scanlon, Until There Is Justice: The Life of Anna Arnold Hedgeman, New York 2016; Kate Clifford Larson, Walk with Me: A Biography of Fannie Lou Hammer, New York 2021.
  83. Zur zentralen Rolle Schwarzer Frauen im Community Building, racial uplift und im Kampf um Freiheit und Gleichberechtigung im 19. Jahrhundert siehe z.B.: Glenda Elizabeth Gilmore, Gender and Jim Crow: Women and the Politics of White Supremacy in North Carolina, 1896-1920, Chapel Hill 1996; Tera W. Hunter, To Joy my Freedom: Southern Black Women’s Lives and Labors after the Civil War, Cambridge 1997.
  84. Vgl. u.a. J. Mills Thornton III, Dividing Lines: Municipal Politics and the Struggle for Civil Rights in Montgomery, Birmingham, and Selma, Tuscaloosa 2002; Mary Stanton, Journey toward Justice: Juliette Hampton Morgan and the Montgomery Bus Boycott, Athens 2006; Robert J. Walker, Let My People Go! The Miracle of the Montgomery Bus Boycott, Lanham 2007; Danielle L. McGuire, At the Dark End of the Street: Black Women, Rape, and Resistance – A New History of the Civil Rights Movement from Rosa Parks to the Rise of Black Power, New York 2010.
  85. Vgl. z.B.: Jama Lazerow/Yohuru Williams (Hrsg.), In Search of the Black Panther Party: New Perspectives on a Revolutionary Movement, Durham 2006; Peniel E. Joseph (Hrsg.), The Black Power Movement: Rethinking the Civil Rights-Black Power Era, New York 2006. Rhonda Williams unterstreicht die wichtige Rolle, die Frauen ideologisch und aktivistisch in der Black Power/Black Panther-Bewegung einnahmen: Rhonda Y. Williams, Concrete Demands: The Search for Black Power in the 20th Century, New York 2015; Ashley D. Farmer, Remaking Black Power: How Black Women Transformed an Era, Chapel Hill 2017.
  86. Siehe Eileen Boris, On the Importance of Naming: Gender, Race, and the Writing of Policy History, in: Journal of Policy History 17 (2005), H. 1, S. 72-92; Marisa Chappell, The War on Welfare: Family, Poverty, and Politics in Modern America, Philadelphia 2010.
  87. Siehe McGuire, At the Dark End of the Street; Catherine O. Jacquet, The Injustices of Rape: How Activists Responded to Sexual Violence, 1950-1980, Chapel Hill 2019. Sexuelle Gewalt gegen Schwarze Männer wird noch selten betrachtet. Im Kontext der Sklaverei siehe: Thomas A. Foster, Rethinking Rufus: Sexual Violations of Enslaved Men, Athens 2019.
  88. Vgl. McGuire, At the Dark End of the Street.
  89. Siehe Premilla Nadasen, Household Workers Unite: The Untold Story of African Women Who Built a Movement, Boston 2015; Rebecca Sharpless, Cooking in Other Women’s Kitchen: Domestic Workers in the South, 1865-1960, Chapel Hill 2010.
  90. Siehe Steve Estes, I Am a Man! Race, Manhood, and the Civil Rights Movement, Chapel Hill 2005. Einen Überblick zu African Americans and Manhood gibt Simon Wendt in: ders., Gewalt und schwarze Männlichkeit in der Black Power-Bewegung, in: Jürgen Martschukat/Olaf Stieglitz (Hrsg.), Väter, Soldaten, Liebhaber: Männer und Männlichkeiten in der Geschichte Nordamerikas – Ein Reader, Bielefeld 2015, S. 355-370.
  91. Männlichkeit und Ideen von Männlichkeit werden besonders intensiv im Hinblick auf Militärdienst und gewaltbereiten/bewaffneten Widerstand untersucht. Siehe z.B. Timothy B. Tyson, Radio Free Dixie: Robert F. Williams and the Roots of Black Power, Chapel Hill 1999; Herman Graham, III, The Brothers’ Vietnam War: Black Power, Manhood and the Military Experience, Gainesville 2003; Lance Hill, The Deacons for Defense: Armed Resistance and the Civil Rights Movement, Chapel Hill 2004; Wendt, The Spirit and the Shotgun; Christine Knauer, Let us Fight as Free Men: Black Soldiers and Civil Rights, Philadelphia 2014; D’Weston Haywood, Let Us Make Men: The Twentieth-Century Black Press and a Manly Vision for Racial Advancement, Chapel Hill 2018.
  92. Siehe z.B. Dayo F. Gore/Jeanne Theoharis/Komozi Woodard (Hrsg.), Want to Start a Revolution?; zur Neubewertung des Einflusses radikaler Frauen auf Malcolm X siehe: Erik S. McDuffie/Komozi Woodard, „If you’re in a Country that’s progressive, the Woman is progressive“: Black Women Radicals and the Making of the Politics and Legacy of Malcolm X, in: Biography 36 (2013), H. 3, S. 507-539; Jakobi Williams, „Don’t no Woman Have to Do Nothing She Don’t Want to Do“: Gender, Activism, and the Illinois Black Panther Party, in: Black Women, Gender, and Families 6 (2012), H. 2, S. 29-54, online unter https://crossculturalsolidarity.com/wp-content/uploads/2021/02/Jakobi-Gender-BPP.pdf [20.12.2021]; siehe auch Robyn Ceanne Spencer, Engendering the Black Freedom Struggle: Revolutionary Black Womanhood and the Black Panther Party in the Bay Area, California, in: Journal of Women’s History 20 (2008), H. 1, S. 90-113; Robyn C. Spencer, The Revolution Has Come: Black Power, Gender, and the Black Panther Party in Oakland, Durham 2016.
  93. John D’Emilio, Lost Prophet: The Life and Times of Bayard Rustin, New York 2003. Eine soziologische Auseinandersetzung mit Rustin liefert: Nicole Hirschfelder, Oppression as Process. The Case of Bayard Rustin, Heidelberg 2014.
  94. Troy R. Saxby, Pauli Murray: A Personal and Political Life, Chapel Hill 2020.
  95. Kevin J. Mumford, Not Straight, Not White: Black Gay Men from the March on Washington to the Aids Crisis, Chapel Hill 2016; zum Thema Homosexualität als Waffe gegen Bürgerrechtler*innen/die Bürgerrechtsbewegung siehe z.B. Jared Leighton, „Character Assassins“: How the FBI Used the Issue of Homosexuality against the Black Freedom Struggle, in: Journal of Civil and Human Rights 2 (2016), H. 2, S. 151-185.
  96. Siehe z.B. Special Issue: LGBT Themes in African American History, in: Journal of African American History 104 (2019), H. 2.
  97. Allan Bérubé, How Gay Stays White and What Kind of White It Stays, in: Birgit Rasmussen u.a. (Hrsg.), The Making and Unmaking of Whiteness, Durham 2001, S. 234-265.
  98. Das Konzept der Diaspora, das die unfreiwillige und racially geprägte, transnationale Bewegung sowie den Austausch in den Blick nimmt, spielt vor allem bezogen auf Sklaverei und Sklavenkultur eine zentrale Rolle. Siehe u.a. Stephanie E. Smallwood, Saltwater Slavery: A Middle Passage from Africa to American Diaspora, Cambridge 2007.
  99. Besonders multiethnische (Groß-)Städte bieten sich an, um Zusammenarbeit und Divergenz zu untersuchen. Vgl. z.B. Mark Brilliant, The Color of America Has Changed: How Racial Diversity Shaped Civil Rights Reform in California, 1941-1978, New York 2010; Shana Bernstein, Bridges of Reform: Interracial Civil Rights Activism in Twentieth-Century Los Angeles, New York 2011; Scott Kurashige, The Shifting Grounds of Race: Black and Japanese Americans in the Making of Multiethnic Los Angeles, Princeton 2008; Sonia Song-Ha Lee, Building a Latino Civil Rights Movement: Puerto Ricans, African Americans, and the Pursuit of Racial Justice in New York City, Chapel Hill 2014; Brian D. Behnken (Hrsg.), Civil Rights and Beyond: African American and Latino/a Activism in the Twentieth-Century United States, Athens 2016; Gordon K. Mantler, Power to the Poor: Black-Brown Coalition and the Fight for Economic Justice, 1960-1974, Chapel Hill 2013; Stephanie Hinnershitz, A Different Shade of Justice: Asian American Civil Rights in the South, Chapel Hill 2017.
  100. Siehe z.B. Thomas Borstelmann, The Cold War and the Color Line: American Race Relations in the Global Arena, Cambridge 2001; Dudziak, Cold War Civil Rights.
  101. Siehe z.B. Jonathan Rosenberg, How Far the Promised Land? World Affairs and the American Civil Rights Movement from the First World War to Vietnam, New York 2006; Cynthia A. Young, Soul Power: Culture, Radicalism, and the Making of a U.S. Third World Left, Durham 2006; Brenda Gayle Plummer, In Search of Power: African Americans in the Era of Decolonization, Cambridge 2013. Michael L. Krenn beschäftigt sich mit der Rolle von Schwarzen im Außenministerium: Black Diplomacy: African Americans and the State Department, 1945-1969, Armonk 1999.
  102. Allgemein zu Frauen und transnationalem Bewusstsein siehe z.B.: Imaobong D. Umoren, Race Women Internationalists: Activists-Internationalists and Global Freedom Struggles, Oakland 2018.
  103. Vgl. Camp/Heathertorn, Policing the Planet.
  104. Vgl. Laura Flanders, Opal Tometi on Building a Transnational Movement for Black Lives, in: Truthout, 05.08.2015, https://truthout.org/articles/opal-tometi-on-building-a-transnational-movement-for-black-lives/ [20.12.2021].
  105. Siehe z.B. Penny von Eschen, Race against Empire: Black Americans and Anticolonialism, 1937-1957, Ithaca 1997; Carol Anderson, Eyes off the Prize: The United Nations and the African American Struggle for Human Rights, 1944-1955, Cambridge 2003; John Munro, The Anticolonial Front: The African American Freedom Struggle and Global Decolonisation, 1945-1960, Cambridge 2017.
  106. Carol Anderson, Bourgeois Radicals: The NAACP and the Struggle for Colonial Liberation, 1941-1960, Cambridge 2015. Anderson sucht zu zeigen, dass die NAACP entgegen der Thesen linksorientierter Historiker*innen ihre antikoloniale Arbeit nach der Entlassung Du Bois’ fortsetzte.
  107. Vgl. Nicholas Grant, Winning our Freedoms Together: African Americans and Apartheid, 1945-1960, Chapel Hill 2017; Toivo Asheeke, Black Power and Armed Decolonization in Southern Africa: Stokely Carmichael, the African National Congress of South Africa, and the African Liberation Movements, November 1967-December 1973, in: Journal of African American History 104 (2019), H. 3, S. 415-444.
  108. Vgl. Derek Charles Catsam, African Americans, American Africans, and the Idea of an African Homeland, in: Reviews in American History 36 (March 2008), H. 1, S. 84-89; „Afrika“ fungierte oft als Projektionsfläche für unerfüllte Träume. Siehe z.B. James Hunter Meriwether, Proudly We Can be Africans: Black Americans and Africa 1935-1961, Chapel Hill 2002; James T. Campbell, Middle Passages: African American Journeys to Africa, 1787-2005, New York 2006; Kevin K. Gaines, American Africans in Ghana: Black Expatriates and the Civil Rights Era, Chapel Hill 2006; Mary L. Dudziak, Exporting American Dreams: Thurgood Marshall’s African Journey, Princeton 2011; Seth M. Markle, A Motorcycle on Hell Run: Tanzania, Black Power, and the Uncertain Future of Pan-Africanism, 1964-1974, East Lansing 2017.
  109. Vgl. Fred Ho/Bill V. Mullen (Hrsg.), Afro Asia: Revolutionary Political and Cultural Connections between African Americans and Asian Americans, Durham 2008; Michael C. Green, Black Yanks in the Pacific: Race in the Making of American Military Empire after World War II, Ithaca 2010; Knauer, Let us Fight as Free Men; Daniel S. Lucks, Selma to Saigon: The Civil Rights Movement and the Vietnam War, Lexington 2014.
  110. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Zahl nicht grundlegend verändert. Es sind immer noch über zwei Millionen Amerikaner*innen im Gefängnis. Vgl. Bureau of Justice Statistics, Total Correctional Population, online unter https://www.bjs.gov/index.cfm?tid=11&ty=tp [20.12.2021].
  111. Vgl. Heather Ann Thompson, Rethinking Working Class History through the Lens of the Carceral State: Toward a Labor History of Inmates and Guards, in: Labor. Studies in Working Class History in the Americas 8 (2001), H. 3, S. 15-45.
  112. Vgl. Alexander, The New Jim Crow, S. 135.
  113. Michelle Alexander, The New Jim Crow: Mass Incarceration in the Age of Colorblindness, New York 2010.
  114. Im Jahr 2010 prangerte Heather Ann Thompson das fehlende Interesse von Historiker*innen an der langen Geschichte massenhafter Inhaftierung von (Afro)Amerikaner*innen noch an: dies., Why Mass Incarceration Matters: Rethinking Crisis, Decline, and Transformation in Postwar American History, in: Journal of American History 97 (2010), H. 3, S. 703-734, online unter http://endnewjimcrownj.org/resources/Thompson_2010.pdf [20.12.2021]. Ein Überblick zum Forschungsstand: dies., The Racial History of Criminal Justice in America, in: Du Bois Review 16 (2019), H. 1, S. 221-241.
  115. Vgl. Simon Balto, Occupied Territory: Policing Black Chicago from Red Summer to Black Power, Chapel Hill 2019. Zur langen Geschichte der Stigmatisierung und Kriminalisierung von Schwarzen: Khalil Gibran Muhammad, The Condemnation of Blackness: Race, Crime, and the Making of Modern Urban America, Cambridge 2010; Douglas A. Blackmon, Slavery by Another Name: The Re-Enslavement of Black Americans from the Civil War to World War II, New York 2008; Dennis Childs, Slaves of the State: Black Incarceration from the Chain Gang to the Penitentiary, Minneapolis 2015; Henry Kamerling, Capital and Convict: Race, Region, and Punishment in Post-Civil War America, Charlottesville 2017; Tera Eva Agyepong, The Criminalization of Black Children: Race, Gender, and Delinquency in Chicago’s Juvenile Justice System, 1899-1945, Chapel Hill 2018.
  116. Siehe z.B.: Jordan T. Camp/Christina Heatherton (Hrsg.), Policing the Planet: Why the Policing Crisis Led to Black Lives Matter, London 2016; Angela Y. Davis, Are Prisons Obsolete?, New York 2003, online unter https://collectiveliberation.org/wp-content/uploads/2013/01/Are_Prisons_Obsolete_Angela_Davis.pdf [20.12.2021].
  117. Eine wachsende Zahl von Arbeiten hat sich besonders in Regionalstudien mit der Thematik Polizei, Inhaftierung und Protest beschäftigt. Siehe z.B. Donna Murch, Crack in Los Angeles: Crisis, Militarization, and Black Response to the late Twentieth-Century War on Drugs, in: Journal of American History 102 (2015), H. 1, S. 162-173; Max Felker-Kantor, Policing Los Angeles: Race, Resistance, and the Rise of the LAPD, Chapel Hill 2018; Austin McCoy, „Detroit under STRESS“: The Campaign to Stop Police Killings and the Criminal State in Detroit, in: Journal of Civil and Human Rights 7 (2021), H. 1, S. 1-34; Clarence Taylor, Fight the Power: African Americans and the Long History of Police Brutality in New York City, New York 2018; Carl Suddler, Presumed Criminal: Black Youth and the Justice System in Postwar New York, New York 2019.
  118. Vermehrt erscheinen Studien zu Polizeigewalt und Masseninhaftierung von Frauen. Siehe: Special Issue Gendering the Carceral State: African American Women, History, and the Criminal Justice System, in: Journal of African American History 100 (2015), H. 3; Special Issue: Black Women and Police and Carceral Violence, in: Souls 20 (2018), H. 1; Andrea J. Ritchie, Invisible No More: Policing Violence against Black Women and Women of Color, Boston 2017; vor 1945: Talitha LeFlouria, Chained in Silence: Black Women and Convict Labor in the New South, Chapel Hill 2015; Sarah Haley, No Mercy Here: Gender, Punishment, and the Making of Jim Crow, Chapel Hill 2016; Anne Gray Fischer, „This Place Is Gone!“ Policing Black Women to Redevelop Downtown Boston, in: Journal of Social History 53 (2019), H. 1, S. 7-26.
  119. Siehe z.B. Donna Murch, Ferguson’s Inheritance, in: Jacobin, 08.05.2015, https://www.jacobinmag.com/2015/08/ferguson-police-black-lives-matter [20.12.2021]; William Barber II/Jonathan Wilson-Hartgrove, A Cry of „I Can’t Breathe“ United a Generation in a Gasp for Justice, in: New York Times, 21.05.2021; Mitchell F. Crusto, Black Lives Matter: Banning Police Lynchings, Hastings Constitutional Law 48 (2020), H. 1, https://repository.uchastings.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=2125&context=hastings_constitutional_law_quaterly [20.12.2021]; Sandra E. Weissinger/Dwayne E. Mack (Hrsg.), Law Enforcement in the Age of Black Lives Matter: Policing Black and Brown Bodies, Lanham 2018. Zur vielfältigen Anwendung des Begriffs in der Geschichte: Christopher Waldrep, The Many Faces of Judge Lynch: Extralegal Violence and Punishment in America, New York 2002; Christine Knauer, Lynchmorde und der weiße Süden nach 1945, in: Michael Butter/Astrid Franke/Horst Tonn (Hrsg.), Von Selma bis Ferguson: Rasse und Rassismus in den USA, Bielefeld 2016, S. 93-110.
  120. Siehe u.a.: Jason Morgan Ward, Hanging Bridge: Racial Violence and America’s Civil Rights Century, New York 2016; Tameka Bradley Hobbs, Democracy Abroad, Lynching at Home: Racial Violence in Florida, Gainesville 2016; Anthony Pitch, The Last Lynching: How a Gruesome Mass Murder Rocked a Small Georgia Town, New York 2016; Timothy B. Tyson, The Blood of Emmett Till, New York 2017; William B. Gravely, They Stole Him out of Jail: Willie Earle, South Carolina’s Last Lynching Victim, Columbia 2019; Ersula J. Ore, Lynching: Violence, Rhetoric, and American Identity, Jackson 2019.
  121. Vgl. David R. Farber, The War on Drugs. A History, New York 2021.
  122. Elizabeth Hinton, From the War on Poverty to the War on Crime, Cambridge, Mass., 2016; Naomi Murakawa, The First Civil Rights: How Liberals Built Prison America, New York 2014. Vgl. Cyrus J. O’Brien, „A Prison in Your Community“: Halfway Houses and the Melding of Treatment and Control, in: Journal of American History 108 (2021), H. 1, S. 93-117.
  123. Vgl. Heather Ann Thompson, Whose Detroit? Politics, Labor, and Race in a Modern American City, Ithaca 2001; dies., Why Mass Incarceration Matters. In ihrem neuesten Buch liefert Elizabeth Hinton eine Neuinterpretation der als riots bezeichneten Proteste von vor allem Jugendlichen in Großstädten in den 1960er- und 1970er-Jahren: dies., America on Fire: The Untold History of Police Violence and Black Rebellion since the 1960s, London 2021. Zur Entwicklung der Vorstädte siehe z.B.: Kevin M. Kruse, White Flight: Atlanta and the Making of Modern Conservatism, Princeton 2005; Matthew D. Lassiter/Andrew B. Lewis (Hrsg.), The Moderates’ Dilemma: Massive Resistance to School Desegregation in Virginia, Charlottesville 1998; Matthew D. Lassiter, The Silent Majority: Suburban Politics in the Sunbelt South, Princeton 2006.
  124. Vgl. Dan Berger, Captive Nation: Black Prison Organizing in the Civil Rights Era, Chapel Hill 2014; Robert T. Chase, We Are Not Slaves: State Violence, Coerced Labor, and Prisoners’ Rights in Postwar America, Chapel Hill 2020; Garrett Felber, Those Who Know Don’t Say: The Nation of Islam, the Black Freedom Movement, and the Carceral State, Chapel Hill 2020. Detailliert zum Gefängnisaufstand in Attica: Heather Ann Thompson, Blood in the Water: The Attica Prison Uprising of 1971 and its Legacy, New York 2016.
  125. Michael Javen Fortner, Black Silent Majority: The Rockefeller Drug Laws and the Politics of Punishment, Cambridge 2015. Siehe auch James Forman Jr., Locking up our Own: Crime and Punishment in Black America, New York 2017. Fortners Buch wurde heftig kritisiert: Donna Murch im „Boston Review“: dies., Who’s to Blame for Mass Incarceration?, in: Boston Review, 16.10.2015, https://bostonreview.net/articles/donna-murch-michael-javen-fortner-black-silent-majority/ [20.12.2021]. Die Erwiderung Fortners: Michael Javen Fortner, Historical Method and the Noble Lie, in: Boston Review, 23.10.2015, https://bostonreview.net/articles/response-michael-javen-fortner-donna-murch-black-silent-majority/ [20.12.2021]. Kritiker*innen und Autor warfen sich gegenseitig „oversimplification“ vor.
  126. Zur Wichtigkeit von Klasse siehe u.a.: Julian Maxwell, The Dream Is Lost: Voting Rights and the Politics of Race in Richmond, Lexington 2017; Maurice J. Hobson, The Legend of the Black Mecca: Politics and Class in the Making of Modern Atlanta, Chapel Hill 2017.
  127. Homepage National Museum of African American History and Culture, https://www.si.edu/museums/african-american-museum [20.12.2021].
  128. Homepage National Memorial of Peace and Justice in Montgomery, https://museumandmemorial.eji.org/memorial [20.12.2021].
  129. Vgl. u.a. Jacey Fortin, The Statue at the Center of the Charlottesville’s Storm, in: New York Times, 13.08.2017.
  130. The 1619 Project, in: New York Times Magazine, 14.08.2019.
  131. Vgl. J. Brian Charles, The New York Times 1619 Project is Reshaping the Conversation on Slavery. Conservatives Hate it, in: Vox, 20.08.2019, https://www.vox.com/identities/2019/8/19/20812238/1619-project-slavery-conservatives [20.12.2021].
  132. Siehe z.B.: Leslie M. Harris, I Helped Fact-Check the 1619 Project. The Times Ignored Me., in: Politico, 06.03.2020, https://www.politico.com/news/magazine/2020/03/06/1619-project-new-york-times-mistake-122248 [20.12.2021]; Twelve Scholars Critique the 1619 Project and the New York Times Magazine Editor Responds, in: History News Network, 30.12.2019, https://historynewsnetwork.org/article/174140 [20.12.2021].
  133. Vgl. Renee C. Romano/Leigh Raiford, The Civil Rights Movement in American Memory, Athens 2006.
  134. Von besonderem Interesse für die Forschung ist die Erinnerung über Zeit und Raum an den Lost Cause und dessen Funktionalisierung für den Erhalt der White Supremacy. Vgl. David W. Blight, Race and Reunion: The Civil War in American Memory, Cambridge 2001; ders., Beyond the Battlefield: Race, Memory & the American Civil War, Amherst 2002. Siehe auch Fitzhugh Brundage, The Southern Past: A Clash of Race and Memory, Cambridge 2005; Carole Emberton/Bruce Baker (Hrsg.), Remembering Reconstruction: Struggles over the Meaning of America’s Most Turbulent Era, Baton Rouge 2017; Adam H. Domby, The False Cause: Fraud, Fabrication, and White Supremacy in Confederate Memory, Charlottesville 2020; Karen L. Cox, No Common Ground: Confederate Monuments and the Ongoing Fight for Racial Justice, New York 2021.
  135. Zur komplizierten Entstehung des Denkmals vgl. Kevin Bruyneel, The King’s Body: The Martin Luther King Jr. Memorial and the Politics of Collective Memory, in: History and Memory 26 (2014), H. 1, S. 75-108; Patrick Hagopian, The Martin Luther King, Jr. Memorial and the Politics of Post-Racialism, in: History & Memory 32 (2020), H. 2, S. 36-77. Zur Bedeutung von Todesanzeigen: Kathleen McElroy, You Must Remember This: Obituaries and the Civil Rights Movement, in: Journal of Black Studies 44 (2013), H. 4, S. 335-355. Zu Obama und der Bürgerrechts-Erinnerung: Thomas Sugrue, „This is my Story“: Obama, Civil Rights and Memory, in: ders., Not Even Past: Obama and the Burden of Race, Princeton 2020, S. 11-55.
  136. Vgl. Jeanne Theoharis, A More Beautiful and Terrible History: The Uses and Misuses of Civil Rights History, Boston 2017, S. 33.
  137. Hall, The Long Civil Rights Movement and the Political Uses of the Past, S. 1235.
  138. Theoharis, The Rebellious Life of Mrs. Rosa Parks; vgl. auch McGuire, At the Dark End of the Street.
  139. Vgl. H. Roy Kaplan, The Myth of Post-Racial America: Searching for Equality in the Age of Materialism, Lanham 2011.
  140. Vgl. Adam Liptak, Supreme Court Invalidates Key Part of Voting Rights Act, in: New York Times, 25.06.2013.
  141. George Derek Musgrove, Rumor, Repression, and Racial Politics. How the Harassment of Black Elected Officials Shaped Post-Civil Rights America Rights America, Athens 2012.
  142. Siehe z.B. Mary Potorti, „Feeding the Revolution“: The Black Panther Party, Hunger, and Community Survival, in: Journal of African American Studies 21 (2017), S. 85-110; Russell Rickford „We Can’t Grow Food on all this Concrete“: The Land Question, Agrarianism, and Black Nationalist Thought in the Late 1960s and 1970s, in: Journal of American History 103 (2017), H. 4, S. 956-980.
  143. Siehe u.a. Eric Schickler, Racial Realignment: The Transformation of American Liberalism, Princeton 2015; Adam Hilton, True Blue: The Contentious Transformation of the Democratic Party, Pennsylvania 2021.
  144. Siehe u.a. Tiffany M. Gill, Beauty Shop Politics: African American Women’s Activism in the Beauty Industry, Urbana 2010; Blain Roberts, Pageants, Parlors, and Pretty Women: Race and Beauty in the Twentieth-Century South, Chapel Hill 2014; Lynn M. Thomas, Beneath the Surface: A Transnational History of Skin Lighteners, Durham 2020.
  145. Siehe u.a. Lucy Bland, Britain’s „Brown Babies“. The Stories of Children Born to Black GIs and White Women in the Second World War, Manchester 2019; Ruth Lawlor, Contested Crimes: Race, Gender, and Nation in GI Histories of Sexual Crime, World War II, in: Journal of Military History 84 (2020), H. 2, S. 541-569; Thomas A. Guglielmo, Divisions: A New History of Racism and Resistance in America’s World War II Military, New York 2021.
  146. Siehe u.a. Special Issue: Bounded Cities, hg. v. Anke Ortlepp/Bryant Simon, Amerikastudien/American Studies 65 (2020), H. 2.
  147. Siehe u.a. Bench Ansfield, The Crisis of Insurance and the Insuring of the Crisis: Riot Reinsurance and Redlining in the Aftermath of the 1960s Uprisings, in: Journal of American History 107 (2021), H. 4, S. 899-921.
  148. Siehe u.a. Marcia Chatelain, Franchise: The Golden Arches in Black America, New York 2020.
  149. Siehe u.a. Gretchen Sorin, Driving While Black: African American Travel and the Road to Civil Rights, New York 2020; Candacy A. Taylor, Overground Railroad: The Green Book and the Roots of Black Travel in America, New York 2020; Mia Bay, Traveling Black: A Story of Race and Resistance, Cambridge 2021; Alison Rose Jefferson, Living the California Dream: African American Leisure Sites during the Jim Crow Era, Lincoln 2020.
  150. Siehe u.a. Britta Waldschmidt-Nelson, Emotions, Elections, and the Quest for Black Political Empowerment, in: Jessica C. E. Gienow-Hecht (Hrsg.), Emotions in American History: An International Assessment, Brooklyn 2010, S. 225-249.
  151. Siehe u.a. Stephen Tuck, „We Are Taking up where the Movement of the 1960s Left off“: The Proliferation and Power of African American Protest during the 1970s, in: Journal of Contemporary History 43 (2008), S. 637-654; David L. Chappell, Waking from the Dream: The Struggle for Civil Rights in the Shadow of Martin Luther King, Jr., Durham 2014.
  152. Siehe u.a. Thomas Grillot/Pauline Peretz/Yann Philippe, „Wherever the Authority of the Federal Government Extends“: Banning Segregation in Veterans’ Hospitals (1945-1960), in: Journal of American History 107 (2020), H. 2, S. 388-410; Karen Kruse Thomas, Deluxe Jim Crow: Civil Rights and American Health Policy, 1935-1954, Athens 2011; Marybeth Gasman/Louis Sullivan, The Morehouse Mystique: Becoming a Doctor at the Nation’s Newest African American Medical School, Baltimore 2012.
  153. Siehe Alondra Nelson, Body and Soul: The Black Panther Party and the Fight against Medical Discrimination, Minneapolis 2011; Dan Royles, To Make the Wounded Whole: The African American Struggle against HIV/AIDS, Chapel Hill 2020.
  154. Siehe Dagbovie, What is African American History?, S. 130-136.
  155. Siehe Paige Glotzer, How the Suburbs Were Segregated: Developers and the Business of Exclusionary Housing, 1890-1960, New York 2020.
  156. Siehe z.B. das Sonderheft: Through the Eye of Katrina: The Past as Prologue?, Journal of American History 94 (December 2007).
  157. Vgl. Dianne D. Glave/Mark Stoll (Hrsg.), To Love the Wind and the Rain: African Americans and Environmental History, Pittsburgh 2006; Carl A. Zimring, Clean and White: A History of Environmental Racism in the United States, New York 2015. Lokalstudien: Ellen Griffith Spears, Baptized in PCBs: Race, Pollution, and Justice in an All-American Town, Chapel Hill 2014; Robert Gioielli, Environmental Activism and the Urban Crisis: Baltimore, St. Louis, Chicago, Philadelphia 2014; Andrew M. Busch, City in a Garden: Environmental Transformations and Racial Justice in Twentieth-Century Austin, Texas, Chapel Hill 2017; Sheree Henderson/Rebecca Wells, Environmental Racism and the Contamination of Black Lives: A Literature Review, in: Journal of African American Studies 25 (2021), S. 134-151.
  158. Vgl. David K. Wiggins, „Black Athletes in White Men's Games“: Race, Sport and American National Pastimes, in: The International Journal of the History of Sport 31 (2014), H. 1-2, S. 181-202; Michael E. Lomax (Hrsg.), Sports and the Racial Divide: African American and Latino Experience in an Era of Change, Jackson 2008; Special Issue, Journal of African American History 96 (2011), H. 4: African Americans and the History of Sport.
  159. Special Issue: New Directions in African American Sports History, Journal of African American History 106 (2021), H. 2; siehe auch Theresa Runstedter, Punishing the Punch: Constructions of Black Criminality during the NBA’s „Dark Ages“, in: Journal of African American History 104 (2019), H. 3, S. 445-473.