Diskurs und Diskursgeschichte

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Achim Landwehr, Diskurs und Diskursgeschichte
Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 11.02.2010, http://docupedia.de/zg/Diskurs_und_Diskursgeschichte
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"Hier wird die Welt erschaffen" Bauschild, 1993, Künstler: [http://www.kurr.org/ Stefan Kurr]©, mit freundlicher Genehmigung.
"Hier wird die Welt erschaffen" Bauschild, 1993, Künstler: Stefan Kurr©, mit freundlicher Genehmigung.
Diskurs und Diskursgeschichte

Schwierigkeiten mit dem Diskurs

Darstellungen zur Diskursgeschichte setzen nahezu immer am selben Punkt an (und müssen dies wohl auch tun): beim Begriff des Diskurses selbst. Während in romanischen Sprachen oder im Englischen discours, discorso, discourse etc. zur Alltagssprache gehören, ist dies im Deutschen nicht der Fall – oder: noch nicht. Denn auch wenn es sich statistisch schwerlich belegen lässt, so ist doch die Vermutung durchaus begründet, dass die Verwendung des Wortes „Diskurs" auch im Deutschen deutlich zugenommen hat. Möglicherweise ist dieser Ausdruck schon auf dem Weg zu einem Allerweltswort, zumindest drängt sich in manchen Sprechsituationen dieser Eindruck auf. Da ist allenthalben von Bioethik-Diskurs, Umwelt-Diskurs, Jazz-Diskurs, Ethik im Diskurs, Waldorf-Diskurs, gesellschaftlichem Diskurs, politischem Diskurs, Anregungen zum Diskurs oder Initiierungen von Diskursen die Rede – eine globale Suche nach „Diskurs" über Google kann einen schwindeln lassen.

Von Diskursen wird fraglos viel geredet, und eine ungefähre Ahnung, was mit diesem Wort gemeint sein könnte, ist auch durchaus gegeben – nur dürfte es für die meisten schwierig sein, genauer zu umschreiben, geschweige denn zu definieren, was ein Diskurs ist. Genau solche Situationen nehmen wissenschaftliche Analysen von Diskursen zum Ausgangspunkt: Der Umstand, dass bestimmte Aspekte des sozialen, politischen, kulturellen, wirtschaftlichen oder sonstigen Lebens so sind wie sie sind, dass sie auf eine bestimmte Art und Weise zum Ausdruck gebracht werden, dass sie in bestimmten Formen präsentiert werden, dass – mit anderen Worten – die soziokulturelle Wirklichkeit, mit der wir konfrontiert sind, so ist wie sie ist, das wollen alle Forschungsrichtungen, die sich in der einen oder anderen Art und Weise diskurstheoretisch verstehen, nicht als selbstverständlich hinnehmen. Diskurstheorie und Diskursgeschichte haben es sich daher – ganz schlicht gesprochen – zur Aufgabe gemacht, sich über Dinge zu wundern, über die sich üblicherweise niemand mehr wundert. Ausgangspunkte für solche Verwunderungen oder besser: Problematisierungen sind überall zu finden; das müssen beileibe nicht nur Wörter sein, dabei kann es sich um Bilder, Gegenstände, Praktiken, Ideen, Theorien oder sonst etwas handeln.

Diese Art der Problematisierung kann und muss natürlich auch auf den Diskursbegriff selbst angewendet werden. Wenn wir uns daher wundern, dass auf so vielfältige Art und Weise vom Diskurs die Rede ist, ohne dass immer deutlich wird, wovon dabei genau die Rede ist, dann kann an diesem Punkt eine Diskursgeschichte von „Diskurs" ansetzen. Mit dieser Fragerichtung einer diskursiven Selbstreflexion versucht der vorliegende Beitrag einige wichtige Aspekte zu beleuchten: Was genau bezeichnet der Diskursbegriff? Mit welchen Inhalten verbindet sich die Diskursgeschichte? Welche Forschungsthemen sind in diesem Bereich relevant, welche Kontroversen haben sich entwickelt und welche zukünftigen Aufgaben stellen sich?[1]

Geschichte des Diskurses und Diskursgeschichte

Diskursbegriff

Auf die Frage, was ein Diskurs sei, kann es keine eindeutige Antwort geben. Das lehrt zumindest der begriffsgeschichtliche Blick. Denn schon seit seinen lateinischen Ursprüngen ist discursus ein schillernder Begriff, der die menschliche Verstandestätigkeit oder die räsonierte Behandlung eines bestimmten Themas bezeichnen kann, der auf mündliche Reden und schriftliche Abhandlungen verweist und damit insbesondere in der Linguistik in den Zusammenhang gesprochener und geschriebener Sprache gerückt wird, oder der die soziale Dimension von Sprache akzentuiert.[2]

Wenn sich diese inhaltlichen Bestimmungen als wichtige begriffshistorische Wurzeln identifizieren lassen, dann müssen zumindest in aller gebotenen Knappheit auch einige wichtige zeitgenössische Verwendungsweisen von „Diskurs" Erwähnung finden: In der Linguistik spielt der Diskursbegriff seit jeher eine prominente Rolle, wenn auch in einer sehr weit gefassten, sich auf die etymologischen Wurzeln beziehenden Weise. Erfasst werden soll damit die konkrete Verwendung von Sprache. In einer weiteren einflussreichen Verwendung des Begriffs, in Jürgen Habermas' Diskursethik, ist die Zielrichtung wiederum eine ganz andere, denn im Rahmen einer rationalen Argumentation soll der Diskurs die Wahrheitsfähigkeit praktischer Fragen erweisen. In der Diskursethik sollen daher moralische Normen und Gebote begründet werden. Den Diskursbegriff bei Michel Foucault, dem sicherlich wichtigsten Stichwortgeber in diesem Feld, im Detail darzulegen, würde eine eigene Abhandlung für sich erfordern, vor allem weil der Begriff in seinem Œuvre recht weitgehende Umdeutungen erfahren hat. Mit dem Mut zur übermäßigen Konzentration kann man hinsichtlich des Foucault'schen Diskursbegriffs vor allem auf zwei Aspekte aufmerksam machen: Einerseits versucht Foucault damit, in einem wissenschaftshistorischen und epistemologischen Zugriff den Umstand zu erfassen, dass das Wissen zu einer gegebenen Zeit und innerhalb einer gegebenen Kultur eine „wohldefinierte Regelmäßigkeit" besitzt.[3] Mit seiner berühmten Antrittsvorlesung am Collège de France über die „Ordnung des Diskurses"[4] wird dieses Begriffsverständnis dann wesentlich stärker mit Fragen der Macht, der Verknappung von Aussagemöglichkeiten und mit Exklusions- beziehungsweise Inklusionsmechanismen gekoppelt.

Der Eindruck, den dieser Schnelldurchlauf unweigerlich erzeugt, oszilliert zwischen Verwirrung und Schwammigkeit. Weder ist auf den ersten Blick klar, was mit den jeweiligen Diskursbestimmungen genau gemeint sein könnte, noch ergibt sich ein darüber hinaus reichender Gesamteindruck des Bedeutungsfeldes „Diskurs". Nun könnte man diese nicht unerheblichen Unsicherheiten im Umgang mit dem Diskursbegriff als Argument dafür ansehen, seine Verwendung gänzlich einzustellen. Von einer begrifflichen Kategorie, die nicht nur eine so verworrene historische Entwicklung hinter sich hat, sondern auch aktuell in sehr unterschiedlichen Kontexten zum Einsatz kommt, sollte man möglicherweise besser die Finger lassen. Dagegen spricht nicht nur, dass sich die Verwendung oder Nicht-Verwendung von Begriffen schwerlich dekretieren lässt, sondern ein solcher Vorschlag übersieht auch, dass der Diskursbegriff dieses Schicksal mit anderen zentralen Begriffen teilt: Gesellschaft, Politik, Kultur, Wirtschaft – würde man darauf verpflichtet, sie zu definieren, würden sich ähnliche, wenn nicht gar schwerwiegendere Verwirrungen und Probleme ergeben. Und schließlich darf der für die Belange einer Diskursgeschichte wichtigste Aspekt nicht übersehen werden, dass es nämlich durchaus möglich ist, eine tragfähige Bestimmung des Diskursbegriffs zu entwickeln.

Sieht man etwas genauer hin, so kann man feststellen, dass die Verwendung des Diskursbegriffs in der einen oder anderen Form immer auf den Sprach- und Zeichengebrauch in unterschiedlichen medialen und kommunikativen Kontexten gerichtet ist, um dadurch formale und inhaltliche Strukturierungen aufzudecken.[5]

Die Frage, die selbst wiederum diskurshistorisch von Belang ist, lautet, warum zu einem bestimmten Zeitpunkt der Diskursbegriff solche Relevanz erlangen konnte, dass man meinte, ihn als Instrumentarium zur Lösung anstehender Probleme einsetzen zu können. Welche Fragen standen im Raum, die man mit dem Diskursbegriff anzugehen versuchte, und welche Personen waren an diesem Vorgang aus welchen Gründen beteiligt? Was kann uns, mit anderen Worten, ein diskurshistorischer Blick auf den Diskurs lehren? Das dabei im Zentrum stehende Problem dürfte noch am leichtesten zu benennen sein: Es geht um die zentrale und für die Geschichte des abendländischen Denkens so altehrwürdige Frage, wie wir überhaupt etwas wissen können und wie Sicherheit über die Konstitution der Wirklichkeit zu erlangen ist. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurden solche Fragen in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen in zugespitzter Form gestellt. Diejenigen, die auf diese Fragen vor allem im Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine konstruktivistische Antwort gegeben haben, die also davon ausgehen, dass Wissen und Wirklichkeit Ergebnisse soziokultureller Prozesse sind, haben dies nicht selten mit Hilfe des Diskursbegriffs getan.[6]

Dies ist der Kernbestandteil von Diskurs, wie er hier zur Diskussion steht, nämlich die Tatsache, dass Wissen und Wirklichkeit Ergebnisse sozialer Konstruktionsprozesse sind und dass Gesellschaften auf diesem Weg ihre Umwelten mit bestimmten, keineswegs zufälligen Sinnformen ausstatten, ja, dass diese diskursiv konstituierten Sinnformen solcherart objektiviert werden können, dass sie nahezu naturnotwendigen Charakter annehmen.[7] Mit Michel Foucault gesprochen, könnte man das diskurstheoretische Anliegen derart auf den Punkt bringen, dass es um die Differenz geht zwischen dem, was sich theoretisch sagen, machen und denken lässt, und dem, was tatsächlich gesagt, gemacht und gedacht wird.[8] Indem sich in Diskursen Regeln verfestigen, die das Sagbare, Denkbare und Machbare betreffen, organisieren sie Wirklichkeit. Die Verbindung zu den begriffsgeschichtlichen Wurzeln von Diskurs ist insofern gegeben, als es in einem erweiterten Sinn um die menschliche Verstandestätigkeit geht und der Konstruktion von Wissen und Wirklichkeit mittels Sprache und anderer zeichenförmiger Systeme besondere Bedeutung zugemessen wird.

Vor diesem Hintergrund lassen sich definitorisch folgende Differenzierungen einführen: Diskurstheorie kann bezeichnet werden als die systematische Ausarbeitung des Stellenwertes von Diskursen im Prozess der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit. Unter Diskursanalyse ist dann die forschungspraktische und methodisch angeleitete Untersuchung von Diskursen zu verstehen. Die Diskursgeschichte schließlich ist die historische Forschungsrichtung, welche die empirische Untersuchung von Diskursen in ihrem geschichtlichen Wandel zum Gegenstand hat.[9]

Diskursgeschichte

Solche Überlegungen diskurstheoretischer Provenienz sind Ausgangsbasis für die Diskursgeschichte als einem geschichtswissenschaftlichen Ansatz sowie der Historischen Diskursanalyse als dem sie flankierenden methodischen Vorgehen. Damit wird die Frage aufgeworfen, wie im historischen Prozess bestimmte Formen des Wissens und der Wirklichkeit ausgebildet werden. Im Ergebnis solcher Prozesse werden Wirklichkeit und Wissen üblicherweise als Gegebenes hingenommen und nicht mehr eigens als Problem wahrgenommen – und eben dies ist für die Diskursgeschichte ein Problem. Die zentralen Elemente der Diskursgeschichte und Historischen Diskursanalyse lassen sich – gewissermaßen in Form eines diskursgeschichtlichen Katechismus – wie folgt zusammenfassen:[10]

1. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es sich bei Diskursen im Sinne der Diskursgeschichte um keine „zweiten Naturen" handelt, um keine Äußerlichkeiten, die den Dingen in ihrer „Eigentlichkeit" gewissermaßen übergestülpt würden. Mit zahlreichen erkenntnistheoretischen Ansätzen geht die Diskursgeschichte davon aus, dass es keine Möglichkeiten gibt, um „hinter" die Diskurse zu gelangen, um also Wirklichkeit gewissermaßen an sich erfahrbar zu machen. Wirklichkeit gibt es immer nur für uns; sie ist also immer nur relational denkbar. In Diskursen konstituieren sich diese Wirklichkeiten auf historisch entzifferbare Weise.

2. Diskurse weisen bestimmte Eigenschaften auf, deren wichtigste ihre unauflösliche Kopplung mit Macht ist. Um die Etablierung bestimmter Formen von Wirklichkeit als (zumindest partiell) gültig wird permanent gerungen. Diskurs und Macht hängen aber nicht nur deswegen unauflöslich zusammen, weil die Durchsetzung bestimmter Ordnungsformen Macht erfordert, sondern weil sie im erfolgreichen Fall auch Machteffekte erzeugt. Daraus leiten sich zwei weitere Eigenschaften von Diskursen ab, nämlich die Verknappung von Aussagemöglichkeiten und die historische Singularität von Diskursen. Diskurse sorgen demnach nicht nur dafür, dass nicht alles zu jeder Zeit gesagt werden kann, sondern sie belegen auch, dass eine Universalisierung welcher Ordnungsformen auch immer unmöglich ist. Überzeitlich und übermenschlich gültige Formen von Wirklichkeit lassen sich mit einem solchen Ansatz nicht vertreten.

3. Auf einer basalen Ebene stellt sich diskurshistorisch die Frage, welche Aussagen zu welchem Zeitpunkt an welchem Ort auftauchen. Man könnte dies auch als die „naive" Phase im Zuge einer Historischen Diskursanalyse bezeichnen, nämlich sich schlicht darüber zu wundern, dass bestimmte Dinge als wirklich thematisiert werden und andere nicht.

4. Der Zusammenhang von Geschichte und Diskurs lohnt vor allem deswegen der Aufmerksamkeit, weil Diskurse als explizit nicht-essentialistisch konzipierte Analyseeinheiten keinen anderen Grund haben als ihre eigene Historizität. Die Historische Diskursanalyse ist keine Geheimwissenschaft, kein Tummelfeld für Zauberlehrlinge, denen nach einer intensiven theoretischen Schulung der Blick auf das Verborgene der Vergangenheit eröffnet würde. Der Beschäftigung mit Diskursen liegt die Überzeugung zugrunde, dass es hinter ihnen kein „Eigentliches" gibt. Dementsprechend kann die Historische Diskursanalyse auch keine „eigentlichen" Inhalte zutage fördern.

5. Jede Form der Diskursforschung muss mit einem gerüttelten Maß an Selbstreflexion operieren. Es muss also immer bedacht werden, was man tut, wenn man diskurshistorisch arbeitet. Den Diskursgeschichte Betreibenden kommt selbstredend keine Position außerhalb von Diskursen zu, vielmehr sind sie selbst an der Produktion von Diskursen beteiligt. Auch die Diskursgeschichte produziert demnach Diskurse – und zwar solche über die historische Verfasstheit von Diskursen.

6. Die historische Betrachtung von Diskursen bringt den Vorteil eines gewissen Verfremdungseffektes mit sich. Die Untersuchung aktueller Diskurse mag den Reiz der Relevanz durch unmittelbare Betroffenheit erzeugen, hat allerdings auch den Nachteil, dass Aspekte von Wirklichkeit, denen man selbst verhaftet ist, nur mit Schwierigkeiten auf ihre Selbstverständlichkeiten hin befragt werden können – eben weil sie noch selbstverständlich sind. Die historische Distanz ist zwar bei weitem keine Garantie, um solche Probleme zu umschiffen (dafür herrscht viel zu oft das Bedürfnis vor, historische Zustände als „eigene Geschichte" den aktuellen Verhältnissen anzuverwandeln), aber potenziell werden dadurch diskursive Kontinuitäten und Brüche eher thematisierbar, ja, manche Diskurse werden erst aufgrund eines solchen zeitlichen Abstandes sichtbar.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten: „Die historische Diskursanalyse geht grundsätzlich vom Konstruktionscharakter soziokultureller Wirklichkeiten aus und fragt vor diesem Hintergrund nach den Arten und Weisen, mit denen im historischen Prozess Formen des Wissens, der Wahrheit und der Wirklichkeit hervorgebracht werden. Als Diskurse werden dabei geregelte und untrennbar mit Machtformen verknüpfte Ordnungsmuster verstanden, in denen diese Konstruktionsarbeit organisiert wird. Sie lassen sich häufig in sprachlicher Form fassen, jedoch können prinzipiell alle Elemente soziokultureller Wirklichkeit zum Gegenstand entsprechender Analysen gemacht werden, denn es gibt kein Medium, keine Praxis und keinen Gegenstand, die nicht zur Formierung mindestens eines Diskurses beitragen würden. Diskurse wirken dabei sowohl produktiv als auch restriktiv, sie sind strukturiert und bringen ihrerseits Strukturen hervor. Da solchen Diskursen Regelhaftigkeiten unterliegen, können sie zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung gemacht werden. Die historische Perspektive gewinnt hierbei besondere Relevanz, weil Diskurse keine andere Basis haben als ihre eigene Historizität."[11]

Historische Diskursanalyse

Eine solcherart verstandene Diskursgeschichte hatte in der historischen Zunft zunächst mit erheblichen Widerständen zu kämpfen. Im Kern stand dabei der Vorwurf, dass alles, was sich mit Diskurstheorie und Diskursgeschichte in Verbindung bringen lasse, mehr oder minder explizit die Fundamente der Wissenschaft, der Aufklärung, der Rationalität, der Modernisierung und der Demokratie westlichen Typs in Frage stellen würde. Der Bezug auf unorthodoxe Vordenker, das nicht immer systematische, sondern teils sprunghafte intellektuelle Vorgehen, die Verwendung vielleicht nicht immer ganz eindeutiger, teils auch literarischer Sprache, die permanente Verknüpfung mit Machtaspekten und der fundamentale Zweifel an allen als sicher geglaubten Institutionen führten dazu, dass ein nicht unerheblicher Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft skeptisch, offen ablehnend, zuweilen sogar hysterisch reagierte.[12] Auch vor persönlichen Attacken, die eindeutig unter die Gürtellinie gingen, wurde dabei nicht zurückgeschreckt.[13] Und die Ängste waren natürlich berechtigt, insofern Ansätzen, die sich der Diskursforschung verschrieben haben, zunächst einmal nichts heilig ist. Die radikale und grundlegende Kritik, die diskursanalytischen Ansätzen eigen ist, macht auch und gerade vor den vermeintlich unhinterfragbaren und überzeitlichen Fundamenten unseres Weltbildes nicht Halt: Der Mensch, die Demokratie, die Gesellschaft, die Rationalität, die Freiheit müssen und können auf ihre diskurshistorischen Grundlagen befragt werden. Dass ein solches Vorgehen zu Verunsicherungen und dass solche Verunsicherungen zu Abwehrreaktionen führen, ist verständlich.

Diese – nicht zuletzt auch ideologisch fundierten – Grabenkämpfe können aber inzwischen selbst als Teil der Wissenschaftsgeschichte betrachtet werden. An die Stelle einer an Pawlow erinnernden Abwehrreaktion ist eine kritische Neugierde getreten, welche die Historische Diskursanalyse keineswegs zum allein selig machenden Forschungsansatz erhebt, aber ihre Vorteile und Leistungen zu würdigen weiß und sich in diesem Zusammenhang an die Arbeit einer Erweiterung und Verbesserung des bestehenden Ansatzes macht. In diesem Zug wird es auch möglich, Fragen und Probleme in den Vordergrund zu rücken, die beispielsweise das methodische Vorgehen oder auch die etablierten thematischen Forschungsfelder betreffen.

Das Bemühen, die Grundüberzeugungen der Historischen Diskursanalyse in ein schlüssiges methodisches Vorgehen umzugießen, ist mit einigen nicht unerheblichen Schwierigkeiten konfrontiert. Die generellen Fragestellungen von Arbeiten, die Interesse an Diskursen zeigen, sind zu weit gefasst, um aus ihnen eine halbwegs einheitliche Methode ableiten zu können. Daher mögen die folgenden, sehr knappen Ausführungen zur Historischen Diskursanalyse als einem methodischen Vorgehen als Vorschlag verstanden werden, der keinen Alleinvertretungsanspruch formulieren kann und will.[14]

Der Ansatzpunkt einer konkreten historischen Untersuchung von Diskursen wurde bereits mit der „naiven" Fragestellung benannt, nämlich sich schlicht und ergreifend zu wundern, dass bestimmte Dinge als wirklich akzeptiert werden oder möglicherweise auch umstritten sind. So könnte man sich beispielsweise die Frage stellen, warum seit den 1960er-Jahren der Diskursbegriff einen solchen Aufstieg erlebte und Probleme damit in Angriff genommen wurden, die – in einem weit gefassten Sinn – die Konstitution soziokultureller Wirklichkeit betrafen. Man könnte dieses Phänomen wissenschaftshistorisch angehen und erläutern, welche Autoren in welchen Werken mit welchen Inhalten den Begriff des Diskurses verwendet haben. Das wäre für ein diskurshistorisches Anliegen auch sicherlich von Belang, würde aber noch nicht den Kern des Interesses treffen. Wenn der Diskursbegriff zumindest für diejenigen, die ihn verwendet haben, Wissen und Wirklichkeit repräsentiert, muss er als Gegenstand der Analyse in weitere Kontexte eingebettet werden.

Im Rahmen der Korpusbildung ist das Material zusammenzustellen, das für die jeweilige Fragestellung von Relevanz ist. An welchen Orten wird, mit anderen Worten, über den in Frage stehenden Gegenstand geredet? Dieses Material ist angemessen in seine jeweiligen Kontexte situativer, institutioneller, medialer und historischer Art einzubetten. Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen die Aussagen als konstitutive Elemente des Diskurses. Unter Aussagen sind regelmäßig auftauchende und funktionstragende Elemente zu verstehen, die einen Diskurs formen. Aussagen sind nicht mit Sätzen, Sprechakten oder Begriffen gleichzusetzen, sondern werden funktional bestimmt als Bestandteile, die einen Diskurs konstituieren. Im Rahmen einer Diskursgeschichte des Diskursbegriffs könnte man beispielsweise regelmäßig wiederkehrende Verweise auf bestimmte Autor/innen und Stichwortgeber/innen – sowohl in affirmativer wie auch in abgrenzender Weise – in diesem Sinne als eine Aussage verstehen. Dabei würde es nicht nur darum gehen, welche Inhalte jeweils übernommen werden, sondern welche weiteren Implikationen es hat, sich beispielsweise auf Friedrich Nietzsche als einen Philosophen zu beziehen, der kein klassischer systematischer Denker war und vielfach als Tabubrecher wahrgenommen wurde. Was sagt eine solche Bezugnahme über das Selbstverständnis der Diskurstheorie aus?

In einem nächsten Untersuchungsschritt wird der Fokus verengt. Es werden Makro- und Mikroanalysen des herangezogenen Materials vorgenommen. Auf dieser Basis können die Aussagen näher bestimmt werden, die für den Diskurs charakterisierend sind. Durch einen ersten groben Überblick über das historische Material sowie einer darauf folgenden detaillierten Analyse der Texte, Bilder etc. können über die Identifizierung diskurstragender Aussagen erste Annäherungen an die Struktur des Diskurses gewagt werden. Wichtig bei diesen Untersuchungsschritten ist es, sich nicht allzu sehr oder gar ausschließlich von den eigenen Hypothesen leiten zu lassen. Überraschungen hinsichtlich der möglichen Identifizierung von Aussagen oder Diskursen, die man im Vorfeld nicht erwartet hat, werden ansonsten erschwert, machen aber nicht zuletzt den eigentlichen Reiz entsprechender Untersuchungen aus. Wenn man sich also bei der Analyse des Materials nicht ausschließlich von inhaltlichen Gesichtspunkten, sondern ebenso von formalen Vorgaben leiten lässt, dann erhöhen sich die Chancen, Wirklichkeitsformen zu identifizieren, mit denen man zuvor nicht unbedingt gerechnet hatte. Fragen formaler Art, die auf das Problem abzielen, wie die Welt in Worte gefasst wurde, können sich konzentrieren auf epistemische Strukturen, auf das vorausgesetzte Wissen, auf Kategorisierungen, Kausalitäten und Wertehierarchien, auf die Unterdrückung oder Zulassung von Aussagen, auf widerstreitende Aussagen oder auf die Fragen danach, welche – möglicherweise erwartbaren – Wissensformen gerade nicht auftauchen. Der Diskurs erweist sich dann als eine Menge von Aussagen, die einen Aspekt von Wirklichkeit konstituieren, wobei in diskurshistorischer Perspektive vor allem die Frage nach den Grenzziehungen und nach der Etablierung einer legitimen Weltsicht im zeitlichen Wandel von Interesse ist.

Würde man sich in diesem Sinne der Aufgabe unterziehen, eine Diskursgeschichte zu schreiben, die sich um den Begriff des Diskurses konzentriert – ein Vorhaben, das bisher noch nicht in Angriff genommen worden ist –, müsste man also etwas anderes leisten als eine Wissenschaftsgeschichte der Diskursforschung, selbst wenn beide Ansätze eng aufeinander bezogen bleiben. Eine Analyse entsprechender Texte und eine Identifizierung damit zusammenhängender Aussagen käme aber möglicherweise zu dem Ergebnis, dass der Diskursbegriff sich nicht (nur) deswegen etablieren konnte, weil er in einem streng wissenschaftstheoretischen Sinn als angemessenes Analysewerkzeug eingesetzt oder von einflussreichen und akademisch entsprechend verankerten Wissenschaftler/innen propagiert wurde, sondern weil er half, eine spezifische Sicht auf die Wirklichkeit zu transportieren. Dieser Wirklichkeitsentwurf konnte unter anderem mittels des Diskursbegriffs, der in diesem Zusammenhang zu besonderer Prominenz gelangte, zu anderen Weltsichten in Konkurrenz treten. Die Wirklichkeit, die hierdurch zum Ausdruck gebracht wurde, ließe sich beschreiben als geleitet von grundlegenden Verunsicherungen und Infragestellungen einst als gewiss gedachter Ordnungsmodelle, wie sie vor allem in klassischen Modernisierungserzählungen zum Ausdruck kommen. Mit dem Diskursbegriff wurde es möglich, den Zweifel an Modernisierungsversprechen, die Kritik an ideologischen Verhärtungen, die Unsicherheiten angesichts politischer und ökonomischer Turbulenzen, die Auflösung etablierter Hierarchien und generell die Pluralisierung von Weltdeutungen zum Ausdruck zu bringen. Da man sich auf Ordnungsvorstellungen, auf die man sich insbesondere in der Folge der politischen und industriellen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts gestützt hatte, offensichtlich nicht mehr verlassen konnte, musste dieser neue Blick auf die Wirklichkeit zum Ausdruck gebracht werden.

Diskursgeschichte in der Praxis

Gemäß der Einschätzung, dass der Diskursbegriff unter anderem deswegen solche Anziehungskraft ausüben konnte, weil er Verunsicherungen und Kritik an gegebenen Verhältnissen nicht nur zum Ausdruck brachte, sondern auch thematisierbar machte, stellen sich auch die dominierenden Forschungsthemen im Rahmen der Diskursgeschichte nicht selten als entsprechende Infragestellungen dar.

Dies trifft beispielsweise auf den großen Bereich der Wissenschaftsgeschichte zu, der sich allein schon aufgrund der Entstehungsgeschichte von Diskursbegriff und -forschung als ein erstes und offensichtliches Themengebiet angeboten hat.[15] In einem diskursanalytischen Zugriff ginge es darum, die traditionellen und modernisierungstheoretischen Versprechen, die spätestens seit der Aufklärung in Wissen und Wissenschaft gesetzt wurden, zu hinterfragen. Die Geschichte der Medizin wurde auf diese Weise zu einem Forschungsbereich, der beispielsweise nach der Unterwerfung von Subjekten unter das medizinische Regime, nach den Scheidelinien zwischen „gesund" und „krank", nach den Bestimmungen von Leben und Tod, nach Modellen von Sauberkeit und Hygiene oder nach der Konstituierung von „Volkskörpern" fragt.[16]

Ein weiterer, eng damit in Zusammenhang stehender Bereich betrifft die Themen „Körper" und „Geschlecht". Hier kam es sehr schnell und sehr früh zu Anschlüssen an diskurstheoretische Überlegungen, da gerade „Körper" und „Geschlecht" sich als Themenfelder erwiesen, in denen vermeintlich selbstverständliches Wissen über die Wirklichkeit problematisiert und in seiner Historizität dargestellt werden konnte. Weder Körper noch Geschlecht können demnach als historisch oder empirisch gemeinsame und damit auch universelle Ausgangspunkte der Menschheit verstanden werden. Dass diese lange Zeit undenkbare Einsicht inzwischen fast zu einer Binsenweisheit geworden ist, stellt nicht zuletzt auch eine Leistung der Diskursforschung dar.[17]

Mit anderen Formen der Inklusion und Exklusion, die aber vielfach eng mit den Themenbereichen „Medizin", „Körper" und „Geschlecht" verschränkt sind, befassen sich Arbeiten zur Kriminalität. Auch hier drehen sich die Fragen diskursiver Konstruktion von Wirklichkeit um Schemata, die nicht zuletzt in einem sehr materiellen und unmittelbar erfahrbaren Sinn zum Ausdruck bringen, was als „richtig" und „falsch", als „konformes" und „straffälliges" Verhalten eingestuft wird, wer sich noch in der Gesellschaft befindet und wer von ihr ausgeschlossen wird, indem man ihn einsperrt.[18]

Perspektiven von Diskurs und Diskursgeschichte

Angesichts dieses knappen Überblicks über wichtige Forschungsfelder der Diskursgeschichte wird auch ein Manko deutlich: Die Diskursgeschichte bewegt sich hinsichtlich ihrer bevorzugten Themen immer noch in Bahnen, die vielfach durch die Arbeiten Michel Foucaults vorgezeichnet wurden. Es ist prinzipiell nichts Schlechtes darin zu sehen, diese Ideen fortzuführen, vielmehr ist es diskurshistorischen Ansätzen gelungen, gerade in diesen Bereichen ihre Stärken vorzuführen und der Geschichtswissenschaft gänzlich neue Themenstellungen und Arbeitsfelder zu erschließen. Problematisch wird es jedoch im Fall einer Verengung auf Aspekte wie Wissen und Wissenschaft, Geschlecht und Sexualität, Gefängnis und Strafpraxis. Denn diese Entwicklung befördert auf fatale Weise den Eindruck, dass sich diskurstheoretische Ansätze sowie die sie flankierenden diskursanalytischen Forschungsmethoden exklusiv mit diesen Themenstellungen verbinden würden. Dies kann und darf nicht das Selbstverständnis einer Diskursgeschichte sein. Mit ihr verbindet sich vielmehr selbstverständlich der Anspruch, jeden beliebigen Gegenstand zum Objekt einer Historischen Diskursanalyse machen zu können.

Hier hat die Diskursgeschichte sicherlich noch viel Arbeit vor sich, wenn sie deutlich machen will, dass sie auch in den weiteren Bereichen der Politik, der Wirtschaft, des Rechts oder der Technik – um nur einige wenige zu nennen – ihren Ansatz fruchtbar machen kann. Fraglos existieren hierzu bereits Arbeiten, beispielsweise zur diskursiven Konstruktion von Gesellschaftsmodellen,[19] zur englischen Verfassung[20] oder zur Französischen Revolution.[21] Aber als Schwerpunkte der Diskursgeschichte sind sie noch nicht hinreichend sichtbar geworden.

In geschichtstheoretischer wie in diskurshistorischer Hinsicht ist es mit Blick auf zukünftige Diskussionen sicherlich geboten, den Diskursbegriff weiter zu entwickeln, inhaltlich zu schärfen und neue Anknüpfungspunkte zu suchen. Dazu wird es auch nötig sein, über Foucault hinauszudenken und nicht nur hinsichtlich der empirischen diskurshistorischen Themen neue Felder zu erschließen, sondern auch theoretisch neue Perspektiven zu gewinnen. Autor/innen, die in diesem Zusammenhang noch kaum in der geschichtswissenschaftlichen Diskussion angekommen sind, aber zahlreiche Anregungen zu bieten haben, sind Ernesto Laclau und Chantal Mouffe. Mit ihrem bereits als klassisch zu bezeichnenden Buch über „Hegemonie und radikale Demokratie"[22] eröffnen sich zahlreiche neue Perspektiven – auch und gerade mit Blick auf geschichtswissenschaftliches Arbeiten. Das beginnt bei ihrer Argumentation gegen Essentialismen, der auch lieb gewonnene Begriffe wie „die Gesellschaft" zum Opfer fallen. Gegen die hier oft implizite Vorstellung fundierender Totalitäten betonen sie Offenheit und Unabgeschlossenheit und sprechen deshalb beispielsweise von „dem Sozialen". Ganz generell setzen sie den Diskursbegriff ein, um die Suche nach fundierenden Prinzipien zu untergraben („die Politik", „die Wirtschaft" oder Ähnliches). Es gibt hinter solchen symbolischen Ordnungen keinen eigentlichen Kern, der freigelegt werden könnte, sondern wir haben es immer nur mit prekären und relativen Formen der Fixierung diskursiver Bedeutung zu tun. Die Ordnungen, die dadurch aufgerichtet werden, können immer angezweifelt und verändert werden. Und insbesondere in diesem Moment der Veränderung prekärer diskursiver Ordnungen steckt bereits ein großer Arbeitsauftrag an die historischen Wissenschaften.

Es ist gerade diese von Laclau und Mouffe propagierte Instabilität von Diskursen, die historische Anschlussmöglichkeiten bietet. Nicht nur, dass sämtliche kulturell hervorgebrachten Ordnungsformen von Wirklichkeit in das Visier einer solchen Diskursgeschichte geraten; deren Fragilität, Veränderbarkeit und nie abgeschlossene Bedeutungsfixierung ist zugleich ihr zentrales Merkmal. Laclau und Mouffe gehen davon aus, dass sich Diskurse nie in einem solchen Grad petrifizieren können, dass sie Bedeutung letztgültig festlegen. Es gelingen immer nur vorübergehende und partielle Fixierungen in Knotenpunkten – und dieser Spannung nachzugehen, dürfte sich vor allem unter Verzicht thematischer Selbstbeschränkung geschichtswissenschaftlich noch als fruchtbar erweisen.

Anmerkungen

  1. Die folgenden Ausführungen basieren vornehmlich auf Achim Landwehr, Historische Diskursanalyse, Frankfurt a. M. 2008.
  2. Helge Schalk, Diskurs. Zwischen Allerweltswort und philosophischem Begriff, in: Archiv für Begriffsgeschichte 40 (1997/98), S. 56-104; Peter Kohlhaas, Diskurs und Modell. Historische und systematische Aspekte des Diskursbegriffs und ihr Verhältnis zu einer anwendungsorientierten Diskurstheorie, in: Heinz-Ulrich Nennen (Hrsg.), Diskurs. Begriff und Realisierung, Würzburg 2000, S. 29-56.
  3. Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften, Frankfurt a. M. 141997, S. 9.
  4. Michel Foucault, Die Ordnung des Diskurses, Frankfurt a. M. 1991.
  5. Reiner Keller u.a. (Hrsg.), Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse, Bd. 1: Theorien und Methoden, Opladen 2001.
  6. Urs Stäheli, Poststrukturalistische Soziologien, Bielefeld 2000; Stefan Münker/Alexander Roesler, Poststrukturalismus, Stuttgart 2000; Christoph Conrad/Martina Kessel (Hrsg.), Geschichte schreiben in der Postmoderne. Beiträge zur aktuellen Diskussion, Stuttgart 1994.
  7. Philipp Sarasin, Subjekte, Diskurse, Körper. Überlegungen zu einer diskursanalytischen Kulturgeschichte, in: Wolfgang Hardtwig/Hans-Ulrich Wehler (Hrsg.), Kulturgeschichte Heute, Göttingen 1996, S. 131-164.
  8. Michel Foucault, Schriften in vier Bänden. Dits et Ecrits, Bd. 1: 1954-1969, hrsg. von Daniel Defert/François Ewald, Frankfurt a. M. 2001, S. 874 f.
  9. Landwehr, Historische Diskursanalyse, S. 14.
  10. Hierzu ebd., S. 91 f.
  11. Landwehr, Historische Diskursanalyse, S. 98 f.
  12. Ulrich Brieler, Blind Date. Michel Foucault in der deutschen Geschichtswissenschaft, in: Axel Honneth/Martin Saar (Hrsg.), Michel Foucault. Zwischenbilanz einer Rezeption, Frankfurt a. M. 2003, S. 311-334; Martin Dinges, The Reception of Michel Foucault’s Ideas on Social Discipline, Mental Asylums, Hospitals and the Medical Profession in German Historiography, in: Colin Jones/Roy Porter (Hrsg.), Reassessing Foucault. Power, Medicine, and Body, London 1994, S. 181-212; Martin Dinges, Michel Foucault’s Impact on the German Historiography of Criminal Justice, Social Discipline, and Medicalization, in: Norbert Finzsch/Robert Jütte (Hrsg.), Institutions of Confinement. Hospitals, Asylums, and Prisons in Western Europe and America, 1500-1900, Oxford 1997, S. 155-174.
  13. Hans-Ulrich Wehler, Die Herausforderung der Kulturgeschichte, München 1998, S. 88-91.
  14. Zum Folgenden Landwehr, Historische Diskursanalyse, S. 100-131.
  15. Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge.
  16. Colin Jones/Roy Porter (Hrsg.), Reassessing Foucault. Power, Medicine and the Body, London 1994; Jan Goldstein, Console and Classify. The French Psychiatric Profession in the Nineteenth Century, Cambridge 1987; Christian Barthel, Medizinische Polizey und medizinische Aufklärung. Aspekte des öffentlichen Gesundheitsdiskurses im 18. Jahrhundert, Frankfurt a. M. 1989; Ute Frevert, Krankheit als politisches Problem 1770-1880. Soziale Unterschichten in Preußen zwischen medizinischer Polizei und staatlicher Sozialversicherung, Göttingen 1984.
  17. Philipp Sarasin, Reizbare Maschinen. Eine Geschichte des Körpers 1765-1914, Frankfurt a. M. 2001; Maren Lorenz, Kriminelle Körper – Gestörte Gemüter. Die Normierung des Individuums in Gerichtsmedizin und Psychiatrie der Aufklärung, Hamburg 1999; Ulrike Gleixner, „Das Mensch“ und „der Kerl“. Die Konstruktion von Geschlecht in Unzuchtsverfahren der Frühen Neuzeit (1700-1760), Frankfurt a. M. 1994; Thomas Laqueur, Auf den Leib geschrieben. Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud, Frankfurt a. M. 1992.
  18. Peter Becker, Verderbnis und Entartung. Eine Geschichte der Kriminologie des 19. Jahrhunderts als Diskurs und Praxis, Göttingen 2002; Jürgen Martschukat, Inszeniertes Töten. Eine Geschichte der Todesstrafe vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, Köln 2000.
  19. Georges Duby, Die drei Ordnungen. Das Weltbild des Feudalismus, Frankfurt a. M. 1981.
  20. James Vernon, Politics and the People. A Study in English Political Culture, c. 1815-1867, Cambridge 1993; James Vernon (Hrsg.), Re-reading the Constitution. New Narratives in the Political History of England’s long Nineteenth Century, Cambridge 1996; Willibald Steinmetz, Das Sagbare und das Machbare. Zum Wandel politischer Handlungsräume. England 1780-1867, Stuttgart 1993.
  21. Lynn Hunt, Politics, Culture, and Class in the French Revolution, Berkeley 1984; Keith Michael Baker, Inventing the French Revolution. Essays on French Political Culture in the Eighteenth Century, Cambridge 1990.
  22. Ernesto Laclau/Chantal Mouffe, Hegemonie und radikale Demokratie. Zur Dekonstruktion des Marxismus, Wien 22000 (1. Aufl. 1985).

Empfohlene Literatur zum Thema

Ulrich Brieler, Die Unerbittlichkeit der Historizität. Foucault als Historiker, Böhlau, Köln u.a. 1998, ISBN 9783412106973.

Ulrich Brieler, Die Unerbittlichkeit der Historizität. Foucault als Historiker, Böhlau, Köln 1998, ISBN 3-412-10697-6.

Franz X. Eder (Hrsg.), Historische Diskursanalysen. Genealogie, Theorie, Anwendungen, VS Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-531-14872-4.

Reiner Keller, Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen, Leske + Budrich, Opladen 2004, ISBN 3810037893 (online).

Achim Landwehr, Historische Diskursanalyse, Campus, Frankfurt a. M. 2008, ISBN 9783593384511.

Jürgen Martschukat (Hrsg.), Geschichte schreiben mit Foucault, Campus, Frankfurt a. M. 2002, ISBN 9783593371146.

Philipp Sarasin, Geschichtswissenschaft und Diskursanalyse, 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2003, ISBN 9783518292396.

Paul Veyne, Foucault: Die Revolutionierung der Geschichte, Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1992, ISBN 9783518117026.

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