Diskussion Angewandte Geschichte

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LITERATURHINWEISE (19)
von unseren Autor/innen, den Nutzern und der Redaktion

Jennifer Evans, What is Public History, 1999 (online).

Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Galerie Morgenland, Geschichtswerkstatt Eimsbüttel (Hrsg.), Geschichtswerkstätten gestern – heute – morgen. Bewegung! Stillstand. Aufbruch?, Dölling & Galitz, München 2004, ISBN 9783935549912.

Wolfgang Hardtwig, Fiktive Zeitgeschichte? Literarische Erzählung, Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur in Deutschland, in: Konrad H. Jarausch, Martin Sabrow (Hrsg.), Verletztes Gedächtnis. Erinnerungskultur und Zeitgeschichte im Konflikt. Campus, Frankfurt a. M. 2002, ISBN 9783593370231, S. 99-123.

Wolfgang Hardtwig; Wolfgang Hardtwig, Erhard H. Schütz, Ernst Wolfgang Becker (Hrsg.), Geschichte für Leser. Populäre Geschichtsschreibung im 20. Jahrhundert, Franz Steiner, München 2005, ISBN 9783515087551, S. 11-33.

Gregor Horstkemper, Alessandra Sorbello Staub, Public History – histoire publique – Geschichtskultur. Ein Thema mit vielen Varianten, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Nr. 2, 2009, ISSN 0016-9056, S. 116-7.





Hauptfoto: Synagogengedenkstein Frankfurt.jpg
Synagogengedenkstein in Frankfurt/Oder, Brunnenplatz
Diskussion Angewandte Geschichte: Ein neuer Ansatz?

Die Diskussionen um das Verhältnis von Geschichte und Öffentlichkeit in Deutschland werden zunehmend mit Bezug auf die englischsprachige Begriffsprägung Public History geführt.[1] Im Kontext einer zunehmenden Praxisorientierung der Geisteswissenschaften, der Kommerzialisierung von Geschichtswissen sowie der vielfältigen Praktiken historischer Sinnbildung durch außeruniversitäre Akteure wird neben dem anzutreffenden Begriff des History Marketing auch immer häufiger der Begriff Angewandte Geschichte verwendet. Public History, History Marketing und Angewandte Geschichte sind dabei eingebettet in weitere Konzepte und Theorien wie zum Beispiel der „Geschichtskultur” und des „Geschichtsbewusstseins”.[2] Obwohl sich Public History und Angewandte Geschichte sowohl in ihrer Praxisorientierung als auch in ihrem Erkenntnisinteresse ohne Zweifel überschneiden, könnte der Versuch einer Abgrenzung gleichwohl für die begriffliche Schärfung einzelner Ansätze auf dem Feld des Verhältnisses von Geschichte, Öffentlichkeit und ihrer Vermittlung fruchtbar sein. Die in diesem Beitrag diskutierten Konzeptionen des Begriffs Angewandte Geschichte sind vor allem durch die Betonung eines spezifisch akteurszentrierten Umgangs mit historischem Wissen geprägt.

Eine Definition Angewandter Geschichte steht noch aus. Der Begriff dient bisher als Sammelbezeichnung für ein sich zunehmend ausdifferenzierendes Feld von Geschichte und ihrer praxisbezogenen Vermittlung. Schwierigkeiten ergeben sich allerdings, wenn man sich darüber informieren möchte, was mit den unterschiedlichen Begriffen gemeint ist, welche theoretischen, methodischen und praktischen Schwerpunkte einzelne Institutionen vertreten und welche Intentionen hinter diesen Ausrichtungen stehen. Im Unterschied zur Public History, die sich im Wesentlichen mit der Vermittlung von historischen Themen in der Öffentlichkeit beschäftigt, sollen unter Angewandter Geschichte insbesondere die Akteure und deren Mitwirkungsmöglichkeiten in den Blick genommen werden. Um dies auszuführen, wird im letzten Abschnitt des Beitrags ein spezifisches Verständnis des Konzepts Angewandte Geschichte vorgestellt und dessen potenzieller Mehrwert für die Geschichtswissenschaft und die Gesellschaft herausgearbeitet. Zuerst wird jedoch die terminologische und institutionelle Landschaft skizziert, in der dieser Ansatz eingebettet ist. Ob sich Angewandte Geschichte als analytische Kategorie für die Geschichtswissenschaften eignet und eine bestimmte historische Herangehensweise kennzeichnen kann, und ob dieser Begriff in besonderer Weise die Rückkopplung der Geschichtswissenschaften an gesellschaftliche Veränderungen zu dokumentieren und Gestaltungsmöglichkeiten im Umgang mit Geschichte aufzuzeigen vermag, soll die mit diesem Beitrag intendierte Debatte zeigen.

Der Begriff Angewandte Geschichte

Die Verwendung des Begriffs Angewandte Geschichte ist keinesfalls unproblematisch. Erstmals dürfte der Begriff im frühen 20. Jahrhundert als Titel einer Lehrbuchreihe verwendet worden sein, die von dem Düsseldorfer Gymnasialprofessor Heinrich Wolf – Mitglied des 1894 gegründeten „Deutschbundes”, Vorstandsfunktionär im „Alldeutschen Verband” und in der frühen Weimarer Republik führender kulturpolitischer Versammlungsredner des „Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes” – als „Anleitung zum politischen Denken und Wollen” verfasst wurde.[3] Wolf schlug vor, Angewandte Geschichte so zu verstehen „daß mit Bewußtsein Gegenwart und Vergangenheit in Verbindung gebracht wird” und dass „wir den Mut haben [müssen], für die wichtigen Fragen unserer Zeit aus der Vergangenheit zu lernen, Folgerungen und Forderungen zu ziehen”.[4] Verbunden war mit dem Begriff Angewandte Geschichte hier jedoch ein dezidiert ideologischer, erzieherischer und handlungsanweisender Anspruch, der wesentlich durch einen übersteigerten Nationalismus, die völkische Ideologie und von Antisemitismus und Rassismus geprägt war.

Die offene Instrumentalisierung der Geschichte durch die völkische und nationalsozialistische Geschichtsschreibung mag dazu beigetragen haben, dass der Begriff Angewandte Geschichte lange Zeit nicht gebraucht wurde. Erst über den Umweg über die USA fand er in einem anderen gesellschaftlichen Kontext wieder Eingang in deutschsprachige Diskussionen.

Im Zusammenhang mit der Herausbildung der Public History an amerikanischen Universitäten in den 1970er-Jahren wurde auch der Begriff Angewandte Geschichte – Applied History – häufiger verwendet.[5] Die amerikanische Public History-Bewegung hatte sich zum Ziel gesetzt, Geschichte verständlich und nachvollziehbar für die Gesellschaft zu machen und Historiker/innen nicht mehr nur für den Lehrbetrieb an Schulen und Universitäten auszubilden. Public History sollte der Geschichtswissenschaft neue Anwendungsbereiche von Geschichte in Praxisfeldern jenseits von Universität und Schule erschließen. Die Vertreter der Public History strebten damit eine fundamentale Erneuerung der Disziplin über eine breitenwirksame historische Wissensvermittlung an.

Innerhalb der Public History-Bewegung war der Bezug zur Angewandten Geschichte als Applied History nur einer von zwei sich herausbildenden Strängen. Während sich das „applied” vor allem auf den Bereich der Public Policy und der Politikberatung bezog, wollte der dazu konkurrierende „skill centered”-Ansatz Generalist/innen ausbilden, die mit Kompetenzen der Vermittlung von geschichtlichem Wissen ausgestattet sein sollten.[6] Obwohl die Zahl der Studienangebote in diesem Bereich mittlerweile rückläufig ist, konnte sich Public History im amerikanischen Wissenschaftsbetrieb etablieren.

Parallel zur Entwicklung in den USA – und auch zur History-Workshop-Bewegung in Großbritannien – regte sich ebenfalls in den 1970er-Jahren in der Bundesrepublik Protest gegen eine allein universitär-fachwissenschaftliche Produktion von Geschichtswissen und eine staatlich-offiziöse Deutungsmacht von Geschichte. Im Gegensatz zur universitären Ausrichtung der Public History in den USA formierte sich diese „Neue Geschichtsbewegung” im außeruniversitären Kontext von Geschichtswerkstätten, von Stadtteilarbeit und geschichtlich interessierten Vereinen. Parallel zur fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung begann eine eigenständige, an der Lebenspraxis und dem konkreten Lebensumfeld der beteiligten Menschen orientierte Beschäftigung mit Geschichte. Gemeinsam war den an unterschiedlichen Orten agierenden Gruppen das Ziel, Geschichte aus der Perspektive der „kleinen Leute”, aus Sicht der „von ihr Betroffenen” zu betrachten.[7] Dies mündete in der vehementen Forderung einer Geschichte „von unten”. Alltagsgeschichte wurde zu einem häufig gebrauchten Sammelbegriff dieser Forderungen, die sich mit dem Anspruch verbanden, Bürgerinnen und Bürger in den Prozess der Aneignung von Geschichte als aktive Subjekte einzubeziehen. Alltagsgeschichtliche Perspektiven bedeuteten dabei sowohl für die traditionelle Politikgeschichte, insbesondere aber auch für die sich in den 1970er-Jahren konstituierende Sozialgeschichte bzw. die Historische Sozialwissenschaft eine Herausforderung. Denn die Alltagsgeschichte stellte gerade den „theoriegeleiteten” Analysen gesellschaftlicher Prozesse und Strukturen eine Perspektive gegenüber, die danach fragte, wie diese Prozesse von den Menschen erlebt, interpretiert und verarbeitet wurden.[8]

Inspiriert wurde die Neue Geschichtsbewegung von Ansätzen der „Grabe wo du stehst”-Bewegung, die maßgeblich vom schwedischen Publizisten Sven Lindqvist geprägt wurde.[9] Lindqvist ging davon aus, dass jeder in seiner eigenen Geschichte kompetent ist – also in dem Bereich, wo er lebt und arbeitet.[10] Die Geschichtswerkstätten übertrugen diesen Ansatz auf lokale Zusammenhänge, Stadtteile, Dörfer und Betriebe und wollten eine „alternative demokratisch-kooperative Praxis historischer Forschung” etablieren, die „frei ist von den Profilierungsritualen der akademischen Geschichtswissenschaft”.[11]

Die Neue Geschichtsbewegung ist für die Angewandte Geschichte deshalb von Interesse, da sie über die lokale Reichweite ihrer Akteure hinaus der fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Geschichte einen Innovationsschub bescherte. Das Konzept der Alltagsgeschichte hat sich seit Mitte der 1980er-Jahre auch in der Fachwissenschaft etabliert, befördert durch theoretische Grundannahmen der Neuen Kulturgeschichte sowie des in den 1990er-Jahren entstandenen Erinnerungsparadigmas. Das Beispiel der Neuen Geschichtsbewegung kann insofern auch als ein Beleg dafür gelten, dass Prozesse der wechselseitigen Rückkopplung zwischen zivilgesellschaftlichen Initiativen und der wissenschaftlichen historischen Forschung erfolgreich verlaufen können.

Das seit den 1970er-Jahren zu bemerkende gesteigerte gesellschaftliche Bedürfnis nach einer vertieften Auseinandersetzung mit Geschichte eröffnete einen neuen Geschichtsmarkt, auf dem Geschichte zunehmend als Dienstleistung für außeruniversitäre und zivilgesellschaftliche Institutionen, aber auch für Privatpersonen angeboten werden konnte. Neue Geschichtsagenturen positionierten sich erfolgreich. Mit ihrem Ansatz der „Serviceleistungen” von Historiker/innen in den Bereichen „Manuskriptbetreuung, Recherche, Erbringen von Arbeitsmaterialien, Übersetzungen, Transkriptionen”[12] schufen diese Agenturen Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der universitären Lehre und der klassischen Arbeitsfelder in Museen und in der Schule. Diese neuen Arbeitsfelder waren ein ursprüngliches Ziel der Public History.

Weiterentwickelt wurde die Idee von Geschichte als Dienstleistung im History Marketing, das als Einsatz von Geschichte zu Marketingzwecken definiert werden kann. Im Themenheft „Angewandte Geschichte – Studium und Praxis” der Fachzeitschrift „Geschichte in Wissenschaft und Unterricht” diagnostiziert Florian Neumann: „History Marketing ist gefragter denn je. Die modernen Firmenhistoriker stehen dabei in einer doppelten Tradition unternehmenshistorischen Arbeitens: zum einen schreiben sie 'Auftragsgeschichte', also Unternehmensgeschichte, die im Auftrag von Firmen verfasst wird. Zum anderen stehen sie in der Tradition der in der Regel an Hochschulen ansässigen firmenhistorischen Forschung.”[13] Diese Dienstleistungen des History Marketing als der neuesten Sparte der Unternehmensgeschichte werden hauptsächlich von selbstständigen Historiker/innen angeboten, denen die öffentlichkeitswirksame Vermittlung von Geschichte die finanzielle Existenz sichert.

Die Universitäten reagieren ihrerseits auf die Entwicklungen mit einer auf diesem Feld zu beobachtenden „Entwissenschaftlichung” der Geschichte mit der Einrichtung von Studiengängen, die sich schwerpunktmäßig mit der medialen Präsentation von Geschichte sowie den Themenkomplexen Geschichte als Dienstleistung und der Geschichtskultur beschäftigen. Eine Studie aus dem Jahr 2009 untersucht die Verbreitung der Begriffe „öffentliche Geschichte” und „angewandte Geschichte” und zeigt, wie marginal die Verbreitung dieser Begrifflichkeiten in Deutschland bisher ist.[14] Danach überwiegt im deutschsprachigen Raum nach wie vor der Verweis auf das stärker theoriegeleitete Konzept der Geschichtskultur, das seit den 1980er-Jahren im Umfeld der Geschichtsdidaktik und in Anschluss an das Konzept des „Geschichtsbewusstseins” entwickelt wurde. Die neueren Ansätze der Public History bzw. der Angewandten Geschichte werden deshalb erst langsam „durch die Einführung von stark praxisorientierten, auf die medialen Rahmenbedingungen der modernen Informationsgesellschaften bezogenen Bachelor- und Master-Studiengänge etabliert”,[15] während der Begriff der Geschichtskultur nicht an Aktualität zu verlieren scheint.

Die Theorien und Modelle der Geschichtsdidaktik beziehen sich zwar nach wie vor auf das etablierte Untersuchungsfeld der Geschichtskultur, befinden sich jedoch aktuell in einem Prozess der Ausdifferenzierung und Weiterentwicklung. In Anschluss an die in den 1990er-Jahren entwickelten Modelle zum „historischen Denken” und des Geschichtsbewusstseins stehen nun unterschiedliche Formen eines „outcome-orientierten” Lernens sowie die Konzentration auf die Förderung der Kompetenzen historisch bewussten Denkens und Handelns im Mittelpunkt.[16] Im Kern der neuen geschichtsdidaktischen Ansätze findet sich die Forderung, durch die Auseinandersetzung mit Geschichte ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein in der Bevölkerung anzuregen und zu fördern.[17] Die Anknüpfungspunkte zur Angewandten Geschichte zeigen sich hier besonders deutlich: Indem Zielgruppen professionell dabei unterstützt werden, mit „Geschichte” umzugehen, wird diese für sie verstehbar, nachvollziehbar und letztendlich anwendbar für ihren Orientierungsprozess in der Gegenwart. Im Unterschied zur Public History, die den Akzent weniger auf eine Beteiligung an Aushandlungsprozessen denn auf Präsentationsformen von Geschichte setzt, führt die Konzentration auf die Förderung von historischen Kompetenzen dazu, dass hier Historiker/innen in der Rolle als Expert/innen und Moderator/innen den Prozess des historischen Denkens, Arbeitens und Handelns begleiten.

Ein zukünftiges Alleinstellungsmerkmal einer so verstandenen Angewandten Geschichte könnte darin liegen, die Methoden und Theorien der kompetenzorientierten Geschichtsdidaktik so zu nutzen, dass in der Öffentlichkeit reflektierter und selbstreflexiver mit Geschichte umgegangen wird. Die fachwissenschaftlichen Prinzipien und Qualitätsansprüche werden dabei berücksichtigt und darüber hinaus weitergegeben und vermittelt.

Akteure im Bereich Angewandter Geschichte

Gegenwärtig finden sich zahlreiche Institutionen und Personen, die im skizzierten Handlungsfeld Angewandte Geschichte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie sind einerseits durch ihre Anbindung an Universitäten gekennzeichnet, während sich ihr Wirken andererseits vorrangig an außerwissenschaftlichen Interessen orientiert. Diesem Praxisbezug entsprechend sollen im Folgenden selektiv einige der im Feld der Angewandten Geschichte arbeitenden Institutionen und Akteure sowie ihre Ansätze vorgestellt werden, soweit diese erkennbar sind.

In den letzten Jahren sind zahlreiche neue Studiengänge eingerichtet worden, die sich der Berufsfeldorientierung und damit der Professionalisierung von Historiker/innen im Bereich Angewandter Geschichte widmen. Die starke Konjunktur des Geschichtskulturbegriffs seit den 1990er-Jahren aufgreifend, hat die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt seit 2003 einen Erweiterungsstudiengang Geschichtskultur entwickelt, dessen Ziel es ist, „Historiker auf Berufsfelder außerhalb von Universität und Schule aufmerksam zu machen und vorzubereiten. Die Studierenden sollen Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten des Umgangs mit Geschichte in Wissenschaft und Öffentlichkeit erkennen.”[18] Der Studiengang setzt Vorkenntnisse in den Geschichtswissenschaften voraus und versteht sich als Erweiterung unter dem Schwerpunkt „Geschichte in der Öffentlichkeit”. Praktische Erfahrungen in eigenen Projekten zu sammeln gehört ebenso zum Anforderungsprofil für die Studierenden wie interdisziplinär zu arbeiten, also Lehrveranstaltungen in Kunstwissenschaft, Volkskunde, Geographie, Journalistik, Wirtschaftswissenschaften oder Kulturinformatik zu besuchen.

Einen stärker marktorientierten Ansatz mit Bildungscharakter verfolgt der seit 2005 von der Universität Zürich angebotene Master for Applied History, der sich vor allem am Weiterbildungsmarkt für Berufstätige ausrichtet.[19] Geworben wird u.a. mit dem Slogan: „Geschichte studieren heißt Denken lernen!” Die „strategischen Potentiale der historischen Methode” werden als Kompetenzerweiterung für Führungskräfte, beispielsweise aus der Politik und den Medien vermarktet. „Historisches Denken wird als vielfältig einsetzbare Software" vorgeführt, die für verschiedene Berufsfelder genutzt werden könne, um „Fähigkeiten zur Rekonstruktion komplexer Zusammenhänge, zur Abstraktion und Modellbildung” zu schulen und die Problemlösungskompetenz der Teilnehmer/innen zu erweitern. Als Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Praxis wird der „enge Kontakt und Austausch mit renommierten Vertretern des Fachs und Persönlichkeiten aus der Praxis" angepriesen. Zudem sind Exkursionen und „Begegnungen mit historischen Orten” Bestandteile des Mastercurriculums. Der Studiengang stellt die Schulung von Kompetenzen in den Mittelpunkt und vermarktet dadurch Fähigkeiten wie Kommunikations-, Orientierungs-, Gestaltungskompetenzen und Quellenkritik an außeruniversitäre, zahlende Interessenten. Angewandte Geschichte wird hier als Begriff nicht explizit reflektiert, gleichwohl wird durch die Hervorhebung des Kompetenzgewinns deutlich, dass es um die Ausbildung von Fähigkeiten geht, die bei der moderierten Auseinandersetzung mit Geschichte geschult werden. In Kombination mit dem Geschichtswissen generiert sich daraus der Anwendungsbegriff.

Sowohl die Universität Mannheim mit dem Masterstudiengang „Geschichte – Wissenschaft und Öffentlichkeit”[20] als auch der seit 2008 existierende Masterstudiengang Public History der Freien Universität Berlin und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam bieten eine anwendungsorientierte Form des Geschichtsstudiums an. Während sich der Mannheimer Ansatz auf die Schulung von Kompetenzen im Sinne der modernen Geschichtsdidaktik konzentriert, qualifiziert der Masterstudiengang Public History seine Absolvent/innen insbesondere für solche Tätigkeiten, „die die Aufbereitung und Vermittlung fachwissenschaftlicher Erkenntnisse in einem breiten öffentlichen Kontext erfordern”.[21] Mit der Wahl des Namens Public History hat der Studiengang zur Etablierung dieses Begriffs in Deutschland beigetragen und sich im Wettbewerb der Universitäten um eine angemessene Reaktion auf die Veränderungen der Bedeutung von Geschichte in der Gesellschaft profiliert.

Der an der Universität Heidelberg 2010 eingerichtete Arbeitsbereich Public History bildet schließlich Historiker/innen aus, die in der außeruniversitären Öffentlichkeit, wie beispielsweise im Verlagswesen oder in der Medien- und Museumsarbeit, tätig werden möchten.[22] Auch hier steht die Schulung von praxisorientierter Medienkompetenz im Mittelpunkt. Als theoretische Grundlage wird „das Reflektieren über den generellen Umgang mit Geschichte im ‚digitalen Zeitalter'” mit besonderer Bezugnahme zu Fragen von Erinnerungskultur und Geschichtspolitik verstanden. Methodisch werden die Studierenden auch in Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit geschult. Als Besonderheit des Heidelberger Ansatzes der Public History könnte die Sensibilisierung für die ethischen Aspekte im Dialog von Geschichte und Öffentlichkeit benannt werden, was jedoch noch zu unterfüttern bliebe. Darüber hinaus wirbt der Heidelberger Arbeitsbereich Public History mit den Chancen, die sich durch eine stärkere Selbstreflexion und Öffnung der Geschichtswissenschaft ergeben würden, um „auf diese Weise einen wertvollen Beitrag zur inneren Stärkung des ganzen Faches leisten”. Selbstkritisch und öffentlich könnte die Geschichtswissenschaft das Geschichtsbewusstsein aktiver mitgestalten und würde damit, so die Heidelberger Vision, zur „Demokratiewissenschaft” werden.

Neben diesen Studienangeboten gibt es Institutionen auf dem Gebiet der Angewandten Geschichte, die eher lose an Universitäten angebunden sind bzw. mit diesen über personelle Kontakte in Beziehung stehen. Das Zentrum für Angewandte Geschichte (ZAG) in Erlangen etwa bietet historische Dienstleistungen an und „kapitalisiert Geschichte”, wie es in der Selbstdarstellung heißt.[23] Im Auftrag von Kunden schreiben Historiker/innen hier beispielsweise Unternehmens- und Familiengeschichten, erarbeiten Konzepte für Dokumentationszentren und Archive der öffentlichen Hand oder begleiten Fernsehproduktionen durch eine Beratung in historischen Belangen. Ein Blick auf die Herkunft der Kunden legt die Vermutung nahe, dass der Bezug zur regionalen Öffentlichkeit wie zur regionalen Wirtschaft für das Funktionieren dieses auf den Markt ausgerichteten Ansatzes Angewandter Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Angewandte Geschichte wird hier dezidiert als eine Marke eingesetzt, welche den Praxisbezug und die Kundenorientierung betont: „Wir machen Geschichte nutzbar.”

Dies versuchen – wenn auch nicht ganz so anwendungsbezogen pragmatisch – zahlreiche Anbieter und Geschichtsagenturen auf dem Gebiet des History Marketing. Auf dem vorrangig kommerziell orientierten und breit aufgestellten Feld von wissenschaftlich-historischen Dienstleistern konkurrieren etwa „Geschichte.Präsent. Agentur für Geschichte und historische Kommunikation”, mit Sitz in Köln und Hannover, „make! history” in Münster oder aber „Facts & Files” und die „Vergangenheitsagentur” in Berlin.[24] Die „Vergangenheitsagentur” soll hier als Akteur aus dem Bereich des History Marketing hervorgehoben werden, da sie 2009 den Sammelband „History Sells! Angewandte Geschichte als Wissenschaft und Markt” initiiert hat. Der Band wird von den Herausgebern Wolfgang Hardtwig und Alexander Schug, Mitbegründer der Vergangenheitsagentur, als erster Versuch beschrieben, „das stark ausdifferenzierte Feld populärer Geschichtsangebote” unter der begrifflichen Klammer Angewandte Geschichte „probehalber zu ordnen”.[25] Unter Angewandter Geschichte verstehen sie „ein Geschichtsverständnis und eine Art und Weise der Geschichtsvermittlung, die sich zum großen Teil, aber nicht ausschließlich, außerhalb des akademischen Betriebs bzw. verwandter Institutionen” finden lassen.[26] In ihrem Band verwenden die Autoren die Begriffsprägungen Public History und History Marketing synonym mit Angewandter Geschichte und sehen dementsprechend eine starke Marktorientierung als „integrales Definitionsmerkmal” Angewandter Geschichte.[27] Der Sammelband bietet einen umfangreichen Überblick über unterschiedliche Ansätze populärer Geschichtsaushandlung mit anschaulichen Praxisbeispielen. Eine Auseinandersetzung mit den verwendeten Begriffen Public History, Angewandte Geschichte und History Marketing sowie ihre Historisierung bleiben gleichwohl aus.

Neben den neuen universitären Studiengängen und Geschichtsagenturen kann man drittens neue projektbezogene, oft auch interkulturell angelegte historische Projektinitiativen zusammenfassen, die in der Tradition der weiterhin bestehenden und aktiven Geschichtswerkstätten – etwa in Hamburg, München und Berlin – anzusiedeln sind. Zu nennen ist hier etwa die Kulturgemeinschaft „Borussia” in Olsztyn/Allenstein (Polen), die sich über die Beschäftigung mit der Geschichte der Region gleichzeitig für die interkulturelle Verständigung und Stärkung der Zivilgesellschaft einsetzt. Der Gründer der Initiative und Direktor des Berliner Zentrums für Historische Forschungen der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Robert Traba, plädiert dafür, Angewandte Geschichte nicht als „neue Wissenschafts- oder Ausbildungsdisziplin” zu verstehen, sondern als Perspektiverweiterung der Geschichtswissenschaften.[28] Er bricht die „Anwendung” der Geschichte auf drei die Geschichtswissenschaften bereichernde Aspekte herunter: Erstens die stärkere Einbeziehung von Zeitzeug/innen in die historische Arbeit (Gedächtnis), zweitens die Einbindung der Analyse von Kulturlandschaften (Raum) und drittens die Förderung der Interaktion innerhalb der Teilnehmergruppe (Dialog). Ein solch partizipativer, lokaler wie kreativer Zugang zu Geschichte schaffe insbesondere bei der Untersuchung von kulturell mehrfach konnotierten Orten einen Mehrwert, da eine interkulturelle Auseinandersetzung immer auch Spiegel- und Vergleichsebenen anbieten würde, die zusätzliche Erkenntnisse und Erfahrungen beförderten. Mit dieser Praxisform könnten nicht nur neue Brücken zwischen Individuen, gesellschaftlichen Gruppen und ihren Geschichtserzählungen geschlagen werden, sondern auch Rückwirkungen auf die akademische Fachwissenschaft möglich sein.

Der Verein Institut für angewandte Geschichte – Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e.V.[29] in Frankfurt (Oder) konzentriert sich besonders auf die Vernetzung von wissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen Akteuren der Geschichtsvermittlung. Das Institut stellt individuelle, lokale und (inter)kulturelle Erfahrungen als Ausgangspunkte für historische Wissensbildungsprozesse in den Mittelpunkt und handelt innerhalb dieser Prozesse als Ideengeber, Vermittler und Förderer von Kompetenzen. Ausgehend von den Gegebenheiten vor Ort an der deutsch-polnischen Grenze werden dabei regionale und transnationale historische Zusammenhänge wie Brüche reflektiert. Dabei werden lokale Akteure, die sich als Laien mit Geschichte beschäftigen, eingebunden. Methodisch wird der konstruierte wie narrative Charakter von Geschichte durch die Analyse verschiedener kultureller Erinnerungsformate, wie zum Beispiel in Form von Liedgut, Fotografien und Gedenkveranstaltungen herausgearbeitet. Auch die Prozesshaftigkeit der Aushandlung von Geschichte wird in unterschiedlich ausgerichteten Projekten untersucht, die sich insbesondere auf die Erinnerungskulturen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg beziehen. Die spezifische geografische Lage des Instituts an der Grenze zu Polen macht zudem die Beschäftigung mit Transferprozessen in der Geschichte, mit sich überlagernden Erinnerungsschichten und mit den Wandlungen von Grenzen und des Grenzbegriffs zu wichtigen Ausgangspunkten der Auseinandersetzung mit Geschichte. So entstand zum Beispiel nach einem an der Europa Universität Viadrina veranstalteten Seminar des Instituts über die Vertreibungen im Zuge des Zweiten Weltkriegs und den deutsch-polnischen Debatten um die Erinnerung ein Reiseservice, der Deutsche auf dem Weg zu ihren Familienorten in Polen individuell begleitet.[30] Angewandte Geschichte wird in diesem Fall als Gestaltungsmöglichkeit historischer Sinnbildung begriffen, welche den je spezifischen Ort und seine Akteure wie auch die dadurch geprägten kulturellen Formen von Geschichtsbildern in den Mittelpunkt stellt und Kompetenzen für derartige Aushandlungsprozesse an universitäre und außeruniversitäre Interessierte vermittelt.

Plädoyer: Die Öffnung institutionalisieren. Angewandte Geschichte als Dialog zwischen Gesellschaft und Wissenschaft

In den letzten beiden Dekaden sind zahlreiche neue Studiengänge, Geschichtsagenturen sowie neue Initiativen im Bereich Angewandter Geschichte entstanden. Doch ist bislang eine Verständigung und Diskussion darüber, was unter den Begriffen Public History und Angewandte Geschichte verstanden werden kann und gemeint ist, weitgehend ausgeblieben.

Im Zuge des Historikertags 2010 wurde in der „Hannoverschen Allgemeine” der freie Publizist Magnus Klaue mit den Worten zitiert, dass „Anwendungsorientierung […] konsequent mit einem Totalausfall historischer Grundlagenreflexion” einhergehe.[31] Auch bei der Einführung des Berliner Studiengangs Public History 2008 kam Widerspruch auf, als diesem vorgeworfen wurde, dass er „Powerpoint-Profis mit Kurzzeitgedächtnis” ausbilde, denen der „historische Quellcode” verschlossen bleibe.[32] Auch wenn solche Äußerungen publizistisch überspitzt sind, ist eine Debatte über die Ausrichtung dieser neuen Studiengänge und eine Diskussion der Aktivitäten und Produkte der neuen Geschichtsagenturen ebenso angezeigt wie eine theoretische Verortung der in diesem Feld verwendeten Begriffe. Dazu möchte das Frankfurter Institut für angewandte Geschichte beitragen, indem es im Folgenden seinen eigenen Ansatz vorstellt:

Das Frankfurter Institut für angewandte Geschichte entwickelte aus der grenzüberschreitenden, interkulturellen Projektarbeit einen spezifischen Ansatz Angewandter Geschichte, der das Konzept an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft verortet. Auf diesen transitorischen Bereich zwischen Wissenschaft und Gesellschaft heben auch die anderen beschriebenen Ansätze Angewandter Geschichte ab. Jedoch nimmt das Frankfurter Institut für angewandte Geschichte in diesem Raum eine spezifische Perspektive ein, da es nicht allein die Öffentlichkeit als Referenz für seine Praxis sieht, wie es zum Beispiel bei Public History der Fall ist, sondern den Begriff der Gesellschaft als zentralen Bezugspunkt wählt. Daraus ergeben sich Prämissen, die für das Wirken des Instituts richtungsweisend sind, so zum Beispiel die sozialwissenschaftlich geprägte Methodik des Arbeitens oder die besondere Berücksichtigung der Akteure und deren Partizipationsmöglichkeiten am historischen Wissensprozess. Angewandte Geschichte Frankfurter Provenienz zielt darauf ab, die Akteure der Produktion und Vermittlung von historischem Wissen sowie deren Rezipienten zu stärken. Der Akteursbegriff umschließt hier sowohl Laienhistoriker/innen, historisch Interessierte wie auch Wissenschaftler/innen. Dieser Ansatz Angewandter Geschichte soll idealerweise eine Brückenfunktion zwischen dem gesellschaftlichen Umgang mit Vergangenheiten, der akademischen Produktionsweise von historischem Wissen und der politisch-motivierten Verfestigung kollektiver Geschichten wahrnehmen. So verstanden, fördert diese Form Angewandter Geschichte einen partizipativen und pluralistischen Aushandlungsprozess zwischen Akteuren der Fachwissenschaft, der Geschichtskultur und der Zivilgesellschaft.

Eine der Grundannahmen dieser Konzeption Angewandter Geschichte ist, dass sich die Geschichtswissenschaft stärker an den Bedürfnissen der Gesellschaft orientieren sollte und dabei zivilgesellschaftliche Akteure zu berücksichtigen und einzubeziehen hat. Dafür muss es moderierte und institutionalisierte Schnittstellen zwischen diesen beiden Sphären geben, die einen wechselseitigen Austausch ermöglichen, gestalten und fördern.

Eine so verstandene Angewandte Geschichte stellt sich damit den Herausforderungen, die die Konjunktur von „Geschichte” und ihrer Manifestationen im öffentlichen Raum mit sich bringen: nämlich eine flexible Auseinandersetzung mit Geschichte bei einem sich wandelnden gesellschaftlichen Bedarf zu unterstützen. Angewandte Geschichte vermittelt zwischen Fachwissenschaft und Gesellschaft, indem sie passende Anknüpfungspunkte sucht. Dabei ist ihr bewusst, dass durch das Agieren unterschiedlicher Akteure Geschichte beständig neu ausgestaltet, politisiert, kommerzialisiert und medialisiert wird.

Eine Ausrichtung auf die sich wandelnden Bedürfnisse einer Gesellschaft betont den Gegenwartsbezug von Geschichte. Allerdings geht es nicht nur darum, mit der Aneignung und Vermittlung von historischem Wissen einem Orientierungsbedürfnis innerhalb der Gesellschaft zu entsprechen. Es ist vielmehr notwendig, ganz verschiedene gesellschaftliche Gruppen als Akteure mit ihren jeweils eigenen Interessen, Kompetenzen und Perspektiven in den Wissensbildungsprozess einzubeziehen. Hier sollten sich Wissenschaftler/innen nicht als Experten über die Geschichten der anderen erheben, folglich den Laien nicht mit autoritativem Gestus erzählen, „wie es eigentlich gewesen ist” (Leopold v. Ranke), sondern eher die fachwissenschaftliche Expertise streuen und für Fachfremde nutzbar machen. Angewandte Geschichte funktioniert also weniger als Verteidiger der Deutungshoheit der Fachwissenschaft denn als Multiplikator der fachwissenschaftlichen Methodik.

In Erweiterung des Ansatzes der Public History, welche die Medienkompetenz von Historiker/innen fördern möchte, damit diese mit ihrer Forschung „für die Öffentlichkeit” „in der Öffentlichkeit”[33] auf mehr Resonanz stoßen, verbindet Angewandte Geschichte diesen Anspruch stärker mit dem Zielpublikum: Sie macht Geschichte „mit der Öffentlichkeit” und kann so auch Geschichte für Laien anwendbar machen. Der Fokus geht dabei weniger von Historiker/innen aus, die ihre Geschichte in die Öffentlichkeit bringen möchten, als von zivilgesellschaftlichen Akteuren, Bürger/innen oder Kund/innen mit historischem Interesse. Deshalb spielt bei dieser Form der Angewandten Geschichte die Förderung historischer Kompetenzen[34] aller Beteiligten, welche als Grundlage für eine reflektierte und selbstreflexive Teilhabe an der Erinnerungs- und Geschichtskultur verstanden werden, eine wichtige Rolle.

Methoden

Die Frankfurter Angewandte Geschichte greift den in der modernen Geschichtsdidaktik etablierten flexiblen Wissensbegriff auf, welcher Wissen weniger über eine Anhäufung von Inhalten als über deren Kontextualisierung definiert. Mit diesem Wissensbegriff sollen keine festgelegten inhaltlichen „Lernziele” erreicht werden, vielmehr zielt der Umgang mit Geschichte auf Interaktion und Selbstreflexion, um geschichtliches Wissen zu kontextualisieren, zu beurteilen, zu vergleichen oder gegebenenfalls abzugleichen. Angewandte Geschichte fördert somit das Verständnis der kulturellen und historischen Rahmenbedingungen menschlichen Handelns, macht Kontinuitäten und Diskontinuitäten im gesellschaftlichen Prozess der Aneignung gedeuteter Vergangenheiten erkennbar und setzt diese in einen konkreten, für die und den Einzelne(n) nachvollziehbaren Lebenszusammenhang.

Eine diesem Credo folgende Angewandte Geschichte findet demnach nicht zwischen Buchdeckeln ihren Platz, sondern entsteht prozesshaft in der Auseinandersetzung mit Menschen, Orten, Artefakten und ihren jeweiligen Vergangenheiten. Die Formate dieses Ansatzes haben sich im Rahmen thematischer Veranstaltungsreihen, Diskussionsrunden, Exkursionen sowie im Jugendaustausch und bei Fortbildungen zu historischen Themen und Kompetenzen an der deutsch-polnischen Grenze entwickelt.

Akteure befähigen: Das Trainieren von Kompetenzen im Umgang mit Vergangenheit und der daraus gewonnenen Geschichte basiert wesentlich auf dem eigenem Erleben, welches in den Prozess einbezogen und kritisch reflektiert werden sollte. Dies kann beispielsweise durch das Format des Zeitzeugengesprächs erfolgen. Im Mittelpunkt einer Zeitzeugenbefragung steht dabei nicht das Interesse an einer Rekonstruktion vergangener Ereignisse und zeitlicher Abläufe, sondern der Wunsch, ihre Verarbeitung als subjektiv gedeutete Geschichte nachvollziehen zu können. Die Konfrontation mit dem individuellen Gedächtnis eines Zeitzeugen schult also die Fragekompetenz des Interviewenden und beleuchtet den Deutungsprozess, der die Vergangenheit in Geschichte überführt.

Räume lesen: Nicht nur Personen können befragt werden, sondern auch kulturelle Landschaften oder Städte, die aufgrund ihres Symbolgehalts als Texte verstanden werden und sich zum Lesen bzw. Dechiffrieren geschichtlicher Narrative eignen. Der semiotische Gehalt eines bestimmten Ortes wird dabei zum Ausgangspunkt des aktiven Reflektierens historisch gewachsener, sich ergänzender, überlagernder oder sich verdrängender Geschichtsräume. Kulturelle Landschaften und Stadträume stellen als Artefakte und Produkte menschlichen Handelns einen unmittelbar erlebbaren und authentischen Bezug zur Gegenwart her und eignen sich deshalb in besonderer Weise dafür, zuvor erarbeitetes historisches Wissen an einem konkreten Ort zu spiegeln. Die Auseinandersetzung mit konkurrierenden Deutungen, das Nachvollziehen der Komplexität vergangener sozialer Interaktion und das Erkennen der „Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen” (Ernst Bloch) ermöglichen es, zu einem differenzierten Verständnis historischer „Wirklichkeit” zu gelangen.

Repräsentationen hinterfragen: In ähnlicher Weise kann bei medial unterstützten Vermittlungsformen historischer Narrative, wie sie in Museen, Gedenkstätten und Filmen zu finden sind, eine Dechiffrierung angeregt werden. Das Freilegen und Analysieren einseitig geprägter oder ideologisch überformter Inhalte, die in diesen Medien bevorzugt vermittelt werden, hat sich bereits als ergiebiges Feld der Angewandten Geschichte erwiesen.[35] In ihm kommen der didaktische Ansatz eines multiperspektivischen Zugriffs und ein auf diesem Weg erreichbarer Dialog zum Tragen. Neue Erkenntnisperspektiven werden ermöglicht, indem die klassischen Methoden der Fachhistoriografie, wie Quellenkritik und Diskursanalyse, in abgewandelter Form in neuen Kontexten erprobt werden.

Perspektiven wechseln: Insbesondere in transnationalen Kontexten gewinnt ein reflektierter Umgang mit Geschichte an Bedeutung. Grundlegend hierfür sind die Kenntnis von und das Verständnis für unterschiedliche Wahrnehmungen des Vergangenen und der daraus resultierenden divergierenden Kulturen von Erinnerung in unterschiedlichen Gesellschaften. Insbesondere für den Verständigungsprozess über Geschichte und Identität in Europa ist Multiperspektivität von Belang. Während diesem Aspekt in der Fachwissenschaft längst Rechnung getragen wird, erkennt die Frankfurter Angewandte Geschichte hier einen Bedarf, auch in der öffentlichen Vermittlung historischer Inhalte didaktische Herangehensweisen so zu adaptieren, dass ein Erkenntnisgewinn in der Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Erinnerung im außerfachlichen Kontext ermöglicht wird. Exemplarisch kann dies anhand der Grenzregionen Europas nachvollzogen werden, deren komplexe und konflikthafte Vergangenheit eine Vielzahl sich überlagernder, verdrängender wie paralleler Erinnerungen und nicht selten national konträrer Historiografien hervorgebracht hat. Einen Beitrag für das Wechseln von Perspektiven können auch künstlerische Herangehensweisen liefern, die individuelle und kreative Zugänge zur Vergangenheit ermöglichen und auf eine persönliche und reflektierte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit abzielen.

Herausforderungen und Chancen Angewandter Geschichte

Angewandte Geschichte steht als Konzept im Kontext einer zunehmenden Praxisorientierung der Geisteswissenschaften, der Kommerzialisierung von Geschichte sowie der vielfältigen Versuche, die universitäre Historiografie stärker für die Öffentlichkeit zu öffnen. Die vorgestellten Ansätze bewegen sich alle an der Schnittstelle zwischen Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit beziehungsweise Gesellschaft. Eine Institutionalisierung dieser Ansätze hat bisher stets in Rückbindung an die Universitäten stattgefunden, selbst wenn mehr kommerzielle Interessen im Mittelpunkt stehen. Diese universitäre Bindung könnte stärker genutzt werden, indem in den geschichtswissenschaftlichen Fakultäten Mechanismen etabliert sowie Gremien und Foren eingerichtet werden, welche die gesellschaftlichen Veränderungen in der Geschichtskultur systematisch aufgreifen, analysieren und danach streben, diese auch zu beeinflussen. Eine weitere Chance besteht in der bewussten Berücksichtigung geschichtsdidaktischer, aber auch sozialwissenschaftlicher Modelle, die vor allem die Förderung von Kompetenzen betonen. Diese könnten für ein breiteres Spektrum von Akteuren im Umgang mit historischem Wissen weiterentwickelt werden, sowohl für Wissenschaftler/innen als auch für die außeruniversitäre historische Bildung, wie beispielsweise für Mitarbeiter/innen im Jugendaustausch, die mit ihren Gruppen historische Themen bearbeiten möchten. Durch das Aufgreifen neuerer geschichtsdidaktischer Ansätze könnten insbesondere zivilgesellschaftliche Akteure gestärkt und diese als außeruniversitäre Vermittler von Geschichte eingesetzt werden. Diese Akteure müssten in den zuvor genannten Gremien und Foren ebenfalls eine Stimme bekommen.

Anmerkungen

  1. Sichtbar u.a. bei der gut besuchten Sektion „Public History – Geschichte in der Öffentlichkeit“ beim Historikertag 2010 zu Berlin, vgl. dazu den Tagungsbericht online unter http://www.hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3379. Zum Begriff und Themenfeld Public History vgl. Irmgard Zündorf, Zeitgeschichte und Public History, Version: 1.0, in: Docupedia- Zeitgeschichte, 11.2.2010, online unter http://docupedia.de/zg/Public_History. Einen guten einführenden Überblick verschafft auch: Sabine Horn/Michael Sauer (Hrsg.), Geschichte und Öffentlichkeit. Orte – Medien – Institutionen, Göttingen 2009.
  2. Beide Begriffe wurden maßgeblich geprägt von Jörn Rüsen, etwa: Jörn Rüsen, Geschichtskultur, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 46 (1995), S. 513-521; ders. (Hrsg.), Geschichtsbewußtsein. Psychologische Grundlagen, Entwicklungskonzepte, empirische Befunde (= Beiträge zur Geschichtskultur, Bd. 21), Köln 2001. Siehe auch Bernd Schönemann/Bernd Mütter/Uwe Uffelmann (Hrsg.), Geschichtskultur. Theorie – Empirie – Pragmatik (= Schriften zur Geschichtsdidaktik, Bd. 11), Weingarten 2000; Bernd Schönemann, Geschichtskultur als Forschungskonzept der Geschichtsdidaktik, in: Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 1 (2002), S. 78-86.
  3. Heinrich Wolf, Angewandte Geschichte. Eine Erziehung zum Politischen Denken und Wollen, 6 Bde., Leipzig 1910ff. Die Reihe wurde in den folgenden Jahren auf sechs Themenbände erweitert und bis in die 1940er-Jahre wiederholt aufgelegt. Vgl. dazu Uwe Puschner, Völkische Geschichtsschreibung. Themen, Autoren und Wirkungen völkischer Geschichtsideologie, in: Wolfgang Hardtwig/Erhard Schütz (Hrsg.), Geschichte für Leser. Populäre Geschichtsschreibung in Deutschland im 20. Jahrhundert, Wiesbaden 2005, S. 287-308; hier S. 292.
  4. Wolf, Angewandte Geschichte, S. V.
  5. Vgl. Simone Rauthe, Public History in den USA, in: Wolfgang Hardtwig/Alexander Schug (Hrsg.), History Sells! Angewandte Geschichte als Wissenschaft und Markt, Stuttgart 2009, S. 372-380.
  6. Ebd., S. 375.
  7. Vgl. Volker Böge, Zur Einleitung, in: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg/Galerie Morgenland/Geschichtswerkstatt Eimsbüttel (Hrsg.), Geschichtswerkstätten gestern – heute – morgen. Bewegung! Stillstand. Aufbruch?, München 2004, S. 8.
  8. Volker Ullrich, Wie alles anfing. Die „neue Geschichtsbewegung“ der achtziger Jahre, in: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (Hrsg.), Geschichtswerkstätten gestern – heute – morgen, S. 21-29; hier S. 29.
  9. Siehe Sven Lindqvist, Grabe wo du stehst. Handbuch zur Erforschung der eigenen Geschichte, Bonn 1989.
  10. Ullrich, Wie alles anfing, S. 24.
  11. Ebd., S. 25.
  12. Wolfgang J. Smolka, Sein eigener Boss sein, in: Hans Fischer (Hrsg.), Wege zum Beruf. Möglichkeiten für Kultur- und Sozialwissenschaftler. 21 Beiträge, Berlin 1988, S. 215-227, hier S. 216. Zitiert nach Florian Neumann, Geschichtsagenturen, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 60 (2009), H. 2, S. 90-98, hier S. 93.
  13. Neumann, Geschichtsagenturen, S. 94f.
  14. Gregor Horstkemper/Alessandra Sorbello Staub, Public History – histoire publique – Geschichtskultur. Ein Thema mit vielen Variationen, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 60 (2009), H. 2, S. 116-117.
  15. Horstkemper/Sorbello Staub, Public History – histoire publique – Geschichtskultur, S. 116.
  16. Unterschiedliche Ansätze und Modelle werden präsentiert z.B. in: Peter Gautschi, Guter Geschichtsunterricht. Grundlagen, Erkenntnisse, Hinweise, Schwalbach 2009; Andreas Körber/Waltraud Schreiber/Alexander Schöner (Hrsg.), Kompetenzen historischen Denkens. Ein Strukturmodell als Beitrag zur Kompetenzorientierung in der Geschichtsdidaktik (= Kompetenzen: Grundlagen – Entwicklung – Förderung, Bd. 2), Neuried 2007; Hans-Jürgen Pandel, Geschichtsunterricht nach PISA. Kompetenzen, Bildungsstandards und Kerncurricula, 2. Aufl. Schwalbach/Taunus 2007; Michael Sauer, Historisches Denken“ fördern. Kompetenzentwicklung im Geschichtsunterricht, in: Gerold Becker u.a. (Hrsg.), Guter Unterricht. Maßstäbe und Merkmale – Wege und Werkzeuge, Seelze-Velber 2007, S. 42-46.
  17. Dazu unter vielen anderen: Waltraud Schreiber, Reflektiertes und (selbst-)reflexives Geschichtsbewusstsein durch Geschichtsunterricht fördern – ein vielschichtiges Forschungsfeld der Geschichtsdidaktik, in: Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 1 (2002), S. 18-43. Dies ist nicht nur für den Geschichtsunterricht gültig, sondern lässt sich auch auf die außerschulische Bildung anderer Zielgruppen übertragen.
  18. Der Erweiterungsstudiengang Geschichtskultur der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt online unter http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/GGF/fachgebiete/Geschichte/DidGesch/Lehre%20und%20Studium/geschichtskultur_vorstellung.de.
  19. Vgl. „Master for Applied History“ der Universität Zürich online unter http://www.mas-applied-history.uzh.ch. Hier werden auch Angaben zur Methodik gemacht: http://www.mas-applied-history.uzh.ch/programm/methodik.html. Alle folgenden Zitate ebenda.
  20. Mehr dazu unter: http://www.geschichte.uni-mannheim.de/fga/studiengaenge/master_geschichte_wissenschaft_und_oeffentlichkeit/index.html.
  21. Siehe die Beschreibung des Public History Master der Freien Universität Berlin online unter http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/phm/studium/index.html.
  22. Siehe zum Arbeitsbereich Public History der Universität Heidelberg: http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/zegk/histsem/forschung/publichistory.html. Alle folgenden Zitate ebenda.
  23. Das „Zentrum für angewandte Geschichte“ an der Universität Erlangen-Nürnberg online unter http://www.zag.uni-erlangen.de. Das folgende Zitat findet sich ebenda.
  24. „Geschichte.Präsent“ online unter http://www.geschichte-praesent.de; „make! history“ online unter http://www.make-history.de; „Facts & Files“ online unter http://www.factsandfiles.com und die „Vergangenheitsagentur“ online unter http://www.vergangenheitsagentur.de.
  25. Wolfgang Hardtwig/Alexander Schug, Einleitung, in: dies. (Hrsg.), History Sells, S. 9-17; hier S. 12.
  26. Ebd., S. 12.
  27. Ebd., S. 13.
  28. Vgl. Robert Traba, Angewandte Geschichte. Gedächtnis und Landschaft als Träger historischer Forschung und Bildung, in: Magdalena Kardach/Janusz Pilecki/Elżbieta Traba (Hrsg.), Groß Purden 1900-2006. Das Portrait eines Dorfes, Olsztyn 2008, S. 7-20; hier S. 19.
  29. Das Institut für Angewandte Geschichte in Frankfurt (Oder) online unter http://www.instytut.net/.
  30. Siehe die Homepage „Heimatreise“ online unter http://www.heimatreise.eu/.
  31. Magnus Klaue zitiert in: Kristian Teetz, Geschichte lässt sich verkaufen, in: Hannoversche Allgemeine, 29.09.2010, online unter http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Buecher/Geschichte-laesst-sich-verkaufen.
  32. Siehe Kaspar Renner, Powerpoint-Profis mit Kurzzeitgedächtnis. Der Masterstudiengang „Public History“ soll moderne Geschichtsvermittler ausbilden – ohne Kernkompetenzen wie Recherche und Quellenkritik, in: Süddeutsche Zeitung, 4./5.10.2008, online unter: http://www.zzf-pdm.de/Portals/images/default/SZ231_S16.pdf; sowie die Replik von Martin Sabrow, Historiker und Öffentlichkeit. Ein Plädoyer für einen neuen Zugang zu den Geschichtswissenschaften, in: Süddeutsche Zeitung, 22.10.2008, online unter: http://www.zzf-pdm.de/Portals/images/default/SZ245_S16.pdf.
  33. Vgl. Zündorf, Public History: Imgard Zündorf sieht die „Wurzeln“ der Public History in der „historischen Fachwissenschaft“ und fordert in ihrem Beitrag für „Docupedia-Zeitgeschichte“ eine „klare Definition von Public History […], damit ihr Platz innerhalb der Geschichtswissenschaft festgelegt werden“ kann. Unklarheit besteht also noch darin, inwieweit es der Public History um die Vermittlung der Ergebnisse der Forschung in und für die Öffentlichkeit geht.
  34. In der gesellschaftlichen Praxis ist es nötig, die Konzentration auf die Förderung historischer Kompetenzen in Anlehnung an Modelle der modernen Politikdidaktik und Menschenrechtsbildung auf allgemeine humanistisch-ethische Kompetenzen auszuweiten, wie dies etwa Edgar Wolfrum bei einem Vortrag anlässlich des Historikertages 2010 im Panel Public History ausgeführt hat. Für eine reflektierte und selbstreflexive aktive Beteiligung in der Gesellschaft sind neben der narrativ-historischen Kompetenz weitere Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften notwendig. Ganz in diesem Sinne sollte Geschichtsbildung sich demnach als Teil einer „Demokratiewissenschaft“ positionieren.
  35. Siehe etwa das Projekt der Geschichtswerkstatt Europa: Die Heldenfestung Brest in Belarus und Deutschland. Bei diesem wurde das Museum der Verteidigung der Festung Brest analysiert und die Intention der Geschichtspolitik in einem deutsch-belarussischen Team reflektiert. Siehe online unter http://www.geschichtswerkstatt-europa.org/abgelaufenes-projekt-details/items/brest.html.

Empfohlene Literatur zum Thema

Robert Traba, Angewandte Geschichte. Gedächtnis und Landschaft als Träger historischer Forschung und Bildung, in: Magdalena Kardach, Janusz Pilecki, Elżbieta Traba (Hrsg.), Groß Purden 1900–2006. Das Portrait eines Dorfes. Borussia, Olsztyn 2008, ISBN 9788389233424, S. 7-20.

Andreas Körber, Waltraud Schreiber, Alexander Schöner (Hrsg.), Kompetenzen historischen Denkens. Ein Strukturmodell als Beitrag zur Kompetenzorientierung in der Geschichtsdidaktik (= Kompetenzen: Grundlagen - Entwicklung - Förderung 2), Ars Una, Neuried 2007, ISBN 9783893917884.

Florian Neumann, Geschichtsagenturen, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Nr. 2, 2009, ISSN 0016-9056, S. 90-8.

Bernd Roeck, „Applied History“ – „Angewandte Geschichte“. Ein Weiterbildungsstudiengang der Universität Zürich, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 60. 60, 2009, ISSN 0016-9056, S. 76-82.

Wolfgang Hardtwig, Alexander Schug (Hrsg.), History Sells! Angewandte Geschichte als Wissenschaft und Markt, Franz Steiner, Stuttgart 2009, ISBN 9783515093361.

Zitation

Juliane Tomann, Jacqueline Nießer, Anna Littke, Jakob Ackermann, Felix Ackermann, Diskussion Angewandte Geschichte: Ein neuer Ansatz?, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 15. 2.2011, URL: http://docupedia.de/zg/Diskussion_Angewandte_Geschichte?oldid=84597

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