Public History als Historische Kulturwissenschaft

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Kommentar: Public History als Historische Kulturwissenschaft: Ein Plädoyer

von Stefanie Samida

Einführung: Vergangenheit in der Alltagswelt

Die Vergangenheit ist allgegenwärtig. Wir können sie scheinbar mit all unseren Sinnen wahrnehmen: So hören wir etwa im Radio Kommentare zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, sehen im Fernsehen im Prinzip täglich Sendungen mit historischem Inhalt und lesen in Zeitungen über neueste archäologische Funde. Auf historischen Stadtfesten vor mittelalterlicher Kulisse glauben wir, das Mittelalter riechen und über den angebotenen Met schmecken zu können, und schließlich gibt es Zeitgenossen, die – am Lagerfeuer sitzend – die Steinzeit am eigenen Leib zu spüren vermeinen.

In den letzten Jahren wurde der hier lediglich ansatzweise skizzierte Geschichtsmarkt vielfach abgesteckt.[1] Geschichte – man sollte wohl besser von ‚Vergangenheit’ sprechen – hat Konjunktur, oder wie ein 2009 erschienener Sammelband offensiv propagierte: „History Sells!”.[2] Das ist kein neuer und vor allem kein überraschender Befund. Folgt man dem Tübinger Historiker Dieter Langewiesche, dann gibt es nur wenige akademische Fächer, deren „Themen so massiv und beständig in der Gesellschaft präsent sind und dort auch ohne die Experten aus den Universitäten und anderen Forschungsinstitutionen einem breiten Publikum vermittelt werden”.[3] Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass es heute keine „konsistenten Geschichtsbilder” mehr gibt, jedenfalls, so der Berliner Kulturwissenschaftler Wolfgang Kaschuba, „nicht mehr in strukturierter und integrierter Form”. Sie existierten nur mehr, so Kaschuba weiter, „in synthetischen und hybriden Zusammenhängen, also in jenen Mischungen, Überlagerungen und Bricolagen, die uns in neuer Weise vielfältig, vieldeutig und damit eben beliebig oder verwirrend erscheinen”.[4]

Im Folgenden wird zunächst kurz zusammengefasst, was üblicherweise unter Public History bzw. Angewandte Geschichte verstanden wird. Hier setzt bereits ein erster Kritikpunkt an, denn Public History ist mehr als das, was bisher für Forschung und Lehre beschrieben wurde. In einem zweiten Schritt sollen dann konkret zwei kulturwissenschaftliche Konzepte vorgestellt werden – Konzepte, die für die Public History von Bedeutung sind. Eine konzeptuelle wie auch methodische Öffnung hin zu den Kulturwissenschaften scheint mehr als notwendig.

Modernes Mittelalter. Campus Galli, Meßkirch. Seit April 2013 wird im oberschwäbischen Meßkirch – bislang bekannt als Geburtsort Martin Heideggers – eine karolingische Klosterstadt mit zeitgenössischen Baumaterialien und -methoden errichtet. Als Vorlage dient der aus dem ersten Drittel des 9. Jahrhunderts stammende St. Gallener Klosterplan. Auf der ‚mittelalterlichen Baustelle‘ sind verschiedene Handwerker – u.a. Korbmacher, Töpfer, Schmied, Steinmetz, Schreiner – an der Errichtung der Klosterstadt beteiligt. Foto: S. Samida ©
Modernes Mittelalter. Campus Galli, Meßkirch. Seit April 2013 wird im oberschwäbischen Meßkirch – bislang bekannt als Geburtsort Martin Heideggers – eine karolingische Klosterstadt mit zeitgenössischen Baumaterialien und -methoden errichtet. Als Vorlage dient der aus dem ersten Drittel des 9. Jahrhunderts stammende St. Gallener Klosterplan. Auf der ‚mittelalterlichen Baustelle‘ sind verschiedene Handwerker – u.a. Korbmacher, Töpfer, Schmied, Steinmetz, Schreiner – an der Errichtung der Klosterstadt beteiligt. Foto: S. Samida ©


Was Public History derzeit ist und was sie sein sollte

Heute, nach Jahrzehnten der Diskussion, versteht man unter Public History jede Form von öffentlicher Geschichtsdarstellung und Geschichtsvermittlung, die fern der Wissenschaft praktiziert wird.[5] Dazu zählen also die Präsentation von Vergangenheit in den klassischen Massenmedien wie Buch, Zeitung, Radio und Fernsehen genauso wie solche in Museen, Gedenkstätten, Stiftungen und Archiven oder etwa im Kontext der Politischen Bildung. Public Historians, möchte man es kurz und knapp ausdrücken, sind alle, die Geschichte darstellen und vermitteln. Dazu gehören die auf freiwilliger Basis arbeitende Stadtführerin und der am Wochenende als Alamanne verkleidete Fernfahrer ebenso wie die klassischen Dienstleister, die als Journalisten, in Agenturen, für Unternehmen und Museen, für die Werbung oder auch in der Politik arbeiten. Auch Wissenschaftler/innen sind Public Historians, und zwar immer dann, wenn sie historisches Wissen darstellen und vermitteln.

Liest man die einschlägige Literatur und betrachtet die derzeitige universitäre Situation in Deutschland, so fällt allerdings auf, dass Public History zeitlich sehr eng gefasst wird und in der Regel auf die Zeitgeschichte beschränkt ist sowie stark anwendungsorientiert betrieben wird.[6] Das zeigt sich nicht nur an Studiengangsmodellen wie z. B. an der Universität Heidelberg und der Freien Universität Berlin,[7] sondern etwa auch an Buchtiteln wie dem von Frank Bösch und Constantin Goschler herausgegebenen Sammelband „Public History. Öffentliche Darstellungen des Nationalsozialismus jenseits der Geschichtswissenschaft”.[8] Die zeitliche Zuspitzung auf den Nationalsozialismus mag den Forschungsschwerpunkten der Herausgeber geschuldet sein, aber in ihrer Einleitung wird die deutsche Public History stillschweigend ausschließlich im zeitgeschichtlichen Kontext diskutiert.[9] Die Einengung wird auch in Überblicksartikeln deutlich, etwa wenn – notabene – der Berliner Zeithistoriker Paul Nolte schreibt, dass die Public History-Bewegung zwar durchaus alle Epochen umgreife, aber „das zeitgeschichtliche Gravitationszentrum der vielfältigen Interessen und Debatten” unverkennbar sei.[10]

Sicherlich spielt die jüngste Vergangenheit – die Zeit des Nationalsozialismus, der Kalte Krieg und der Fall der Mauer – gerade in Deutschland eine wichtige Rolle in der gegenwärtigen Erinnerungs- und auch Geschichtskultur. Allerdings trifft dies eben nicht nur für die jüngere Vergangenheit zu. Auch das schon erwähnte Mittelalter, die Römische Kaiserzeit – erinnert sei an das 2000-jährige Jubiläum der Varusschlacht 2009 – und die ferne Ur- und Frühgeschichte sind in der öffentlichen Wahrnehmung omnipräsent.[11] So haben etwa Fernsehdokumentationen zur Ur- und Frühgeschichte neben dem ‚Dritten Reich’ den zweitgrößten Sendeanteil.[12] Angesichts dieser Tatsache erscheint es daher mehr als sinnvoll, das enge, auf die Zeitgeschichte bezogene Konzept einer Public History aufzugeben und auch andere Epochen einzubeziehen.

Gleiches gilt für die Beschränkung der Public History auf synchrone Analysen und damit dem ‚Verharren’ in der Gegenwart. Denn wir finden schon im 19. und frühen 20. Jahrhundert Formen der Public History. Ich denke hier etwa an Emil Ludwig (1881–1948), einen der bedeutendsten Vertreter der sogenannten Historischen Belletristik[13] – einer in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg beim Publikum bevorzugten literarischen Gattung. Ludwig, der kein Historiker war, hatte vor allem in den 1920er-Jahren zahlreiche auflagenstarke Biografien beispielsweise über Goethe, Napoleon, Wilhelm II. und Bismarck verfasst und spielte als „meistgelesener deutscher Schriftsteller” in der ersten deutschen Demokratie eine wichtige Rolle in der Geschichtskultur.[14] Wie viele andere populäre Biografen seiner Zeit bildete er – anhand des bereits vorhandenen Quellenmaterials – die Innenwelt seiner Protagonisten ab, indem er die Ergebnisse der noch jungen Wissenschaft Psychologie für seine Analyse heranzog und so gewissermaßen „psychologische Charakterkunde”[15] betrieb. Ludwig selbst beschrieb seine Methode so: „Der Forscher findet, der Romancier erfindet, der Biograph empfindet.”[16] Die akademische Geschichtswissenschaft der Weimarer Republik stand solchen Biografien wegen ihrer allzu starken psychoanalytischen Herangehensweise allerdings ablehnend gegenüber; die Bücher wurden von der Zunft als ‚illegitime’ Form der Geschichtsschreibung verunglimpft.[17]

Ein Konzept einer offen und breit angelegten Public History bedeutet somit, die momentan enge Perspektive zumindest in zweifacher Hinsicht zu erweitern. Einerseits sollten neben der Zeitgeschichte vermehrt andere Epochen und somit alle geschichtskulturellen Ausprägungen zum Forschungsgenstand gemacht werden. Damit würde gleichzeitig der Fokus auch auf andere historische Fächer und ihr Verhältnis zur Öffentlichkeit gelegt. Andererseits sind diachrone Ansätze und Analysen in der Public History bis heute ein Desiderat.[18] Das, was Wissenschaftshistoriker/innen besonders im Kontext der Naturwissenschaften unter dem Stichwort ‚Wissenschaftspopularisierung’ diskutieren, ist – bezogen auf die Geschichte – also nichts anderes als ‚Public History’, zumal in beiden Forschungsfeldern gefordert wird, Wissenschaftspopularisierung als interaktiven Prozess aufzufassen – als Prozess, der von Rück- und Wechselwirkungen lebt.[19] Er liefert damit Einblicke in die Gesellschaft der jeweils untersuchten Epoche und vollzog – und vollzieht – sich natürlich nicht nur nüchtern-wissenschaftlich, sondern durchaus unter Einschluss unterhaltender und inszenatorischer Aspekte. Als Akteure fungieren sowohl Wissenschaftler als auch wissenschaftliche Laien sowie die zeitgenössischen Medien, die in einem wechselseitigen Verhältnis zueinander stehen.

Darüber hinaus ist die Beschäftigung mit kulturwissenschaftlichen Konzepten in der Public History, die ihr Augenmerk eher auf solche der Geschichtsdidaktik und Zeitgeschichte legt, weitgehend ausgeblieben. Im Folgenden sollen daher zwei aktuell in den Kulturwissenschaften diskutierte Forschungsfelder vor- und ihr Wert für die Public History herausgestellt werden.

Kulturwissenschaftliche Konzepte und Public History

In den Fokus kulturwissenschaftlicher Forschung treten seit einigen Jahren vermehrt Handlungen und Austauschprozesse und somit soziale, gesellschaftliche und mediale Praktiken wie z. B. Feste und Rituale. Darstellungs-, Aufführungs- und Inszenierungspraktiken – kurz: das Performative – sind in den Vordergrund gerückt und damit auch die verwendeten Begriffe, die der Theatersprache entlehnt sind, wie ‚Spiel’, ‚Inszenierung’, ‚Spektakel’ etc.[20]

In den letzten dreißig Jahren hat sich die Forschung intensiv und auf vielfältige Art und Weise mit dem Phänomen der Inszenierung beschäftigt.[21] Unter dem aus dem Französischen kommenden Begriff versteht man das ‚In-Szene-setzen’ im Sinne von ‚Vorbereiten’, ‚Bearbeiten’, ‚Einstudieren’ oder auch ‚Künstlerisch gestalten’. Als ästhetischer Terminus lässt er sich jedoch durchaus etwas weiter fassen, nämlich als Begriff zur Bezeichnung medialer Praktiken.[22] In diesem Verständnis meint er also „Kulturtechniken und Praktiken, mit denen etwas zur Erscheinung gebracht wird”.[23]

‚Inszenierung’ ist zugleich auch ein schöpferischer Prozess, der Imaginäres, Fiktives und Reales zueinander in Beziehung setzt.[24] Wir haben es also mit einem Phänomen zu tun, das auf den Aspekt eines „kreativen und transformierenden Umgangs des Menschen mit sich selbst und seiner Umwelt” zielt.[25] Die Inszenierung unterstellt intendiertes Handeln, das in einem abgegrenzten Raum für ein Publikum bestimmt und auf Auffälligkeit und Wirkung bedacht ist.[26] Jede Inszenierung ist demnach eine Konstruktion – es wird etwas zur Erscheinung gebracht.

Der hier skizzierte Inszenierungsbegriff ist vor dem Hintergrund einer kulturwissenschaftlich betriebenen Public History von Bedeutung. Denn die Beziehung von – ganz generell gesagt – Wissenschaft und Öffentlichkeit ist durch Inszenierungen geprägt.[27] Im Feld der historischen Wissenschaften sei exemplarisch z. B. auf das Fernsehen oder etwa das Museum verwiesen, wo wir seit einigen Jahren besonders die unter dem Begriff ‚Living History’ vorfindbaren Geschichtsdarstellungen und Geschichtsaneignungen fassen. Durch Rekonstruktionen und besonders durch Inszenierungen wird auf unterhaltsame Art und Weise Interesse an der Vergangenheit geweckt. Es ist nicht überraschend, dass die Präsentationen beim Publikum – aufgrund ihres ‚Mitmach’-Charakters – beliebt sind: Visuelles, akustisches und haptisches Erleben stehen im Vordergrund.[28] Die kulturwissenschaftliche Performanzforschung, die von der Entstehung von Bedeutungen durch Zusammenspiel aller Beteiligten (Akteure, Zuschauer, Medien etc.) im Rahmen von Aufführungen ausgeht, vermag Impulse zu liefern, die in theoretischer Hinsicht auch für Untersuchungen im Kontext der Public History fruchtbar gemacht werden können.

Ein weiteres kulturwissenschaftliches Konzept, das hier vorgestellt werden soll, behandelt ‚Kulturerbe’ bzw. ‚Heritage’. Im Kulturerbe ist Vergangenheit – sei sie materiell oder immateriell überliefert – in gewisser Weise eingefroren.[29] Es ist uns in ganz unterschiedlichen Formen überliefert, als Ruine oder ‚heritage site’, als archäologisches Zeugnis, als historisches Schriftstück, als Kunstobjekt, als Musikstück oder in Form eines seit Jahrhunderten tradierten und praktizierten Brauchs. Im Kulturerbe fasst man also eine „erlebbar gewordene Ordnung einer anderen Welt bzw. Wirklichkeit”.[30]

Führt man sich die gegenwärtige Omnipräsenz von Heritage vor Augen – erinnert sei lediglich an die Diskussionen um die Dresdner Waldschlösschenbrücke oder die Debatten im Kontext der teilweisen Zerstörung von Moscheen, Mausoleen und Friedhöfen in Timbuktu im Sommer 2012 durch radikale Islamisten –, so ist die besondere Bedeutung von ‚Kulturerbe’ bzw. ‚Heritage’ heute nicht von der Hand zu weisen. Bereits 1998 überschrieb der britische Geograf und Historiker David Lowenthal eines seiner Bücher mit dem recht brachialen Titel „Heritage Crusade”. Er sah nicht nur einen Kreuzzug heraufziehen, sondern auch einen neuen, populären Glauben: „the cult of heritage”.[31]

Die besondere Bedeutung von ‚Kulturerbe’ bzw. ‚Heritage’ ist nicht von der Hand zu weisen, auch deshalb, weil mit dem Begriff ‚Erbe’ eines der grundlegenden Konzepte der Menschheit erfasst wird: „Erben und Vererben heißt Übertragen, Überliefern, Übereignen”.[32] ‚Erbe’ vermittelt sozusagen zwischen dem Vergangenen, Gegenwärtigen und Zukünftigen und verbindet zugleich kulturelle, rechtliche, ökonomische und biologische Aspekte miteinander.[33] Mit ‚Heritage’ bzw. ‚Kulturerbe’ sind somit nicht Erinnerungspraktiken gemeint, sondern konkret überliefertes Erbe – sei es materiell oder immateriell; es handelt sich um ein Erbe, das aus der Vergangenheit in eine je spezifische Gegenwart hineinragt und – mal mehr, mal weniger – durch seine unmittelbare physische Präsenz die Gegenwart provoziert. Besonders das materielle Kulturerbe durch seine Materialität – es ist sichtbar, begehbar, fühlbar, kurz: erfahrbar. Man könnte auch sagen, es ist ‚besuchbar’.[34]

Die ‚Vermittlerposition’, die dem Kulturerbe zwischen dem Vergangenen, Gegenwärtigen und Zukünftigen zukommt, spielt im Kontext einer Public History eine nicht unwesentliche Bedeutung. Heritage, egal ob materiell oder immateriell, kommt gerade im modernen Massentourismus eine zunehmend wichtige Rolle zu.[35] Als Beispiel sei lediglich der weltberühmte Steinkreis von Stonehenge im südwestenglischen Wiltshire erwähnt; er erweckt aufgrund seiner Materialität und Monumentalität seit jeher große Aufmerksamkeit und gilt als sichtbares Zeugnis der Vergangenheit. Seit 1986 ist die prähistorische Anlage UNESCO-Weltkulturerbe – die britische Ikone ist also seitdem nicht mehr nur nationales Symbol, sondern ein Kulturdenkmal von außergewöhnlichem und universellem Wert und Anziehungspunkt für Abertausende Touristen im Jahr. Gerade aufgrund seiner monumentalen Präsenz – und der damit einhergehenden Authentizität – bringt das Denkmal auf anschauliche und bisweilen begreifbare Weise Besucher/innen in direkten Kontakt mit der Vergangenheit und vermag so historisches Bewusstsein – die Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – zu schaffen.

Stonehenge. Zeitgenössischer Stich von Stonehenge in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Blick auf die innere (einstmals hufeisenförmige) Struktur aus Trilithen, also zwei Tragsteinen und einem aufliegenden Deckstein. Quelle: William Stukely, Stonehenge a Temple Restor'd to the British Druids, London 1740.
Stonehenge. Zeitgenössischer Stich von Stonehenge in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Blick auf die innere (einstmals hufeisenförmige) Struktur aus Trilithen, also zwei Tragsteinen und einem aufliegenden Deckstein. Quelle: William Stukely, Stonehenge a Temple Restor'd to the British Druids, London 1740.


Wenn es um Fragen des Kulturellen Erbes bzw. Heritage geht, ist neben der Geschichtswissenschaft, Denkmalpflege und Archäologie sowie der Volkskunde/Europäische Ethnologie und Ethnologie zunehmend also auch die Public History gefragt. Denn die überlieferten Objekte, Stätten und Bräuche sind nicht nur Zeugen der Vergangenheit, sondern sie sind gleichsam Objekte, Stätten und Bräuche im Heute. Aufgabe der Public History sollte es sein, solche Entwicklungen nicht nur aus der Außenperspektive zu begleiten, sondern zu gestalten und didaktisch zu nutzen. Damit ist gemeint, sich noch mehr in öffentliche Debatten um das kulturelle Erbe einzubringen und Vorschläge für eine angemessene Nutzung dieses Erbes zu unterbreiten. Das kann in diesem Zusammenhang durchaus bedeuten, auch einen multiperspektivischen und erlebnisorientierten Zugang zu unterstützen, um darüber eine kritische Auseinandersetzung anzustoßen. Die touristische Nutzung ist deshalb nicht per se zu kritisieren und ausschließlich kulturpessimistisch zu deuten, sondern sie führt gerade auch dazu, sich mit dem kulturell ‚Fremden’ zu beschäftigen und im besten Falle Verständnis für andere und vergangene Kulturen zu schaffen.

Public History als historisch-empirische Kulturwissenschaft

Die Public History ist momentan noch kein akademisch etabliertes Fach, sondern ein im besten Sinne fachübergreifendes Forschungsfeld, das sich mit allen geschichtskulturellen Äußerungen in der und für die Öffentlichkeit – auch in diachroner Perspektive – beschäftigt und zugleich, aber eben nicht nur, anwendungsorientiert ist: ganz im Sinne eines ‚Doing history’. Public History zielt im weiten Feld der Geschichtskultur letztlich auf die „Zirkulation von Geschichtswissen zwischen Experten- und Laienmilieus”.[36]

Zweifellos wird man die Public History auf den ersten Blick innerhalb der Geschichtswissenschaft verorten wollen. Schließlich gibt es große inhaltliche Überschneidungen mit den geschichtswissenschaftlichen Nachbarfächern und der Geschichtsdidaktik, die ihre Aufgabe heute ebenfalls nicht mehr allein in der Ausbildung von Lehrern beschränkt sieht, sondern auch darin, die Wechselbeziehungen zwischen Geschichte und Gesellschaft zu erforschen.[37]

Doch die Public History ist nicht nur mit der Geschichtswissenschaft und der Geschichtsdidaktik ‚verwandt’, sondern sie hat auch die Historischen Kulturwissenschaften – also etwa alle archäologischen Fächer[38] – und damit die weiter zurückliegenden Epochen in ihr Forschungs- und selbstverständlich auch Lehrprogramm einzubeziehen, denn letztlich bearbeitet sie geografisch betrachtet nicht nur ein ‚grenzenloses’ bzw. globales Forschungsgebiet, sondern sie ist auch zeitlich nicht auf eine Epoche beschränkt.

In konzeptueller und auch methodischer Hinsicht ähnelt die Public History wiederum Fächern wie der Europäischen Ethnologie bzw. Empirischen Kulturwissenschaft. Schließlich sind einerseits die in diesen Fächern erarbeiteten Konzepte für die Public History von großer Wichtigkeit und müssen kritisch reflektiert werden; andererseits bildet auch der in den beiden Fächern entwickelte Methodenkanon, besonders was die qualitative Forschung betrifft und auf den hier nicht weiter eingegangen werden kann, eine zentrale Basis für empirische Arbeiten im Kontext der Public History.

Dass die Public History generell einen gewissen Theorie- und Methodeneklektizismus praktiziert, bedeutet nicht zwingend ein ‚Anything goes’. Die Aufgeschlossenheit für Neues und für andere Perspektiven – sowohl inhaltlich als auch methodisch – zieht weit mehr positive als negative Effekte nach sich. Zu den positiven Aspekten zähle ich unter anderem die Integration bislang unbeachteter bzw. unterrepräsentierter Quellen, die fachübergreifende Zusammenarbeit sowie das Aufgreifen kulturwissenschaftlicher Konzepte.

Die in diesem Beitrag vorgestellte Public History wäre also eine historisch-empirische Kulturwissenschaft[39] und kann als ‚Interdisziplin’ bezeichnet werden. Der Begriff ist ein Kunstwort, das kürzlich im Kontext der Science and Technology Studies (STS) gebraucht wurde.[40] Die klassischen Schritte, die die STS im Laufe ihrer Disziplinwerdung bereits durchlaufen haben – Handbücher, Konferenzen, Zentrenbildung, Studiengänge sowie Grenzziehungskämpfe gegenüber anderen Fächern – stehen der Public History in Deutschland allerdings noch bevor. Es bedarf somit weiterer intensiver Anstrengungen in Forschung und Lehre, um das junge Feld der Public History im akademischen Fächerkanon zu etablieren und zu institutionalisieren.

Empfohlene Literatur zum Thema

Zitation

Stefanie Samida, Public History als Historische Kulturwissenschaft: Ein Plädoyer, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 17.6.2014, URL: http://docupedia.de/zg/Public_History_als_Historische_Kulturwissenschaft?oldid=124935

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  1. Beispielsweise: Dieter Langewiesche, Geschichtsschreibung und Geschichtsmarkt in Deutschland, in: ders., Zeitwende. Geschichtsdenken heute, Göttingen 2008, S. 9-17; Barbara Korte/Sylvia Paletschek (Hrsg.), History Goes Pop. Zur Repräsentation von Geschichte in populären Medien und Genres, Bielefeld 2009; Wolfgang Hardtwig, Verlust der Geschichte – oder wie unterhaltsam ist die Vergangenheit?, Berlin 2010; Christoph Kühberger/Andreas Pudlat (Hrsg.), Vergangenheitsbewirtschaftung: Public History zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, Innsbruck u. a. 2012.
  2. Wolfgang Hardtwig/Alexander Schug (Hrsg.), History Sells! Angewandte Geschichte als Wissenschaft und Markt, Stuttgart 2009.
  3. Langewiesche, Geschichtsschreibung und Geschichtsmarkt, S. 14.
  4. Wolfgang Kaschuba, „Turns“ und „Tunes“: Zur Historizität ethnologischen Wissens, in: Zeitschrift für Volkskunde 109 (2013), H. 1, S. 1-27, hier S. 20.
  5. Frank Bösch/Constantin Goschler, Der Nationalsozialismus und die deutsche Public History, in: dies. (Hrsg.), Public History. Öffentliche Darstellungen des Nationalsozialismus jenseits der Geschichtswissenschaft, Frankfurt a.M./New York 2009, S. 7-13, hier S. 10. Zusammenfassend zum gesamten Komplex auch: Irmgard Zündorf, Zeitgeschichte und Public History, Version: 1.0. Docupedia-Zeitgeschichte, 11.2.2010, https://docupedia.de/zg/Public_History?oldid=75534, mit weiteren Literaturhinweisen.
  6. Die Begriffe ‚Public History‘ und ‚Angewandte Geschichte‘ werden daher zumeist auch synonym benutzt; es gibt aber auch andere Ansichten, siehe z. B. Juliane Tomann/Jacqueline Nießer/Anna Littke/Jakob Ackermann/Felix Ackermann, Diskussion Angewandte Geschichte: Ein neuer Ansatz?, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 15.2.2011, http://docupedia.de/zg/Diskussion_Angewandte_Geschichte?oldid=84597. Einen guten Überblick über beide Begriffe gibt Irmgard Zündorf, Public History und Angewandte Geschichte – Konkurrenten oder Komplizen?, in: Jacqueline Nießer/Juliane Tomann (Hrsg.), Angewandte Geschichte. Neue Perspektiven auf Geschichte in der Öffentlichkeit, Paderborn u.a. 2014, S. 63-76.
  7. Heidelberg: http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/zegk/histsem/forschung/publichistory.html; Berlin: http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/phm. Zur Anwendungsorientierung siehe das Interview mit Cord Arendes, Uni Heidelberg, in der ZEIT vom 16.1.2014, online unter http://www.zeit.de/2014/04/universitaet-professur-angewandte-geschichte sowie Zündorf, Public History und Angewandte Geschichte, S. 67f.
  8. Frank Bösch/Constantin Goschler (Hrsg.), Public History. Öffentliche Darstellungen des Nationalsozialismus jenseits der Geschichtswissenschaft, Frankfurt a. M./New York 2009.
  9. Bösch/Goschler, Nationalsozialismus.
  10. Paul Nolte, Öffentliche Geschichte. Die neue Nähe von Fachwissenschaft, Massenmedien und Publikum: Ursachen, Chancen und Grenzen, in: Michele Barricelli/Julia Hornig (Hrsg.), Aufklärung, Bildung, „Histotainment“? Zeitgeschichte in Unterricht und Gesellschaft heute, Frankfurt a. M. 2008, S. 131-146, hier S. 136, online unter http://www.zeithistorische-forschungen.de/Portals/_zf/documents/pdf/2009-3/Nolte_OeffentlicheGeschichte.pdf.
  11. Dazu z. B. Thomas Martin Buck/Nicola Brauch (Hrsg.), Das Mittelalter zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Probleme, Perspektiven und Anstöße für die Unterrichtspraxis, Münster u. a. 2011; Jonathan Roth, 2000 Jahre Varusschlacht: Jubiläum eines Mythos? Eine kulturanthropologische Fallstudie zur Erinnerungskultur, Münster u. a. 2012; Stefanie Samida, Archäologie und Öffentlichkeit. Zum Stand der Reflexion, in: Manfred K. H. Eggert/Ulrich Veit (Hrsg.), Theorie in der Archäologie: Zur deutschsprachigen Diskussion, Münster u. a. 2013, S. 337-374.
  12. Edgar Lersch/Reinhold Viehoff, Geschichte im Fernsehen. Eine Untersuchung zur Entwicklung des Genres und der Gattungsästhetik geschichtlicher Darstellungen im Fernsehen 1995 bis 2003, Berlin 2007, hier S. 113.
  13. Ausführlich zur ‚Historischen Belletristik‘ – übrigens ein von den Gegnern der populären historischen Biografien eingeführter Kampfbegriff – siehe Christoph Gradmann, Historische Belletristik. Populäre historische Biographien in der Weimarer Republik, Frankfurt a.M./New York 1993; zur populären Geschichtsschreibung im 19. Jahrhundert z. B. Martin Nissen, Populäre Geschichtsschreibung. Historiker, Verleger und die deutsche Öffentlichkeit (1848–1900), Köln u. a. 2009.
  14. Sebastian Ullrich, „Der Fesselndste unter den Biographen ist heute nicht der Historiker.“ Emil Ludwig und seine historischen Biographien, in: Wolfgang Hardtwig/Erhard Schütz (Hrsg.), Geschichte für Leser. Populäre Geschichtsschreibung in Deutschland im 20. Jahrhundert, Stuttgart 2005, S. 35-56, hier S. 35.
  15. Stephan Porombka, Populäre Biographik, in: Christian Klein (Hrsg.), Handbuch Biographie. Methoden, Traditionen, Theorien, Stuttgart/Weimar 2009, S. 122-131, hier S. 125.
  16. Emil Ludwig, Historie und Dichtung [1936], in: Bernhard Fetz/Wilhelm Hemecker (Hrsg.), Theorie der Biographie. Grundlagentexte und Kommentar, Berlin/New York 2011, S. 133-154, hier S. 142.
  17. Siehe Wilhelm Mommsen, „Legitime“ und „illegitime“ Geschichtsschreibung. Eine Auseinandersetzung mit Emil Ludwig, München, Berlin 1930.
  18. Bernd Schönemann hat vor dem Hintergrund der Geschichtsdidaktik ein ganz ähnliches Konzept entworfen: Bernd Schönemann, Erinnerungskultur oder Geschichtskultur?, in: Eugen Kotte (Hrsg.), Kulturwissenschaften und Geschichtsdidaktik, München 2011, S. 53-72. Mit dem vor allem von Zeithistorikern favorisierten Konzept der Erinnerungskultur werde eine bewusste Konkurrenzsituation zum etablierten Begriff ‚Geschichtskultur‘ geschaffen, wodurch der Geschichtsdidaktik dieses Forschungsfeld bewusst entzogen würde (ebd., S. 59ff.). Darüber hinaus fordert er eine diachrone Ausweitung des Forschungsfelds, denn Geschichtskultur sei „historisierbar und historisierungsbedürftig“ (ebd., S. 58) bzw. unterliege einem diachronen Wandel und müsse daher nicht nur in ihrer „sozialen (und räumlichen) Breite, sondern auch in ihrer zeitlichen Tiefe erforscht werden“ (ebd., S. 59).
  19. Für die Wissenschaftsgeschichte u. a. Carsten Kretschmann, Wissenspopularisierung. Verfahren und Beschreibungsmodelle – ein Aufriss, in: Petra Boden/Dorit Müller (Hrsg.), Populäres Wissen im medialen Wandel seit 1850, Berlin 2009, S. 17-34; für die Public History z. B. Bösch/Goschler, Nationalsozialismus, S. 8f.
  20. Erika Fischer-Lichte, Vom „Text“ zur „Performance“. Der „Performative Turn“ in den Kulturwissenschaften, in: Georg Stanitzek/Wilhelm Voßkamp (Hrsg.), Schnittstelle: Medien und Kulturwissenschaften, Köln 2001, S. 111-115, hier S. 111.
  21. Siehe etwa die Aufzählungen der Publikationen bei Erika Fischer-Lichte, Theatralität und Inszenierung, in: dies./Christian Horn/Isabel Pflug/Matthias Warstat (Hrsg.), Inszenierung von Authentizität, Tübingen u. a. 22007, S. 9-28, hier S. 11.
  22. Christa Karpenstein-Eßbach, Einführung in die Kulturwissenschaft der Medien, Paderborn 2004, hier S. 204.
  23. Fischer-Lichte, Theatralität und Inszenierung, hier S. 19.
  24. Fischer-Lichte, Theatralität und Inszenierung, hier S. 21.
  25. Ebd.
  26. Josef Früchtl/Jörg Zimmermann, Ästhetik der Inszenierung. Dimensionen eines gesellschaftlichen, individuellen und kulturellen Phänomens, in: dies. (Hrsg.), Ästhetik der Inszenierung. Dimensionen eines künstlerischen und gesellschaftlichen Phänomens, Frankfurt a. M. 2001, S. 9-47, hier S. 21.
  27. Siehe Stefanie Samida (Hrsg.), Inszenierte Wissenschaft: Zur Popularisierung von Wissen im 19. Jahrhundert, Bielefeld 2011.
  28. Dazu z. B. Wolfgang Hochbruck, Geschichtstheater: Formen der „Living History“. Eine Typologie, Bielefeld 2013; Stefanie Samida, Moderne Zeitreisen oder Die performative Aneignung vergangener Lebenswelten, in: Forum Kritische Archäologie 4, im Druck.
  29. Karlheinz Wöhler, Heritagefication: Zur Vergegenwärtigung des Kulturerbes, in: Kurt Luger/Karlheinz Wöhler (Hrsg.), Welterbe und Tourismus. Schützen und Nützen aus einer Perspektive der Nachhaltigkeit, Innsbruck u. a. 2008, S. 43-58, hier S. 52.
  30. Ebd., S. 47.
  31. David Lowenthal, The Heritage Crusade and the Spoils of History, Cambridge 1998, hier S. 1.
  32. Stefan Willer/Sigrid Weigel/Bernhard Jussen, Erbe, Erbschaft, Vererbung. Eine aktuelle Problemlage und ihr historischer Index, in: dies. (Hrsg.), Erbe. Übertragungskonzepte zwischen Natur und Kultur, Berlin 2013, S. 7-36, hier S. 7.
  33. Ebd., S. 8f.
  34. Sharon Macdonald, Memorylands. Heritage and Identity in Europe Today, London/New York 2013, hier S. 18.
  35. Beispielsweise: Kurt Luger/Karlheinz Wöhler (Hrsg.), Kulturelles Erbe und Tourismus. Rituale, Traditionen, Inszenierungen, Innsbruck u. a. 2010; Burkhard Schnepel/Felix Girke/Eva-Maria Knoll (Hrsg.), Kultur all inclusive. Identität, Tradition und Kulturerbe im Zeitalter des Massentourismus, Bielefeld 2013.
  36. Gangolf Hübinger, Über die Aufgaben des Historikers, Berlin 2012, hier S. 61.
  37. Etwa Rainer Walz, Geschichtsdidaktik, in: Hans-Jürgen Goertz (Hrsg.), Geschichte. Ein Grundkurs, Reinbek bei Hamburg 2001, S. 694–723; Lars Deile, Didaktik der Geschichte, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 27.1.2014, http://docupedia.de/zg/Didaktik_der_Geschichte?oldid=88061.
  38. Speziell zur Archäologie als Historische Kulturwissenschaft siehe Manfred K.H. Eggert, Archäologie: Grundzüge einer Historischen Kulturwissenschaft, Tübingen, Basel 2006; übergreifender: Jan Kusber/Mechthild Dreyer/Jörg Rogge/Andreas Hütig (Hrsg.), Historische Kulturwissenschaften. Positionen, Praktiken und Perspektiven, Bielefeld 2010.
  39. Eugen Kotte, Geschichtsdidaktik als historische Kulturwissenschaft, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 62 (2011), H. 9&10, S. 584-592, hat kürzlich für die Geschichtsdidaktik gefordert, sie müsse sich einem „interdisziplinären Diskussionszusammenhang“ öffnen, eben den Kulturwissenschaften. Sein Artikel lautet programmatisch „Geschichtsdidaktik als historische Kulturwissenschaft“.
  40. Jan-Hendrik Passoth, Science and Technology Studies, in: Stefanie Samida/Manfred K. H. Eggert/Hans Peter Hahn (Hrsg.), Handbuch Materielle Kultur: Bedeutungen, Konzepte, Disziplinen, Stuttgart/Weimar 2014, S. 338-342. – Der vorliegende Beitrag basiert in großen Teilen auf einem Vortrag, den ich auf Einladung der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln im Oktober 2013 gehalten habe. Irmgard Zündorf und Georg Koch (beide Potsdam) sowie Manfred K. H. Eggert (Tübingen) danke ich sehr für ihre hilfreichen Kommentare zu einer früheren Version dieses Textes.