Fortschritt und Entwicklung

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Zentrum für Zeithistorische Forschung

Daniel Speich Chassé, Fortschritt und Entwicklung,
Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 21.09.2012
Seit 1983 steht dieser gewaltige Bagger im Südsudan still und zeugt von vergangenen Fortschrittskonzeptionen. Er diente dem Bau eines Kanals am Nil, der zu ca. 70% fertiggestellt wurde. Foto: UNEP©.
Seit 1983 steht dieser gewaltige Bagger im Südsudan still und zeugt von vergangenen Fortschrittskonzeptionen. Er diente dem Bau eines Kanals am Nil, der zu ca. 70% fertiggestellt wurde. Foto: UNEP©.
Fortschritt und Entwicklung

Die Begriffe von Fortschritt und Entwicklung sind seit dem 18. Jahrhundert zu symbolisch überbordenden Bezugspunkten von historischen Prozessen geworden, deren analytische Fassung komplex ist. Dieser Beitrag blickt auf die globalgeschichtliche Wirksamkeit der beiden Begriffe im 20. Jahrhundert. Dabei steht die Eigendynamik im Zentrum der Aufmerksamkeit, die dem Denken in diesen Kategorien zukommt. Der erste Abschnitt widmet sich in einer abstrakten Form den Selbstbezügen, mit denen Historikerinnen und Historiker zu rechnen haben, wenn sie sich des Themas Fortschritt und Entwicklung annehmen. Die Abschnitte zwei und drei entwerfen dann Vorschläge zur Historisierung von Fortschritt und Entwicklung im Rahmen einer Globalgeschichte des 20. Jahrhunderts. Zum Schluss werden der mögliche Gewinn und die Kosten einer solchen Fokussierung reflektiert.

Schwierige Begriffe für die historische Forschung

Sowohl der Begriff des Fortschritts als auch jener der Entwicklung sind von enormer historischer Tragweite und Wirksamkeit. Beides sind Leitvorstellungen des aufgeklärten europäischen Denkens des 18. Jahrhunderts gewesen, und beide Begriffe fanden im 19. und im 20. Jahrhundert den Weg von der Gelehrtenstube in die globale politische und ökonomische Kommunikation. Sie haben als Eckpfeiler des Gerüsts der Moderne wesentlich zur Verbreitung einer modernen gesellschaftlichen Selbstverständigung beigetragen und sind zu alltäglich verwendbaren und verwendeten Wörtern geworden. In gewissem Sinne bezeichnen sie als zumeist positiv konnotierte Prozessbegriffe das Wesen der Moderne selbst, insofern man diese als eine kollektive Verfassung begreift, die sich nie selbst genügt, sondern stets verändern und verbessern muss.[1] Sie haben Zeitstrukturen generalisiert, die historische Gegenwarten stets auf vergangene Erfahrungsräume zurückbanden und spezifische Zukunftserwartungen entstehen ließen.[2]

Fortschritt und Entwicklung sind aber nicht nur Bedingungen des modernen Zustands, sondern zugleich auch Phänomene innerhalb der Epoche der Moderne, die von der historischen Forschung beschrieben und analysiert werden können. Dieser doppelte Sinngehalt als Formgebung von historischen Prozessen und als Inhalt des Wandels ist in begriffsgeschichtlichen Studien klar herausgestellt worden und zeichnet die einschlägigen Artikel im Lexikon der „Geschichtlichen Grundbegriffe” aus.[3]

Der eher philosophisch orientierte Fortschrittsbegriff der Aufklärung erfuhr im 19. Jahrhundert eine politische und ökonomische Ausweitung, als er in die Alltagswelt eintrat. Dabei wurde er auf technische Aspekte eingegrenzt. Errungenschaften der Wissenschaft und der Technik, allen voran neue industrielle Produktionsmethoden sowie Kommunikations- und Transportinfrastrukturen, d.h. die Fabrik, der Telegraf und die Eisenbahn, beschleunigten im 19. Jahrhundert die Dynamik der europäischen Volkswirtschaften und gaben Anlass zu kühnen Visionen.[4] Die Technikgeschichte ist deshalb ein privilegierter Beobachtungspunkt für die hier interessierenden Zusammenhänge. Technische Innovationen wurden zum wesentlichen Kriterium und mithin auch zum eigentlichen Inhalt eines historisch operationalisierbaren Fortschrittsbegriffs. Effizientere Maschinen, größere Brücken und schnellere Verkehrswege meinten Fortschritt im 19. Jahrhundert.

Der Begriff der Entwicklung scheint hingegen als generalisierbare Beschreibungsform des gesellschaftlichen Wandels erst ein Produkt des 20. Jahrhunderts gewesen zu sein. Auch er erfuhr eine technische Zuspitzung, und zwar im Zuge des späten Kolonialismus und der Dekolonisation.[5] Im 19. Jahrhundert war der Begriff noch reserviert für die Individualpsychologie, die Pädagogik und die Biologie und meinte die Entfaltung von Anlagen. Ebenso wurde er zur Bezeichnung der effizienteren Nutzung von natürlichen Ressourcen gebraucht. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewann dieser ökonomische Sinn der landwirtschaftlichen oder bergbaulichen Betriebsoptimierung an Bedeutung. Damit ging eine Wendung des Entwicklungsbegriffs vom Individuum auf Kollektive einher, die den Entwicklungsbegriff dem Fortschrittsbegriff annäherte. Entwicklung gewann im 20. Jahrhundert den Sinn, die ökonomischen Potenziale von Landstrichen und Bevölkerungen auf ihre möglichst umfassende Entfaltung zu beziehen. In diesem Sinn prägte der Begriff die politische Geschichte der neuen Staaten, die aus der Dekolonisation hervorgingen. Entwicklung erhielt in den Ländern der „Dritten Welt” eine neue politische Bedeutung als Zielvorstellung eines gesamtgesellschaftlichen Aufbauprozesses, als dessen wesentliche Antriebskräfte jene wissenschaftlichen und technischen Innovationen galten, die das Fortschrittsdenken Europas und der USA im 19. Jahrhundert ausgezeichnet hatte.[6] Fortschritt und Entwicklung verbanden sich im Medium der Technik und generierten neue Sachverhalte wie die gesamtgesellschaftliche Planung, das Social Engineering oder die globale Entwicklungspolitik.

Fortschritt und Entwicklung können zugleich Forschungsgegenstände als auch Leitbegriffe der historischen Analyse sein. Diese Doppelung macht sie zu einem schwierigen Thema der Geschichtswissenschaft. Das gilt insbesondere auch dann, wenn man sie in der Perspektive der Global History bzw. der transnationalen Geschichte auf die weltumspannende Wirkung befragt, die sie im 20. Jahrhundert entfaltet haben. Die argumentativ stets eng verflochtene Rede vom technischen Fortschritt und der wirtschaftlichen Entwicklung verfestigte sich im Raum und in der Zeit zu einem extrem stabilen Diskurs.

Wenn man diesen Diskurs zum Gegenstand der globalhistorischen Reflexion macht, ist sorgfältig zu trennen zwischen der Qualität der Begriffe Fortschritt und Entwicklung als Grundsteine der Moderne einerseits und den konkreten politischen und sozioökonomischen Phänomenen andererseits, die mit Rekurs auf sie legitimiert, kritisiert oder plausibilisiert worden sind.[7] Eine solche Unterscheidung zwischen der Formgebung von historischen Prozessen und dem Inhalt des historischen Wandels scheint insbesondere deshalb wesentlich, weil geschichtswissenschaftliche Strategien der Erzählung ohne Rekurs auf moderne Prozessbegriffe kaum auskommen. So wie Fortschritt und Entwicklung sind auch die kritische Historiografie und die Kritik selbst Kinder der Aufklärung.[8] Die historische Forschung zur globalen Diffusion europäischer Fortschritts- und Entwicklungskonzepte im 19. und 20. Jahrhundert ist daher mit jenem Gegenstand eng verflochten, den sie sich zur Untersuchung vornimmt.[9]

Das Problem zeigt sich exemplarisch an der neueren Geschichtsschreibung zur Entwicklungspolitik.[10] Sie lokalisierte die Wurzeln des globalen Entwicklungsdenkens in der europäischen Aufklärung (und bereits in der Renaissance) und belegte so den inhärenten Eurozentrismus der Entwicklungszusammenarbeit als eine Zumutung der weißen „Besserwisser”.[11] Diese Forschung verfolgte die kritische Absicht, eine spezifisch eurozentrische Selbstüberhebung sichtbar zu machen, in der die Begriffe des Fortschritts und der Entwicklung als wesentliche Begleitumstände der europäischen Kolonialexpansion erschienen.[12] Mit ihrem kritischen Anspruch stand sie aber selbst in dieser kritisierten Tradition, die sich seit dem 18. Jahrhundert vornimmt, möglichst adäquate Realitätsbeschreibungen vorzunehmen. Dieser Selbstbezug des kritischen Denkens muss gerade mit Blick auf das Problem des Eurozentrismus immer wieder sehr genau bedacht werden.

Fortschritt und Entwicklung sind inhaltlich ungebundene Begriffe, die auf zeitliche Vorgänge verweisen und sich ganz hervorragend zur Strukturierung von Erzählungen eignen. Was für den Bildungs- bzw. Entwicklungsroman gilt, trifft auch auf die Historiografie zu.[13] Viele geschichtswissenschaftliche Arbeiten zu den beiden Begriffen sind selbst in der Logik ihres Gegenstandes verfasst worden, d.h. sie erzählen entweder Fortschrittsgeschichten oder die Geschichte eines Verfalls. Man kann aber auch nach dem historischen Voraussetzungsreichtum solcher Darstellungsweisen fragen. Um der Historizität der zwei Begriffe gerecht zu werden, wäre eine Forschungsperspektive zu entwerfen, die nicht selbst einen Fortschritt veranschlagt, sondern Fortschritt und Entwicklung als Leitbegriffe historisiert, die den gesellschaftlichen Wandel begleitet haben.

Entwicklungshoffnung und Fortschrittskritik im 20. Jahrhundert

Der Ausgangspunkt der Fortschritts- und der Verfallsgeschichten zum Themenfeld von Entwicklung und Fortschritt ist die Feststellung, dass die Orientierung von sozialem Handeln an einem diesseitigen Zukunftshorizont während der Sattelzeit in Europa als ein neues Phänomen entstand. Aufgrund der Inhaltsleere der Begriffe von Fortschritt und Entwicklung kam es sowohl in Europa als auch andernorts lokal jeweils zu unterschiedlichen Füllungen. Anhand der diversen semantischen Verknüpfungen und der variierenden Umsetzungsstrategien von Fortschritts- und Entwicklungsversprechen in politische Kontexte lassen sich historische Abläufe skizzieren, die von 1800 bis in die Gegenwart reichen.

Wichtige Stationen im europäischen 19. Jahrhundert waren dabei die Begründung der Soziologie als eine soziale Physik durch Auguste Comte, die Gesellschaftsanalyse durch Karl Marx oder die staatlichen Sicherungssysteme, die sich ab den 1870er-Jahren in Europa schrittweise zur Konzeption des Sozialstaats verdichteten.[14] Im hier interessierenden 20. Jahrhundert ergab sich eine Fülle von konkreten Ausgestaltungen von Fortschritts- und Entwicklungsvorstellungen. Beispiele hierfür sind etwa die Russische Revolution von 1917 oder die Technokratiebewegung in den USA der 1920er-Jahre.[15] Letztere ging mit gesamtgesellschaftlichen Planungsmodellen einher, die nach dem New Yorker Börsencrash von 1929 in der US-Innenpolitik an Bedeutung gewannen. Dabei haben einzelne Forscher auf Strukturähnlichkeiten zwischen dem amerikanischen New Deal und dem europäischen Faschismus hingewiesen und von einer „entfernten Verwandtschaft” dieser Systeme gesprochen.[16] Insofern lassen sich auch wesentliche Aspekte der nationalsozialistischen Herrschaft unter der hier verfolgten Fragestellung behandeln.[17] Und auch die Dynamik der europäischen Integration kann von der Wiederaufbaupolitik nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs her als eine spezifische Füllung von Fortschritts- und Entwicklungsvorstellungen gedeutet werden.[18] Aus dieser Themenvielfalt wird zur weiteren Vertiefung der Problematik hier das Problem der globalen Ungleichheit herausgegriffen. Vier deutlich voneinander unterscheidbare Stationen der Fortschritts- und Entwicklungskonzeption finden sich in dieser globalgeschichtlichen Hinsicht.

Erstens trat am Anfang des 20. Jahrhunderts der Marxismus-Leninismus hervor, der sich etwa in der chinesischen Lesart von Sun Yat-Sen mit dem amerikanischen Progressivismus verband und zu einer eigentlichen Entwicklungsideologie verdichtete.[19] Dieser Konzeption von Fortschritt und Entwicklung, die sich als dezidiert anti-imperialistisch verstand, wurde in der Zwischenkriegszeit von den europäischen Kolonialmächten ein Entwicklungsbegriff entgegengestellt, der zunächst die technische Entwicklung der kolonialen Ressourcennutzung meinte und schrittweise auch auf soziale und rechtliche Verhältnisse übertragen wurde. Es entstand ein Konzept des „colonial development”, das sich durch eine starke institutionelle Kontinuität zur globalen Entwicklungspolitik der Nachkriegszeit auszeichnete.[20] Völkerrechtlich fand der koloniale Fortschrittsbegriff seinen Ausdruck in den Bestimmungen der Völkerbundsatzung zu den Mandatsgebieten von 1919/1920.[21]

Zweitens wurde nach 1945 die Vorstellung, überstaatliche Körperschaften könnten technischen Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung weltweit fördern, zum Kernstück der internationalen Organisation der Welt. Die Idee zu einem Wirtschafts- und Sozialrat der UNO war bereits in Reformprojekten des Völkerbunds während der späten 1930er-Jahre formuliert worden.[22] Auffällig ist aber die Bedeutung, welche die US-Außenpolitik nach 1945 dem Projekt einer internationalen Modernisierung zuwies, sodass man davon sprechen kann, dass Washington die Entwicklungshilfe als ein machtpolitisches Instrument erfand.[23] Die Vision betraf zunächst den Wiederaufbau Europas[24] und wurde dann auf die ganze Welt ausgedehnt. Entlang einer spezifischen Interpretation des fortschrittsorientierten gesellschaftlichen Wandels, die zu einer amerikanischen Modernisierungstheorie ausgearbeitet wurde,[25] entfalteten die USA ein beachtliches Engagement in internationalen Organisationen. US-Präsident Harry S. Truman schuf in seiner Antrittsrede vom Januar 1949 eine Handlungsanleitung, an der sich in der Folge alle Industrienationen orientierten. Die Ostblockländer stellten dieser Konzeption ein eigenes Fortschrittsmodell gegenüber, dessen Motor freilich ganz analog zur US-Konzeption die Kombination von Kapitalinvestitionen, Industrialisierung und Betriebsrationalisierung war.[26] Fortschritt und Entwicklung wurden zu metaphorischen Schauplätzen des Kalten Kriegs, und eine globale Entwicklungsindustrie entstand aus der Dynamik des Systemgegensatzes heraus.[27]

Drittens avancierten die Forderungen nach technischem Fortschritt und wirtschaftlicher Entwicklung in den späten 1950er-Jahren zu Kernanliegen einer neuen Ländergruppe. Auf der Konferenz von Bandung 1955 postulierten einige asiatische und afrikanische Staaten ihr gemeinsames Abseitsstehen im Kalten Krieg und konstruierten sich zugleich eine neue kollektive Identität als „Entwicklungsländer”.[28] Das emanzipatorische Potenzial des technischen Fortschritts, das bereits die Basis der Konzeption bei Sun Yat-Sen gewesen war, gewann nun eine globale Dynamik. Auf der UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf 1964 konturierte sich so der Nord-Süd-Konflikt, dessen Höhepunkt der Streit um eine neue internationale Wirtschaftsordnung (NIEO) in den 1970er-Jahren war.[29] Die Fortschrittspotenziale der modernen Technik sollten durch gezielte Regulierungsmaßnahmen allen Staaten der Welt in gleicher Weise zuteilwerden.

Viertens verlor der Staat nach 1970 aus unterschiedlichen Gründen seine Zentralität als Fortschrittsagentur. Die wachsende Sichtbarkeit der „Entwicklungsländer” auf dem diplomatischen Parkett machte diese zu Projektionsflächen einer neuen sozialen Bewegung in den Industrieländern. Unter dem Stichwort eines „Tiersmondismus” verbanden sich neomarxistische Emanzipations- und Entwicklungskonzepte mit einer Grundsatzkritik an der Fortschritts- und Technikorientierung der modernen Gesellschaftsformation. Diese Position war insofern paradox, als sie gegen gängige Fortschrittkonzepte auftrat, sich aber zugleich selbst als progressiv, d.h. als fortschrittlich verstand.[30] Der „Tiersmondismus” zeichnete sich durch eine fundamentale Skepsis gegenüber staatlichen Machtmonopolen aus, die im Namen der wirtschaftlichen Entwicklung einen massiven Gestaltungsanspruch verfolgten. Ein Gegenbild hierzu schien sich im exotischen Blick auf einfache, ländliche und mithin staatsferne Lebensformen in der „Dritten Welt” zu zeigen. Der Staat verlor als Garant von Fortschritt und Entwicklung an Legitimität, und die Rolle der zentralen Akteure wurde zivilgesellschaftlichen Gruppierungen zugeschrieben. Einen gleichgerichteten Effekt einer Schwächung des Staats hatte auch der Aufstieg neoliberaler Wirtschaftstheorien, die als prime mover jeglichen Fortschritts das unternehmerische Individuum einsetzten.[31] Die privilegierte Organisationsform war in dieser Sichtweise das privatwirtschaftliche Unternehmen, das die Dynamik der Marktkräfte in Innovation und Wandel umsetzte. Insgesamt gewann so das einzelne Individuum eine neue Sichtbarkeit als Adressat und Träger von Entwicklungs- und Fortschrittsprozessen.[32]

Diese vier Stationen stehen nicht nur in einem chronologischen Ablauf, sondern sind teilweise auch kausal miteinander verbunden. Allerdings besteht in der Forschung über ihre Kausalität kaum Einigkeit. Die Stationen können im Sinne einer Fortschrittserzählung als Stufen verstanden werden, die in ihrer Summe zu einem immer differenzierteren gesellschaftspolitischen Umgang mit dem Fortschritts- und Entwicklungsversprechen der modernen Gesellschaftsformation führten. Sie lassen sich mit gleichem Recht aber auch als Schritte verstehen, die zum Verlust der Hoffnung führten, das Projekt der Moderne lasse sich global überhaupt realisieren. Allzu deutlich sind im Gang der Ereignisse die Widersprüche der modernen, auf stete Innovation gestützten gesellschaftlichen Verfassung in unterschiedlichen geografischen Kontexten deutlich geworden. Ein wichtiger Vorbehalt gegenüber der Möglichkeit, moderne Fortschrittsdynamiken global zu verbreiten, nährt sich auch aus ökologischen Überlegungen. Die materiellen Ressourcen des Planeten Erde, so das Argument, würden hierdurch überstrapaziert.[33]

Unabhängig davon, wie die Kausalitäten zwischen den vier Stationen beurteilt werden, schälen sich für das 20. Jahrhundert zwei Umbruchphasen deutlich heraus. Die eine liegt in der Zwischenkriegszeit und ist als „Erste Krise der Moderne” bezeichnet worden.[34] Die andere Umbruchphase stellen die 1970er-Jahre dar, die als ein Endpunkt des wirtschaftlichen Nachkriegsbooms identifiziert worden sind.[35] Diese Periodisierung stimmt weitgehend auch im globalen Maßstab: Die Modernisierungskrise der 1920er-Jahre und ihre Verschärfung durch die Große Depression verliefen zeitgleich mit einer Intensivierung des staatlichen Herrschaftszugriffs im Rahmen des europäischen Kolonialismus und der auf ihn folgenden politischen Konstellation der Dekolonisation.[36] Die 1970er-Jahre sahen dann die globale Krise dieser simplen Fortschrittsvorstellung. Nun verlor der Staat seine unangefochtene Position als Fortschritts- und Entwicklungsagentur. Bescheidenere und auf die Lebenswelt lokaler Akteure besser zugeschnittene Formulierungen von Fortschritt und Entwicklung griffen Raum. Zu ihnen gehört Ernst Friedrich Schumachers Konzept des „Small is beautiful”, wonach wahrer Fortschritt nur durch einen redimensionierten und lokal angepassten Einsatz von Technik möglich sei,[37] oder auch die fundamentale Kritik an der modernen Wachstumsfixiertheit, die der „Club of Rome” in seinem berühmten Bericht 1972 in fulminant technokratischer Sprache vortrug.[38]

Wissensbezüge und Machtfunktionen

In einer vielbeachteten Studie hat der US-Anthropologe James C. Scott von einem „autoritären Hochmodernismus” gesprochen, der zwischen diesen zwei Brüchen, d.h. in den mittleren Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, das US-amerikanische Tennessee Valley, die Savanne Tansanias, die Wälder Brasiliens und das Territorium der Sowjetunion habe umgestalten wollen. Im Namen des gesellschaftlichen Fortschritts sind in den 1950er-, 1960er-, und teilweise noch in den 1970er-Jahren in einer solchen Machtlogik vielerorts technische Entwicklungsapparaturen von manchmal sehr großer Dimension installiert worden.[39] Scott stellte den Verlauf dieser Planungen als eine Verlustgeschichte dar, in deren Zuge die lokale Vielfalt von kollektiven Verständigungsweisen und von überlieferten Wissensformen verloren gegangen sei. Andere Autor/innen betonten hingegen, wie sehr sich die Indienstnahme von Fortschritts- und Entwicklungsvorstellungen historisch ausdifferenziert habe. Seit den 1970er-Jahren, so Lutz Raphael, sei der Glaube an die Planbarkeit des gesellschaftlichen Wandels auf immer stärkere Vorbehalte gestoßen.[40] Und Ulrich Menzel, der um 1990 auf die Geschichte des Entwicklungsdenkens zurückblickte, skizzierte dabei ab ungefähr 1970 ein zunehmend differenzierteres Feld.[41] Die kritische Auseinandersetzung mit ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Verhältnissen habe zu verschiedenen Vorschlägen geführt, wie diese weiter zu perfektionieren seien. Zu ihnen zählt ohne Zweifel auch Scotts Kritik an der politischen Indienstnahme von Entwicklungs- und Fortschrittsversprechen im „Hochmodernismus”. Er analysierte diese Indienstnahme in einer fortschrittsorientierten Absicht und wollte einen Beitrag zum Gelingen von globaler Entwicklung leisten. Sein Verbesserungswille kann insofern als ein Teil des Gegenstands verstanden werden, den er behandelte.[42]

Die Auseinandersetzung mit James C. Scott verdeutlicht wesentliche Aspekte des Themas. Erstens zeigt sie die kulturgeschichtliche Tiefenwirkung der Begriffe von Fortschritt und Entwicklung auf. Es ist kaum möglich, eine kritische Haltung gegenüber ihren konkreten historischen Implikationen einzunehmen, ohne dabei ihren Kerngehalt zum eigenen Anliegen zu machen. Denn als Klärung von komplizierten Verhältnissen ist Kritik seit der europäischen Aufklärung notwendigerweise darauf ausgerichtet, einen Fortschritt des Denkens und des Handelns bewirken zu wollen. Der zweite Aspekt betrifft die Bedeutung von Wissen, auf die Scott nachdrücklich hingewiesen hat. Und drittens arbeitete er deutlich heraus, dass Fortschritts- und Entwicklungsversprechen in einem engen kommunikativen Zusammenhang zur Absicherung von Machtpositionen stehen. Damit sind freilich Problematiken benannt, die weit über die mittleren Dekaden des 20. Jahrhundert hinausreichen und keinesfalls als Besonderheit eines zeitlich eng begrenzten „Hochmodernismus” verstanden werden können, wie es James C. Scott tat.

Wann immer die inhaltsleeren Konzeptionen von Fortschritt und Entwicklung eine geschichtliche Gestaltungsmacht erfuhren, taten sie dies in der Verbindung zu akademischen Wissensbeständen. Denn erst der Rückgriff auf Experten machte das Versprechen einer besseren Zukunft in der Gegenwart plausibel. Diese Wissensbezüge stellen eine historische Kontinuität dar, die auf die Grundstruktur der Moderne zu beziehen ist. Allerdings hat sich die politische Funktion von Wissensträgern seit dem 18. Jahrhundert verändert.[43] Und es sind nicht immer die gleichen wissenschaftlichen Disziplinen gewesen, denen eine Leitfunktion in der gesellschaftspolitischen Selbstverständigung zufiel. Grob schematisierend kann man sagen, dass zunächst die Politische Ökonomie diese Stelle ausfüllte und dann im Verlauf des 19. Jahrhunderts durch die Soziologie abgelöst wurde. In der Verbindung mit der Sozialpsychologie und der Statistik ergaben sich aus ihr spezifische Wissensbestände, die etwa das Problem der Kriminalität oder jenes der Krankheit in fortschrittsorientierte und zukunftsträchtig scheinende Handlungsperspektiven stellten, die in umfassende soziale Sicherungssysteme mündeten.[44] Nach dem Ersten Weltkrieg mischten sich Ingenieure aus den Fachgebieten des Maschinenbaus und der Verfahrenstechnik in die Debatte ein und meldeten – etwa im Gefolge von Walter Rathenau – neue Deutungshoheiten und Zukunftsversprechen zu Händen der Politik an.[45] Hinzu trat dann die Sozialanthropologie, die sich insbesondere im Problemkreis der globalen Ungleichheit im weiteren Gang des 20. Jahrhunderts als eine wirkmächtige Ressource von kollektiven Selbstverständigungen erwies.[46] Und mit bemerkenswerter Verspätung wurde nach 1945 auch die Ökonomie zu einer Wissensquelle, die Fortschritt und Entwicklung mit konkreten Vorschlägen gesellschaftlich wirksam machte.[47]

Mit dem Aufstieg der Wirtschaftswissenschaften erfuhr die historische Funktion des technischen Fortschritts eine neue Deutung, und es kam zu einer Gleichsetzung von gesellschaftlicher Entwicklung und volkswirtschaftlichem Wachstum. Diese unter anderem von Joseph Schumpeter und John Maynard Keynes vorbereitete neue Konzeption wurde durch eine Reihe von ökonomischen Theoretikern um die Mitte des 20. Jahrhunderts schlagwortartig verdichtet. Für den globalen Entwicklungszusammenhang war dabei der karibisch-britische Autor W. Arthur Lewis bedeutsam, dessen Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung von 1955 diskursprägend war.[48] Auf allen Kontinenten wurden fortan national gefasste wirtschaftliche Einheiten beobachtet, die man wie mechanische Apparate effizienter gestalten und steuern zu können glaubte.[49] Das Fortschritts- und Entwicklungsversprechen der Ökonomie hat sich dabei als so stabil erwiesen, dass es durch den gesellschaftlichen Umbruch der 1970er-Jahre keinen Schaden nahm, sondern im Namen eines „neoliberalen” Marktglaubens alle Bereiche des kollektiven Lebens zu durchdringen begann. Insbesondere in Afrika und in Lateinamerika sind so motivierte „Strukturanpassungsprogramme” in den 1980er- und 1990er-Jahren historisch prägend gewesen.[50]

So wie der Wissensbezug stellt auch die Nähe zur Macht in der modernen Geschichte von Fortschritt und Entwicklung eine Kontinuität dar. Dabei hat sich allerdings die Rolle des Staats verändert. Er nahm über weite Strecken des 20. Jahrhunderts eine Monopolstellung als Fortschrittsagent ein, die sich ab den 1970er-Jahren allmählich aufweichte. Private Unternehmen, zivilgesellschaftliche Agenturen (NGOs) und suprastaatliche bzw. internationale Organisationen traten als Garanten einer besseren Zukunft an die Seite des Nationalstaats. Es entstand ein transnationales Geflecht von Handlungsbezügen, in dem Fortschritt und Entwicklung den Charakter von generalisierten Kommunikationsbegriffen annahmen. Durch sie konnten Differenzen überwunden, domestiziert oder auch legitimiert werden. Neuere Studien zur Geschichte von internationalen Organisationen haben gezeigt, wie stark diese Körperschaften im Namen des Fortschritts und der Entwicklung die Artikulation von nationalstaatlichen Interessen nach 1945 beeinflussten und nationale Entwicklungspolitiken vereinheitlichten.[51] Vergleichbare Einflüsse der multinationalen Unternehmen und der NGOs sind anzunehmen, aber historisch noch wenig untersucht.

Neue Perspektiven auf Fortschritt und Entwicklung

Jeder Fortschritt braucht eine statische Umgebung, an der er sich messen lässt. Und jede Entwicklung braucht ein sich entwickelndes Objekt, das in seinem Veränderungsprozess mit sich selbst gerade soweit identisch bleibt, dass man es noch erkennen kann. Beide Begriffe sind relational und eignen sich zur Konstruktion von analytischen Vergleichsrastern. Relative Fortschritts- und Entwicklungsgrade sind seit der Aufklärung wichtige Orientierungshilfen bei dem Versuch gewesen, die Mannigfaltigkeit von Kollektiven zu ordnen. Sie lagen beispielsweise der Kategorie „Dritte Welt” zugrunde, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorübergehend eine historische Realität gewesen ist. Die Begriffe des Fortschritts und der Entwicklung haben eine starke Kommunikationsfunktion, weil sie Vielfalt auf einheitliche Zukünfte reduzieren können. Insofern haben sie über alle Differenzen hinweg politischen Prozessen eine Richtung gegeben.[52]

Neuerdings wird die Moderne gerne in den Plural gesetzt. Damit sind lokal unterschiedliche Füllungen der Begriffe von Fortschritt und Entwicklung gemeint.[53] Man muss aber auch erforschen, welche globalgeschichtliche Kraft der Moderne gerade deshalb zugekommen ist, weil sie ihr Fortschrittsversprechen seit der Aufklärung als eine unteilbare Universalie formulierte.[54] Im Zeichen der Diffusion einer ursprünglich europäischen Vision des gesellschaftlichen Zusammenlebens wurden Fortschritt und Entwicklung zur weltweiten Norm. Zugleich erlangten sie im Sinne von Michael Geyer und Charles Bright den Status von „globalen Imaginationen”.[55] Die zwei Begriffe sind so zum Kern eines weltumspannenden Kommunikationszusammenhanges geworden.

Dass diese Begriffe während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in fast universaler Weise plausibel geworden sind, kann nicht abschließend durch eine angenommene Stärke des europäischen Sendungsbewusstseins erklärt werden. Die weltgeschichtliche Wirkung der Begriffe von Fortschritt und Entwicklung lässt sich durch lineare Sender-Empfänger-Modelle analytisch nicht erfassen, sondern ist durch ein vielschichtiges Geflecht von wechselseitigen Bezügen zwischen reichen und armen Ländern bzw. zwischen Europa und den USA einerseits und dem „Rest der Welt”[56] andererseits geprägt.

Wohl gibt es eine Tradition der europäischen und der US-amerikanischen Historiografie, welche die fortschritts- und entwicklungsorientierten Formen der gesellschaftlichen Selbstverständigung auf die europäische Geschichte zurückbindet. Eine solche Sichtweise prägte etwa in den 1960er-Jahren den Blick von William McNeill.[57] Und aus einer solchen Warte fragte in einer neueren Publikation Niall Ferguson nach dem Aufstieg und dem allfälligen Niedergang des „Westens”. Ferguson sprach in diesem Zusammenhang von „Killerapplikationen”, die das westliche Fortschritts- und Entwicklungsmodell im globalhistorischen Rahmen zu einem unverhofften und phänomenalen Erfolg geführt hätten. Demokratie, Wissenschaft, Medizin, Wettbewerb, Konsum und protestantische Arbeitsethik waren in seiner Analyse solche Zauberkonzepte. Sie alle sind in Fergusons Darstellung auf Fortschritt und Entwicklung abonniert und exklusiv mit einer westlichen Kultur verbunden, die gegenüber anderen menschlichen Anstrengungen auf dem Planeten erst durch diese „Killerapplikationen” an Kontur gewann.[58]

Solchen historiografischen Entwürfen, die fundamentale Gegensätze nicht nur behaupten, sondern zu ihrem epistemischen Grundmotiv machen, ist entgegenzuhalten, dass sich die angenommenen Kernwerte eines auf Verbesserung ausgerichteten sozialen Handelns geografisch und auch historisch kaum plausibel eingrenzen lassen. Vielmehr kann man annehmen, dass das Potenzial der gesellschaftlichen Verbesserungsfähigkeit eine anthropologische Universalie darstellt, die für alle menschlichen Kollektive weltweit und für alle Zeiten zu veranschlagen ist.[59] Globalgeschichtlich ist nicht die Entwicklungsfähigkeit einzelner Kollektive an sich das entscheidende Differenzmerkmal zwischen unterschiedlichen menschlichen Gemeinschaften, sondern allenfalls der Realisierungsgrad und die Umsetzungsform einer solchen Zukunftsoffenheit. Das hat für die Geschichtsschreibung einige Konsequenzen, wobei Gewinne und Kosten jeweils abzuwägen sind.

Der Gewinn der globalgeschichtlichen Perspektive liegt darin, aufzeigen zu können, mit welcher Machtwirkung die westliche Selbstzuschreibung von Fortschrittspotenzialen einhergegangen ist. Und es wird deutlich, dass dabei Diskurse eine wesentliche Rolle spielten. Wann und wo es „den Westen” als entwicklungsorientiertes Gegenkonstrukt zu einem vermeintlich ganz an Traditionen orientierten Rest der Welt tatsächlich gab, ist empirisch unklar. Die Fortschritts- und die Entwicklungspotenziale des Westens und die statische Traditionsverbundenheit der restlichen Welt sind keine historischen Realitätsbeschreibungen, sondern diskursive Konstrukte, die eine eigene Geschichtlichkeit haben. Am Beispiel des Orientalismus ist gezeigt worden, wie sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an Kraft gewannen, als die imperialistische Expansion Europas einem Höhepunkt zustrebte.[60] Die Annahme, Fortschrittlichkeit zu besitzen und diese anderen Kollektiven zu bringen, war eine der zentralen Legitimationsstrategien des europäischen Kolonialismus.[61] Die globale Diffusion der Begriffe ist insofern als Machtwirkung der europäischen Dominanz zu sehen. Als diskursive Zuschreibungen erlangten sie eine beachtliche Stabilität und stellten im 20. Jahrhundert den zentralen Modus dar, in dem noch die Auflösung der europäischen Weltherrschaft in den kolonialen Zentren und an deren Peripherie wahrgenommen wurde. Nach 1945 trat dabei der Entwicklungsbegriff in den Vordergrund, der vermeintlich unter-entwickelte Kollektive mit Inhabern höherer Entwicklungsstufen auf eine gemeinsame Zeitachse des Fortschritts stellte und den Ausgleich dieser Differenz zum gemeinsamen Zukunftshorizont erhob.

Die Kosten des globalgeschichtlichen Blicks auf Fortschritt und Entwicklung bestehen in der Preisgabe einer angenommenen historischen Isoliertheit der europäischen Geschichte.[62] In einer postkolonialen Perspektive, die auf Theorievorschlägen beruht, wie sie etwa Stuart Hall oder Dipesh Chakrabarty entworfen haben,[63] erscheinen Fortschritt und Entwicklung nicht als Substanzen, die von Europa aus im 19. und 20. Jahrhundert die Welt erobert haben, sondern es ist zu zeigen, wie mit ihrer Hilfe gesellschaftliche Machtverhältnisse allenthalben begründet und stabilisiert worden sind.

In diesem herrschaftslogischen Unterfangen hat die europäische Geschichtswissenschaft durch die Konstruktion von Fortschrittsnarrativen eine entscheidende Rolle gespielt. Es ist deshalb auch die Art und Weise zu benennen, in der bis heute gängige Annahmen über den allgemeinen Geschichtsverlauf die Komplexität des weltweiten sozialen Wandels vereinfachen. Fortschritts- und Entwicklungsannahmen haben geholfen, dort vermeintliche Muster des Geschichtsverlaufs zu erkennen, wo tatsächlich vielfältige gesellschaftliche Veränderungen in ungezielten Richtungen vor sich gingen.[64] Namentlich begründeten sie ein Raster der globalen Vergleichbarkeit, in das ganz unterschiedliche menschliche Erfahrungen eingerückt werden konnten. Es fällt nicht leicht, auf den narrativen Rahmen zu verzichten, den der Fortschritts- bzw. der Entwicklungsbegriff bereitstellen. Denn dieser Rahmen begegnete dem universalen Durcheinander der Weltgeschichte zweifellos mit einer großen darstellerischen Eleganz und gewann aus ihr eine Plausibilität, die in Lateinamerika, Afrika und Asien ebenso wie in Nordamerika, Australien und Europa gesellschaftliche Machtkämpfe strukturierte.

Die Geschichtswissenschaft kann auf die Konzepte des Fortschritts und der Entwicklung nicht verzichten, weil der historische Wandel ohne diese Prozessbegriffe schwer zu beschreiben ist. Aber es gilt, einen selbstreflexiven Umgang mit diesen Konzepten weiter zu verfolgen. Konkret heißt dies, Fortschritt und Entwicklung gleichzeitig als Rahmenbedingungen einer globalen Historizität zu verstehen und als konkrete Themen innerhalb dieses Zusammenhangs. Dieser (ver-)doppelte Blick ist keineswegs unscharf.

Anmerkungen

  1. Wolf Lepenies, Das Ende der Naturgeschichte und der Beginn der Moderne. Verzeitlichung und Enthistorisierung in der Wissenschaftsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, Stuttgart 1977.
  2. Niels P. Petersson, „Grosser Sprung nach vorn“ oder „natürliche Entwicklung“? Zeitkonzepte der Entwicklungspolitik im 20. Jahrhundert, in: Hubertus Büschel/Daniel Speich (Hrsg.), Entwicklungswelten. Globalgeschichte der Entwicklungszusammenarbeit, Frankfurt a. M. 2009, S. 89-111.
  3. Reinhart Koselleck, Fortschritt, in: Otto Brunner/Werner Conze/Reinhart Koselleck (Hrsg.), Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Bd. 2, Stuttgart 1994, S. 351-423; Wolfgang Wieland, Entwicklung, in: ebd., S. 199-228.
  4. Brigitte Felderer (Hrsg.), Wunschmaschine Welterfindung. Eine Geschichte der Technikvisionen seit dem 18. Jahrhundert, Wien/New York 1996. Zur Kommunikationstechnik insbesondere Armand Mattelart, L'invention de la communication, Paris 1994.
  5. Frederick Cooper, Writing the History of Development, in: Journal of Modern European History 8 (2010), H. 1, S. 5-23; Christophe Bonneuil, Development as Experiment. Science and State Building in Late Colonial and Postcolonial Africa, 1930-1970, in: OSIRIS, 2nd series 15 (2000), S. 258-281.
  6. Dirk van Laak, Imperiale Infrastruktur. Deutsche Planungen für eine Erschließung Afrikas 1880 bis 1960, Paderborn/Zürich 2004.
  7. Dazu ist die Arbeit von Andrew Zimmerman weiterführend, der zugleich die soziologische Konzeption der Moderne bei Max Weber und W.E.B. du Bois historisiert und ihre vielfältige Anwendung durch deutsche Kolonialadministratoren, togolesische Bauern und afroamerikanische Intellektuelle: Andrew Zimmerman, Alabama in Africa. Booker T. Washington, The German Empire, and the Globalization of the New South, Princeton/Oxford 2010.
  8. Reinhart Koselleck, Kritik und Krise. Eine Studie zur Pathogenese der bürgerlichen Welt, Frankfurt a. M. 1959.
  9. Ranajit Guha, History at the Limit of World-History, New York 2002.
  10. Wolfgang Sachs, The Development Dictionary. A Guide to Knowledge as Power, London 1992; Reinhart Kößler, Entwicklung, Münster 1998; Gilbert Rist, Le développement. Histoire d'une croyance occidentale, Paris 2001 (zuerst 1996).
  11. Philipp Lepenies, Lernen vom Besserwisser. Wissenstransfer in der ,Entwicklungshilfe' aus historischer Perspektive, in: Büschel/Speich (Hrsg.), Entwicklungswelten, S. 33-60.
  12. Samir Amin, L'Eurocentrisme. Critique d'une idéologie, Paris 1988.
  13. Hayden White, Die Bedeutung der Form. Erzählstrukturen in der Geschichtsschreibung, Frankfurt a. M. 1987.
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  33. Die Zwangsargumente der ökologischen Position analysiert Timothy W. Luke, Environmentality as Green Governmentality, in: Eric Darier (Hrsg.), Discourses of the Environment, Oxford 1999, S. 121-151. Siehe auch Iris Schröder/Sabine Höhler, Welt-Räume. Annäherungen an eine Geschichte der Globalität im 20. Jahrhundert, in: dies. (Hrsg.), Welt-Räume. Geschichte, Geographie und Globalisierung seit 1900, Frankfurt a. M. 2005, S. 9-47.
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  62. Am Beispiel der Geschichtsphilosophie Hegels hat Susan Buck-Morss die Notwendigkeit und die Möglichkeit einer solchen globalen Kontextualisierung der europäischen Geistesgeschichte einleuchtend skizziert: Susan Buck-Morss, Hegel und Haiti. Für eine neue Universalgeschichte, Frankfurt a. M. 2011.
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  64. Steven Feierman, Afrika in der Geschichte. Das Ende der universalen Erzählungen, in: Sebastian Conrad/Shalini Randeria (Hrsg.), Jenseits des Eurozentrismus. Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften, Frankfurt a. M./New York 2002, S. 50-83.

Empfohlene Literatur zum Thema

Frederick Cooper, Modernity, in: Frederick Cooper (Hrsg.), Colonialism in Question. Theory, Knowledge, History. University of California Press, Berkeley 2005, ISBN 9780520244146, S. 113-151.

Andrew Jamison, Mikael Hard, Hubris and Hybrids: A Cultural History of Technology and Science, Routledge, New York, ISBN 0415949386.

Charles S. Maier, Between Taylorism and Technocracy. European ideologies and the vision of industrial productivity in the 1920s, in: Journal of Contemporary History. 5, Nr. 2, 1970, S. 27-61.

Timothy Mitchell, Economists and the Economy in the Twentieth Century, in: George Steinmetz (Hrsg.), The Politics of Method in the Human Sciences. Positivism and its epistemological others. Duke University Press, Durham 2005, ISBN 9780822335184, S. 126-142.

James C. Scott, Seeing like a State. How Certain Schemes to Improve the Human Condition Have Failed, Yale University Press, New Haven 1998, ISBN 0-300-07815-3.

Peter Wagner, Sozialwissenschaften und Staat. Frankreich, Italien, Deutschland 1870-1980, Campus Verlag, Frankfurt a. M., ISBN 3593343398.

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Frederick Cooper, Modernity, in: Frederick Cooper (Hrsg.), Colonialism in Question. Theory, Knowledge, History. University of California Press, Berkeley 2005, ISBN 9780520244146, S. 113-151.

Charles S. Maier, Between Taylorism and Technocracy. European ideologies and the vision of industrial productivity in the 1920s, in: Journal of Contemporary History. 5, Nr. 2, 1970, S. 27-61.

Timothy Mitchell, Economists and the Economy in the Twentieth Century, in: George Steinmetz (Hrsg.), The Politics of Method in the Human Sciences. Positivism and its epistemological others. Duke University Press, Durham 2005, ISBN 9780822335184, S. 126-142.

James C. Scott, Seeing like a State. How Certain Schemes to Improve the Human Condition Have Failed, Yale University Press, New Haven 1998, ISBN 0-300-07815-3.





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