Ludwig materielle kultur v2 de 2020

Aus Docupedia
Wechseln zu:Navigation, Suche
Der Mensch lebt, gesellschafts- und zeitgebunden, mit physisch präsenten Objekten innerhalb einer ihn umgebenden materiellen Kultur, die Handeln und Wahrnehmungen, Möglichkeiten und Zwänge, Erinnerung und Zukunftsoptionen beinhaltet. Im folgenden Beitrag werden zunächst grundlegende Definitionen problematisiert, um dann auf die Quellenbestände und die Methodologie der Dinganalyse einzugehen. Nach einem Überblick über die interdisziplinäre Forschung und der Herausarbeitung zentraler Forschungsfelder wird am Beispiel der DDR der Vorschlag gemacht, die Erforschung der materiellen Kultur innerhalb der Zeitgeschichte anhand von drei Problemhorizonten zu stärken.
Materielle Kultur

von Andreas Ludwig


Menschen in post-industriellen Gesellschaften der Gegenwart verfügen in ihrem persönlichen Umfeld über durchschnittlich 10.000 Dinge, in einer westafrikanischen Stammesgesellschaft sind es dagegen 150.[1] Der Mensch lebt also, gesellschafts- und zeitgebunden, mit physisch präsenten Objekten innerhalb einer ihn umgebenden materiellen Kultur,[2] die Handeln und Wahrnehmungen, Möglichkeiten und Zwänge, Erinnerung und Zukunftsoptionen beinhaltet. Dies gilt sowohl für das Individuum wie auch für die verschiedenen sozialen Zusammenhänge, denen es angehört. Dennoch sind die Dinge meist „unauffällige Begleiter“; sie werden nur punktuell wahrgenommen, selten intensiv, eher anlassbezogen als systematisch. Zugleich werden sie innerhalb eines sozialen Felds, einer komplexen Kultur und in ihren jeweils historischen Kontexten als „unhintergehbar“ interpretiert,[3] bilden als materialisierte Kultur einen „Sachkosmos“ oder ein „Sachuniversum“,[4] also im Foucault’schen Sinne ein dispositif, einen Möglichkeitsraum für Erkenntnis.[5]

Dinge stehen in Handlungs- und Kommunikations- sowie Forschungskontexten, in denen sie eine unterschiedliche Funktion wahrnehmen. Sie werden in Beilagen von Tageszeitungen ebenso verhandelt wie in Blogs; das Spektrum reicht von Geschenketipps über aus persönlicher Perspektive verfasste object stories bis hin zu Objekten des Alltags, die über eine mediale Verhandlung Aufmerksamkeit über ihren reinen Zweck hinaus finden.[6] So erklärt sich der Erfolg von Neil McGregors Bestseller „A History of the World in 100 Objects“ wesentlich aus der Ausstrahlung seiner Objektgeschichten im Radioprogramm von BBC 4.[7] Dinge des Alltags wecken aufgrund ihrer Vertrautheit und ihres Bezugs zur Lebenswelt die Neugier des Publikums.

Auf dem Buchmarkt erscheinen in zunehmendem Maße populärwissenschaftliche oder literarisch-feuilletonistische Bücher über die Objekte des Alltags. Sie wollen entweder auf die „ganz gewöhnlichen Dinge“ und ihre Bedeutung in der täglichen Lebensumwelt aufmerksam machen und betreiben damit eine Art dingethnologischer Sensibilisierung[8] oder beschreiben mittels objektgeschichtlicher Miniaturen Dinge, die aus dem Gebrauch gekommen sind, also meist Verlustgeschichten.[9] Alltagsdinge sind deshalb regelmäßig Gegenstand von Veröffentlichungen in Tages- und Wochenzeitungen, wo sie ausschnitthaft eine vergangene Welt in Erinnerung rufen und auf kulturelle Umbrüche im Kleinen verweisen. Die Qualität solcher Darstellungen liegt vor allem in der Sensibilisierung für das „Beiläufige“.[10]


Zündholzschachtel, Konsum-Zündwarenwerk Riesa, 1967. Foto: Andreas Ludwig, 2011, Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de CC BY-SA 3.0] <br />
In Zeiten des Einwegfeuerzeugs und des Gasanzünders ist das Zündholz (vulgo: Streichholz) überflüssig geworden und überlebt vor allem als überlanges Exemplar mit Ambiente-Charakter. Als Massenprodukt des 19. und 20. Jahrhunderts diente seine Verpackung als Werbeträger und Markenzeichen. Aufgrund der Vielfalt und der teilweise professionellen grafischen Gestaltung wurden Zündholzetiketten zum beliebten, vergleichsweise billigen Sammelobjekt. Das hier gezeigte Zündholzetikett trägt eine politische Botschaft: Als Teil einer Serie zum 50. Jahrestag der Oktoberrevolution wurden die DDR und der 18. Jahrestag ihres Bestehens zum Anlass genommen, beide Ereignisse im Sinne einer gemeinsamen sozialistischen historischen Tradition zusammenzubinden und damit die Botschaft einer sozialistischen Moderne in Form völkerverbindender Düsenflugzeuge zu transportieren. Ein Blick auf das Etikett verrät auch den Hersteller, das Konsum-Zündwarenwerk in Riesa, und hier setzt eine weitere Verlustgeschichte an. Das 1923 von den Konsumgenossenschaften zur Versorgung der Bevölkerung mit Basisprodukten des täglichen Bedarfs gegründete Werk war Europas größte Zündwarenfabrik. Dies galt auch für die Versorgung der DDR. 1974 beschloss die Regierung, die Riesaer Fabrik mit einer weiteren in Coswig zusammenzulegen und zu verstaatlichen.
Zündholzschachtel, Konsum-Zündwarenwerk Riesa, 1967. Foto: Andreas Ludwig, 2011, Lizenz: CC BY-SA 3.0
In Zeiten des Einwegfeuerzeugs und des Gasanzünders ist das Zündholz (vulgo: Streichholz) überflüssig geworden und überlebt vor allem als überlanges Exemplar mit Ambiente-Charakter. Als Massenprodukt des 19. und 20. Jahrhunderts diente seine Verpackung als Werbeträger und Markenzeichen. Aufgrund der Vielfalt und der teilweise professionellen grafischen Gestaltung wurden Zündholzetiketten zum beliebten, vergleichsweise billigen Sammelobjekt. Das hier gezeigte Zündholzetikett trägt eine politische Botschaft: Als Teil einer Serie zum 50. Jahrestag der Oktoberrevolution wurden die DDR und der 18. Jahrestag ihres Bestehens zum Anlass genommen, beide Ereignisse im Sinne einer gemeinsamen sozialistischen historischen Tradition zusammenzubinden und damit die Botschaft einer sozialistischen Moderne in Form völkerverbindender Düsenflugzeuge zu transportieren. Ein Blick auf das Etikett verrät auch den Hersteller, das Konsum-Zündwarenwerk in Riesa, und hier setzt eine weitere Verlustgeschichte an. Das 1923 von den Konsumgenossenschaften zur Versorgung der Bevölkerung mit Basisprodukten des täglichen Bedarfs gegründete Werk war Europas größte Zündwarenfabrik. Dies galt auch für die Versorgung der DDR. 1974 beschloss die Regierung, die Riesaer Fabrik mit einer weiteren in Coswig zusammenzulegen und zu verstaatlichen.


Mit der Entwicklung des Internet ist eine neue Publikationsbasis für diese Objektsammlungen des Alltags entstanden, deren Charakteristik in ihrem enzyklopädischen Charakter sowie in der potenziellen Unendlichkeit einer „Liste“ und der damit verbundenen fehlenden Hierarchisierung liegt.[11] Neben aller Skepsis hinsichtlich der Verlässlichkeit bleibt es doch auffällig, wie stark die materielle Kultur in einer geschichtsbezogenen Medienumwelt präsent ist. Dies gilt nicht zuletzt für Film und Fernsehen, wo die materielle Kultur als Ausstattung selbstverständlich wahrgenommener Hintergrund der Filmhandlung ist und eine eigene spezialisierte Berufsgruppe hervorgebracht hat.

Mit und an den Dingen spielt sich also Konsum-, Technik-, Kultur- und Kommunikationsgeschichte ab, ohne dass dies allerdings im Fokus historiografischen Interesses gestanden hätte. Vielfach wird auf Dinge Bezug genommen, ohne diese selbst zu analysieren; sie werden gleichsam als vorhanden vorausgesetzt oder dienen der exemplarischen Anschaulichkeit. Dinge nehmen in der Hierarchie der Quellen nur einen untergeordneten Platz ein und werden meist erst dann wichtig, wenn schriftliche Quellen fehlen. Ihre Untersuchung ist deshalb oft in die Nachbarwissenschaften ausgelagert, wo das „Machen der Dinge“ (Technikgeschichte, Designgeschichte), der „Erwerb der Dinge“ (Konsumgeschichte) und die „Bedeutung der Dinge“ (Empirische Kulturwissenschaften, Soziologie, Material Culture Studies) verhandelt werden. Seit den 2000er-Jahren ist eine deutliche Dynamisierung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit materieller Kultur auszumachen, sodass von einem material turn gesprochen wird.[12] Er schlägt sich in neueren Handbüchern zur Materiellen Kultur nieder, die das differenzierte Feld der Auseinandersetzung spiegeln und deren Gemeinsamkeit eine dezidierte Transdisziplinarität ist.[13]

Im folgenden Beitrag werden zunächst grundlegende Definitionen problematisiert, um dann auf die Quellenbestände und die Methodologie der Dinganalyse einzugehen. Nach einem Überblick über die interdisziplinäre Forschung und der Herausarbeitung zentraler Forschungsfelder wird am Beispiel der DDR der Vorschlag gemacht, die Erforschung der materiellen Kultur innerhalb der Zeitgeschichte anhand von drei Problemhorizonten zu stärken: die Berücksichtigung der biografischen Dimension für eine erweiterte Alltagsgeschichte, die Bedeutung der lebensweltlichen Dimension der materiellen Kultur für sozialgeschichtliche Fragestellungen und schließlich die Untersuchung von systemspezifischen Produktkulturen im Hinblick auf Machtbeziehungen zwischen Individuen und politischen Systemen und damit Herrschaftsstrukturen.


Definitionen: Ding, Sache, Objekt, Artefakt

Einleitend ist der Oberbegriff „Ding“ benutzt worden, um die einzelnen Gegenstände der materiellen Kultur zu bezeichnen. Er steht allerdings in Konkurrenz zu anderen Begriffen wie „Sache“, „Objekt“ oder „Artefakt“. Einigkeit besteht darüber, dass es sich bei der Erforschung der Materiellen Kultur um Gegenstände handelt, die vom Menschen selbst hergestellt oder modifiziert sind. Darüber hinausgehend werden unterschiedliche begriffliche Differenzierungen vorgeschlagen. Susan Pearce definiert Dinge zunächst als alle physischen Erscheinungsformen (lumps, eigentlich Brocken oder Klumpen), um ihre Materialität, Dreidimensionalität und physische Präsenz hervorzuheben. Was sie zu Objekten macht, ist die kulturelle Bedeutung, die wir ihnen beimessen. Damit lassen sich Objekte der Natur, die nicht weiter bearbeitet, benutzt oder kulturell und sozial eingeordnet werden, ausscheiden.

Das Englische, in dem die meisten Untersuchungen zur Dingwelt erschienen sind, kennt die Begriffe „thing“ (als allgemeinsten Oberbegriff), „object“ (ein eher schillernder Begriff, der u.a. auch Subjekt mitdenken lässt), „artefact“ (bei dem die Betonung auf der Herstellung, dem Produktionsvorgang liegt) und „goods“ (den Konsum und die allgemeine ökonomische Dimension hervorhebend).[14] Daniel Miller hat den Begriff stuff vorgeschlagen, um einerseits die Alltäglichkeit und interpretative Offenheit des Materiellen hervorzuheben. Er benutzt den Begriff aber auch, ähnlich wie in der deutschen Debatte, unter Rückgriff auf Martin Heideggers Unterscheidung in ein „Vorhandensein“ und ein „Zuhandensein“, also bezogen auf Dinge, die vorhanden sind, und Dinge, auf die Aufmerksamkeit gerichtet wird.[15]

Auch im deutschen Sprachgebrauch ist die Definition der Dinge vielfältig. Gottfried Korff schlägt vor, den Begriff „Sachen“ auf den Gebrauchswert und „Dinge“ auf den symbolischen Mehrwert von Gegenständen zu beziehen, während er den Begriff des Objekts als psychologisch besetzt ansieht.[16] Ein anderer Vorschlag unterscheidet „Sachen“ als Objekte menschlicher Arbeit von „Dingen“, die naturgegeben sind.[17] Ebenfalls geläufig ist die konsequente Benutzung des Begriffs „Artefakt“ für Dinge, die intentional und durch menschliche Arbeit hergestellt sind, während im Museumsdiskurs meist von Objekten („Ausstellungsobjekte“) oder Artefakten gesprochen wird.[18]

Gemeinsam ist allen Bezeichnungen, dass sie sich auf bewegliche Güter beziehen und damit die gebaute Umwelt weitgehend aus der materiellen Kultur ausschließen. Diese Abgrenzung wird allerdings auch durchbrochen und Materielle Kultur für komplexe Ensembles einer landscape eingesetzt.[19] Insgesamt gesehen wäre es also kaum adäquat, konsequent nur einen dieser Begriffe zu nutzen, denn ihre Bedeutung liegt neben definitorischen Fragen immer auch im Argumentationszusammenhang. Im Folgenden wird im Wesentlichen von „Dingen“ immer dann gesprochen, wenn es um ihr reines Vorhandensein, ihren Gebrauchswert oder den historischen Nutzungskontext geht, von „Objekten“ aber in Zusammenhang mit ihrer kulturellen Codierung und historischen Interpretation.

Die wissenschaftliche Diskussion über Dinge wird unter dem Begriff Materielle Kultur geführt. Er wurde aus dem angelsächsischen Sprach- und Wissenschaftsgebrauch übernommen, wo er als Teilaspekt eines umfassenden Kulturbegriffs dessen physische Seite bezeichnet und seit den 1970er-Jahren in den USA gebräuchlich wurde. James Deetz und Thomas Schlereth sind die bekannten Pioniere der amerikanischen Material Culture Studies. In Großbritannien wurde die Untersuchung der materiellen Kultur in den 1990er-Jahren begrifflich etabliert, vor allem durch den am University College London initiierten Forschungskontext. In Deutschland bezeichnet Materielle Kultur seit den 2000er-Jahren einen breiten, über die volkskundliche „Sachkultur“ hinausgehenden und in verschiedenen Disziplinen aufgegriffenen Zugang.[20] Gemeint ist mit materieller Kultur die Summe aller kulturell besetzten Einzelobjekte, aber auch ihrer Zusammenstellungen und Strukturen, mithin ihre physische Evidenz und Repräsentation als Ergebnis menschlichen Handelns.


Quellenbestände

Bis in das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts gehörte die Materielle Kultur zum selbstverständlichen Quellenbestand der Geschichtswissenschaft. In Abgrenzung zu den intentionalen „Quellen“ hat Johann Gustav Droysen für das unmittelbar Vorhandene den Begriff der „Überreste“ geprägt und deren Bedeutung für die Forschung hervorgehoben. Seine Beschreibung ihrer Besonderheit ist auch für die aktuelle Forschungsdebatte konstitutiv: „Die Quellen, auch die vorzüglichsten, geben ihm [dem Forscher/A.L.] sozusagen nur polarisiertes Licht. Völlig sicher, bis ins kleine und kleinste, geht er bei den Überresten; je schärfer er sie ergründet, desto ergiebiger werden sie ihm; aber sie sind wie zufällige und zerstreute Fragmente.“[21]

Die Ausdifferenzierung der historischen und (im weitesten Sinne) kulturwissenschaftlichen Disziplinen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und die Durchsetzung politikgeschichtlicher Ansätze in der Geschichtswissenschaft führten jedoch dazu, dass diese sich lange Zeit überwiegend auf schriftliche „Quellen“ stützte, während die „Überreste“ insbesondere in der Archäologie und der Volkskunde ihr wissenschaftliches Interesse fanden. Quellen der Materiellen Kultur, die für die Zeitgeschichte relevant sein können, lassen sich fast überall finden und als „Spur“ identifizieren: als Dinge der Stadt, in Haushalten, selbst im Müll. Sie sind, um den Droysen’schen Begriff zu nutzen, „Überreste“, also nicht mit der Intention eines Überlieferungswillens produzierte Gegenstände, oder aber – um eine Bezeichnung der Designhistorikerin Judy Attfield aufzugreifen – „wild things“, deren Bedeutungen multipel sind.[22]


Massel, Roheisen, Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, Eisenhüttenstadt 2012. Foto: Thomas Bruns © <br />
Die schwere und scharfkantige Massel ist ein „Überrest“. Masseln mit einem Gewicht von 15 oder 25 Kilogramm entstehen, indem flüssiges Roheisen aus dem Hochofen in Formen gegossen wird, um es besser zur Weiterverarbeitung in einem Stahlwerk transportieren zu können. Im Eisenhüttenstädter Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) wurde Roheisen von Beginn der Roheisenproduktion 1951/52 bis zur Fertigstellung des Stahlwerks 1984 in solche Masseln gegossen. Die hier gezeigte Massel ist ein Bodenfund, entdeckt bei einer Begehung aufgegebener Betriebsflächen Mitte der 1990er-Jahre. Die einst millionenfach produzierte Eisenmassel hat als vergessenes Einzelstück „überlebt“ und befindet sich heute in der Dauerausstellung des Eisenhüttenstädter Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR.
Massel, Roheisen, Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, Eisenhüttenstadt 2012. Foto: Thomas Bruns ©
Die schwere und scharfkantige Massel ist ein „Überrest“. Masseln mit einem Gewicht von 15 oder 25 Kilogramm entstehen, indem flüssiges Roheisen aus dem Hochofen in Formen gegossen wird, um es besser zur Weiterverarbeitung in einem Stahlwerk transportieren zu können. Im Eisenhüttenstädter Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) wurde Roheisen von Beginn der Roheisenproduktion 1951/52 bis zur Fertigstellung des Stahlwerks 1984 in solche Masseln gegossen. Die hier gezeigte Massel ist ein Bodenfund, entdeckt bei einer Begehung aufgegebener Betriebsflächen Mitte der 1990er-Jahre. Die einst millionenfach produzierte Eisenmassel hat als vergessenes Einzelstück „überlebt“ und befindet sich heute in der Dauerausstellung des Eisenhüttenstädter Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR.


Von ihnen unterscheiden sich bewusst angelegte Repositorien wie private und wissenschaftliche Sammlungen, archäologisch-denkmalpflegerische Ensembles, vor allem aber Museen. Sie sind als „Sachzeugenarchive“ diejenigen Institutionen, die die materielle Kultur sammeln, erhalten, erforschen sowie darstellen, und damit neben Archiven und Bibliotheken institutionelle Gedächtnisträger.[23] Ihre Gründung, Sammlungspraxis und gesellschaftliche Selbstverortung machen Museen zu, eigens zu untersuchenden, Orten des öffentlichen, kulturellen wie sozialen Gedächtnisses, gerade auch im Bereich der Zeitgeschichte.[24] Ihre Sammlungen sind Ergebnisse eines Musealisierungsvorgangs, der, historiografisch gesprochen, die „Überreste“ zu „Quellen“ macht. Mit der „Mülltheorie“ wurde diese Transformation präziser gefasst. Sie sagt aus, dass die Dinge nach ihrem Gebrauchswert eine Phase völliger Entwertung durchmachen, bevor ihr kultureller Wert identifiziert wird, sie also möglicherweise für das Museum relevant werden.[25]

Diese kulturelle Inwertsetzung ermöglicht vielfältige Perspektiven auf die materielle Kultur, sowohl auf einzelne Objekte wie auch auf ihre Situations- und Nutzungskontexte. Ihre Präsentation und Reflexion findet überwiegend in einzelnen Ausstellungen und ihren Begleitkatalogen statt. In diesen spiegeln sich theoretische Zugriffe der Semiotik, der Ästhetik, der Technik- und Wissenschaftsgeschichte und anderer Fachdisziplinen ebenso wie die mediale Form der Ausstellung als Präsentationsort von Inhalten im Raum,[26] oder der Musealisierungsvorgang[27] wird anhand von konkreten Dingen reflektiert.[28] Da Ausstellungen als Präsentationsform konkrete Ausdeutungen der Materiellen Kultur nur exemplarisch vornehmen können, kommt der schriftlichen Form in der Beschreibung der Materiellen Kultur eine besondere Bedeutung zu. Aktuell scheint sich als adäquate Form die object story anzudeuten: das mehrfache Ausdeuten polyvalenter Objekte und ihrer Kontexte auf Grundlage des Spurenlesens.[29]


Methodologie der Dinganalyse

Dinganalyse als Methodologie ist ein multidisziplinärer Ansatz zur Beschreibung der materiellen Kultur in mehreren Schichten, die ihren Ausgangspunkt in der Grundannahme sieht, dass die Dinge nicht aus sich selbst „sprechen“ und einen polyvalenten Charakter haben, der je nach dem zu untersuchenden Thema eine andere Kontext- und Bedeutungsebene hervorhebt. Die reine Objektanalyse, Gegenstand der musealen Arbeit, verzeichnet dokumentarisch Materialität, Herstellung, Gestaltung und Gebrauch sowie durch die Provenienz den Musealisierungsvorgang selbst. Sie versucht auf diesem Wege, ein Datengerüst für weitere Forschungen bereitzustellen.

Nach einer Formulierung des ehemaligen Direktors des Museums für Österreichische Volkskunde Klaus Beitl gleicht die museale Forschung am Objekt einem „Rückordnen“[30] des musealisierten Objekts in seinen ursprünglichen Kontext, der in mehreren Schritten erfolgt: Einer ersten Sicherung des historischen Befunds am Gegenstand selbst folgen Ermittlungen über Entstehungszeit, Funktion und Rezeption, mithin zusammenfassend eine sozio-kulturelle Einordnung des Objekts. Ziel dieser Analyse ist nach Beitl eine Einordnung des Objekts sowohl in ein Bedeutungs- und Ausdrucksschema wie auch in den danach strukturierten Sammlungsbestand von Museen. Angesichts der Polyvalenz der Objekte erscheint die museale Ordnung der materiellen Kultur jedoch eher als ein disziplinäres Konstrukt denn als ein „Rück-Ordnen“.

Hier interessieren jedoch vor allem die fachwissenschaftlichen Methoden der Dinganalyse als Erfassung der Bedeutungsschichten des Objekts. In der Regel wird bei der Analyse in einem Dreischritt verfahren, der die Materialität der Dinge, den Umgang mit Dingen sowie die Analyse der Dinge als Bedeutungsträger umfasst. Erste Ansätze entstanden im amerikanischen Forschungskontext aus den folk studies, der Kunst- und der Literaturgeschichte heraus.[31] Nach Judy Attfield kann die Objektforschung nach Materialität, Design, Produktion, Verkauf, Konsum, Gebrauch, Wegwerfen und Recycling differenziert werden, also insgesamt nach dem Vermittlungsprozess zwischen den Dingen und den Menschen.[32] Attfield schließt hier an das Konzept einer methaphorisch gemeinten „Biografie“ der Dinge an.[33]

Während die Analysemethode von Attfield sich eng an die Biografie des Objekts anlehnt, verweisen andere Konzepte stärker auf die Kontexte, etwa einer objektgebundenen Handlungspraxis, von Nutzerbiografien oder räumlichen Dingkonstellationen, um mittels der Dinge etwas über komplexe Sinnzusammenhänge zu erfahren.[34] Neuere Untersuchungen zur Dinggeschichte lehnen sich an die Bildanalyse an, die eine sozialgeschichtlich erweiterte ikonografisch-ikonologische Interpretation beinhaltet und am Beispiel der Fotografie als Quelle entwickelt wurde.[35] Vor allem unter quellenanalytischen Gesichtspunkten erweist sich das an der Fotografie gewonnene Instrumentarium als anregend für die Dinganalyse, also das „Lesen“ der Informationen, die den Dingen anhaften, das als detailorientierte, ergebnisoffene Suchbewegung verstanden wird. Der Begriff der „Spurensuche“[36] verweist dabei zugleich auf mikrogeschichtliche Ansätze in der Geschichtswissenschaft, die vor allem mit der an kriminologische Verfahren angelehnten Arbeit von Carlo Ginzburg verbunden sind.[37] Sie verweist darüber hinaus aber auch generell auf Sensibilisierung und Blickschärfung als Voraussetzungen für die Abkehr vom reinen Belegcharakter der Dinge als Quelle.[38]


Präsentationskassette „Sozialistische Möbelindustrie“, Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, Eisenhüttenstadt 2012. Foto: Andreas Ludwig, Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de CC BY-SA 3.0] <br />
In solchen leinenbezogenen, repräsentativen Präsentationskassetten war ein Bestand von mehreren hundert Fotografien verstaut, der die Möbelproduktion der DDR zwischen Mitte der 1950er- und Anfang der 1970er-Jahre dokumentiert. Es handelt sich um professionelle Aufnahmen, meist wohl des von der Möbelindustrie der DDR beauftragten Fotografen Friedrich Weimer (nur ein Teil der Fotos ist gestempelt), die für die Publikation in der Zeitschrift „Kultur im Heim“ ausgewählt worden waren. „Kultur im Heim“ war 1956 mit dem Ziel einer „Erziehung zum Geschmack“ gegründet worden. Abgebildet sind, teils mit Notizen zum Gegenstand und Druckhinweisen versehen, Möbel, die den damaligen Geschmack idealtypisch repräsentieren sollten und heute als exemplarisch für eine „Nachkriegsmoderne“ interpretiert würden.
Präsentationskassette „Sozialistische Möbelindustrie“, Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, Eisenhüttenstadt 2012. Foto: Andreas Ludwig, Lizenz: CC BY-SA 3.0
In solchen leinenbezogenen, repräsentativen Präsentationskassetten war ein Bestand von mehreren hundert Fotografien verstaut, der die Möbelproduktion der DDR zwischen Mitte der 1950er- und Anfang der 1970er-Jahre dokumentiert. Es handelt sich um professionelle Aufnahmen, meist wohl des von der Möbelindustrie der DDR beauftragten Fotografen Friedrich Weimer (nur ein Teil der Fotos ist gestempelt), die für die Publikation in der Zeitschrift „Kultur im Heim“ ausgewählt worden waren. „Kultur im Heim“ war 1956 mit dem Ziel einer „Erziehung zum Geschmack“ gegründet worden. Abgebildet sind, teils mit Notizen zum Gegenstand und Druckhinweisen versehen, Möbel, die den damaligen Geschmack idealtypisch repräsentieren sollten und heute als exemplarisch für eine „Nachkriegsmoderne“ interpretiert würden.


Aus diesen methodologischen Analysezugriffen ergibt sich die Frage nach ihrer Darstellbarkeit im Sinne einer historiografischen Narration. Der Begriff der Objektbiografie beinhaltet dabei eine gleichsam lebensgeschichtliche Darstellungsmöglichkeit des Objekts von der Konzeption und Produktion über die Nutzung bis hin zu seinem Ende als Müll oder museales Objekt. Demgegenüber verfolgt das Konzept der object story ein Ausleuchten der Material-, Funktions- und Bedeutungsdimensionen des Objekts und seine jeweilige Kontextualisierung im Sinne der Polyvalenz. Ausgehend von den materiellen Befunden wird den vorgefundenen Spuren nachgegangen. Es liegt auf der Hand, dass die auf diesem Wege entstehenden Objektgeschichten ganz unterschiedlich ausfallen können. Ihr Erkenntnisgewinn liegt damit auch in der Transparenz einer deduktiven, offenen Suchbewegung.


Materielle Kultur in den Geschichtswissenschaften und benachbarten Disziplinen

Erst in den vergangenen Jahren wurde eine Auseinandersetzung mit der Materiellen Kultur im Rahmen eines erweiterten Quellenverständnisses innerhalb der historischen Forschung und der Zeitgeschichte wieder aufgenommen.[39] Bereits in den 1970er-Jahren wurde geschätzt, dass 90 Prozent aller existierenden Dinge das Ergebnis der Arbeit der letzten drei Menschenalter seien.[40] Damit wird bereits rein quantitativ deutlich, dass im Rahmen der Zeitgeschichte die Objekte des Industriezeitalters und der industriellen Massenkultur, bzw. heute bereits der post-industriellen Zeit, im Vordergrund des wissenschaftlichen Interesses stehen.


Historiografische und historisch argumentierende Zugriffe

Vor allem der Kulturhistoriker Wolfgang Ruppert hat sich mehrfach mit der Rolle der Materiellen Kultur und ihrer technischen, sozialen und kulturellen Bedeutung für eine Sozial- und Kulturgeschichte des Industriezeitalters auseinandergesetzt.[41] Als Repräsentationen der sozialen Welt sieht er die materielle Kultur moderner Gesellschaften mit ihrem „selbstverständlichen Verhältnis zu den industriellen Dingen unseres Alltagslebens“[42] als interdisziplinäre Herausforderung zur systematischen Analyse der Konzeption, der Produktion von Dingen sowie von deren Kauf, Nutzung und kultureller Sinnaufladung. Die Untersuchung der materiellen Kultur des Industriezeitalters wird hier weitgehend als eine Erfahrungsgeschichte konzipiert, die sich an mikrogeschichtlichen „Objektgeschichten“ von Dingen festmachen lässt, die eine Umorientierung des sozialen Lebens bewirkten.[43]


Streichholzmodell, Ende 1970er-Jahre, Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, Eisenhüttenstadt 2006. Foto: Rüdiger Südhoff © <br />
Das Modell zeigt ein elfgeschossiges Punkthochhaus, das seit den 1970er-Jahren in der DDR im Bezirk Frankfurt/Oder gebaut wurde, so auch in Eisenhüttenstadt. Wie der Modellbauer im Interview erklärte, handelt es sich um ein aus der Not geborenes Projekt, denn Modellbausätze waren in der DDR schwer zu bekommen. Ein Bekannter habe daraufhin vorgeschlagen, einen „Plattenbau“ nachzubauen, was mit Hilfe von privat beschafften Unterlagen aus dem örtlichen Wohnungsbaukombinat auch gelang. Das Modell besteht aus abgebrannten Streichhölzern, also eigentlich Abfall, der beim Entzünden von Gasherden und Kohleöfen regelmäßig anfiel. Der Modellbauer brachte sein Hochhaus im Clubraum seiner Arbeitsstelle unter und behauptet, die Staatssicherheit habe es für die Unterbringung eines Mikrofons zum Belauschen der Belegschaft benutzt. Eine Schnittstelle in der Fassade wurde gezeigt, ein Mikrofon wurde nicht gefunden. Das Hochhausmodell ist ein Stück „Erfahrungsgeschichte“: die des Bastlers mit der Materialversorgung in der DDR, durch das Nachempfinden zeittypischer Wohnungsausstattungen und durch die Vermutung über Aktivitäten der Stasi. Aus heutiger Sicht erstaunt, wie eine Produktion des industriellen Wohnungsbaus in solch mühevoller Detailarbeit nachgebildet wurde. Man wird deshalb sagen können, dass das Hochhaus aus Streichhölzern auch so etwas wie „Aneignungsgeschichte“ repräsentiert.
Streichholzmodell, Ende 1970er-Jahre, Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, Eisenhüttenstadt 2006. Foto: Rüdiger Südhoff ©
Das Modell zeigt ein elfgeschossiges Punkthochhaus, das seit den 1970er-Jahren in der DDR im Bezirk Frankfurt/Oder gebaut wurde, so auch in Eisenhüttenstadt. Wie der Modellbauer im Interview erklärte, handelt es sich um ein aus der Not geborenes Projekt, denn Modellbausätze waren in der DDR schwer zu bekommen. Ein Bekannter habe daraufhin vorgeschlagen, einen „Plattenbau“ nachzubauen, was mit Hilfe von privat beschafften Unterlagen aus dem örtlichen Wohnungsbaukombinat auch gelang. Das Modell besteht aus abgebrannten Streichhölzern, also eigentlich Abfall, der beim Entzünden von Gasherden und Kohleöfen regelmäßig anfiel. Der Modellbauer brachte sein Hochhaus im Clubraum seiner Arbeitsstelle unter und behauptet, die Staatssicherheit habe es für die Unterbringung eines Mikrofons zum Belauschen der Belegschaft benutzt. Eine Schnittstelle in der Fassade wurde gezeigt, ein Mikrofon wurde nicht gefunden. Das Hochhausmodell ist ein Stück „Erfahrungsgeschichte“: die des Bastlers mit der Materialversorgung in der DDR, durch das Nachempfinden zeittypischer Wohnungsausstattungen und durch die Vermutung über Aktivitäten der Stasi. Aus heutiger Sicht erstaunt, wie eine Produktion des industriellen Wohnungsbaus in solch mühevoller Detailarbeit nachgebildet wurde. Man wird deshalb sagen können, dass das Hochhaus aus Streichhölzern auch so etwas wie „Aneignungsgeschichte“ repräsentiert.


Im Sinne einer historiografischen Auseinandersetzung mit materieller Kultur ist darüber hinaus die Überlegung wesentlich, ob Geschichte mit, über oder durch Dinge geschrieben wird.[44] Unterschieden wird also eine Historiografie, die unter anderem Dinge als Quellen berücksichtigt, eine, die die „Geschichte der Dinge“ beabsichtigt, oder eine Geschichtsschreibung, die aus den Dingen heraus argumentiert. Damit werden ältere Ansätze, die die materielle Kultur als ergänzende Quelle interpretieren,[45] differenziert und erweitert. Schließlich richtet sich die Aufmerksamkeit der Geschichtswissenschaft auf ihren Arbeitsort, das Archiv – „history’s material repositories“[46] –, indem die Stofflichkeit der Akten und ihrer Aufbewahrung sowie die materiellen Funde inmitten der Schriftlichkeit des Archivs thematisiert werden.[47]

Impulse zur Beschäftigung mit der materiellen Kultur kamen zunächst jedoch aus der Soziologie, die bereits frühzeitig Erfahrungen mit Dingen in sozialen Kontexten untersucht hat, wie etwa in den Arbeiten von Georg Simmel und Roland Barthes, die über eine phänomenologische Betrachtung der Dinge exemplarische Gesellschaftsanalysen entworfen haben.[48] Hier schließen Untersuchungen an, in denen der „Sachkosmos als histoire totale“[49] begriffen wird und Dinge und ihre Produktion als strukturbestimmende Merkmale der Industriegesellschaft sowie als handlungsbezogene Objektivationen von langfristigen Entwicklungsprozessen moderner Gesellschaften interpretiert werden.[50]

Die Konsumgeschichte widmet sich der materiellen Kultur unter dem Aspekt des Verbrauchs. Neben diachronen und vergleichenden Arbeiten[51] wird dabei zum einen auf die distinktiven Dimensionen des historischen Konsums verwiesen, die eine soziale und kulturelle Verortung des Individuums mittels des Besitzes und des Gebrauchs von Dingen in der Referenzgesellschaft ermöglichen.[52] Um die Begriffe von Bedarf und Bedürfnis gruppiert, erweist sich die Analyse des Konsums in der DDR und der Entwicklung von der Rationengesellschaft[53] zum konsumptiven Versorgungskonzept in der Planwirtschaft,[54] auch im Vergleich mit der Herausbildung der Konsumgesellschaft in der Bundesrepublik, als ertragreich.[55] Weiter ausgreifend auf die Entwicklung der Konsumgesellschaft seit der Frühneuzeit analysiert Frank Trentmann die sich herausbildende Warenförmigkeit der Dinge, den sich verdichtenden internationalen Handelsaustausch und den individuellen Konsum als Grundlage einer weltweiten „Herrschaft der Dinge“.[56] Er verweist damit, ebenso wie Fernand Braudel, auf die Frühneuzeit als Beginn einer auf gesteigerter und zunehmend massenwirksamer Dynamik von Produktion und Verbrauch beruhenden Gesellschaft. Braudel hatte sich unter dem Begriff der civilisation matérielle auf die Zeit einer dingbasierten Selbstversorgung und des Naturaltauschs vor der Bildung von geldbasierten Märkten bezogen.[57]

Kehrseite der Konsumgesellschaft und ihrer materiellen Kultur ist die Beschleunigung der Nutzungszyklen von Produkten und der damit entstehende Abfall.[58] Reparieren[59] und Praktiken des Eigenbaus verweisen auf einen reflektierten Umgang mit der industriekulturellen Konsum- und Dingwelt. Der Konsumgeschichte angelagert, jedoch stärker auf Konsumbilder und Konsumleitbilder orientiert, sind Forschungen über Werbung. Sie betonen Strategien, Dinge als wünschenswert und erwerbbar erscheinen zu lassen.[60] Die Werbegeschichte richtet dabei ihren Fokus auf konkrete Produkte und die Produktwerbung[61] sowie auf den Zusammenhang von Warenwelt und lebensweltlichem Umfeld.[62]

Der Form der Dinge und ihrer Gestaltung wendet sich besonders die Designgeschichte zu. Die materielle Kultur der industriellen Massenproduktion wurde schrittweise seit Beginn des 20. Jahrhunderts professionell gestaltet, wobei die Formgebung der Produkte immer weniger durch die Imitation handwerklicher und kunstgewerblicher Gestaltung bestimmt, sondern an technische Produktionsprozesse angepasst wurde. Das Industrial Design setzte sich im zweiten Drittel des Jahrhunderts als professionelle Gestaltung von Industrieprodukten durch und bestimmte fortan die Warenwelt der Konsumgesellschaft. Die Erforschung des industriellen Designs verknüpft im besten Falle den Zusammenhang zwischen der Gestaltung der Dinge, ihrer Stilgeschichte, ihrem Konsum und Gebrauch[63] im Rahmen ihrer Abhängigkeit von politischen und gesellschaftlichen Systemen, so wie dies insbesondere für die Designgeschichte der DDR[64] und anderer sozialistischer Gesellschaften[65] erfolgt ist. Eine staatliche Lenkung des Designs gab es ebenso im Nationalsozialismus[66] wie auch im wohlfahrtsstaatlichen Kontext, hier in einer Doppelfunktion von Qualitätssicherung und Industrieförderung.<[67]


Impulse jenseits der Geschichtswissenschaften

Physische Relikte sind Kern der Archäologie als „Wissenschaft des Materiellen“. Sie hat sich in den vergangenen Jahren auch der Zeitgeschichte zugewandt und damit der materiellen Kultur in ihrer Relikthaftigkeit neue Aufmerksamkeit geschenkt, auch dort, wo schriftliche Quellen in ausreichendem Maße überliefert sind. So wurden die Überreste der Protestbewegung gegen das Gorlebener Atommülllager ebenso untersucht wie die des nationalsozialistischen Terrorsystems.[68] Alltagsneugier, teils auch wissenschaftliche Zugriffe, finden sich in der Praxis des Urbex (urban exploration).[69]

Mit der Ausdifferenzierung der Geschichts- und Kulturwissenschaften im 19. Jahrhundert fiel neben der Archäologie besonders der Volkskunde die Aufgabe zu, sich mit den materiellen Hinterlassenschaften der breiten Bevölkerung und damit dem Alltagsleben zu befassen. Im Zentrum standen vor dem Hintergrund der entstehenden modernen Industriegesellschaft zunächst vorindustrielle Lebensformen, wovon heute noch zahlreiche Volkskunde- und Freilichtmuseen in Deutschland zeugen. Den Anschluss an die industrielle Welt fand die Volkskunde seit den 1960er-Jahren, verstärkt noch durch die Ausdifferenzierung in die Fächer Europäische Ethnologie und Empirische Kulturwissenschaft. Trotz deren Hinwendung zu vermittelten Bedeutungsformen wie Zeichen und Symbolen blieb die Beschäftigung mit der Materiellen Kultur weiterhin wichtig, wie Themenschwerpunkte einiger Volkskundekongresse zeigen.[70]

In den letzten Jahren kam es in der Volkskunde zu einer theoretischen Verständigung über die Dinge im Kontext kulturwissenschaftlicher Fragestellungen[71] und zu einer Erneuerung der alten volkskundlichen „Sachkulturforschung“ als Materieller Kultur des Alltags. Die Fokussierung auf vorindustrielle Lebenswelten wurde zugunsten eines Anschlusses an die Materielle Kultur der Gegenwart überwunden, das Konstrukt einer „Volks“-Kunde zugunsten multipler kultureller und gesellschaftlicher Kontexte aufgegeben und damit Anschluss an die Vielfalt der Ansätze in den angelsächsischen Material Culture Studies gewonnen.[72]

Die Unterschiede beider Fachrichtungen beruhen besonders auf deren Genese. Während sich die frühere Volkskunde in Erneuerung der Profession zunehmend als Empirische Kulturwissenschaft begreift und damit einen dezidierten Bezug der materiellen Kultur zu Praktiken des Umgangs und zum gesellschaftlichen Umfeld integriert, waren die im angelsächsischen Wissenschaftsraum entstandenen Material Culture Studies von Anfang an als interdisziplinäres Projekt angelegt, in dem im amerikanischen Kontext Folk Studies, Archäologie und Ethnologie und im britischen dazu noch Anthropologie und Kunstwissenschaften kooperieren. Ein weiteres Charakteristikum ist der breite zeitliche und geografische Horizont der Material Culture Studies.[73] Im Fragenhorizont solcher empirischer Kulturwissenschaft wird die Beschäftigung mit der materiellen Kultur unter anderem mit der lebensweltlichen, alltagsnahen, sinnlichen und suggestiven Qualität der Dinge begründet, deren materielle wie symbolische Bedeutungen im Rahmen ihrer historischen Verankerung „lesbar“ gemacht werden.

Das Selbstverständnis der Material Culture Studies ist ein dezidiert kulturwissenschaftliches;[74] in Einzeluntersuchungen reicht die Spannbreite von Mikrostudien zu Alltagsobjekten über die Beschreibung von Wohnsituationen bis hin zu erkenntnistheoretischen Fragestellungen.[75] Ein gutes Beispiel für ihre Vorgehensweise sind die Studien von Daniel Miller, der sich jüngst mit den Wohnungseinrichtungen einer Londoner Straße auseinandergesetzt hat, um das Leben ihrer Bewohner*innen zu beschreiben.[76] Im deutschen Wissenschaftskontext steht die Rezeption der Material Culture Studies erst am Beginn.[77] Aus der Perspektive der Zeitgeschichte ist vor allem die Nähe der methodologischen und theoretischen Ansätze beider Wissenschaftsdisziplinen entscheidend. Beide begreifen die Materielle Kultur als empirisches Feld ebenso wie als Ausgangspunkt für die Analyse von Kulturen, wobei die Dinge nicht allein als Phänomene übergeordneter Strukturen, sondern als eigenständige Quelle im Kontext von kultureller Interaktion ausgedeutet werden.


Dinge und menschliches Handeln

Zu den interdisziplinären Anregungen gehört schließlich die Untersuchung von Lebensstilen, die in verschiedenen Wissenschaften betrieben wird und in der die materiellen Ausstattungen einer Zeit als Hintergrundbild wie auch als exemplarische Detailbeschreibungen fungieren. Die Lebensstilforschung als soziologische Bestandsaufnahme entstand aus den Veränderungen beim Konsum, den Wünschen und dem Verhalten der modernen Nachkriegsgesellschaften, die sich im Verlauf der 1950er-Jahre in Europa zeigten. Nach 1990 wurde dieses Konzept noch einmal für die vergleichende Betrachtung Ost- und Westdeutschlands genutzt.[78]

Im Anschluss an die Konsumforschung, aber auch an Bourdieus Konzept der Distinktion[79] wurde „Lebensstil“ in ein breiteres kulturhistorisches Konzept integriert und vor allem auf die Geschichte der Bundesrepublik seit den 1950er-Jahren angewandt.[80] Aus der Perspektive einer Analyse der materiellen Kultur geht es in diesen Untersuchungen letztlich um den stilbildenden Gebrauch der Dinge, also um distinktive Objekte und ihren kulturellen Kontext. In der DDR wurde dem Lebensstilbegriff der Begriff der Lebensweise entgegengesetzt. Mit der Einführung des Adjektivs „sozialistisch“ wurde hier ein normatives Element von Planbarkeit, Gesetzmäßigkeit und Gesellschaftsbezogenheit hinzugefügt, auch wenn nicht übersehen werden darf, dass auf diesem Wege eine partielle soziologische Forschung der Alltagswirklichkeit in der DDR möglich wurde.[81] In neueren geschichtswissenschaftlichen Untersuchungen wird jedoch eher auf die politik- und gesellschaftsspezifische Form eines DDR-eigenen Lebensstils hingewiesen.[82]

Starken Einfluss auf neuere Forschungen zur materiellen Kultur hat die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) ausgeübt, die auf techniksoziologischen Untersuchungen unter anderem von Bruno Latour beruht. Sie geht davon aus, dass sich Gesellschaft als Mensch-Ding-Beziehung analysieren lässt und damit weniger als intentionales soziales Handeln verstanden werden sollte. Mittels der exemplarischen Untersuchung des „Berliner Schlüssels“ wird die historische Dimension deutlich: Als Artefakt determiniert der Schlüssel die Handlungen seiner Nutzer*innen, sozial wirkt er als Kontrollinstanz über den Mikrokosmos Haus.[83]

Die zeitweise strapazierte, von Latour stammende Formulierung einer agency der Dinge ist inzwischen konkreten Untersuchungen von Mensch-Ding-Beziehungen gewichen und erweist sich mit der Hypothese einer prinzipiellen Gleichrangigkeit von materiellen Strukturen und menschlichem Handeln als gewinnbringend für die Untersuchung materieller Kultur im historischen Kontext.[84] Mit dieser Gleichrangigkeit von Dingen und Menschen ist die Vorstellung einer „Koproduktion von Wirklichkeit“[85] verbunden, die eine verstärkte Aufmerksamkeit für materielle Bedingungen menschlichen Handelns fordert. Sie birgt jedoch die Gefahr einer Anthropologisierung des Materiellen (Dinge „handeln“) oder einer Anonymisierung des Sozialen (Dinge determinieren das Handeln, sie haben eine „agency“). Ob der Hervorhebung der Bedeutung des Materiellen bleibt jedoch die Frage, inwieweit materielle Strukturen nicht ebenfalls intentional hergestellt sind.

Die Hinwendung der Geisteswissenschaften zur materiellen Kultur wurde, in Anlehnung an den Begriff des linguistic turn in den 1990er-Jahren, als material turn apostrophiert. Kritisiert wird, dass mit dem Ausrufen eines „Turn“ eine generelle Tendenz behauptet werde,[86] die es in der Geschichtswissenschaft jedoch nicht gegeben habe. Gemeint ist dagegen, dass die eigentliche Materialität der Dinge vermehrt diskutiert wird.[87] Hier geht es um den Umgang mit der Stofflichkeit[88] ebenso wie um Materialwissen[89] und, unter dem Begriff thingness, um Materialität als Authentizitätsnachweis.[90]


Forschungsfelder der Materiellen Kultur

Als Forschungsfelder der Materiellen Kultur in der Zeitgeschichte sind alle Objekte, Objektkonstellationen, -kontexte und Lebensbereiche vorstellbar, die ausgehend von den materiellen Hinterlassenschaften Auskunft über die Historizität der Dinge und die Dingbezogenheit historischer Gesellschaften geben können. Damit ist das Feld der Objektforschung extrem offen und eine „Erfassung der Welt“, wie sie in protomusealen Sammlungen der Frühen Neuzeit vorstellbar schien, nicht möglich. Die Forschungspraxis hat jedoch thematische Verdichtungen ergeben, die sich auf den Wohnbereich und die Herausbildung der modernen Konsumgesellschaft richten.

Die sozialgeschichtliche Bedeutung des Wohnens als privatem Lebensmittelpunkt, als Ort der lebensweltlichen Selbstorganisation und seiner Ausstattung ließen das Thema zum gut erforschten Bereich des Sozialen werden. In der breit angelegten, fünfbändigen „Geschichte des Wohnens“ wird dessen materielle Kultur im Sinne eines Top-Down-Verfahrens in eine Geschichte des Bauens integriert und, je nach Autor*in, die Wohnungsausstattungen teils design- und stilgeschichtlich, teils wohnsoziologisch interpretiert.[91]

Unter den zahlreichen Detailuntersuchungen zum Wohnen seien hier drei aufgrund ihrer unterschiedlichen Zugriffe benannt. In der Pionierstudie von Gert Selle und Jutta Boehe „Leben mit den schönen Dingen“ stehen die „Aneignungsbiographien“ und „Gegenstandsbeziehungen gewöhnlicher Leute“ zwischen industrieller Massenkultur und persönlicher Interpretation der Wohnungsausstattungen im Zentrum des Interesses.[92] Bettina Günter dagegen untersucht komplette Haushaltsausstattungen unter der Fragestellung der Integration von Produkten des Massenkonsums im häuslichen Bereich und berücksichtigt dabei Möbel, technische Konsumgüter und Haushaltswaren gleichermaßen.[93] Unter anderem auf Interviews und teilnehmender Beobachtung beruht die Untersuchung von Cortina Gentner über die Veränderungen der Wohnkultur und des häuslichen Lebensstils in Ostdeutschland.[94] Die Wohnungsausstattung mit Möbeln sowie das Arrangement von Möbeln unter dem Einfluss des Fernsehens sind weitere Untersuchungsschwerpunkte, die bis zur Bedeutung von Einzelmöbeln als technische Innovation und als Distinktionsmerkmal reichen.[95]

Unzweifelhaft hat die Mechanisierung des Haushalts als Folge der industriellen Massenproduktion viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. An Objekten des Haushalts wird die Mechanisierung und Elektrifizierung einerseits im Sinne einer Innovation in der Ausstattung mit technischen Konsumgütern gezeigt, andererseits werden deren Folgen für das Arbeitsumfeld Haushalt untersucht.[96] Die materielle Kultur des Haushalts schließt dabei sowohl an die Analyse von Objekten unter der Frage ihrer Geschlechterspezifik[97] als auch an die ideologischen Auseinandersetzungen des Kalten Kriegs und die Amerikanisierung nach dem Zweiten Weltkrieg[98] und ihre Bedeutung in realsozialistischen Gesellschaften an.[99]

Ebenfalls auf technische Innovationen und ihre sozialen und kulturellen Folgen bezogen sind Untersuchungen zur materiellen Kultur der Informationsgesellschaft und Mediengesellschaft. Studien in diesem Bereich widmen sich der Beschreibung von Kulturtechniken, dem Hören, insbesondere im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit von Musik, der Revolution des Fernsehens für die tägliche Lebenswelt, Medien im Kalten Krieg oder aber vermeintlich marginalen Dingen des (Arbeits-)Alltags wie dem Bleistift[100] oder dem Personalcomputer.[101]

Aus der in der Volkskunde verbreiteten Kleidungsforschung hat sich die Erforschung der „zweiten Haut“ und die Modeforschung entwickelt. Im Kontext der neueren Kulturgeschichte werden die detaillierte Ausdeutung von Kleidungsstücken durch ihre historische Kontextualisierung sowie die damit verbundenen kulturellen Praktiken untersucht.[102] Auch die Auswirkungen neuer Materialien auf Mode, Lebenswelt und Popularkultur, wie zum Beispiel in den 1950er-Jahren die vollsynthetische Kunstfaser Nylon,[103] wurden ebenso untersucht wie der Zusammenhang von Mode und Wirtschaftspolitik.[104] Einen stärker geschichtswissenschaftlichen Ansatz verfolgt dagegen Anne Sudrow in ihrer Monografie über den „Schuh im Nationalsozialismus“, in der sie über eine „Produktlinienanalyse“ Herstellung, Verkauf und Gebrauch dieses Alltagsobjekts im Rahmen einer kulturgeschichtlich erweiterten Wirtschafts- und Technikgeschichte analysiert.[105]

Auch andere physische Materialien sind in dinggeschichtlicher Perspektive in den Blick genommen worden. Hier seien unter vielen weiteren Arbeiten jene Studien hervorgehoben, in denen Kunststoffe als Innovationsmaterialien beschrieben werden, die die Lebensweise in den Nachkriegsgesellschaften nachhaltig veränderten – bis hin zur Tupperware als Sinnbild der „Plastikwelten“ der Konsumgesellschaft der 1950er-Jahre.[106] Ebenfalls die konsumptive Seite der Warenwelt beleuchten Studien zum Einkaufen, zu Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs [107] und zur Geschichte des Essens, das sich zu einem umfangreichen Forschungsfeld der food studies erweitert hat.[108]


Materielle Kultur und Zeitgeschichte

Ausgehend von der disparaten Forschung zur materiellen Kultur in den Geschichtswissenschaften und den Nachbardisziplinen soll im Folgenden am Beispiel der Alltagsdinge auf vier wesentliche Aspekte aufmerksam gemacht werden, die zentrale Perspektiven für die zeithistorische Forschung bieten und dabei helfen könnten, die Erforschung der materiellen Kultur aus ihrem peripheren Status innerhalb der Geschichtswissenschaften herauszuführen: Dies ist erstens die weitere Erforschung der Beziehung zwischen den Dingen und den Individuen, also die „Biografie der Dinge“; zweitens eine Stärkung kultur- und sozialgeschichtlicher Fragestellungen; drittens die Erforschung systemspezifischer Produktkulturen, die gesellschaftsgeschichtliche Fragen nach dem Zusammenhang von materieller Kultur, gesellschaftlichen Machtbeziehungen und Herrschaftspraktiken in den Vordergrund rücken; sowie viertens die wechselnde Funktionalität der Dinge innerhalb der Gesellschaft.

Dinge sind erstens stets eng mit der Biografie ihrer Nutzer*innen und Besitzer*innen verknüpft, etwa durch den individuellen Gebrauch und den Besitz eines Gegenstands. Hierzu einige Beispiele: Kaufen, horten und tauschen waren Aspekte eines ökonomischen Kreislaufs in der DDR-Planwirtschaft und Teil sowohl offizieller Ökonomie wie auch individueller Netzwerke, ein notwendiges Subsystem mit erheblichen Folgen für die Warenbereitstellung und das Kaufverhalten. Objekte der materiellen Kultur erhielten dadurch eine besondere individuelle Bedeutung, indem sie weniger nach dem Preis als nach ihrer Verfügbarkeit bewertet wurden. Dabei hat allein der Besitz eine distinktive Bedeutung, die nur in einem gesellschaftsbezogenen Interpretationsrahmen auf Grundlage informellen Wissens entschlüsselt werden kann.

In kapitalistischen Gesellschaften wird die Mensch-Ding-Beziehung teilweise anders beschrieben werden müssen. Die seit Jahrzehnten anhaltende Beschleunigung von Produktzyklen bewirkt eine Einübung in eine gesteigerte Konsumption, in der die Dinge tendenziell entwertet werden und vor allem durch Novität und branding sowie andere Formen der Produktkommunikation einen kulturellen Wert erhalten. Mit der fast durchgängigen Globalisierung der Produktionsketten und Warenströme verlieren Dinge auch ihre örtliche Konnotierung, etwa im Sinne einer nationalstaatlichen Zuordnung. Generell werden Dinge durch Gebrauch individualisiert, also ge- und vernutzt, abgearbeitet, repariert, ergänzt, beklebt und umgenutzt. Nicht nur ein Mangel an Konsumgütern hat kreative Lösungen hervorgebracht, sondern auch die systemunabhängige individuelle Aneignung. Ziel ist es, die unterschiedlichen Dimensionen der individuellen Objektnutzung im gesellschaftlichen Kontext zu analysieren und somit Rückschlüsse auf die individuellen Lebensentwürfe zu ziehen sowie soziale Differenzierungen nachzuzeichnen.

Zweitens sind den Objekten sozialgeschichtliche Bedeutungen eingeschrieben, indem sie in Arbeitsbedingungen, Wohnverhältnisse, kulturelle Praktiken, Sozialisationskontexte, familiäre Zusammenhänge und geschlechterspezifische Fragen, Milieu- oder generationelle Zugehörigkeiten eingebettet sind. Verwiesen sei hier exemplarisch auf „Generationenobjekte“: Konsumgüter, denen neben ihrer praktischen und distinktiven eine symbolische Bedeutung eingeschrieben ist. Solche „Generationenobjekte“ sind aktuell das Smartphone, der Kassettenrecorder seit den 1970er-Jahren oder die elektrische Küchenmaschine als erstrebte Haushaltsausstattung für junge Familien um 1960. Hier kann die zeithistorische Erforschung der materiellen Kultur an die soziologische Lebensstilforschung anschließen und Perspektiven der kultur- und politikgeschichtlichen Erforschung von „Lebensweisen“ aufgreifen.[109]

Der Blick auf die Materielle Kultur kann dabei insbesondere zeigen, dass die Steuerung, Produktion und Gestaltung von Produkten Ausdruck einer politischen und gesellschaftlichen Vorstellung von sozialer Realität ist, die Aneignung und Integration der Dinge jedoch individuell wie kollektiv in einer spezifisch historischen Lebenspraxis erfolgt. Gleichzeitig kann eine sozialgeschichtliche Untersuchung der materiellen Kultur wichtige Erkenntnisse über soziale Differenzierungsprozesse und damit verbundene Identitätskonstruktionen von Individuen und Gruppen liefern, die einer politisch oder ökonomisch intendierten Normierung der Lebensverhältnisse entgegenstehen.[110]

Drittens verweisen die Hinterlassenschaften der materiellen Kultur auf eine systemspezifische Produktkultur. Mit Bezug auf die DDR als Staat wurden Auszeichnungen und Auszeichnungsmappen, Wimpel, Fahnen und Anstecker, Ausweise, Gastgeschenke, Brigadetagebücher und Plakate in großen Mengen hergestellt, und sie zeugen von einer exzessiven Symbolverwendung im Alltag und systemspezifischen Verteilungsanlässen.[111] Mit diesen Überresten der materiellen Kultur sind deshalb immer auch Praktiken und Rituale verbunden, die auf eine Durchdringung der Gesellschaft mittels konkreter wie symbolischer Handlungsroutinen und deren lebensweltliche Integration verweisen. Während in der DDR im Rahmen einer Produktkultur vor allem der Bezug zum Staat deutlich wird, sind es in der entwickelten Konsumgesellschaft vor allem Ressourcenverbrauch und Mobilität, die die materielle Kultur prägen. Verwiesen sei an dieser Stelle lediglich auf die sogenannten Wegwerfartikel wie den Kaffeebecher aus Karton, der exemplarisch für einen, zeitlich meist befristeten Lebensstil steht. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit diese Objekte als gesellschaftlich konnotierte wahrgenommen oder als Bestandteil eines individuellen Lebensstils interpretiert und inkorporiert wurden.

Viertens schließlich gilt die Aufmerksamkeit den sich wandelnden Gebrauchs- und Verwahrkontexten. Die eingangs erwähnten 10.000 Dinge pro Haushalt sind rein individuell genutzte und verwahrte Dinge, also potenzielle Gebrauchsgüter. Ebenfalls der aktuellen materiellen Kultur gehören auch die öffentlichen Dinge an, etwa im Straßenraum. Sie stehen einer kollektiven Nutzung zur Verfügung. Beide zusammen bezeichnen die Dingausstattung einer Gesellschaft. Davon abzugrenzen sind historisierte, aus dem Gebrauch in einen kulturellen Kontext verbrachte Objekte, die sich vor allem in Museen in Sammlungen befinden. Eine „Zeitgeschichte der Dinge“[112] analysiert deshalb die Transformation der Dingausstattungen in einen Wissens- und Erinnerungskontext, während bedeutungslos erscheinende Dinge weggeworfen werden und als Quelle nicht mehr zur Verfügung stehen.

Zeitgeschichtliche Relevanz gewinnen diese aus der materiellen Kultur gewonnenen Aspekte als Teil einer Gesellschaftsgeschichte, die die Vielfalt ihrer Handlungen, Mittel und Erscheinungsformen berücksichtigt. In einer sozialgeschichtlichen Perspektive verweisen die Dinge auf die spezifische Ausprägung einer auf industrieller Massenproduktion und Konsum beruhenden Nachkriegsmoderne.


Zusammenfassung und Ausblick

Die Erforschung der materiellen Kultur steht insbesondere in der Zeitgeschichte noch am Beginn. Zahlreiche Anregungen bieten die Material Culture Studies mit ihrem multidisziplinären Format, ebenso wie die Empirischen Kulturwissenschaften, die Soziologie, die Kunst- und Mediengeschichte, die Sozial- und Kulturanthropologie, die Technikgeschichte sowie vielfältige museale Annäherungen, die aus einer reflexiven Praxis entwickelt wurden. Noch fehlen in Deutschland jedoch interdisziplinäre, theoretisch fundierte und zusammenfassende Arbeiten wie auch die Etablierung der Materiellen Kultur als akademische Wissenschaftsdisziplin. Mit Blick auf die zeitgeschichtliche Forschung ist deshalb zu konstatieren, dass zwar zahlreiche Detailstudien vorliegen, aber ihre systematische Rezeption ebenso noch nicht erfolgt ist wie eine Integration der „Überreste“ in den professionellen Quellenkanon.

Dabei findet die Materielle Kultur ein zunehmendes Interesse in der Öffentlichkeit, wie der Ausstellungsboom der vergangenen drei Jahrzehnte gezeigt hat. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Dingen und ihrer Historizität steht dem jedoch noch weit nach. Dies geht nicht zuletzt auf die Spezialisierung der historischen Wissenschaften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Erforschung der materiellen Kultur erfordert deshalb eine dezidiert interdisziplinäre Herangehensweise. Die Produkte der industriellen Massenproduktion und die vielfältigen Dokumente ihres individuellen Gebrauchs bieten jedenfalls eine breite Grundlage für die Analyse vergangener materieller Umwelten, ihrer kulturell konnotierten Interpretationen durch die historischen Akteur*innen sowie für eine sozial und kulturell fundierte, erweiterte Alltags- und Gesellschaftsgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts.



Empfohlene Literatur zum Thema

Judy Attfield, Wild Things. The Material Culture of Everyday Life, Oxford 2000

Hans Peter Hahn, Materielle Kultur. Eine Einführung, Berlin 2014

Dan Hicks/Mary C. Beaudry (Hrsg.), The Oxford Handbook of Material Culture Studies, Oxford 2010

Andreas Ludwig (Hrsg.), Zeitgeschichte der Dinge. Spurensuchen in der materiellen Kultur der DDR, Wien 2019

Gert Selle, Siebensachen. Ein Buch über die Dinge, Frankfurt a.M. 1997

Stefanie Samida/Manfred K.H. Eggert/Hans Peter Hahn (Hrsg.), Handbuch Materielle Kultur. Bedeutungen, Konzepte, Disziplinen, Stuttgart 2014

Christopher Tilley u.a. (Hrsg.), Handbook of Material Culture, London 2006

Zitation
Andreas Ludwig, Materielle Kultur, Version: 2.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 1.10.2020, URL: http://docupedia.de/zg/Ludwig_materielle_kultur_v2_de_2020

Versionen: 2.0 1.0

Nutzungsbedingungen für diesen Artikel

Logo Creative Commons by-nc-nd 3.0 Dieser Text wird veröffentlicht unter der Lizenz „Creative Commons by-nc-nd 3.0“. Eine Nutzung ist für nicht-kommerzielle Zwecke in unveränderter Form unter Angabe des Autors bzw. der Autorin und der Quelle zulässig. Im Artikel enthaltene Abbildungen und andere Materialien werden von dieser Lizenz nicht erfasst. Detaillierte Angaben zu dieser Lizenz finden Sie unter: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/ .

Weiterempfehlen

Anmerkungen








Der für das Attribut „ItemListDisplay“ des Datentyps Seite angegebene Wert „</br>Materielle Kultur Version: 2.0 (01.10.2020)</br>“ enthält ungültige Zeichen oder ist unvollständig. Er kann deshalb während einer Abfrage oder bei einer Annotation unerwartete Ergebnisse verursachen.

[[Category:]]


[[Category:]]

[[Category:| ]]





}}


Andreas Ludwig





| ]]}}






















Es ist kein Wert für den Titel einer Seite vorhanden (z. B. <code>SomeProperty::, [[]]</code>) und kann somit nicht als Name oder Teil einer Abfragebedingung verwendet werden.




[[Category:| ]]





Creative Commons (restriktiv)


  1. Neue Zürcher Zeitung vom 11./12.10.2003, zit. n. Gottfried Korff, Betörung durch Reflexion. Sechs um Exkurse ergänzte Bemerkungen zur epistemischen Anordnung von Dingen, in: Anke te Heesen/Petra Lutz (Hrsg.), Dingwelten. Das Museum als Erkenntnisort, Köln 2005, S. 89-107; Hans Peter Hahn, Dinge des Alltags – Umgang und Bedeutungen. Eine ethnologische Perspektive, in: Gudrun M. König (Hrsg.), Alltagsdinge. Erkundungen der materiellen Kultur, Tübingen 2005, S. 63-80.
  2. „Materielle Kultur“ wird im Folgenden dann groß geschrieben, wenn das Forschungsfeld gemeint ist, die Kleinschreibung wird benutzt, wenn es um die Dinge selbst geht.
  3. Annette Caroline Cremer, Zum Stand der Materiellen Kulturforschung in Deutschland, in: dies./Martin Mulsow (Hrsg.), Objekte als Quellen der historischen Kulturwissenschaften. Stand und Perspektiven der Forschung, Köln 2017, S. 9-21, hier S. 14.
  4. Gottfried Korff, Sieben Fragen zu den Alltagsdingen, in: König (Hrsg.), Alltagsdinge, S. 29-42, hier S. 32; Hahn, Dinge des Alltags, S. 73.
  5. Michel Foucault, Archäologie des Wissens, Frankfurt a.M. 1973 (frz. 1969).
  6. Lediglich exemplarisch: das „Absperrband“, siehe die Bildstrecke im Zeit-Magazin, 18.11.2019, https://www.zeit.de/zeit-magazin/2019-11/absperrband-sicherheit-spielplatz-natur-autos-fs [30.07.2020].
  7. Neil MacGregor, Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten, München 2012 (engl. 2010).
  8. Manfred Sack, Alltagssachen. Eine Sammlung von allerlei notwendigen Gebrauchsgegenständen, Wien ²1992; Charles Panati, Universalgeschichte der ganz gewöhnlichen Dinge, Frankfurt a.M. 1994 (engl. 1987); Henry Petroski, Messer, Gabel, Reißverschluß. Die Evolution der Gebrauchsgegenstände, Basel 1994 (engl. 1992).
  9. Volker Wieprecht/Robert Skuppin, Das Lexikon der verschwundenen Dinge, Berlin 2009; Andrea Köhler (Hrsg.), Kleines Glossar des Verschwindens. Vom Autokino bis Zwischengas. Lauter Nachrufe, München 2003.
  10. Gert Selle, Siebensachen. Ein Buch über die Dinge, Frankfurt a.M. 1997.
  11. Vgl. neben zahlreichen Sammlerseiten u.a. die zahlreichen „Ding“-Eintragungen in Wikipedia. Zur Liste vgl. Umberto Eco, Die unendliche Liste, München 2009.
  12. Vgl. u.a. Andreas Reckwitz, Die Materialisierung der Kultur, in: Friederike Elias u.a. (Hrsg.), Praxeologie. Beiträge zur interdisziplinären Reichweite praxistheoretischer Ansätze in den Geistes- und Sozialwissenschaften, Berlin 2014, S. 13-25, hier S. 20; Dan Hicks, The Material-Cultural Turn. Event and Effect, in: ders./Mary C. Beaudry (Hrsg.), The Oxford Handbook of Material Culture Studies, Oxford 2010, S. 25-98.
  13. Stefanie Samida/Manfred K.H. Eggert/Hans Peter Hahn (Hrsg.), Handbuch Materielle Kultur: Bedeutungen, Konzepte, Disziplinen, Stuttgart 2014; Hicks/Beaudry (Hrsg.), The Oxford Handbook of Material Culture; Christopher Tilley u.a. (Hrsg.), Handbook of Material Culture, London 2006. Die Transdisziplinarität schlägt sich auch in für die akademische Ausbildung zusammengestellten Readern nieder. Vgl. Karen Harvey (Hrsg.), History and Material Culture. A Student’s Guide to Approaching Alternative Sources, London/New York 2009; Victor Buchli (Hrsg.), The Material Culture Reader, Oxford/New York 2002; Thomas J. Schlereth (Hrsg.), Material Culture. A Research Guide, Lawrence, Kansas 1985.
  14. Susan M. Pearce, Museums, Objects and Collections. A Cultural Study, Leicester/London 1992, S. 4f., S. 15-35. Für Dinge unter dem Blickwinkel ihrer potenziellen Tauschbarkeit wird der Begriff „commodities“ (Gebrauchsgüter, Konsumgüter, Artikel) genutzt; vgl. Arjun Appadurai, Introduction: Commodities and the Politics of Value, in: ders. (Hrsg.), The Social Life of Things. Commodities in Cultural Perspective, Cambridge, Mass. 2007, S. 3-63.
  15. Daniel Miller, Stuff, Cambridge 2010.
  16. Korff, Sieben Fragen, S. 35f.
  17. Hans Linde, Sachdominanz in Sozialstrukturen, Tübingen 1972, S. 12.
  18. Elfie Miklautz, Kristallisierter Sinn. Ein Beitrag zur soziologischen Theorie des Artefakts, München/Wien 1996, S. 11f.
  19. Mit Bezug auf die amerikanische Forschungslandschaft: Thomas J. Schlereth (Hrsg.), Cultural History and Material Culture. Everyday Life, Landscapes, Museums, Charlottesville/London 1990.
  20. Vgl. die verschiedenen Beiträge bei Samida/Eggert/Hahn (Hrsg.), Handbuch Materielle Kultur.
  21. Johann Gustav Droysen, Historik. Bd. 1: Rekonstruktion der ersten vollständigen Fassung der Vorlesungen (1857). Grundriß der Historik in der ersten handschriftlichen Fassung (1857/58) und in der letzten gedruckten Fassung (1882), Stuttgart-Bad Cannstadt 1977, zit. hier nach der Druckfassung von 1882, S. 426, § 21, S. 445, § 89; zit. in ebd., S. 427, § 25. Auf den bei Droysen sehr weiten Begriff der Überreste in Abgrenzung zum Quellenbegriff wird hier nicht näher eingegangen.
  22. Judy Attfield, Wild Things. The Material Culture of Everyday Life, Oxford/New York 2000.
  23. Ethische Richtlinien für Museen des International Coucil on Museums, online unter https://icom-deutschland.de/images/Publikationen_Buch/Publikation_5_Ethische_Richtlinien_dt_2010_komplett.pdf [30.07.2020].
  24. Hermann Lübbe, Der Fortschritt von Gestern. Über Musealisierung als Modernisierung, in: Ulrich Borsdorf/Heinrich-Theodor Grütter/Jörn Rüsen, Die Aneignung der Vergangenheit. Musealisierung und Geschichte, Bielefeld 2004, S. 13-38, online unter https://transcript.degruyter.com/view/book/9783839403211/10.14361/9783839403211-001.xml [30.07.2020]; Wolfgang Zacharias (Hrsg.), Zeitphänomen Musealisierung. Das Verschwinden der Gegenwart und die Konstruktion der Erinnerung, Essen 1990; Irmgard Zündorf, Vitrine oder Wühltisch? Zur Objektkultur der DDR-Geschichte im Museum, in: Martin Sabrow (Hrsg.), ZeitRäume. Potsdamer Almanach 2008, Göttingen 2009, S. 211-219; Andreas Ludwig, Representations of the Everyday and the Making of Memory: GDR History and Museums, in: David Clarke/Ute Wölfel (Hrsg.), Remembering the German Democratic Republic. Divided Memory in a United Germany, New York 2011, S. 37-53; Bernd Faulenbach/Franz-Josef Jelich (Hrsg.), Probleme der Musealisierung der doppelten deutschen Nachkriegsgeschichte, Essen 1993.
  25. Michael Fehr, Müllhalde oder Museum. Endstationen der Industriegesellschaft, in: ders./Stefan Grohé (Hrsg.), Geschichte – Bild – Museum. Zur Darstellung von Geschichte im Museum, Köln 1989, S. 182-196, online unter http://aesthetischepraxis.de/Texte2/Fehr_Muellhalde_oder_Museum_Endstationen.pdf [30.07.2020], mit Bezug auf Michael Thompson, Die Theorie des Abfalls. Über die Schaffung und Vernichtung von Werten, Stuttgart 1981.
  26. Detlef Hofmann, Spur. Vorstellung. Ausstellung, in: Rosmarie Beier (Hrsg.), Geschichtskultur in der Zweiten Moderne, Frankfurt a.M. 2000, S. 167-182; Martin R. Schärer, Die Ausstellung. Theorie und Exempel, München 2003; Heinrich Theodor Grütter, Die Präsentation der Vergangenheit. Zur Darstellung von Geschichte in historischen Museen und Ausstellungen, in: ders./Klaus Füßmann/Jörn Rüsen (Hrsg.), Historische Faszination. Geschichtskultur heute, Köln 1994, S. 173-187; Jana Scholze, Medium Ausstellung. Lektüren musealer Gestaltungen in Oxford, Leipzig, Amsterdam und Berlin, Bielefeld 2004; te Heesen/Lutz (Hrsg.), Dingwelten.
  27. Museum der Arbeit (Hrsg.), Europa im Zeitalter des Industrialismus. Zur „Geschichte von unten“ im europäischen Vergleich, Hamburg 1993; Volkhard Knigge/Ulrich Mählert (Hrsg.), Der Kommunismus im Museum. Formen der Auseinandersetzung in Deutschland und Ostmitteleuropa, Köln 2005; Dagmar Steffen (Hrsg. i.A. des Deutschen Werkbundes Hessen), Welche Dinge braucht der Mensch? Hintergründe, Folgen und Perspektiven der heutigen Alltagskultur. Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung, Gießen 1995; Bernhard Tschofen, Deponate und Deposite. Die Villa Freiland als unfreiwilliges Museum alltäglicher Dingwelten, in: Cornelia Meran (Hrsg.), an/sammlung an/denken. Ein Haus und seine Dinge im Dialog mit zeitgenössischer Kunst, Salzburg/Wien 2005, S. 27-33 (Ausstellungsbuch). Die Auswahl erfolgt unter Berücksichtigung möglichst unterschiedlicher Zugriffe.
  28. Aus einer Vielzahl von Möglichkeiten als subjektive Auswahl: Gewerbemuseum Basel/Museum für Gestaltung (Hrsg.), Keinen Franken wert. Für weniger als einen Franken, Ausstellungskatalog, 23.05. bis 16.08.1987, Basel 1987; Joachim Kallinich/Bastian Bretthauer (Hrsg.), Botschaft der Dinge, Heidelberg 2003 (Ausstellungskatalog Museum für Kommunikation Berlin).
  29. Vgl. u.a. Mathilde Jamin/Frank Kerner (Hrsg.), Die Gegenwart der Dinge. 100 Jahre Ruhrlandmuseum, Essen 2004.
  30. Klaus Beitl, Dinge als Zeichen, in: Konrad Köstlin/Hermann Bausinger (Hrsg.), Umgang mit Sachen. Zur Kulturgeschichte des Dinggebrauchs. 23. Deutscher Volkskunde-Kongreß in Regensburg vom 6.-11. Oktober 1981, Regensburg 1983, S. 291-301, hier S. 292, zit. n. Nina Hennig, Lebensgeschichte in Objekten. Biografien als museales Sammlungskonzept, Münster 2004, S. 47.
  31. Bill Brown, Thing Theory, in: Critical Inquiry 28 (2001), H. 1, S. 1-22; Richard Elliot, Towards a Material History Methodology, in: Susan M. Pearce (Hrsg.), Interpreting Objects and Collections, London/New York 1994, S. 109-124; Jules David Prown, Material/Culture. Can the Farmer and the Cowman Still Be Friends?, in: ders., Art as Evidence. Writings on Art and Material Culture, New Haven/London 2001, S. 235-242; Fleming E. McClung, Artifact Study: A proposed Model, in: Winterthur Portfolio 9 (1974), S. 153-173.
  32. Attfield, Wild Things, S. 3.
  33. Chris Gosden/Yvonne Marshall, The Cultural Biography of Objects, in: World Archaeolology 31 (1999), H. 2, S. 169-178; Igor Kopytoff, The Cultural Biography of Things: Commodization as Process, in: Appadurai (Hrsg.), Social Life, S. 64-91.
  34. Ulrike Langbein, Geerbte Dinge. Soziale Praxis und symbolische Bedeutung des Erbens, Köln 2002; ähnlich die Methode bei Daniel Miller, The Comfort of Things, Cambridge 2008.
  35. Marita Krauss, Kleine Welten. Alltagsfotografie – die Anschaulichkeit einer „privaten Praxis“, in: Gerhard Paul (Hrsg.), Visual History. Ein Studienbuch, Göttingen 2006, S. 57-75, zur Methode S. 62f. In mehreren Analyseschritten soll demnach eine „dichte Beschreibung“ erfolgen, von denen der erste Schritt als „realienkundlich“ bezeichnet wird und Angaben zu Material, Größe, Beschriftung und wenn möglich Datierung enthält. Es folgt die Beschreibung des Bildinhalts, der Intentionalität des Fotos und des Handlungszusammenhangs seiner Entstehung sowie eine erweiterte Funktionsanalyse etwa über den Aufbewahrungsmodus und Tradierungskontext. Fotografien werden als Inszenierungen eines Erzählzusammenhangs sowohl bei der Herstellung wie bei der Rezeption interpretiert und unter der mikrogeschichtlichen Lupe zur sozialhistorischen Quelle. Vgl. dazu auch Heike Talkenberger, Von der Illustration zur Interpretation. Das Bild als historische Quelle. Methodische Überlegungen zur Historischen Bildkunde, in: Zeitschrift für historische Forschung 21 (1994), H. 3, S. 289-313; zur Fotografie als Erinnerungsanlass vgl. Jutta Buchner, Technik und Erinnerung. Zur symbolischen Bedeutung von Technik in lebensgeschichtlichen Erinnerungsschilderungen, in: Rolf Wilhelm Brednich/Heinz Schmitt (Hrsg.), Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur, Münster 1997, S. 195-206.
  36. Werner Kogge/Gernot Grube (Hrsg.), Spur. Spurenlesen als Orientierungstechnik und Wissenskunst, Frankfurt a.M. 2007.
  37. Carlo Ginzburg, Spurensicherungen. Über verborgene Geschichte, Kunst und soziales Gedächtnis, Berlin 1983.
  38. Aleida Assmann, Die Sprache der Dinge. Der lange Blick und die wilde Semiose, in: Hans Ulrich Gumbrecht/Karl Ludwig Pfeiffer (Hrsg.), Materialität der Kommunikation, Frankfurt a.M. 1988, S. 237-251.
  39. Vgl. gelegentlich auch in neueren Einführungen in die Geschichtswissenschaft, etwa: Martin Lücke/Irmgard Zündorf, Einführung in die Public History, Göttingen 2018, S. 61-65; Peter Wolf, Dingliche Relikte, in: Michael Maurer (Hrsg.), Aufriß der Historischen Wissenschaften, Bd. IV: Quellen, Stuttgart 2002, S. 126-144. Überwiegend fehlt sie allerdings, vgl. u.a. Joachim Eibach/Günther Lottes (Hrsg.), Kompaß der Geschichtswissenschaft. Ein Handbuch, Göttingen 2002; Horst Möller/Udo Wengst (Hrsg.), Einführung in die Zeitgeschichte, München 2003. Lediglich einen Satz widmet Gabriele Metzler, Einführung in das Studium der Zeitgeschichte, Paderborn 2004, S. 55, der materiellen Kultur.
  40. Linde, Sachdominanz, S. 12
  41. Wolfgang Ruppert, Zur Geschichte der industriellen Massenkultur. Überlegungen zur Begründung eines Forschungsansatzes, in: ders. (Hrsg.), Chiffren des Alltags. Erkundungen zur Geschichte der industriellen Massenkultur, Marburg 1993, S.9-22; ders., Zur Kulturgeschichte der Alltagsdinge, in: ders. (Hrsg.), Fahrrad, Auto, Fernsehschrank. Zur Kulturgeschichte der Alltagsdinge, Frankfurt a.M. 1993, S. 14-36; ders., Plädoyer für den Begriff der industriellen Massenkultur, in: Hannes Siegrist/Hartmut Kaelble/Jürgen Kocka (Hrsg.), Europäische Konsumgeschichte. Zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des Konsums (18. bis 20. Jahrhundert), Frankfurt a.M 1997, S. 563-582.
  42. Ruppert, Kulturgeschichte, S. 27.
  43. Ruppert, Geschichte, S. 10.
  44. Giorgio Riello, Things that Shape History. Material Culture and Historical Narratives, in: Harvey (Hrsg.), History and Material Culture, S. 24-46; Cremer, Zum Stand der Materiellen Kulturforschung, S. 17.
  45. Vgl. u.a. Leora Auslander, Beyond Words, in: American Historical Review 110 (2005), S. 1015-1045.
  46. Alf Lüdtke/Sebastian Jobs, Unsettling History: Introduction, in: dies. (Hrsg.), Unsettling History. Archiving and Narrating in Historiography, Frankfurt a.M./New York 2010, S. 7-25, S. 14.
  47. Arlette Farge, Der Geschmack des Archivs. Mit einem Nachwort von Alf Lüdtke, Göttingen 2011 (frz.: 1989); John Styles, Objects of Emotion: The London Foundling Hospital Tokens, 1741-1760, in: Anne Gerritsen/Giorgio Riello (Hrsg.), Writing Material Culture History, London 2015, S. 165-171.
  48. Siehe z.B. Georg Simmel, Zur Psychologie der Mode. Soziologische Studie (1895), in: Heinz-Jürgen Dahme/Otthein Rammstedt (Hrsg. und Bearb.), Georg Simmel: Schriften zu Soziologie. Eine Auswahl, Frankfurt a.M. 21986, S. 131-139; Roland Barthes, Der neue Citroën, in: ders., Mythen des Alltags, Frankfurt a.M. ²1970 (frz. 1957), S. 76-78.
  49. Vgl. Sigfried Giedion, Die Herrschaft der Mechanisierung. Ein Beitrag zur anonymen Geschichte, hg. von Henning Ritter, Frankfurt a.M. 1982 (engl. 1948), zur strukturbestimmenden Rolle der industriellen Massenproduktion. Zur Einordnung als histoire totale vgl. Korff, Sieben Fragen, hier S. 32.
  50. Siehe dazu den Verhaltenskodex beim Umgang mit Messern bei Norbert Elias, Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. Erster Band: Wandlungen des Verhaltens in den weltlichen Oberschichten des Abendlandes, Frankfurt a.M. 31977 (1939), am Beispiel des Gebrauchs von Messer und Gabel, S. 65ff.
  51. Heinz-Gerhard Haupt/Claudius Torp (Hrsg.), Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990. Ein Handbuch, Frankfurt a.M. 2009; Siegrist/Kaelble/Kocka (Hrsg.), Europäische Konsumgeschichte.
  52. Reinhold Reith/Torsten Meyer (Hrsg.), „Luxus und Konsum“ – eine historische Annäherung, Münster 2003; grundlegend Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt a.M. 51992 (frz. 1979).
  53. Rainer Gries, Die Rationen-Gesellschaft. Versorgungskampf und Vergleichsmentalität: Leipzig, München und Köln nach dem Kriege, Münster 1991.
  54. André Steiner, Dissolution of the „Dictatorship over Needs“? Consumer Behavior and Economic Reform in East Germany in the 1960s, in: Susan Strasser/Charles McGovern/Mathias Judt (Hrsg.), Getting and Spending. European and American Consumer Societies in the Twentieth Century, Cambridge 1998, S. 167-185; Ina Merkel, Utopie und Bedürfnis. Die Geschichte der Konsumkultur in der DDR, Köln 1999; Annette Kaminsky, Wohlstand, Schönheit, Glück. Kleine Konsumgeschichte der DDR, München 2001; Michael Wildt, Am Beginn der „Konsumgesellschaft“. Mangelerfahrung, Lebenshaltung, Wohlstandshoffnung in Westdeutschland in den fünfziger Jahren, Hamburg 1994.
  55. David F. Crew, Consuming Germany in the Cold War: Consumption and National Identity in East and West Germany, 1949-1989, an Introduction, in: ders. (Hrsg.), Consuming Germany in the Cold War, Oxford/New York 2003, S. 1-19, online unter https://b-ok.cc/book/812253/1bf34f [30.07.2020]; Ingrid M. Schenk, Scarcity and Success: The East According to the West during the 1950s, in: Paul Betts/Greg Eghigian (Hrsg.), Pain and Prosperity. Reconsidering Twentieth-Century German History, Stanford 2003, S. 160-177; Stephan Merl, Sowjetisierung in der Welt des Konsums, in: Konrad Jarausch/Hannes Siegrist (Hrsg.), Amerikanisierung und Sowjetisierung in Deutschland 1945-1970, Frankfurt a.M./New York 1997, S. 167-194. Direkt auf die Dinge des Konsums geht Milena Veenis, Consumption in East Germany. The Seduction and Betrayal of Things, in: Journal of Material Culture 4 (1999), H. 1, S. 79-112, ein.
  56. Frank Trentmann, Herrschaft der Dinge. Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute, München 2017.
  57. Fernand Braudel, Civilisation matérielle, économie et capitalisme, XVe-XVIIIe siècle. 3 Bde., Paris 1979 (dt. 1985).
  58. Sonja Windmüller, Die Kehrseite der Dinge: Müll, Abfall, Wegwerfen als kulturwissenschaftliches Problem, Münster 2014; Christof Mauch, Deponierte Schätze. Archäologien des Mülls als Spiegel der Gesellschaft – Essay, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 49/50, 2018, online unter: https://www.bpb.de/apuz/281495/archaeologien-des-muells-als-spiegel-der-gesellschaft?p=all [30.07.2020].
  59. Reinhold Reith/Georg Stöger, Reparieren – oder die Lebensdauer der Gebrauchsgüter, in: Technikgeschichte 79 (2012), H. 3, S. 173-184; Heike Weber, Einleitung. „Entschaffen“. Reste und das Ausrangieren, Zerlegen und Beseitigen des Gemachten, in: Technikgeschichte 81 (2014), H. 1, S. 1-32, online unter https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0040-117X-2014-1-3/einleitung-entschaffen-reste-und-das-ausrangieren-zerlegen-und-beseitigen-des-gemachten-jahrgang-81-2014-heft-1?l=de [30.07.2020].
  60. Peter Borscheid/Clemens Wischermann (Hrsg.), Bilderwelt des Alltags. Werbung in der Konsumgesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1995; Konrad Dussel, Wundermittel Werbegeschichte? Werbung als Gegenstand der Geschichtswissenschaft, in: Neue Politische Literatur 42 (1997), S. 416-430. Bezogen auf die deutschen Werbe-Teilgesellschaften: Gerhard Paul, Das HB-Männchen – Werbefigur des Wirtschaftswunders, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 4 (2007), H. 1-2, https://zeithistorische-forschungen.de/1-2-2007/4633, Druckausgabe: S. 84-115; Simone Tippach-Schneider, Messemännchen und Minol-Pirol. Werbung in der DDR, Berlin 1999.
  61. Rainer Gries, Produkte als Medien. Kulturgeschichte der Produktkommunikation in der Bundesrepublik und in der DDR, Leipzig 2003.
  62. Katherine Pence, Schaufenster des sozialistischen Konsums. Texte der ostdeutschen „consumer culture“, in: Alf Lüdtke/Peter Becker (Hrsg.), Akten. Eingaben. Schaufenster. Die DDR und ihre Texte. Erkundungen zu Herrschaft und Alltag, Berlin 1997, S. 91-118.
  63. Grundlegend: John A. Walker, Designgeschichte. Perspektiven einer wissenschaftlichen Disziplin, München 1992. Zu Gebrauch und Aneignung: Gert Selle, Design-Geschichte in Deutschland. Produktkultur als Entwurf und Erfahrung, Köln 1987. Vgl. neben vielen anderen, oft auch populärwissenschaftlichen Publikationen, zur Stilgeschichte: Sonja Günther, Die fünfziger Jahre. Innenarchitektur und Wohndesign, Stuttgart 1994.
  64. Katharina Pfützner, Designing for Socialist Need. Industrial Design Practice in the German Democratic Republic, Abingdon 2018; Heinz Hirdina, Gestalten für die Serie. Design in der DDR 1949-1985, Dresden 1988; Regine Halter u.a. (Hrsg.), Vom Bauhaus bis Bitterfeld. 41 Jahre DDR-Design, Gießen 1991; zur Musealisierung des DDR-Designs vgl. Sammlung Industrielle Gestaltung (Hrsg.), Sammlung Industrielle Gestaltung. Einblicke, Ausblicke, Berlin 1991.
  65. Susan E. Reid/David Crowley (Hrsg.), Style and Socialism. Modernity and Material Culture in Post-War Eastern Europe, Oxford/New York 2000.
  66. Sabine Weißler (Hrsg.), Design in Deutschland. Ästhetik und Organisation des Deutschen Werkbundes im „Dritten Reich“, Gießen 1990.
  67. Etwa durch den Council of Industrial Design in Großbritannien und den Rat für Formgebung in der Bundesrepublik. Zur Designpolitik vgl. Nikolaus Pevsner u.a., Geheimreport Deutsches Design. Deutsche Konsumgüter im Visier des britischen Council of Industrial Design (1946). Englischer Originaltext mit einer Einleitung herausgegeben von Anne Sudrow, Göttingen 2012.
  68. Siehe z.B. Thomas Samboll, Archäologie der Moderne. Frischer Wind für alte Wissenschaft, in: Deutschlandfunk, 22.05.2018, online unter https://www.deutschlandfunk.de/archaeologie-der-moderne-frischer-wind-fuer-alte.680.de.html?dram:article_id=418462 [30.07.2020]; Reinhard Bernbeck, Materielle Spuren des nationalsozialistischen Terrors. Zu einer Archäologie der Zeitgeschichte, Bielefeld 2017. Vgl. allgemein zur Entwicklung und den Themenfeldern der Gegenwartsarchäologie das seit 2014 erscheinende „Journal of Contemporary Archaeology“.
  69. Nicolas Offenstadt, Le pays disparu. Sur les traces de la RDA, Paris 2018.
  70. Köstlin/Bausinger (Hrsg.), Umgang mit Sachen; Karl Braun/Claus-Marco Dieterich/Angela Treiber (Hrsg.), Materialisierung von Kultur. Diskurse Dinge Praktiken (39. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde), Würzburg 2015.
  71. König (Hrsg.), Alltagsdinge; dies., Auf dem Rücken der Dinge. Materielle Kultur und Kulturwissenschaft, in: Kaspar Maase/Bernd Jürgen Warneken (Hrsg.), Unterwelten der Kultur. Themen und Theorien volkskundlicher Kulturwissenschaft, Köln 2003, S. 95-118; Hermann Heidrich, Von der Ästhetik zur Kontextualität: Sachkulturforschung, in: Silke Göttsch/Albrecht Lehmann (Hrsg.), Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie, Berlin 2001, S. 33-55; Utz Jeggle, Vom Umgang mit Sachen, in: Köstlin/Bausinger (Hrsg.), Umgang, S. 11-25.
  72. Hans Peter Hahn, Materielle Kultur. Eine Einführung, Berlin ²2014; Stefan Beck, Die Bedeutung der Materialität der Alltagsdinge, in: Brednich/Schmitt (Hrsg.), Symbole, S. 175-185.
  73. Die Zeitschrift „Journal of Material Culture“ zeigt diese Breite eindrucksvoll. Bereits im ersten Jahrgang 1996 finden sich Beiträge zwischen Neolithikum und Gegenwart, zwischen London, Japan und den Anden. Zur weiteren Entwicklung vgl. Haidy Geismar/Susanne Küchler/Timothy Carroll, Twenty Years On, in: Journal of Material Culture 21 (2016), H. 1, S. 3-7.
  74. Anke Ortlepp/Christoph Ribbat (Hrsg.), Mit den Dingen leben. Zur Geschichte der Alltagsgegenstände, Stuttgart 2010; Tilley (Hrsg.), Handbook. Vgl. insbesondere die Erläuterungen zum amerikanischen wissenschaftlichen Hintergrund in der Einleitung zu diesem Band.
  75. Attfield, Wild Things; Appadurai (Hrsg.), Social Life; Victor Buchli, An Archaeology of Socialism, Oxford/New York 1999; Mihaly Csikszentmihalyi/Eugene Rochberg-Halton (Hrsg.), Der Sinn der Dinge. Das Selbst und die Symbole des Wohnbereichs, München 1989.
  76. Miller, Comfort; ders. (Hrsg.), Home Possessions. Material Culture behind Closed Doors, Oxford 2001, online unter https://is.muni.cz/el/1423/jaro2016/SAN107/um/MILLER_Home_Possessions.pdf [30.07.2020].
  77. So basiert der Eintrag „Material Culture Studies“ im „Handbuch materielle Kultur“ auf einer Ergänzung des Einleitungstextes zur Gründung der Zeitschrift „Journal of Material Culture“ durch deren Herausgeber*innen, vgl. Haidy Geismar u.a., Material Culture Studies, in: Samida/Eggert/Hahn (Hrsg.), Handbuch Materielle Kultur, S. 309-315.
  78. Annette Spellerberg, Soziale Differenzierung durch Lebensstile. Eine empirische Untersuchung zur Lebensqualität in West- und Ostdeutschland, Berlin 1996; Ulfert Herlyn/Bernd Hunger (Hrsg.), Ostdeutsche Wohnmilieus im Wandel, Basel 1994. Sehr anschaulich: Susanne Hopf/Natalja Meier, Plattenbau privat. 60 Interieurs, Berlin 2004.
  79. Ingo Mörth/Gerhard Fröhlich, Das symbolische Kapital der Lebensstile. Zur Kultursoziologie der Moderne nach Pierre Bourdieu, Frankfurt a.M. 1994.
  80. Ursula A. J. Becher, Geschichte des modernen Lebensstils. Essen – Wohnen – Freizeit – Reisen, München 1990; Arne Andersen, Der Traum vom guten Leben. Alltags- und Konsumgeschichte vom Wirtschaftswunder bis heute, Frankfurt a.M./New York 1997; Sabine Thomas-Ziegler/Heike Brümmer, Petticoat und Nierentisch. Die Jugendzeit der Republik (Ausstellungskatalog Rheinisches Freilichtmuseum und Landesmuseum für Volkskunde Kommern), Köln/Bonn 1995; Angela Delille/Andrea Grohn, Perlonzeit. Wie die Frauen das Wirtschaftswunder erlebten, Berlin 1985; Konrad Köstlin, Brezelhalter und andere Messingdrahtwaren. Accessoires des Wohnens und Signale der Geselligkeit, in: Partykultur? Fragen an die Fünfziger, Tübingen 1991, S. 180-184; Axel Schildt/Detlef Siegfried/Karl Christian Lammers (Hrsg.), Dynamische Zeiten. Die 60er Jahre in beiden deutschen Gesellschaften, Hamburg 22003; Wolfgang Ruppert (Hrsg.), Um 1968. Die Repräsentation der Dinge, Marburg 1998.
  81. Vgl. aus den zahlreichen Publikationen zur „sozialistischen Lebensweise“ z.B. Klaus Boje, Probleme städtischer Lebensweise im Sozialismus, Berlin (DDR) 1974. An die Soziologie angelehnte Analysen entstanden im Rahmen einer Konsumforschung und durch zahlreiche kulturwissenschaftliche Analysen spezifischer Lebensbereiche, etwa der Freizeit und des Wohnens.
  82. Katherine Pence/Paul Betts (Hrsg.), Socialist Modern. East German Everyday Culture and Politics, Ann Arbor 2008.
  83. Bruno Latour, Der Berliner Schlüssel, in: Der Berliner Schlüssel. Erkundungen eines Liebhabers der Wissenschaften, Berlin 1996, S. 37-51.
  84. Simone Derix/Benno Gammerl/Christiane Reinecke/Nina Verheyen (Hrsg.), Der Wert der Dinge, Zeithistorische Forschungen 13 (2016), H. 3, https://zeithistorische-forschungen.de/3-2016/5389; Marian Füssel/Rebekka Habermas (Hrsg.), Thema: Die Materialität der Geschichte, Historische Anthropologie 23 (2015), H. 3; Tony Bennett/Patrick Joyce (Hrsg.), Material Powers. Cultural Studies, History, and the Material Turn, London 2010.
  85. Simone Derix/Benno Gammerl/Christiane Reinecke/Nina Verheyen, Der Wert der Dinge. Zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Materialitäten, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 13 (2016), H. 3, https://zeithistorische-forschungen.de/3-2016/5389, S. 387-403, hier S. 389.
  86. Zur Kritik vgl. Martin Knoll: Nil sub sole novum oder neue Bodenhaftung? Der material turn und die Geschichtswissenschaft, in: Neue Politische Literatur 59 (2014), H. 2, S. 191-207.
  87. Andrea von Hülsen-Esch, Materie – Material – Materialität. Disziplinäre Annäherungen, Düsseldorf 2016; Herbert Kalthoff/Torsten Cress/Tobias Röhl (Hrsg.), Materialität. Herausforderungen für die Sozial- und Kulturwissenschaften, Paderborn 2016.
  88. Prasad Boradkar, Agency and Counteragency of Materials: A Story of Copper, in: ders., Leslie Atzmon (Hrsg.), Encountering Things. Design and Theories of Things, London u.a. 2017, S. 191-201.
  89. Ann-Sophie Lehmann, Objektstunden. Vom Materialwissen zur Materialbildung, in: Kalthoff/Kress/Röhl (Hrsg.), Materialität, S. 171-193. Siehe z.B. das Material-Archiv, ein Bildungsnetzwerk in der Schweiz für Lehre, Forschung und Praxis, https://materialarchiv.ch/ [30.07.2020].
  90. Adrienne D. Hood, Material Culture: the Object, in: Sarah Barber/Corinna M. Peniston-Bird (Hrsg.), History Beyond the Text. A Student´s Guide to Approaching Alternative Sources, London /New York 2009, S. 176-198.
  91. Wüstenrot Stiftung (Hrsg.), Geschichte des Wohnens, 5 Bde., Stuttgart 1996-1999, darin bes. Thomas Topfstedt, Wohnen und Städtebau in der DDR, in: Ingeborg Flagge (Hrsg.), Geschichte des Wohnens, Band 5: 1945 - heute. Aufbau, Neubau, Umbau, Stuttgart 1999, S. 419-562; Michael Andritzky, Balance zwischen Heim und Welt. Wohnweisen und Lebensstile von 1945 bis heute, in: ebd., S. 615-686.
  92. Gert Selle/Jutta Boehe, Leben mit den schönen Dingen. Anpassung und Eigensinn im Alltag des Wohnens, Reinbek 1986.
  93. Bettina Günter, Blumenbank und Sammeltassen. Wohnalltag im Wirtschaftswunder zwischen Sparsamkeit und ungeahnten Konsummöglichkeiten, Berlin 2002.
  94. Cortina Gentner, WohnWenden. Wohn- und Wendegeschichten aus Brandenburg, Münster 2007.
  95. Marion Godau, Die Innenraumgestaltung in der DDR, in: Kerstin Dörhöfer (Hrsg.), Wohnkultur und Plattenbau. Beispiele aus Berlin und Budapest, Berlin 1994, S. 105-119; Manfred Sack/Herlinde Koelbl, Das deutsche Wohnzimmer, München 1980; Andreas Ludwig, „Hunderte von Varianten“. Das Möbelprogramm Deutsche Werkstätten (MDW) in der DDR, in: Zeithistorische Forschungen /Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 3 (2006), H. 3, https://zeithistorische-forschungen.de/3-2006/4592, Druckausgabe: S. 449-459.
  96. Ingo Braun, Stoff, Wechsel, Technik. Zur Soziologie und Ökologie der Waschmaschinen, Berlin 1988; Gisela Dörr, Neue Haushaltstechnik – alte Arbeitsteilung. Die Rationalisierung der Haushaltsproduktion, in: Brigitte Aulenbacher/Tilla Siegel (Hrsg.), Diese Welt wird völlig anders sein. Denkmuster der Rationalisierung, Pfaffenweiler 1995, S. 157-171; Karin Hausen, Die große Wäsche. Technischer Fortschritt und sozialer Wandel in Deutschland vom 18. bis ins 20. Jahrhundert, in: Geschichte und Gesellschaft 13 (1987), S. 273-303; Elizabeth Shove/Dale Southerton, Defrosting the Freezer: From Novelty to Convenience: A Narrative of Normalization, in: Journal of Material Culture 5 (2000), H. 3, S. 301-319; Hans-Christian Täubrich/Jutta Tschoeke (Hrsg.), Unter Null. Kunsteis, Kälte und Kultur (Ausstellungskatalog), München 1991.
  97. Pat Kirkham (Hrsg.), The Gendered Object, Manchester/New York 1996; Gabriele Mentges/Ruth-Elisabeth Mohrmann/Cornelia Foerster (Hrsg.), Geschlecht und materielle Kultur. Frauen-Sachen, Männer-Sachen, Sach-Kulturen, Münster 2000; als Thema der Technikgeschichte vgl. das Themenheft: Die Technisierung des täglichen Lebens, Technikgeschichte 65 (1998), H. 4; am Einzelobjekt: Gudrun Silberzahn-Jandt, Wasch-Maschine. Zum Wandel von Frauenarbeit im Haushalt, Marburg 1991.
  98. Greg Castillo, Cold War on the Home Front. The Soft Power of Midcentury Design, Minneapolis 2010; Ruth Oldenziel/Karin Zachmann (Hrsg.), Cold War Kitchen. Americanization, Technology, and European Users, Cambridge, Mass. 2009; Alf Lüdtke/Inge Marßolek/Adelheid von Saldern (Hrsg.), Amerikanisierung. Traum und Alptraum im Deutschland des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1996.
  99. Karin Zachmann, A Socialist Consumption Junction. Debating the Mechanization of Housework in East Germany 1956-1957; in: Technology and Culture 43 (2002), H. 1, S. 73-99.
  100. Friedrich Kittler, Grammophon, Film, Typewriter, Berlin 1986. Siehe aber auch: Stefan Gauß, Nadel, Rille, Trichter. Kulturgeschichte des Phonographen und des Grammophons in Deutschland (1900-1940), Köln 2009; Michael Brian Schiffer, Pathways to the Present. In Search of Shirt-Pocket Radios with Subminiature Tubes, in: W. David Kingery (Hrsg.), Learning from Things. Method and Theory of Material Culture Studies, Washington D.C. 1996, S. 81-88; Chup Friemert, Radiowelten. Objektgeschichte und Hörformen, in: Ruppert (Hrsg.), Chiffren, S. 61-104; Knut Hickethier, Der Fernseher. Zwischen Teilhabe und Medienkonsum, in: Ruppert (Hrsg.), Fahrrad, S. 162-187; Lynn Spigel, Der suburbane Hausfreund: Fernsehen und das Nachbarschaftsideal im Nachkriegsamerika, in: Ortlepp/Ribbat (Hrsg.), Mit den Dingen leben, S. 187-217; Henry Petroski, Der Bleistift. Geschichte eines Gebrauchsgegenstandes, Basel 1995 (engl. 1989).
  101. James Sumner, „Today, Computers Should Interest Everybody“. The Meanings of Microcomputers, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 9 (2012), H. 2, https://zeithistorische-forschungen.de/2-2012/4725, Druckausgabe: S. 307-315.
  102. Zum Beispiel Philipp Dorestal, Dressing the Black Body. Mode, Hairstyle und Schwarzsein in den USA – von den 1970er-Jahren bis zu Barack Obama, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 14 (2017), H. 2, https://zeithistorische-forschungen.de/2-2017/5492, Druckausgabe: S. 311-336; Sabine Weißler, Die Frau Die Mode Der Körper. Beweglichkeit und Bewegung, in: Ruppert (Hrsg.), 1968, S. 125-136; Kitty Hauser, Eine Hose vor Gericht: Das FBI und die Geschichte einer Blue Jeans, in: Ortlepp/Ribbat (Hrsg.), Mit den Dingen leben, S. 241-258; Rebecca Menzel, Jeans in der DDR. Vom tieferen Sinn einer Freizeithose, Berlin 2004.
  103. Kaori O’Connor, Anthropology, Archaeology, History and the Material Culture of Lycra®, in: Gerritsen/Riello, S. 73-91; Cordula Günther, „Präsent 20“. Der Stoff, aus dem die Träume sind, in: Universitas 51 (1996), H. 2, S. 116-126; Eva Rommerskirchen (Hrsg.), Künstliche Versuchung. Nylon-Perlon-Dederon (Ausstellungskatalog Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland), Köln 1999; Stefan Paul, 1959: Die Geburt des „Dederon“ aus dem Geiste des Kapitalismus, in: Monika Gibas/Rainer Gries/Barbara Jakoby/Doris Müller (Hrsg.), Wiedergeburten. Zur Geschichte der runden Jahrestage der DDR, Leipzig 1999, S. 91-95.
  104. Judd Stitziel, Fashioning Socialism. Clothing, Politics and Consumer Culture in East Germany, Oxford/New York 2005; Karianne S. Fogelberg, Updating the Look of Socialism – Dressing Workers and Consumers in East Germany (1957-1977), Masterarbeit, Victoria & Albert Museum/Royal College of Art 2002; Susanne Bartsch, Die Farben der DDR. Mode und Farben in einem ideologischen System, Ms. Masterarbeit, Udk Berlin 2009.
  105. Anne Sudrow, Der Schuh im Nationalsozialismus. Eine Produktgeschichte im deutsch-britisch-amerikanischen Vergleich, Göttingen 2010.
  106. Tom Fecht/Sabine Weißler (Hrsg.), Plastikwelten, Berlin 1985; Eli Rubin, Synthetic Socialism. Plastics and Dictatorship in the German Democratic Republic, Chapel Hill 2008; Katja Böhme/Andreas Ludwig (Hrsg.), Alles aus Plaste. Versprechen und Gebrauch in der DDR, Köln 2012; Raymond G. Stokes, Plastics in the New Society: The German Democratic Republic in the 1950s and 1960s, in: David Crowley/Susan E. Reid (Hrsg.), Style and Socialism: Modernity and Material Culture in Post-War Eastern Europe, Oxford 2000, S. 65-80; als dinggeschichtliche Einzeluntersuchung siehe Larsz Kynstler, Eimer, Polyäthylen. Ein Massenbedarfsartikel aus Kunststoff, in: Wolfgang Ruppert (Hrsg.), Made in DDR, Berlin 1993 (= Arbeitshefte zur Geschichte der industriellen Massenkultur), S. 15-18; Martina Blaschka, Tupperware als Lebensform. Die Schüssel, die Party, die Beraterin. Eine empirische Studie, Tübingen 1998; Alison J. Clarke, Tupperware: Vorstadt, Gesellschaft und Massenkonsum, in: Ortlepp/Ribbat (Hrsg.), Mit den Dingen leben, S. 155-186; aus designgeschichtlicher Perspektive Peter Zec (Hrsg.), LebensForm. Tupperware – Die Kultivierung des Gebrauchs, Essen 1997.
  107. Peter Lummel/Alexandra Deak (Hrsg.), Einkaufen! Eine Geschichte des täglichen Bedarfs (Ausstellungskatalog), Berlin 2005.
  108. Vgl. beispielsweise Dafna Hirsch/Ofra Tene, Hummus: The Making of an Israeli Culinary Cult, in: Journal of Consumer Culture 12 (2013), H. 1, S. 25-45; Birgit Pelzer/Reinhold Reith, Margarine. Die Karriere der Kunstbutter, Berlin 2001; Uwe Spiekermann, Künstliche Kost. Ernährung in Deutschland, 1840 bis heute, Göttingen 2018. Zur Übersicht, jedoch ohne Beiträge zur Materialität, vgl. Ken Albala, Routledge International Handbook of Food Studies, London/New York 2013; Jean-Pierre Poulin (Hrsg.), Dictionnaire des cultures alimentaires, Paris 2012.
  109. Zum Lebensweise-Konzept vgl. Dietrich Mühlberg, Überlegungen zu einer Kulturgeschichte der DDR, in: Hartmut Kaelble/Jügen Kocka /Hartmut Zwahr (Hrsg.), Sozialgeschichte der DDR, Stuttgart 1994, S. 62-94.
  110. Zur DDR vgl. Peter Hübner, „Revolution in der Schrankwand?“ Die Objektkultur des DDR-Alltags und ihre Musealisierung in der Perspektive sozialhistorischer Forschung, in: Gerd Kuhn/Andreas Ludwig (Hrsg.), Alltag und soziales Gedächtnis. Die DDR-Objektkultur und ihre Musealisierung, Hamburg 1997, S. 152-169.
  111. Vgl. Gibas/Gries/Jakoby/Müller (Hrsg.), Wiedergeburten; Jürgen Nagel, Parole Zukunft. Eine fotografische Spurensicherung, Berlin 1992.
  112. Andreas Ludwig (Hrsg.), Zeitgeschichte der Dinge. Spurensuchen in der materiellen Kultur der DDR, Wien/Köln/Weimar 2019.