Materielle Kultur

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Haushaltswarenabteilung im Kaufhaus Stendal, DDR, undatiert. Foto: ©Archiv Zentralkonsum eG, Berlin.
Haushaltswarenabteilung im Kaufhaus Stendal, DDR, undatiert. Foto: ©Archiv Zentralkonsum eG, Berlin.
Materielle Kultur

Menschen in post-industriellen Gesellschaften der Gegenwart verfügen in ihrem persönlichen Umfeld über durchschnittlich 10.000 Dinge, in einer westafrikanischen Stammesgesellschaft sind es dagegen 150.[1] Der Mensch lebt also, gesellschafts- und zeitgebunden, mit physisch präsenten Objekten innerhalb einer ihn umgebenden materiellen Kultur,[2] die Handeln und Wahrnehmungen, Möglichkeiten und Zwänge, Erinnerung und Zukunftsoptionen beinhaltet. Dies gilt sowohl für das Individuum wie auch für die verschiedenen sozialen Zusammenhänge, denen es angehört. Dennoch sind die Dinge meist ”unauffällige Begleiter”, sie werden nur punktuell wahrgenommen, selten intensiv, eher anlassbezogen als systematisch. Zum Beispiel waren im Dezember 2010 in den Abendnachrichten des Fernsehens Abgeordnete des Bundestags zu beobachten, wie sie den neuen iPad eines Kollegen bewunderten. Während der Nachrichtensprecher über den Inhalt der parlamentarischen Debatte informierte, zeigten die Bilder eine schnell wechselnde Rudelbildung von Männern und Frauen, deren Interesse allein auf ein „Ding” gerichtet war.

Mit und an den Dingen spielt sich also Technik- und Kommunikationsgeschichte ab, ohne dass dies bislang in großem Maß Gegenstand historiografischen Interesses geworden wäre. Vielfach wird auf Dinge Bezug genommen, ohne diese selbst zu analysieren, sie werden gleichsam als vorhanden vorausgesetzt. Dinge nehmen in der Hierarchie der Quellen nur einen untergeordneten Platz ein und werden meist erst dann wichtig, wenn schriftliche Quellen fehlen. Ihre Untersuchung ist deshalb oft in die Nachbarwissenschaften ausgelagert, wo das „Machen der Dinge” (Technikgeschichte, Designgeschichte), der „Erwerb der Dinge” (Konsumgeschichte) und die „Bedeutung der Dinge” (Empirische Kulturwissenschaften, Soziologie, Material Culture Studies) verhandelt werden.

Im folgenden Beitrag werden zunächst grundlegende Definitionen problematisiert, um dann auf die Quellenbestände und die Methodologie der Dinganalyse einzugehen. Nach einem Überblick über die interdisziplinäre Forschung und der Herausarbeitung zentraler Forschungsfelder wird am Beispiel der DDR der Vorschlag gemacht, die Erforschung der materiellen Kultur innerhalb der Zeitgeschichte anhand von drei Problemhorizonten zu stärken: die Berücksichtigung der biografischen Dimension für eine erweiterte Alltagsgeschichte, die Bedeutung der lebensweltlichen Dimension der materiellen Kultur für sozialgeschichtliche Fragestellungen und schließlich die Untersuchung von systemspezifischen Produktkulturen im Hinblick auf Machtbeziehungen zwischen Individuen und politischen Systemen und damit Herrschaftsstrukturen.

Definitionen: Ding, Sache, Objekt, Artefakt

Einleitend ist der Oberbegriff „Ding” benutzt worden, um die einzelnen Gegenstände der materiellen Kultur zu bezeichnen. Er steht allerdings in Konkurrenz zu anderen Begriffen wie „Sache”, „Objekt” oder „Artefakt”. Einigkeit besteht darüber, dass es sich bei der Erforschung der Materiellen Kultur um Gegenstände handelt, die vom Menschen selbst hergestellt oder modifiziert sind. Darüber hinausgehend werden unterschiedliche begriffliche Differenzierungen vorgeschlagen. Susan Pearce definiert Dinge zunächst als alle physischen Erscheinungsformen (lumps, eigentlich Brocken oder Klumpen), um ihre Materialität, Dreidimensionalität und physische Präsenz hervorzuheben. Was sie zu Objekten macht, ist die kulturelle Bedeutung, die wir ihnen beimessen. Damit lassen sich Objekte der Natur, die nicht weiter bearbeitet, benutzt oder kulturell und sozial eingeordnet werden, ausscheiden.

Der Begriff Materielle Kultur bezeichnet dabei die Summe aller kulturell besetzten Einzelobjekte. Das Englische, in dem die meisten Untersuchungen zur Dingwelt erschienen sind, kennt die Begriffe „thing” (als allgemeinsten Oberbegriff), „object” (ein eher schillernder Begriff, der u.a. auch Subjekt mitdenken lässt), „artifact” (bei dem die Betonung auf der Herstellung, dem Produktionsvorgang liegt) und „goods” (den Konsum und allgemeine ökonomische Dimensionen hervorhebend).[3] Im deutschen Sprachgebrauch ist die Definition der Dinge ähnlich vielfältig. Gottfried Korff schlägt vor, den Begriff „Sachen” auf den Gebrauchswert und „Dinge” auf den symbolischen Mehrwert von Gegenständen zu beziehen, während er den Begriff des „Objekts” als psychologisch besetzt ansieht.[4] Ein anderer Vorschlag unterscheidet „Sachen”, als Objekte menschlicher Arbeit, von „Dingen”, die naturgegeben sind.[5] Ebenfalls geläufig ist die konsequente Benutzung des Begriffs „Artefakt” für Dinge, die intentional und durch menschliche Arbeit hergestellt sind. Auch im Museumsdiskurs wird meist von Artefakten oder von Objekten („Ausstellungsobjekte”) gesprochen.[6] Gemeinsam ist allen Bezeichnungen, dass sie sich auf bewegliche Güter beziehen und damit die gebaute Umwelt weitgehend aus der materiellen Kultur ausschließen. Insgesamt gesehen wäre es also kaum adäquat, konsequent nur einen dieser Begriffe zu nutzen, denn ihre Bedeutung liegt neben definitorischen Fragen immer auch im Argumentationszusammenhang. Im Folgenden wird im Wesentlichen von „Dingen” immer dann gesprochen, wenn es um ihr reines Vorhandensein, ihren Gebrauchswert oder den historischen Nutzungskontext geht, von „Objekten” aber in Zusammenhang mit ihrer kulturellen Codierung und historischen Interpretation.

Die einleitend beschriebene Beobachtung aus dem Deutschen Bundestag verweist darauf, dass mit den Dingen Handlungen verknüpft sind: Sie fungieren als Symbole in der sozialen Welt, sie sind Verkörperungen des Prestiges und der Distinktion, sie eröffnen neue Handlungsmöglichkeiten, erfordern Anpassungsleistungen und dimensionieren damit insgesamt Alltagsroutinen. Den Dingen selbst sind diese Nutzungsroutinen eingeschrieben, aber sie können auch im Gebrauch umcodiert werden. Sowohl die eingeschriebenen als auch die sich historisch verändernden Bedeutungen müssen während des Forschungsprozesses „lesbar” gemacht werden. Dinge sind historiografische Quellen eigenen Gewichts, die zum einen in Kombination mit anderen Quellen die Komplexität historischer Analyse erhöhen können, andererseits aber auch die forschende Aufmerksamkeit auf Bereiche lenken, die in anderen Quellen nicht beachtet werden.

Quellenbestände

Bis in das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts gehörte die Materielle Kultur zum selbstverständlichen Quellenbestand der Geschichtswissenschaft. In Abgrenzung zu den intentionalen „Quellen” hat Johann Gustav Droysen für das unmittelbar Vorhandene den Begriff der „Überreste” geprägt und deren Bedeutung für die Forschung hervorgehoben. Seine Beschreibung ihrer Besonderheit ist auch für die aktuelle Forschungsdebatte konstitutiv: „Die Quellen, auch die vorzüglichsten, geben ihm [dem Forscher/A.L.] sozusagen nur polarisiertes Licht. Völlig sicher, bis ins kleine und kleinste, geht er bei den Überresten; je schärfer er sie ergründet, desto ergiebiger werden sie ihm; aber sie sind wie zufällige und zerstreute Fragmente.”[7] Die Ausdifferenzierung der historischen und (im weitesten Sinne) kulturwissenschaftlichen Disziplinen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und die Durchsetzung politikgeschichtlicher Ansätze in der Geschichtswissenschaft führte jedoch dazu, dass diese sich lange Zeit überwiegend auf schriftliche „Quellen” stützte, während die „Überreste” insbesondere in der Archäologie und der Volkskunde ihr wissenschaftliches Interesse fanden.

Quellen der Materiellen Kultur, die für die Zeitgeschichte relevant sein können, lassen sich fast überall finden und als „Spur” identifizieren, als Dinge der Stadt, in Haushalten, selbst im Müll. Sie sind, um den droysenschen Begriff aufzugreifen, „Überreste”, also nicht mit der Intention eines Überlieferungswillens produzierte Gegenstände, oder aber – um eine aktuelle Bezeichnung von Judy Attfields aufzugreifen – „wild things”, deren Bedeutungen multipel sind.[8] Von ihnen unterscheiden sich bewusst angelegte Repositorien wie private und wissenschaftliche Sammlungen, archäologisch-denkmalpflegerische Ensembles, vor allem aber Museen. Sie sind als „Sachzeugenarchive” diejenigen Institutionen, die die materielle Kultur sammeln, erhalten, erforschen und darstellen, und damit neben Archiven und Bibliotheken institutionelle Gedächtnisträger.[9] Ihre Gründung, Sammlungspraxis und gesellschaftliche Selbstverortung machen Museen zu – eigens zu untersuchenden – Orten des öffentlichen, kulturellen wie sozialen Gedächtnisses, gerade auch im Bereich der Zeitgeschichte.[10] Ihre Sammlungen sind Ergebnisse eines Musealisierungsvorganges, der die „Überreste” zu „Quellen” macht.

Trotz der so vielfältigen Perspektiven auf die materielle Kultur, zu einzelnen Objekten und ihren Situations- und Nutzungskontexten, findet ihre Präsentation und Reflexion noch meist in einzelnen Ausstellungen und ihren Begleitkatalogen statt. In diesen spiegeln sich theoretische Zugriffe der Semiotik, der Ästhetik, der Technik- und Wissenschaftsgeschichte und anderen Fachdisziplinen ebenso wie die mediale Form der Ausstellung als Präsentationsort von Inhalten im Raum[11] oder aber der Musealisierungsvorgang[12], der anhand von konkreten Dingen reflektiert wird.[13] Da Ausstellungen als Präsentationsform konkrete Ausdeutungen der Materiellen Kultur nur exemplarisch vornehmen können, kommt der schriftlichen Form in der Beschreibung der Materiellen Kultur eine besondere Bedeutung zu. Aktuell scheint sich als adäquate Form die „object story” durchzusetzen, das mehrfache Ausdeuten polyvalenter Objekte und ihrer Kontexte auf Grundlage des Spurenlesens.[14]

Methodologie der Dinganalyse

Dinganalyse als Methodologie ist ein multidisziplinärer Ansatz zur Beschreibung der materiellen Kultur in mehreren Schichten, die ihren Ausgangspunkt in der Grundannahme sieht, dass die Dinge nicht aus sich selbst „sprechen” und einen polyvalenten Charakter haben, der je nach dem zu untersuchenden Thema eine andere Kontext- und Bedeutungsebene hervorhebt. Die reine Objektanalyse, Gegenstand der musealen Arbeit, verzeichnet dokumentarisch Materialität, Herstellung, Gestaltung und Gebrauch sowie durch die Provenienz den Musealisierungsvorgang selbst. Sie versucht auf diesem Wege, ein Datengerüst für weitere Forschungen bereitzustellen. Nach einer Formulierung von Klaus Beitl gleicht die museale Forschung am Objekt einem Rück-Ordnen des musealisierten Objekts in seinen ursprünglichen Kontext, der in mehreren Schritten erfolgt: Einer ersten Sicherung des historischen Befunds am Gegenstand selbst folgen Ermittlungen über Entstehungszeit, Funktion und Rezeption, mithin zusammenfassend eine sozio-kulturelle Einordnung des Objekts. Ziel dieser Analyse ist nach Beitl eine Einordnung des Objekts sowohl in ein Bedeutungs- und Ausdrucksschema wie auch in den danach strukturierten Sammlungsbestand von Museen.[15]

Hier interessieren jedoch vor allem die fachwissenschaftlichen Methoden der Dinganalyse und die Bestimmung der Bedeutungsschichten des Objekts. In der Regel wird bei der Analyse in einem Dreischritt verfahren, der die Materialität der Dinge, den Umgang mit Dingen sowie die Analyse der Dinge als Bedeutungsträger umfasst. Nach Judy Attfield kann die Objektforschung nach Materialität, Design, Produktion, Verkauf, Konsum, Gebrauch, Wegwerfen und Recycling differenziert werden, also insgesamt nach dem Vermittlungsprozess zwischen den Dingen und den Menschen.[16] Während die Analysemethode von Attfield sich eng an die Biografie des Objekts anlehnt, verweisen andere Konzepte stärker auf die Kontexte, etwa einer objektgebundenen Handlungspraxis, von Nutzerbiografien oder räumlichen Dingkonstellationen, um mittels der Dinge etwas über komplexe Sinnzusammenhänge zu erfahren.[17] Neuere Untersuchungen zur Dinggeschichte lehnen sich an die Bildanalyse an, die eine sozialgeschichtlich erweiterte ikonografisch-ikonologische Interpretation beinhaltet und am Beispiel der Fotografie als Quelle entwickelt wurde.[18] Vor allem unter quellenanalytischen Gesichtspunkten erweist sich das an der Fotografie gewonnene Instrumentarium als anregend für die Dinganalyse, also das „Lesen” der Informationen, die den Dingen anhaften, das als detailorientierte, ergebnisoffene Suchbewegung verstanden wird. Der Begriff der „Spurensuche”[19] verweist dabei zugleich auf mikrogeschichtliche Ansätze in der Geschichtswissenschaft, aber auch auf Sensibilisierung und Blickschärfung als Voraussetzungen für die Abkehr vom reinen Belegcharakter der Dinge als Quelle.[20]

Materielle Kultur in den Geschichtswissenschaften und benachbarten Disziplinen

Erst in den vergangenen Jahren wurde eine Auseinandersetzung mit der Materiellen Kultur im Rahmen eines erweiterten Quellenverständnisses innerhalb der historischen Forschung und der Zeitgeschichte wieder aufgenommen.[21] Bereits in den 1970er-Jahren wurde geschätzt, dass 90 Prozent aller Dinge das Ergebnis der Arbeit der letzten drei Menschenalter seien.[22] Damit wird bereits rein quantitativ deutlich, dass im Rahmen der Zeitgeschichte die Objekte des Industriezeitalters und der industriellen Massenkultur bzw. heute bereits der post-industriellen Zeit im Vordergrund des wissenschaftlichen Interesses stehen. Vor allem Wolfgang Ruppert hat sich mehrfach mit der Rolle der Materiellen Kultur und ihrer technischen, sozialen und kulturellen Bedeutung für eine Sozial- und Kulturgeschichte des Industriezeitalters auseinandergesetzt.[23] Als Repräsentationen der sozialen Welt sieht er die materielle Kultur moderner Gesellschaften mit ihrem „selbstverständlichen Verhältnis zu den industriellen Dingen unseres Alltagslebens”[24] als interdisziplinäre Herausforderung zur systematischen Analyse von Konzeption der Produktion von Dingen sowie deren Kauf, Nutzung und kultureller Sinnaufladung. Die Untersuchung der materiellen Kultur des Industriezeitalters wird hier weitgehend als eine Erfahrungsgeschichte konzipiert, die sich in mikrogeschichtlichen „Objektgeschichten” an Dingen festmachen lässt, die eine Umorientierung des sozialen Lebens bewirkten.[25]

Impulse zur Beschäftigung mit der materiellen Kultur kamen zunächst aus der Soziologie, die bereits frühzeitig Erfahrungen mit Dingen in sozialen Kontexten untersucht hat, wie etwa Arbeiten von Georg Simmel und Roland Barthes, die über eine phänomenologische Betrachtung der Dinge exemplarische Gesellschaftsanalysen entwerfen.[26] Hier schließen Untersuchungen an, in denen der „Sachkosmos als histoire totale”[27] begriffen wird und Dinge und ihre Produktion als strukturbestimmende Merkmale der Industriegesellschaft sowie als Objektivationen von langfristigen Entwicklungsprozessen moderner Gesellschaften interpretiert werden.[28]

Die Konsumgeschichte widmet sich der materiellen Kultur unter dem Aspekt des Verbrauchs. Neben diachronen und vergleichenden Arbeiten[29] wird dabei insbesondere auf die distinktiven Dimensionen des historischen Konsums verwiesen, die eine soziale und kulturelle Verortung des Individuums mittels des Besitzes und des Gebrauchs von Dingen in der Referenzgesellschaft ermöglichen.[30] Um die Begriffe von Bedarf und Bedürfnis gruppiert, erweist sich die Analyse des Konsums in der DDR und ihrer Entwicklung von der Rationengesellschaft[31] hin zum konsumptiven Versorgungskonzept in der Planwirtschaft[32] auch im Vergleich mit der Herausbildung der Konsumgesellschaft in der Bundesrepublik als ertragreich.[33] Der Konsumgeschichte angelagert, jedoch stärker auf Konsumbilder und Konsumleitbilder orientiert, sind Forschungen über Werbung. Sie betonen Strategien, Dinge als wünschenswert und erwerbbar erscheinen zu lassen.[34] Die Werbegeschichte richtet dabei ihren Fokus auf konkrete Produkte und die Produktwerbung[35] sowie auf den Zusammenhang von Warenwelt und lebensweltlichem Umfeld.[36]

Der Form der Dinge und ihrer Gestaltung wendet sich besonders die Designgeschichte zu. Die materielle Kultur der industriellen Massenproduktion wurde schrittweise seit Beginn des 20. Jahrhunderts professionell gestaltet, wobei die Formgebung der Produkte immer weniger durch die Imitation handwerklicher und kunstgewerblicher Gestaltung bestimmt wurde, sondern technischen Produktionsprozessen entsprach. Das Industrial Design setzte sich im zweiten Drittel des Jahrhunderts als professionelle Gestaltung von Industrieprodukten durch und bestimmte fortan die Warenwelt der Konsumgesellschaft.[37] Die Erforschung des industriellen Designs verknüpft im besten Falle den Zusammenhang zwischen der Gestaltung der Dinge, ihrer Stilgeschichte, ihrem Konsum und Gebrauch[38] im Rahmen ihrer Abhängigkeit von politischen und gesellschaftlichen Systemen, sowie dies insbesondere für die Designgeschichte in der DDR erfolgt ist.[39]

Dinge des Alltags wecken aufgrund ihrer Vertrautheit und ihres Bezugs zur Lebenswelt die Neugier des Publikums. Auf dem Buchmarkt erscheinen in zunehmendem Maße populärwissenschaftliche oder literarisch-feuilletonistische Bücher über die Objekte des Alltags. Sie wollen entweder auf die „ganz gewöhnlichen Dinge” und ihre Bedeutung in der täglichen Lebensumwelt aufmerksam machen und betreiben damit eine Art dingethnologischer Sensibilisierung,[40] oder sie beschreiben mittels objektgeschichtlicher Miniaturen Dinge, die aus dem Gebrauch gekommen sind, also meist Verlustgeschichten.[41] Alltagsdinge sind deshalb regelmäßig Gegenstand von Veröffentlichungen in Tages- und Wochenzeitungen, wo sie ausschnitthaft eine vergangene Welt in Erinnerung rufen und auf kulturelle Umbrüche im Kleinen verweisen.[42] Verschwundene Dinge sind immer dann Anlass zur bekennenden Nostalgie, wenn sie auf angebliche Qualitätsverluste der Gegenwart verweisen.[43] Skepsis bleibt allerdings angesichts der gelegentlich mangelhaften Genauigkeit und auch grober handwerklicher Fehler angebracht.[44] Die Qualität solcher Darstellungen liegt vor allem in der Sensibilisierung für das „Beiläufige”.[45]

Mit der Entwicklung des Internet ist eine neue Publikationsbasis für diese Objektsammlungen des Alltags entstanden, deren Charakteristik in der potenziellen Unendlichkeit einer „Liste” und der damit verbundenen fehlenden Hierarchisierung liegt.[46] Neben aller Skepsis hinsichtlich der Verlässlichkeit bleibt es doch auffällig, wie stark die materielle Kultur in einer geschichtsbezogenen Medienumwelt präsent ist. Dies gilt nicht zuletzt für Film und Fernsehen, wo die materielle Kultur als Ausstattung selbstverständlich wahrgenommener Hintergrund der Filmhandlung ist und eine eigene, spezialisierte Berufsgruppe hervorgebracht hat.

Mit der Ausdifferenzierung der Geschichts- und Kulturwissenschaften im 19. Jahrhundert fiel besonders der Volkskunde die Aufgabe zu, sich mit den materiellen Hinterlassenschaften der breiten Bevölkerung und damit dem Alltagsleben zu befassen. Im Zentrum standen vor dem Hintergrund der modernen Industriegesellschaft zunächst vorindustrielle Lebensformen, wovon heute noch zahlreiche Volkskunde- und Freilichtmuseen in Deutschland zeugen. Den Anschluss an die industrielle Welt fand die Volkskunde seit den 1960er-Jahren, verstärkt noch durch die Ausdifferenzierung in die Fächer Europäische Ethnologie und Empirische Kulturwissenschaft. Trotz deren Hinwendung zu vermittelten Bedeutungsformen wie Zeichen und Symbolen blieb die Beschäftigung mit der Materiellen Kultur weiterhin wichtig, wie Themenschwerpunkte einiger Volkskundekongresse zeigen.[47]

In den letzten Jahren kam es in der Volkskunde zu einer theoretischen Verständigung über die Dinge im Kontext kulturwissenschaftlicher Fragestellungen[48] und zu einer Erneuerung der alten volkskundlichen „Sachkulturforschung” als Materieller Kultur des Alltags. Die Fokussierung auf vorindustrielle Lebenswelten wurde zugunsten eines Anschlusses an die Materielle Kultur der Gegenwart überwunden, das Konstrukt einer „Volks”-Kunde zugunsten multipler kultureller und gesellschaftlicher Kontexte aufgegeben, um so auch an die Vielfalt der Ansätze in den Material Culture Studies anzuschließen.[49] Unterschiede beider Fachrichtungen sind besonders aus ihre Genese zurückzuführen. Während sich die frühere Volkskunde in Erneuerung der Profession zunehmend als Empirische Kulturwissenschaft begreift und damit einen dezidierten Bezug der materiellen Kultur zu Praktiken des Umgangs und zum gesellschaftlichen Umfeld integriert, waren die im angelsächsischen Wissenschaftsraum entstandenen Material Culture Studies von Anfang an als interdisziplinäres Projekt angelegt, in dem Folk Studies, Archäologie, Ethnologie und Anthropologie kooperieren. Ein weiteres Charakteristikum ist ihr weiter zeitlicher und geografischer Horizont. [50] Im Fragenkatalog der Empirischen Kulturwissenschaft wird die Beschäftigung mit der materiellen Kultur unter anderem mit der lebensweltlichen, alltagsnahen, sinnlichen und suggestiven Qualität der Dinge begründet, deren materielle wie symbolische Bedeutungen im Rahmen ihrer historischen Verankerung „lesbar” gemacht werden.

Das Selbstverständnis der amerikanischen Material Culture Studies ist ein dezidiert kulturwissenschaftliches;[51] in Einzeluntersuchungen reicht die Spannbreite von Mikrostudien zu Alltagsobjekten über die Beschreibung von Wohnsituationen bis hin zu erkenntnistheoretischen Fragestellungen.[52] Ein gutes Beispiel für ihre Vorgehensweise sind die Studien von Daniel Miller, der sich jüngst mit den Wohnungseinrichtungen einer Londoner Straße auseinandergesetzt hat, um das Leben ihrer Bewohner zu beschreiben.[53] Im deutschen Wissenschaftskontext steht die Rezeption der Material Culture Studies erst am Beginn.[54] Aus der Perspektive der Zeitgeschichte ist vor allem die Nähe der methodologischen und theoretischen Ansätze beider Wissenschaftsdisziplinen entscheidend. Beide begreifen die Materielle Kultur als empirisches Feld ebenso wie als Ausgangspunkt für die Analyse von Kulturen, wobei die Dinge nicht allein als Phänomene übergeordneter Strukturen, sondern als eigenständige Quelle im Kontext von kultureller Interaktion ausgedeutet werden.

Zu den interdisziplinären Anregungen gehört schließlich die Untersuchung von Lebensstilen, die in verschiedenen Wissenschaften betrieben wird und in der die materiellen Ausstattungen einer Zeit als Hintergrundbild wie auch als exemplarische Detailbeschreibungen fungieren. Die Lebensstilforschung als soziologische Bestandsaufnahme entstand aus den Veränderungen im Konsumverhalten in den Nachkriegsgesellschaften, die sich im Verlauf der 1950er-Jahre in Europa zeigten. Nach 1990 wurde dieses Konzept noch einmal für die vergleichende Betrachtung Ost- und Westdeutschlands genutzt.[55] Im Anschluss an die Konsumforschung, aber auch an Bourdieus Konzept der Distinktion[56] wurde „Lebensstil” in ein breiteres kulturhistorisches Konzept integriert und vor allem auf die Geschichte der Bundesrepublik seit den 1950er-Jahren angewandt.[57] Aus der Perspektive einer Analyse der materiellen Kultur geht es in diesen Untersuchungen letztlich um den stilbildenden Gebrauch der Dinge, also um distinktive Objekte und ihren kulturellen Kontext. In der DDR wurde dem Lebensstilbegriff der Begriff der Lebensweise entgegengesetzt. Mit der Einführung des Adjektivs „sozialistische” wurde hier ein normatives Element von Planbarkeit, Gesetzmäßigkeit und Gesellschaftsbezogenheit hinzugefügt, auch wenn nicht übersehen werden darf, dass auf diesem Wege eine partielle soziologische Forschung der Alltagswirklichkeit in der DDR möglich wurde.[58] In neueren geschichtswissenschaftlichen Untersuchungen wird jedoch eher auf die politik- und gesellschaftsspezifische Form eines DDR-eigenen Lebensstils hingewiesen.[59]

Forschungsfelder der Materiellen Kultur

Als Forschungsfelder der Materiellen Kultur in der Zeitgeschichte sind alle Objekte, Objektkonstellationen und -kontexte sowie all die Lebensbereiche vorstellbar, die ausgehend von den materiellen Hinterlassenschaften Auskunft über die Historizität der Dinge und die Dingbezogenheit historischer Gesellschaften geben können. Damit ist das Feld der Objektforschung extrem offen und eine „Erfassung der Welt”, wie sie in protomusealen Sammlungen der Frühen Neuzeit vorstellbar schien, nicht möglich. Die Forschungspraxis hat jedoch thematische Verdichtungen ergeben, die sich auf den Wohnbereich und die Herausbildung der modernen Konsumgesellschaft richten.

Die sozialgeschichtliche Bedeutung des Wohnens als privatem Lebensmittelpunkt, als Ort der lebensweltlichen Selbstorganisation und seiner Ausstattung ließen das Thema zum gut erforschten Sozialbereich werden. In der breit angelegten, fünfbändigen „Geschichte des Wohnens” wird dessen materielle Kultur im Sinne eines top-down-Verfahrens in eine Geschichte des Bauens integriert, und die Wohnungsausstattungen werden je nach Autor teils design- und stilgeschichtlich, teils wohnsoziologisch interpretiert.[60] Unter den zahlreichen Detailuntersuchungen zum Wohnen seien hier drei aufgrund der unterschiedlichen Zugriffe benannt. In der Pionierstudie von Gert Selle und Jutta Boehe stehen die „Aneignungsbiographien” und „Gegenstandsbeziehungen gewöhnlicher Leute” zwischen industrieller Massenkultur und persönlicher Interpretation der Wohnungsausstattungen im Zentrum des Interesses.[61] Bettina Günter dagegen untersucht komplette Haushaltsausstattungen unter der Fragestellung der Integration von Produkten des Massenkonsums im häuslichen Bereich und berücksichtigt dabei Möbel, technische Konsumgüter und Haushaltswaren gleichermaßen.[62] Unter anderem auf Interviews und teilnehmender Beobachtung beruht die Untersuchung von Cortina Gentner über die Veränderungen der Wohnkultur und des häuslichen Lebensstils in Ostdeutschland.[63] Die Wohnungsausstattung mit Möbeln sowie das Arrangement von Möbeln unter dem Einfluss des Fernsehens sind weitere Untersuchungsschwerpunkte, die bis zur Bedeutung von Einzelmöbeln als technische Innovation und als Distinktionsmerkmal reichen.[64]

Unzweifelhaft hat die Mechanisierung des Haushalts als Folge der industriellen Massenproduktion viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. An Objekten des Haushalts werden die Mechanisierung und Elektrifizierung einerseits im Sinne einer Innovation in der Ausstattung mit technischen Konsumgütern gezeigt und andererseits deren Folgen für das Arbeitsumfeld Haushalt untersucht.[65] Die materielle Kultur des Haushalts schließt dabei sowohl an die Analyse von Objekten unter der Frage ihrer Geschlechterspezifik[66] als auch an die ideologischen Auseinandersetzungen des Kalten Krieges und die Amerikanisierung nach dem Zweiten Weltkrieg[67] und ihrer Bedeutung in realsozialistischen Gesellschaften an.[68]Ebenfalls auf technische Innovationen und ihre sozialen und kulturellen Folgen bezogen sind Untersuchungen zur materiellen Kultur der Informationsgesellschaft und Mediengesellschaft. Studien in diesem Bereich widmen sich der Beschreibung von Kulturtechniken wie dem Hören, insbesondere im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit von Musik, der Revolution des Fernsehens für die tägliche Lebenswelt oder aber vermeintlich marginalen Dingen des Alltags wie dem Bleistift.[69]

Aus der in der Volkskunde verbreiteten Kleidungsforschung hat sich die Analyse der „zweiten Haut” und die Modeforschung entwickelt. Die Neuere Kulturgeschichte schließt daran an und untersucht die damit verbundenen kulturellen Praktiken.[70] Auch die Auswirkungen neuer Materialien auf Mode, Lebenswelt und Popularkultur, wie die Erfindung und Verbreitung des Nylons,[71] wurden ebenso untersucht wie der Zusammenhang von Mode und Wirtschaftspolitik.[72] Einen stärker geschichtswissenschaftlichen Ansatz verfolgt dagegen Anne Sudrow in ihrer Monografie über den „Schuh im Nationalsozialismus”, die über eine „Produktlinienanalyse” Herstellung, Verkauf und Gebrauch dieses Alltagsobjekts im Rahmen einer kulturgeschichtlich erweiterten Wirtschafts- und Technikgeschichte betrachtet. [73]

Auch andere physische Materialien sind in dinggeschichtlicher Perspektive beschrieben worden. Hier seien unter vielen weiteren Arbeiten jene Studien hervorgehoben, in denen Kunststoffe als Innovationsmaterialien beschrieben werden, die die Lebensweise in den Nachkriegsgesellschaften nachhaltig veränderten – bis hin zur Tupperware als Sinnbild der „Plastikwelten” der Konsumgesellschaft der 1950er-Jahre.[74] Ebenfalls die konsumptive Seite der Warenwelt beleuchten Studien zum Einkaufsverhalten, zu Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs und zur Frage des Reparierens.[75]

Materielle Kultur und Zeitgeschichte

Ausgehend von der disparaten Forschung zur materiellen Kultur in den Geschichtswissenschaften und den Nachbardisziplinen soll im Folgenden am Beispiel der Alltagsdinge und der Produktkultur der DDR auf drei wesentliche Aspekte aufmerksam gemacht werden, die zentrale Perspektiven für die zeithistorische Forschung bieten und dabei helfen könnten, die Erforschung der materiellen Kultur aus ihrem marginalisierten Status innerhalb der Geschichtswissenschaften herauszuführen. Dies ist erstens die weitere Erforschung der Beziehung zwischen den Dingen und den Individuen, also die „Biografie der Dinge”, zweitens eine Stärkung kultur- und sozialgeschichtlicher Fragestellungen sowie drittens die Erforschung systemspezifischer Produktkulturen, die gesellschaftsgeschichtliche Fragen nach dem Zusammenhang von materieller Kultur, gesellschaftlichen Machtbeziehungen und Herrschaftspraktiken in den Vordergrund rücken.

Dinge sind erstens stets eng mit der Biografie ihrer Nutzer und Besitzer verknüpft, etwa durch den individuellen Gebrauch und den Besitz eines Gegenstands. Hierzu einige Beispiele: Kaufen, horten und tauschen waren Aspekte eines ökonomischen Kreislaufs in der DDR-Planwirtschaft und sind als Teil sowohl offizieller Ökonomie wie auch individueller Netzwerke ein notwendiges Subsystem mit erheblichen Folgen für die Warenbereitstellung und das Kaufverhalten. Objekte der materiellen Kultur erhalten dadurch eine besondere individuelle Bedeutung, indem sie weniger nach dem Preis als nach ihrer Verfügbarkeit bewertet werden. Dabei hat allein der Besitz eine distinktive Bedeutung, die nur in einem gesellschaftsbezogenen Interpretationsrahmen auf Grundlage informellen Wissens entschlüsselt werden kann. Mit diesem Wissen werden die Dinge Museen angeboten, haben also eine kulturelle Bedeutung, die sie als Quelle wertvoll macht. Die Schenkung von Objekten der materiellen Kultur erweist sich also als intentionale Bedeutungszuweisung im Transfergeschäft vom Gebrauchsgegenstand zum kulturellen Objekt. Tradiert werden auf diesem Wege Berufsbiografien, familiäre Zusammenhänge, Freizeitaktivitäten und anderes mehr. Bedeutungslos erscheinende Dinge werden dagegen weggeworfen und stehen als Quelle nicht mehr zur Verfügung. Dinge werden durch Gebrauch individualisiert, also abgearbeitet, repariert, ergänzt, beklebt und umgenutzt. Insbesondere der Mangel an Konsumgütern hat kreative Lösungen hervorgebracht, ihn durch individuelle Fertigkeiten zu überwinden. Mit Blick auf die Verbindung von „Objekt und Biografie” steht damit die Frage im Vordergrund, welche Bedeutungszuweisungen die Stifter und früheren Nutzer den Dingen im Kontext des eigenen Lebensverlaufs gegeben haben. Ziel ist es, die unterschiedlichen Dimensionen der individuellen Objektnutzung im gesellschaftlichen Kontext zu analysieren und somit Rückschlüsse auf die individuellen Lebensentwürfe sowie soziale Differenzierungen der DDR-Gesellschaft nachzuzeichnen.

Zweitens sind den Objekten sozialgeschichtliche Bedeutungen eingeschrieben, indem sie auf Arbeitsbedingungen, Wohnverhältnisse, kulturelle Praktiken, Sozialisationskontexte, familiäre Zusammenhänge und geschlechterspezifische Fragen, Milieu- oder generationelle Zugehörigkeiten verweisen. Benannt seien hier exemplarisch „Generationenobjekte”, also Konsumgüter, denen neben ihrer praktischen und distinktiven eine symbolische Bedeutung eingeschrieben ist. Solche „Generationenobjekte” sind der Kassettenrecorder als Jugendweihegeschenk seit den 1970er-Jahren oder die elektrische Küchenmaschine als erstrebte Haushaltsausstattung für junge Familien um 1960. Hier kann die zeithistorische Erforschung der materiellen Kultur an die soziologische Lebensstilforschung anschließen und Perspektiven der kultur- und politikgeschichtlichen Erforschung von „Lebensweisen” aufgreifen.[76] Der Blick auf die Materielle Kultur kann dabei insbesondere zeigen, dass die Steuerung, Produktion und Gestaltung von Produkten Ausdruck einer politischen und gesellschaftlichen Vorstellung von sozialer Realität ist, die Aneignung und Integration der Dinge jedoch individuell wie kollektiv in einer spezifisch historischen Lebenspraxis erfolgte. Gleichzeitig kann eine sozialgeschichtliche Untersuchung der materiellen Kultur wichtige Erkenntnisse über soziale Differenzierungsprozesse und damit verbundene Identitätskonstruktionen von Individuen und Gruppen in der DDR-Gesellschaft liefern, die oftmals der von Partei und Staat intendierten Normierung der Lebensverhältnisse entgegenstanden.[77]

Drittens schließlich verweisen die Hinterlassenschaften der materiellen Kultur auf eine systemspezifische Produktkultur, also auf Objekte, die in einem direkten oder auch indirekten Bezug zur DDR als Staat und ihrem politischen System standen; Auszeichnungen und Auszeichnungsmappen, Wimpel, Fahnen und Anstecker, Ausweise, Gastgeschenke, Brigadetagebücher und Plakate, zeugen von einer exzessiven Symbolverwendung im Alltag. Ihre explizite Symbolik ist durch Symbolverwendung, Farbgebung und Verteilungsanlässe evident.[78]Mit diesen Überresten der materiellen Kultur sind immer auch Praktiken und Rituale verbunden, durch die die tiefe politische Durchdringung der DDR-Gesellschaft durch konkrete wie symbolische Herrschaftsroutinen zum Ausdruck kommt und die zunehmend lebensweltlich integriert wurden. Ablesbar sind sie an „Auszeichnungs-Biografien” eines DDR-Lebens, Widmungen in Büchern, die zu öffentlichen Anlässen verschenkt wurden, aber auch an „beiläufigen Begleitern” des täglichen Lebens wie Postkarten. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit diese Objekte als Herrschaftsobjekte wahrgenommen wurden und oder ob sie als Bestandteil eines systemgebundenen und zugleich auch individuellen Lebenslaufs interpretiert und inkorporiert wurden.

Zeitgeschichtliche Relevanz gewinnen diese drei aus der materiellen Überlieferung gewonnenen Aspekte für die Erforschung der Binnenorganisation der DDR-Gesellschaft an der Schnittstelle zwischen politischer und obrigkeitsstaatlicher Durchdringung und individuellem Lebensverlauf. Die materielle Kultur dient dabei als Quelle für individuelle Aneignungs- und Abgrenzungsprozesse in einer weithin formierten Gesellschaft und eines sich selbst als allzuständig interpretierenden Staates. In sozialgeschichtlicher Perspektive verweisen sie auf die spezifische Ausprägung der auf industrieller Massenproduktion und Konsum beruhenden europäischen Nachkriegsmoderne in der DDR. Mit der Stärkung dieser drei zentralen Perspektiven könnte jedoch insgesamt auch ein Ansatz gefunden sein, der auf andere politische Systeme übertragbar und in der Lage ist, die Erforschung der materiellen Kultur insgesamt in der Zeitgeschichte stärker als bisher zu verankern.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Erforschung der materiellen Kultur steht in Deutschland noch am Beginn. Zahlreiche Anregungen bieten die Material Culture Studies mit ihrem multidisziplinären Format ebenso wie die Empirischen Kulturwissenschaften, die Soziologie, die Kunst- und Mediengeschichte, die Sozial- und Kulturanthropologie, die Technikgeschichte sowie vielfältige museale Annäherungen, die aus einer reflexiven Praxis entwickelt wurden. Noch fehlen in Deutschland jedoch interdisziplinäre, theoretisch fundierte und zusammenfassende Arbeiten ebenso wie die Etablierung der Materiellen Kultur als akademische Wissenschaftsdisziplin. Mit Blick auf die zeitgeschichtliche Forschung ist deshalb zu konstatieren, dass zwar zahlreiche Detailstudien vorliegen, ihre systematische Rezeption aber bislang ebenso noch nicht erfolgt ist wie eine Integration der „Überreste” in den professionellen Quellenkanon.

Dabei findet die Materielle Kultur ein zunehmendes Interesse in der Öffentlichkeit, wie der Ausstellungsboom der vergangenen drei Jahrzehnte gezeigt hat. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Dingen und ihrer Historizität steht dem jedoch noch weit nach. Dies geht nicht zuletzt auf die Spezialisierung der historischen Wissenschaften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Erforschung der materiellen Kultur erfordert deshalb eine dezidiert interdisziplinäre Herangehensweise. Während sich aus der Beschäftigung mit unterschiedlichen Medien, Fotografien und anderen Massenquellen des 19. und 20. Jahrhunderts in den vergangenen Jahren die Bildwissenschaft innerhalb der Historiografie etabliert hat, muss die Durchsetzung der Erforschung der Materielle Kultur als Teildisziplin der historischen Wissenschaft noch erfolgen. Die Produkte der industriellen Massenproduktion und die vielfältigen Dokumente ihres individuellen Gebrauchs bieten jedenfalls eine breite Grundlage für die Analyse vergangener materieller Umwelten, ihre kulturell konnotierten Interpretationen durch die historischen Akteure sowie für eine sozial und kulturell fundierte erweiterte Alltags- und Gesellschaftsgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts.

Anmerkungen

  1. Neue Zürcher Zeitung vom 11./12.10.2003, zit. n. Gottfried Korff, Betörung durch Reflexion. Sechs um Exkurse ergänzte Bemerkungen zur epistemischen Anordnung von Dingen, in: Anke te Heesen/Petra Lutz (Hrsg.), Dingwelten. Das Museum als Erkenntnisort, Köln/Weimar/Wien 2005, S. 89-107; Hans-Peter Hahn, Dinge des Alltags. Umgang und Bedeutungen, in: ebd., S. 63-90.
  2. „Materielle Kultur“ wird im Folgenden dann groß geschrieben, wenn das Forschungsfeld gemeint ist, die Kleinschreibung wird benutzt, wenn es um die Dinge selbst geht.
  3. Susan M. Pearce, Museum Objects and Collections. A Cultural Study, Leicester/London 1992, S. 4f, S. 15-35. Für Dinge unter dem Blickwinkel ihrer potenziellen Tauschbarkeit wird der Begriff “commodities” (Gebrauchsgüter, Konsumgüter, Artikel) genutzt; vgl. Arjun Appadurai, Introduction: Commodities and the Politics of Value, in: ders. (Hrsg.), The Social Life of Things, Cambridge, Mass. 2007, S. 3-63.
  4. Gottfried Korff, Sieben Fragen zu den Alltagsdingen, in: Gudrun M. König (Hrsg.), Alltagsdinge. Erkundungen der materiellen Kultur, Tübingen 2005 (= Studien und Materialien des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen), S. 20-41, hier S. 35f.
  5. Hans Linde, Sachdominanz in Sozialstrukturen, Tübingen 1972 (= Gesellschaft und Wissenschaft; Bd. 4), S. 12.
  6. Elfie Miklautz, Kristallisierter Sinn. Ein Beitrag zur soziologischen Theorie des Artefakts, München/Wien 1996 (= Technik- und Wissenschaftsforschung; Bd. 27), S. 11f.
  7. Johann Gustav Droysen, Historik, Bd. 1: Rekonstruktion der ersten vollständigen Fassung der Vorlesungen (1857). Grundriß der Historik in der ersten handschriftlichen Fassung (1857/58) und in der letzten gedruckten Fassung (1882), Stuttgart-Bad Cannstadt 1977, zit. hier nach der Druckfassung von 1882, S. 426, § 21, S. 445, § 89; zit in ebd., S. 427, § 25. Auf den bei Droysen sehr weiten Begriff der Überreste in Abgrenzung zum Quellenbegriff wird hier nicht näher eingegangen.
  8. Judy Attfield, Wild Things. The Material Culture of Everyday Life, Oxford/New York 2000.
  9. Ethische Richtlinien für Museen von ICOM, online unter http://www.icom-deutschland.de/client/media/364/icom_ethische_richtlinien_d_2010.pdf.
  10. Michael Fehr, Müllhalde oder Museum. Endstationen der Industriegesellschaft, in: ders./Stefan Grohé (Hrsg.), Geschichte – Bild – Museum. Zur Darstellung von Geschichte im Museum, Köln 1989, S. 182-196, mit Bezug auf Michael Thompson, Die Theorie des Abfalls. Über die Schaffung und Vernichtung von Werten, Stuttgart 1981; Hermann Lübbe, Der Fortschritt von Gestern. Über Musealisierung als Modernisierung, in: Ulrich Borsdorf/Heinrich-Theodor Grütter/Jörn Rüsen, Die Aneignung der Vergangenheit. Musealisierung und Geschichte, Bielefeld 2004, S. 13-38; Wolfgang Zacharias (Hrsg.), Zeitphänomen Musealisierung. Das Verschwinden der Gegenwart und die Konstruktion der Erinnerung, Essen 1990; Irmgard Zündorf, Vitrine oder Wühltisch? Zur Objektkultur der DDR-Geschichte im Museum, in: Martin Sabrow (Hrsg.), ZeitRäume. Potsdamer Almanach 2008, Göttingen 2009, S. 211-219; Andreas Ludwig, Representations of the Everyday and the Making of Memory: GDR History and Museums, in: David Clarke/Ute Wölfel (Hrsg.), 20 Years After: Remembering the German Democratic Republic 2011 (im Erscheinen); Bernd Faulenbach/Franz-Josef Jelich (Hrsg.), Probleme der Musealisierung der doppelten deutschen Nachkriegsgeschichte, Essen 1993 (= Geschichte und Erwachsenenbildung, Bd.1).
  11. Detlef Hofmann, Spur. Vorstellung. Ausstellung, in: Rosmarie Beier (Hrsg.), Geschichtskultur in der Zweiten Moderne, Frankfurt a.M./New York 2000, S. 167-182; Martin R. Schärer, Die Ausstellung. Theorie und Exempel, München 2003; Heinrich Theodor Grütter, Die Präsentation der Vergangenheit. Zur Darstellung von Geschichte in historischen Museen und Ausstellungen, in: ders./Klaus Füßmann/Jörn Rüsen (Hrsg.), Historische Faszination. Geschichtskultur heute, Köln/Weimar/Wien 1994, S.173-187; Jana Scholze, Medium Ausstellung. Lektüren musealer Gestaltungen in Oxford, Leipzig, Amsterdam und Berlin, Bielefeld 2004; te Heesen/Lutz (Hrsg.), Dingwelten.
  12. Museum der Arbeit (Hrsg.), Europa im Zeitalter des Industrialismus. Zur „Geschichte von unten“ im europäischen Vergleich, Hamburg 1993; Volkhard Knigge/Ulrich Mählert (Hrsg.), Der Kommunismus im Museum. Formen der Auseinandersetzung in Deutschland und Ostmitteleuropa, Köln/Weimar/Wien 2005; Dagmar Steffen (Hrsg., i.A. des Deutschen Werkbundes Hessen), Welche Dinge braucht der Mensch? Hintergründe, Folgen und Perspektiven der heutigen Alltagskultur. Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung, Gießen 1995; Bernhard Tschofen, Deponate und Deposite. Die Villa Freiland als unfreiwilliges Museum alltäglicher Dingwelten, in: Cornelia Meran, an/sammlung an/denken. Ein Haus und seine Dinge im Dialog mit der zeitgenössischen Kunst, Salzburg/Wien 2005, S. 27-33 (Ausstellungsbuch). Die Auswahl erfolgt unter Berücksichtigung möglichst unterschiedlicher Zugriffe.
  13. Aus einer Vielzahl von Möglichkeiten als subjektive Auswahl: Keinen Franken wert. Für weniger als einen Franken. Gewerbemuseum Basel/Museum für Gestaltung, 23.5. bis 16.8.1987 (Ausstellungskatalog), Basel 1987; Joachim Kallinich/Bastian Bretthauer (Hrsg.), Botschaft der Dinge, Heidelberg 2003 (Ausstellungskatalog Museum für Kommunikation Berlin).
  14. Vgl. u.a. Mathilde Jamin/Frank Kerner (Hrsg.), Die Gegenwart der Dinge. 100 Jahre Ruhrlandmuseum, Essen 2004.
  15. Zit n. Nina Hennig, Lebensgeschichte in Objekten. Biographien als museales Sammlungskonzept(= Kieler Studien zur Volkskunde und Kulturgeschichte), Münster u.a. 2004, S. 47.
  16. Attfield, Wild Things, S. 3.
  17. Ulrike Langbein, Geerbte Dinge. Soziale Praxis und symbolische Bedeutung des Erbens, Köln/Weimar/Wien 2002; ähnlich die Methode bei Daniel Miller, The Comfort of Things, Cambridge 2008.
  18. Marita Krauss, Kleine Welten. Alltagsfotografie – die Anschaulichkeit einer „privaten Praxis“, in: Gerhard Paul (Hrsg.), Visual History. Ein Studienbuch, Göttingen 2006, S. 57-75, zur Methode S. 62f. In mehreren Analyseschritten soll demnach eine „dichte Beschreibung“ erfolgen, von denen der erste als „realienkundlich“ bezeichnet wird und Angaben zu Material, Größe, Beschriftung und wenn möglich Datierung enthält. Es folgt die Beschreibung des Bildinhalts, der Intentionalität des Fotos und des Handlungszusammenhangs seiner Entstehung sowie eine erweiterte Funktionsanalyse, etwa über den Aufbewahrungsmodus und Tradierungskontext. Fotografien werden als Inszenierungen eines Erzählzusammenhangs sowohl bei der Herstellung wie bei der Rezeption interpretiert und unter der mikrogeschichtlichen Lupe zur sozialhistorischen Quelle. Vgl. dazu auch: Heike Talkenberger, Von der Illustration zur Interpretation, in: Zeitschrift für historische Forschung 21 (1994), S. 289-31; zur Fotografie als Erinnerungsanlass vgl. Jutta Buchner, Technik und Erinnerung. Zur symbolischen Bedeutung von Technik in lebensgeschichtlichen Erinnerungsschilderungen, in: Rolf Wilhelm Brednich/Heinz Schmidt (Hrsg.), Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur, Münster 1997, S. 195-206.
  19. Werner Kogge/Gernot Grube (Hrsg.), Spur. Spurenlesen als Orientierungstechnik und Wissenskunst, Frankfurt a.M. 2007.
  20. Aleida Assmann, Die Sprache der Dinge. Der lange Blick und die wilde Semiose, in: Hans Ullrich Gumbrecht/Karl Ludwig Pfeiffer, Materialität der Kommunikation, Frankfurt a.M. 1988, S. 237-251.
  21. Vgl. gelegentlich auch in neueren Einführungen in die Geschichtswissenschaft: Peter Wolf, Dingliche Relikte, in: Michael Maurer (Hrsg.), Aufriß der Historischen Wissenschaften, Bd. IV: Quellen, Stuttgart 2002, S. 126-144. Überwiegend fehlt sie allerdings, vgl. u.a. Joachim Eibach/Günter Lottes (Hrsg.), Kompaß der Geschichtswissenschaft. Ein Handbuch, Göttingen 2002; Horst Möller/Udo Wengst (Hrsg.), Einführung in die Zeitgeschichte, München 2003.
  22. Linde, Sachdominanz, S. 12.
  23. Wolfgang Ruppert, Zur Geschichte der industriellen Massenkultur. Überlegungen zur Begründung eines Forschungsansatzes, in: ders. (Hrsg.), Chiffren des Alltags. Erkundungen zur Geschichte der industriellen Massenkultur, Marburg 1993, S.9-22; ders: Zur Kulturgeschichte der Alltagsdinge, in: ders. (Hrsg.), Fahrrad, Auto, Fernsehschrank. Zur Kulturgeschichte der Alltagsdinge, Frankfurt a.M. 1993, S. 14-36; ders: Plädoyer für den Begriff der industriellen Massenkultur, in: Hannes Siegrist (Hrsg.), Europäische Kulturgeschichte, Frankfurt a.M./New York: 1997, S. 563-582.
  24. Ruppert, Kulturgeschichte, S. 27.
  25. Ruppert, Geschichte, S. 10.
  26. Z.B. Georg Simmel, Zur Psychologie der Mode. Soziologische Studie (1895), in: Heinz-Jürgen Dahme/Otthein Rammstedt (Hrsg. und Bearb.), Georg Simmel: Schriften zur Soziologie, Frankfurt a.M. 21986, S. 131-139; Roland Barthes, Der neue Citroen, in: ders., Mythen des Alltags, Frankfurt a.M. 21970 (frz. 1957), S. 76-78.
  27. Vgl. Siegfried Giedion, Die Herrschaft der Mechanisierung. Ein Beitrag zur anonymen Geschichte, hrsg. von Henning Ritter, Frankfurt a.M. 1982 (engl. 1948) zur strukturbestimmenden Rolle der industriellen Massenproduktion. Zur Einordnung als histoire totale vgl. Korff, Fragen, hier S. 32.
  28. Siehe dazu den Verhaltenskodex beim Umgang mit Messern bei Norbert Elias, Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen, Bd. 1: Wandlungen des Verhaltens in den weltlichen Oberschichten des Abendlandes, Frankfurt a.M. 31977 (1939).
  29. Heinz-Gerhard Haupt/Claudius Torp (Hrsg.), Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990. Ein Handbuch, Frankfurt a.M./New York 2009; Hannes Siegrist/Hartmut Kaelble/Jürgen Kocka (Hrsg.), Europäische Konsumgeschichte. Zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des Konsums (18. bis 20. Jahrhundert), Frankfurt a.M./New York 1997.
  30. Reinhold Reith/Torsten Meyer (Hrsg.), Luxus und Konsum – eine historische Annäherung (= Cottbuser Studien zur Geschichte von Technik, Arbeit und Umwelt; Bd. 21), Münster u.a. 2003; grundlegend Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt a.M. 51992 (frz. 1979).
  31. Rainer Gries, Die Rationen-Gesellschaft. Versorgungskampf und Vergleichsmentalität: Leipzig, München und Köln nach dem Kriege, Münster 1991.
  32. André Steiner, Dissolution of the “Dictatorship over Needs”? Consumer Behavior and Economic Reform in East Germany in the 1960s, in: Susan Strasser/Charles McGovern/Matthias Judt (Hrsg.), Getting and Spending. European and American Consumer Societies in the Thwentieth Century, Cambridge 1998, S. 167-185; Ina Merkel, Utopie und Bedürfnis. Die Geschichte der Konsumkultur in der DDR, Köln/Weimar/Wien 1999; Annette Kaminsky, Wohlstand, Schönheit, Glück. Kleine Konsumgeschichte der DDR, München 2001; Michael Wildt, Am Beginn der 'Konsumgesellschaft'. Mangelerfahrung, Lebenshaltung, Wohlstandshoffnung in Westdeutschland in den fünfziger Jahren, Hamburg 1994.
  33. David F. Crew, Consuming Germany in the Cold War: Consumption and National Identity in East and West Germany, 1949-1989. An Introduction, in: ders. (Hrsg.), Consuming Germany in the Cold War, Oxford/New York 2003, S. 1-19; Ingrid M. Schenk, Scarcity and Success: The East According to the West During the 1950s, in: Paul Betts/Greg Eghigian (Hrsg.), Pain and Prosperity. Reconsidering Twentieth-Century German History, Stanford 2003, S. 160-177; Stephan Merl, Sowjetisierung in der Welt des Konsums, in: Konrad Jarausch/Hannes Siegrist (Hrsg.), Amerikanisierung und Sowjetisierung in Deutschland 1945-1970, Frankfurt a.M./New York 1997, S. 167-194. Direkt auf die Dinge des Konsums geht Milena Veenis, Consumption in East Germany. The Seduction and Betrayal of Things, in: Journal of Material Culture 2 (1990), H. 1, S. 79-112, ein.
  34. Peter Borscheid/Clemens Wischermann, Bilderwelt des Alltags. Werbung in der Konsumgesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1985; Konrad Dussel, Wundermittel Werbegeschichte? Werbung als Gegenstand der Geschichtswissenschaft, in: Neue Politische Literatur 42 (1997), S. 416-430. Bezogen auf die deutschen Werbe-Teilgesellschaften Gerhard Paul, Das HB-Männchen – Werbefigur des Wirtschaftswunders, in: Zeitgeschichtliche Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe 4 (2007), H. 1-2; Simone Tippach-Schneider, Messemännchen und Minol-Pirol. Werbung in der DDR, Berlin 1999.
  35. Rainer Gries, Produkte als Medien. Kulturgeschichte der Produktkommunikation in der Bundesrepublik und in der DDR, Leipzig 2003.
  36. Katherine Pence, Schaufenster des sozialistischen Konsums. Texte der ostdeutschen "consumer culture", in: Alf Lüdtke/Peter Becker (Hrsg.), Akten. Eingaben. Schaufenster: Die DDR und ihre Texte, Berlin 1997, S. 91-118.
  37. Sabine Weißler, Design in Deutschland. Ästhetik und Organisation des Deutschen Werkbundes im „Dritten Reich“, Gießen 1990.
  38. Zu Gebrauch und Aneignung: Gert Selle, Design-Geschichte in Deutschland. Produktkultur als Entwurf und Erfahrung, Köln 1987. Vgl. neben vielen anderen, oft auch populärwissenschaftlichen Publikationen, zur Stilgeschichte Sonja Günther, Die Fünfziger Jahre. Innenarchitektur und Wohndesign, Stuttgart 1994, zum Produktdesign Günter Höhne, Penti, Erika und Bebo Sher. Die Klassiker des DDR-Design, Berlin 2001.
  39. Heinz Hirdina, Gestalten für die Serie. Design in der DDR 1949-1985, Dresden 1988; Regine Halter, u.a. (Hrsg.), Vom Bauhaus bis Bitterfeld. 41 Jahre DDR-Design, Gießen 1991; zur Musealisierung des DDR-Designs vgl. Sammlung Industrielle Gestaltung (Hrsg.), Sammlung Industrielle Gestaltung. Einblicke, Ausblicke, Berlin 1991.
  40. Manfred Sack, Alltagssachen. Eine Sammlung von allerlei notwendigen Gebrauchsgegenständen, Wien 31992; Charles Panati, Universalgeschichte der ganz gewöhnlichen Dinge, Frankfurt a.M. 1994 (engl. 1987).
  41. Volker Wieprecht/Robert Skuppin, Das Lexikon der verschwundenen Dinge, Berlin 2009; Andrea Köhler (Hrsg.), Kleines Glossar des Verschwindens. Vom Autokino bis Zwischengas. Lauter Nachrufe, München 32004.
  42. Vgl. zum Verbot von Plastiktüten in Italien etwa: Birgit Schönau, Kommt nicht mehr in die Tüte, in: Der Tagesspiegel vom 16.01.2011, online unter http://www.tagesspiegel.de/zeitung/tuete-kommt-nicht-mehr-in-die/3703538.html.
  43. Z.B. Michaela Krüger, Da seid ihr ja wieder. Vom Poesiealbum bis zum Wählscheibentelefon: Wie Nostalgie die Unbilden der Gegenwart in Watte packt, in: Berliner Zeitung vom 1./2.1.2011
  44. Ebd. In der Legende zu einer Abbildung aus den frühen 1970er-Jahren wird auf Produkte von Gucci und Chanel verwiesen, während die im 1970er-Jahre-Stil gekleidete Frau offenkundig in einen DDR-Kontext gehört.
  45. Gert Selle, Siebensachen. Ein Buch über Dinge. Frankfurt a.M./New York 1997.
  46. Vgl. neben zahlreichen Sammlerseiten u.a. die zahlreichen Ding-Eintragungen in Wikipedia. Zur Liste vgl. Umberto Eco, Die unendliche Liste, München 2009. Auch die Kommunikationsform des Blog wird für den Austausch über Dinge genutzt, vgl. online unter: http://faz-community.faz.net/blogs/ding/default.aspx.
  47. Konrad Köstlin/Hermann Bausinger (Hrsg.), Umgang mit Sachen. Zur Kulturgeschichte des Dinggebrauchs. 23. Deutscher Volkskunde-Kongreß in Regensburg vom 6. - 11. Oktober 1981, Regensburg 1983.
  48. König (Hrsg.), Alltagsdinge; dies., Auf dem Rücken der Dinge. Materielle Kultur und Kulturwissenschaft, in: Kaspar Maase/Bernd Jürgen Warneken (Hrsg.), Unterwelten der Kultur. Themen und Theorien volkskundlicher Kulturwissenschaft, Köln/Weimar/Wien 2003, S. 95-118; Hermann Heidrich, Von der Ästhetik zur Kontextualität: Sachkulturforschung, in: Silke Göttsch/Albrecht Lehmann (Hrsg.), Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie, Berlin 2001, S. 33-55; Utz Jeggle, Vom Umgang mit Sachen, in: Köstlin/Bausinger (Hrsg.), Umgang, S. 11-25.
  49. Hans Peter Hahn, Materielle Kultur. Eine Einführung, Berlin 2005; Stefan Beck, Die Bedeutung der Materialität der Alltagsdinge, in: Brednich/Schmidt (Hrsg.), Symbole, S. 175-185.
  50. Die Zeitschrift „Material Culture Studies” zeigt diese Breite eindrucksvoll. Bereits im ersten Jahrgang 1996 sind Beiträge zwischen Neolithikum und Gegenwart, zwischen London, Japan und den Anden enthalten.
  51. Anke Ortlepp/Christoph Ribbat (Hrsg.), Mit den Dingen leben. Zur Geschichte der Alltagsgegenstände (= Transatlantische Historische Studien; Bd. 39), Stuttgart 2010; Christopher Tilley (Hrsg.), Handbook of Material Culture, London u.a. 2006.
  52. Attfield, Wild Things; Appadurai (Hrsg.), Social Life; Victor Buchli, An Archaeology of Socialism, Oxford/New York 1999; Mihaly Csikszentmihalyi/Eugene Rochberg-Halton (Hrsg.), Der Sinn der Dinge. Das Selbst und die Symbole des Wohnbereichs, München/Weinheim 1989.
  53. Miller, Comfort of Things; ders., Home Possessions: Material Culture behind Closed Doors, Oxford 2001.
  54. So hat Thomas Düllo die Herausforderung der Material Culture Studies für die angewandte Kulturwissenschaft erst kürzlich skizziert und dazu ein achtstufiges Analyseprogramm entwickelt: Thomas Düllo, Material Culture – zur Neubestimmung eines zentralen Aufgaben- und Lernfeldes für die angewandte Kulturwissenschaft, Habilitationsvortrag 2008, online unter http://www.uni-magdeburg.de/didaktik/cms/upload/cont_content_1219679742/File/Habil_SchlussVortrag_MC.pdf.
  55. Annette Spellerberg, Soziale Differenzierung durch Lebensstile. Eine empirische Untersuchung zur Lebensqualität in West- und Ostdeutschland, Berlin 1996; Ulf Herlyn/Bernd Hunger (Hrsg.), Ostdeutsche Wohnmilieus im Wandel, Basel 1994. Sehr anschaulich Susanne Hopf/Natalja Meier, Plattenbau privat. 60 Interieurs, Berlin 2004.
  56. Ingo Märth/Gerhard Fröhlich, Das symbolische Kapital der Lebensstile. Zur Kultursoziologie der Moderne nach Pierre Bourdieu, Frankfurt a.M./New York 1994.
  57. Ursula A. J. Becher, Geschichte des modernen Lebensstils. Essen – Wohnen – Freizeit – Reisen, München 1990; Arne Andersen, Der Traum vom guten Leben. Alltags- und Konsumgeschichte vom Wirtschaftswunder bis heute, Frankfurt a.M./New York 1997; Sabine Thomas-Ziegler, Pettycoat und Nierentisch. Die Jugendzeit der Republik (Ausstellungskatalog Rheinisches Freilichtmuseum und Landesmuseum für Volkskunde Kommern), Köln/Bonn 1995; Angela Delille/Andrea Grohne, Perlonzeiten. Wie Frauen das Wirtschaftswunder erlebten, Berlin 1985; Konrad Köstlin, Brezelhalter und andere Messingdrahtwaren, in: Partykultur? Fragen an die Fünfziger, Tübingen 1991, S. 180-184; Axel Schildt/Detlef Siegfried/Christians Lammers (Hrsg.), Dynamische Zeiten. Die 60er Jahre in beiden deutschen Gesellschaften, Hamburg 22003; Wolfgang Ruppert (Hrsg.), Um 1968. Die Repräsentation der Dinge, Marburg 1998.
  58. Vgl. aus den zahlreichen Publikationen zur „sozialistischen Lebensweise“ z.B. Klaus Boje, Probleme städtischer Lebensweise im Sozialismus, Berlin (DDR) 1974 (= Einführung in die marxistisch-leninistische Kulturtheorie; H. 29). An die Soziologie angelehnte Analysen entstanden im Rahmen einer Konsumforschung und durch zahlreiche kulturwissenschaftliche Analysen spezifischer Lebensbereiche, etwa der Freizeit und des Wohnens.
  59. Katherine Pence/Paul Betts (Hrsg.), Socialist Modern. East German Everyday Culture and Politics, Ann Arbor 2007.
  60. Wüstenrot Stiftung (Hrsg.), Geschichte des Wohnens, 5 Bde.: Stuttgart 1996-1999, darin bes. Thomas Topfstedt, Wohnen und Städtebau in der DDR, in: Ingeborg Flagge (Hrsg.), Band 5: 1945 – heute. Aufbau, Neubau, Umbau, Stuttgart 1999, S. 419-562; Michael Andritzky, Balance zwischen Heim und Welt. Wohnweisen und Lebensstile von 1945 bis heute, in: ebd., S. 615-686.
  61. Gert Selle/Jutta Boehe, Leben mit den schönen Dingen. Anpassung und Eigensinn im Alltag des Wohnens, Reinbek 1986.
  62. Bettina Günter, Blumenbank und Sammeltassen. Wohnalltag im Wirtschaftswunder zwischen Sparsamkeit und ungeahnten Konsummöglichkeiten, Berlin 2002.
  63. Cortina Gentner, WohnWenden. Wohn- und Wendegeschichten aus Brandenburg, Münster u.a. 2007.
  64. Marion Godau, Die Innenraumgestaltung in der DDR, in: Kerstin Dörhöfer (Hrsg.), Wohnkultur und Plattenbau. Beispiele aus Berlin und Budapest, Berlin 1994, S. 105-119; Manfred Sack/Herlinde Koelbl, Das deutsche Wohnzimmer, München 1980; Andreas Ludwig, „Hunderte von Varianten“. Das Möbelprogramm Deutsche Werkstätten (MDW) in der DDR, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 3 (2006), H. 3, S. 449-459, online unter http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208716/default.aspx.
  65. Ingo Braun, Stoff, Wechsel, Technik. Zur Soziologie und Ökologie der Waschmaschine, Berlin 1988; Gisela Dörr, Neue Haushaltstechnik – alte Arbeitsteilung. Die Rationalisierung der Haushaltsproduktion, in: Brigitte Aulenbacher/Tilla Siegel (Hrsg.), Diese Welt wird völlig anders sein. Denkmuster der Rationalisierung, Pfaffenweiler 1995; Karin Hausen, Die große Wäsche. Technischer Fortschritt und sozialer Wandel in Deutschland vom 18. bis ins 20. Jahrhundert, in: Geschichte und Gesellschaft 13 (1987), S. 273-303; Elisabeth Shove/Dale Southerton, Defrosting the Freezer: From Novelty to Convenience: A Narrative of Normalization, in: Journal of Material Culture 5 (2000), H. 3, S. 301-319; Hans-Christian Täubrich/Jutta Tschoeke (Hrsg.), Unter Null. Kunsteis, Kälte und Kultur (Ausstellungskatalog), München 1991.
  66. Pat Kirkham (Hrsg.), The Gendered Object, Manchester/New York 1996; Gabriele Mentges/Ruth-Elisabeth Mohrmann/Cornelia Foerster (Hrsg.), Geschlecht und materielle Kultur. Frauen-Sachen, Männer-Sachen, Sach-Kulturen, Münster 2000; als Thema der Technikgeschichte vgl. das Themenheft: Die Technisierung des täglichen Lebens, Technikgeschichte 65 (1998), H. 4; am Einzelobjekt Gudrun Silberzahn-Jandt, Wasch-Maschine. Zum Wandel von Frauenarbeit im Haushalt, Marburg 1991.
  67. Greg Castillo, Cold War on the Home Front. The Soft Power of Midcentury Design, Minneapolis 2010; Ruth Oldenziel/Karin Zachmann (Hrsg.), Cold War Kitchen. Americanization, Technology, and European Users, Cambridge, Mass. 2009; Alf Lüdtke/Inge Marßolek/Adelheid von Saldern (Hrsg.), Amerikanisierung. Traum und Alptraum im Deutschland des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 1996.
  68. Karin Zachmann, A Socialist Consumption Junction. Debating the Mechanization of Housework in East Germany 1956-1957; in: Technology and Culture 43 (2002), H. 1, S. 73-97.
  69. Friedrich Kittler, Grammophon, Film, Typewriter, Berlin 1986. Siehe aber auch Stefan Gauß, Nadel, Rille, Trichter. Kulturgeschichte des Phonographen und des Grammophons in Deutschland (1900-1940), Köln/Weimar/Wien 2009; Michael Brian Schiffer, Pathways to the Present. In Search of Shirt-Pocket Radios with Subminiature Tubes, in: W. David Kingery (Hrsg.), Learning from Things. Method and Theory of Material Culture Studies, Washington D.C. 1996, S. 81-88; Chup Friemert: Radiowelten. Objektgeschichte und Hörformen, in: Ruppert (Hrsg.), Chiffren, S. 61-104; Knut Hickethier, Der Fernseher. Zwischen Teilhabe und Medienkonsum, in: Ruppert (Hrsg.), Fahrrad, S. 162-187; Lynn Spigel, Der suburbane Hausfreund: Fernsehen und das Nachbarschaftsideal im Nachkriegsamerika, in: Ortlepp/Ribbat (Hrsg.), Mit den Dingen leben, S. 187-217. Henry Petrosky, Der Bleistift. Geschichte eines Gebrauchsgegenstandes, Basel/Boston/Berlin 1995 (engl. 1989).
  70. Zum Beispiel Sabine Weißler, Die Frau – Die Mode – Der Körper. Beweglichkeit und Bewegung, in: Ruppert (Hrsg.), Um 1968, S. 125-136; Kitty Hauser, Eine Hose vor Gericht: Das FBI und die Geschichte einer Blue Jeans, in: Ortlepp/Ribbat (Hrsg.), Mit den Dingen leben, S. 241-257; Rebecca Menzel, Jeans in der DDR. Vom tieferen Sinn einer Freizeithose, Berlin 2004.
  71. Cordula Günter, „Präsent 20“. Der Stoff, aus dem die Träume sind, in: Universitas 51 (1996), H. 2, S. 116-126; Eva Rommelskirchen (Hrsg.), Künstliche Versuchung. Nylon-Perlon-Dederon (Ausstellungskatalog Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland), Köln 1999; Stefan Paul, 1959: Die Geburt des Dederon aus dem Geiste des Kapitalismus, in: Monika Gibas/Rainer Gries/Barbara Jakoby/Doris Müller (Hrsg.), Wiedergeburten. Zur Geschichte der runden Jahrestage der DDR, Leipzig 1999, S. 91-95.
  72. Judd Stitziel, Fashioning Socialism. Clothing, Politics and Consumer Culture in East Germany, Oxford/New York 2005: Karianne S. Fogelberg, Updating the Look of Socialism – Dressing Workers and Consumers in East Germany (1957-1977), Ms. Diss, V&A/RCA 2002; Susanne Bartsch, Die Farben der DDR. Mode und Farben in einem ideologischen System, Ms. Masterarbeit, Udk Berlin 2009.
  73. Anne Sudrow, Der Schuh im Nationalsozialismus. Eine Produktgeschichte im deutsch-britisch-amerikanischen Vergleich, Göttingen 2010.
  74. Tom Fecht/Sabine Weißler (Hrsg.), Plastikwelten, Berlin 1985; Eli Rubin, Systhetic Socialism. Plastic & Dictatorship in the German Democratic Republic, Chapel Hill 2008; Museum of Ethnography (Hrsg), Plastic (Ausstellungskatalog, ungar.), Budapest 2007; Raymond G. Stokes, Plastics in the New Society: The German Democratic Republic in the 1950s and 1960s, in: David Crowley/Susan Reid (Hrsg.), Style and Socialism: Modernity and Material Culture in Post-War Eastern Europe, Oxford 2000, S. 65-80; als dinggeschichtliche Einzeluntersuchung siehe Larsz Kynstler, Eimer, Polyäthylen. Ein Massenbedarfsartikel aus Kunststoff, in: Wolfgang Ruppert (Hrsg.), Made in DDR, Berlin 1993 (= Arbeitshefte zur Geschichte der industriellen Massenkultur), S. 15-18; Martina Blaschka, Tupperware als Lebensform. Die Schüssel, die Party, die Beraterin. Eine empirische Studie, Tübingen 1998 (=Studien & Materialien des Ludwig-Uhland-Instituts, Bd.19); Alison J. Clarke, Tupperware: Vorstadt, Gesellschaft und Massenkonsum, in: Ortlepp/Ribbat (Hrsg.), Mit den Dingen leben, S. 155-186; aus designgeschichtlicher Perspektive Peter Zec, LebensForm. Tupperware – Die Kultivierung des Gebrauchs, Essen 1997.
  75. Peter Lummel/Alexandra Daek (Hrsg.), Einkaufen! Eine Geschichte des täglichen Bedarfs (Ausstellungskatalog), Berlin 2005; Konrad Köstlin (Hrsg.), Flick-Werk. Reparieren und Umnutzen in der Alltagskultur (Ausstellungskatalog), Stuttgart 1983; Birgit Pelzer/Reinhold Reith: Margarine. Die Karriere der Kunstbutter, Berlin 2001.
  76. Zum Lebensweise-Konzept vgl. Dietrich Mühlberg, Überlegungen zu einer Kulturgeschichte der DDR, in: Hartmut Kaelbe/Jügen Kocka /Hartmut Zwahr (Hrsg.), Sozialgeschichte der DDR, Stuttgart 1994, S. 62-94.
  77. Peter Hübner, „Revolution in der Schrankwand“. Die Objektkultur des DDR-Alltags und ihre Musealisierung in der Perspektive sozialhistorischer Forschung, in: Gerd Kuhn/Andreas Ludwig (Hrsg.), Alltag und soziales Gedächtnis. Die DDR-Objektkultur und ihre Musealisierung, Hamburg 1997, S. 152-169.
  78. Vgl. Gibas/Gries/Jakoby/Müller (Hrsg.), Wiedergeburten; Jürgen Nagel, Parole Zukunft. Eine fotografische Spurensicherung, Berlin 1992.

Zitation

Andreas Ludwig, Materielle Kultur, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 30.5.2011, URL: http://docupedia.de/zg/Materielle_Kultur?oldid=106448

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Arjun Appadurai (Hrsg.), The Social Life of Things: Commodities in Cultural Perspective, Cambridge University Press, Cambridge (Mass.) 1986, ISBN 9780521323512.

Aleida Assmann, Die Sprache der Dinge. Der lange Blick und die wilde Semiose, in: Hans Ulrich Gumbrecht, Karl Ludwig Pfeiffer (Hrsg.), Materialität der Kommunikation. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1995, ISBN 9783518283509, S. 237-51.

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Online-Artikel

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Andreas Ludwig, "Hunderte von Varianten". Das Möbelprogramm Deutsche Werkstätten (MDW) in der DDR, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History. Bd. 3, Nr. 3, 2006 (online).

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Annette Vowinckel, Safety Kits: Pflaster für den Atomkrieg, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History. Bd. 7, Nr. 1, 2010 (online).





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